Widukindstadt Enger

Name der Stadt/der Gemeinde/des Landkreises: 
Widukindstadt Enger
Typ: 
kreisangehörig
Bundesland: 
Nordrhein-Westfalen
Einreichende Dienststelle: 
Fachbereich II: Sicherheit, Ordnung und Soziales
Ansprechpartner/in: 
Sandra Werner
Straße/Postfach: 
Bahnhofstr. 44
PLZ: 
32130
Telefon: 
+49 5224 9109288
Ort: 
Enger
Fax: 
05224 9800-66

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Haus der Kulturen: Integrations- und Begegnungszentrum der Widukindstadt Enger

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

„Integration unter einem Dach“, genau das geschieht im „Haus der Kulturen“ der Widukindstadt Enger.

Integration von Zugewanderten bedeutet Veränderungen auf allen Ebenen. Es ist eine gesellschaftliche Herausforderung, die alle betrifft. Sich selbst zu integrieren oder andere Menschen in die hiesigen Strukturen einer für sie fremden Gemeinschaft einzugliedern, ist eine schwierige und dauerhafte Aufgabe, die viel Einsatz und Engagement erfordert.

In Ergänzung zu den integrationsfördernden Angeboten, die bereits dezentral an vielen Orten stattfinden, entschied sich die Widukindstadt Enger für die Eröffnung eines Integrations- und Begegnungszentrums mitten im Ortskern. Damit wurde für die Zugewanderten und die BürgerInnen eine zentrale Anlaufstelle für integrationsrelevante Thematiken geschaffen. Auf der Grundlage eines konkreten Konzepts werden im „Haus der Kulturen“ seit Januar 2017 Förder- und Beratungsangebote für Zugewanderte durchgeführt. Das lokale Ehrenamt wird von hier aus koordiniert und bei der Umsetzung integrationsrelevanter Aktivitäten unterstützt. Durch die Vernetzungen zwischen dem lokalen Ehrenamt und Wohlfahrtsorganisationen kann bedarfsorientiert gehandelt werden und Dopplungen in der Hilfsstruktur können weitestgehend vermieden werden. Auch „brückenbauende“ Aktivitäten finden in den Räumlichkeiten des Hauses ihren Platz und fördern, durch ungezwungene Begegnungen zwischen den Zugewanderten und der lokalen Bevölkerung, die kulturelle Öffnung und den Austausch auf Augenhöhe.

Das „Haus der Kulturen“ stellt in der Widukindstadt Enger und überregional ein Leuchtturmprojekt für ländliche Integration dar und fördert gezielt die Integration von Zugewanderten und das friedvolle und gemeinschaftliche Miteinander in der Gemeinde. 

Die thematischen Schwerpunkte des Hauses umfassen die:

  • Steigerung der Handlungsfähigkeit und der gesellschaftlichen Eingliederung von Zugewanderten
  • Förderung des interkulturellen Austausches und des Miteinanders auf Augenhöhe
  • Verbesserung des Zugangs zu Hilfs- und sozialen Infrastrukturen
  • Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung für das Thema „Integration in der Kommune“
  • Förderung des bürgerschaftlichen Engagements durch Mitbestimmung und Teilhabe

Mit dem „Haus der Kulturen“ hat die Widukindstadt Enger den Grundstein für eine erfolgreiche und fortlaufende Integration von Zugewanderten gelegt und Strukturen geschaffen, die das Potential haben, auch künftig dynamisch und flexibel auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren. Durch das Konzept des Hauses werden konkrete Handlungsfelder dargelegt, die durchaus auf andere Kommunen übertragen werden können.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Ausgangssituation

Mit der bis 2015 stetig wachsenden Anzahl von geflüchteten Menschen in Deutschland wurde die Widukindstadt Enger, wie auch viele andere Kommunen, vor besondere Herausforderungen gestellt. Allein zwischen Oktober und Dezember 2015 erhöhte sich die Zahl der Flüchtlinge in der Kommune fast um das Doppelte, von ursprünglich 178 auf 326 Geflüchtete. Mit der rasanten Zunahme von Neuzuweisungen stand die Kommune nicht nur vor der Herausforderung, den ankommenden Flüchtlingen Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, sondern auch die Zugewanderten mit guter Bleibeperspektive langfristig in die ländliche Region zu integrieren.

Der Zuzug der Geflüchteten stellte die Widukindstadt vor folgende Herausforderungen:

  • Neuer und adäquater Wohnraum musste geschaffen werden
  • Die Geflüchteten brauchten einen schnellen und möglichst unkomplizierten Zugang zu lokalen Hilfsstrukturen, Behörden und Sprachförderungsangeboten 

Gleichzeitig traten folgende gesellschaftliche Entwicklungen auf:

  • Lokale Institutionen innerhalb der Kommune sahen den zunehmenden Bedarf an Hilfeleistungen und boten, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, ihre Unterstützung an
  • Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger mobilisierten sich, organisierten Deutschkurse und begleiteten die Geflüchteten zu Behörden und zu anderen Institutionen
  • Die kommunale Bevölkerung wurde zunehmend heterogener

Das Thema Integration von Zugewanderten gewann auf kommunalpolitischer, wie auch auf Verwaltungsebene, mehr und mehr an Bedeutung. Die Kommune wollte sich frühzeitig den neuen gesellschaftlichen Herausforderungen stellen und aktiv die Integration von Zugewanderten und das friedvolle Zusammenleben in der Widukindstadt fördern.

Auf dieser Grundlage wurde in der Ratssitzung vom 14.12.2015 die mehrheitliche Einigung erzielt, im Ortskern der Widukindstadt ein Integrations- und Begegnungszentrum, genannt „Haus der Kulturen“, zu errichten. Außerdem sollte eine, auf zwei Jahre befristete, Stelle als Integrationskoordinator/-in geschaffen werden.

Anlass

Integration in der Widukindstadt soll möglichst effektiv, flexibel und bedarfsorientiert erfolgen. Es ist ein gesellschaftlicher Prozess, der gemeinschaftlich angegangen werden muss. Der Einsatz von Wohlfahrtsorganisationen, Vereinen, Institutionen und insbesondere das Engagement der lokalen Bevölkerung sind entscheidende Faktoren einer erfolgreichen Integration. Mit der Intention die Flüchtlingsarbeit innerhalb der Kommune besser koordinieren und steuern zu können, sollte parallel zu den dezentralen Integrationsaktivitäten eine zentrale Anlaufstelle geschaffen werden. Durch die Eröffnung des Integrations- und Begegnungszentrums sollte Integration einen zentralen Raum bekommen. Dadurch erhoffte sich die Widukinstadt:

  • Dopplungen der Hilfs-, Beratungs- und Förderangebote für Zugewanderte weitestgehend zu vermeiden
  • Das lokale Ehrenamt bei der Koordinierung, Organisation und Durchführung integrationsrelevanter Aktivitäten bestmöglich zu begleiten und zu unterstützen
  • Die Vernetzung zwischen den Wohlfahrtsorganisationen und dem lokalen Ehrenamt zu fördern
  • Der lokalen Bevölkerung eine zentrale Anlaufstelle zu bieten,  wo sie Probleme und Sorgen teilen können und mit den Zugewanderten in den direkten Dialog treten können

Konzeption, Ziele und Zielgruppen

Die inhaltliche Arbeit im „Haus der Kulturen“ orientiert sich an dem übergeordneten Hauptziel der Widukindstadt Enger, die Integration von Zugewanderten und das friedvolle und gemeinschaftliche Miteinander in der Kommune zu fördern. Das Miteinander soll geprägt sein durch: Toleranz, Akzeptanz, Gleichberechtigung und Partizipation.

Zum Erreichen dieses Hauptziels legt das Haus seine inhaltlichen Schwerpunkte auf die folgenden Teilziele:

  • Steigerung der Handlungsfähigkeit und der gesellschaftlichen Eingliederung von Geflüchteten und MigrantInnen
  • Verbesserung des Zugangs zu Hilfs- und sozialen Infrastrukturen
  • Förderung des interkulturellen Austausches und eines Miteinanders auf Augenhöhe
  • Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung für das Thema „Integration in der Kommune“
  • Förderung des bürgerschaftlichen Engagements durch Mitbestimmung und Teilhabe

Das „Haus der Kulturen“ steht grundsätzlich allen in Enger lebenden Menschen offen. Ganz konkret sollen folgende Zielgruppen von den Aktivitäten und Angeboten angesprochen werden:

  • Geflüchtete
  • Menschen mit Zuwanderungs- und Migrationshintergrund
  • Ehrenamtliche und Ehrenamtsinteressierte
  • Bürgerinnen und Bürger der Widukindstadt Enger

Um möglichst bedarfsorientiert arbeiten zu können verfolgt das Integrations- und Begegnungszentrum einen gender- und diversitätsspezifischen Ansatz, der aus dem Gesamtkonzept des Hauses entnommen werden kann. Chancengleichheit, Offenheit für neue Perspektiven und ein respektvoller Umgang mit Differenz werden als Grundpfeiler der Arbeit verstanden. 

Vorgehen und Umsetzung

Ausgehend von den Ergebnissen einer Bedarfsanalyse wurden im „Haus der Kulturen“ Handlungsfelder erstellt. Der Bedarf wurde durch Arbeitsgruppen weiblicher und männlicher Zuwanderer ermittelt. Innerhalb der Gruppen wurde besonderer Wert auf Heterogenität auf der Basis von Nationalität und Altersstruktur gelegt. Die Arbeitsgruppentreffen wurden genderspezifisch abgehalten um die jeweiligen geschlechtsspezifischen Bedürfnisse separat ermitteln zu können. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen verzeichneten großen Bedarf in den Bereichen Sprachförderung und Vernetzung mit der lokalen Bevölkerung. Auch die Nachfrage nach „brückenbauenden“ Freizeitaktivitäten war hoch. Die Auswertungen der Ergebnisse wurden an den bestehenden Ehrenamtspool herangetragen. Im Nachgang formierten sich ehrenamtliche Kleingruppen, die einen Großteil des Bedarfs durch die Initiierung entsprechender Aktivitäten abdecken konnten. Die einzelnen Aktivitäten sind die Leistungsangebote, die den jeweiligen Handlungsfeldern zugeordnet sind. Da sich die Nachfrage und das Angebot seitens der Zugewanderten und der Ehrenamtlichen schnell verändert, werden die einzelnen Leistungsangebote wenn nötig ausgetauscht oder umstrukturiert. Dies setzt eine gewisse Flexibilität innerhalb des Hauses voraus und ermöglicht eine dynamische Flüchtlingsarbeit innerhalb der Widukindstadt. Die Handlungsfelder des Hauses sind trotz der Wandelbarkeit der Leistungsangebote bis jetzt konstant geblieben. Sie untergliedern sich in fünf Kategorien: 

  1. Förderangebote
  2. Beratungsangebote
  3. „Brückenbauende“ Aktivitäten
  4. Ehrenamtskoordinierung
  5. Kulturelle Öffnung

Die Leistungsangebote sind besonders im Bereich „Brückenbauen“ sehr vielfältig. Neben Nähkursen finden derzeit Musikworkshops, ein Austausch-Café und Kreativangebote für Kinder und Jugendliche statt. Auch Sprachförderungen, Alltagskommunikationskurse und eine Hausaufgabenhilfe werden regelmäßig angeboten. Durch die Wandelbarkeit der Leistungsangebote wird der Belegungsplan des Hauses fast alle drei Monate aktualisiert. Alle Leistungsangebote die im „Haus der Kulturen“ bereits stattgefunden haben können aus dem Gesamtkonzept entnommen werden. Aktuell laufende Aktivitäten sind im Belegungsplan abgebildet.

Durchgeführt werden die einzelnen Aktivitäten von hauptamtlichen Kräften lokaler Wohlfahrtsorganisation und von ehrenamtlich tätigen Flüchtlingshelfern.

Ergebnisse und Erreichtes:

Seit der Eröffnung des Hauses im Januar 2017 lassen sich erste positive Ergebnisse verzeichnen. Die bisherigen Erfolge erstrecken sich über folgende Ebenen:

Hausinterne Entwicklungen:

Innerhalb eines Jahres ist es gelungen ein schlüssiges Konzept für das „Haus der Kulturen“ zu entwickeln. Stabile Handlungsfelder konnten etabliert werden und die Anzahl von Leistungsangeboten ist stetig gewachsen. Aktuell werden im Haus insgesamt 10 Angebote regelmäßig durchgeführt (3 Sprachförderangebote, 2 Beratungsangebote, 5 brückenbauende Freizeitaktivitäten). Wohlfahrtsorganisationen haben Angebote im Haus etabliert. Netzwerke zu integrationsrelevanten Akteuren in der Kommune und im Kreis Herford wurden erstellt. Zur Überprüfung der Wirksamkeit der Angebote wurde ein internes Qualitätsmanagement entwickelt. Erste quantitative Erhebungen zeigen, dass die Aktivitäten innerhalb des Hauses insbesondere von Zugewanderten gut angenommen werden. Auch Bürgerinnen und Bürger nehmen inzwischen an den angebotenen Freizeitaktivitäten teil. Die Vernetzung und der Austausch auf Augenhöhe zwischen den Zugewanderten, den Ehrenamtlichen und den Bürgerinnen und Bürgern wurden merklich intensiviert.

Verwaltungs- und kommunalpolitische Ebene

Auf Verwaltungsebene ist das „Haus der Kulturen“ zu einem wichtigen Arbeitsschwerpunkt geworden. In regelmäßigen Treffen mit dem Bürgermeister und anderen Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Asyl und Integration“ wird, fachbereichsübergreifend, die Entwicklung und Steuerung des Hauses besprochen.

Auf kommunalpolitischer Ebene findet die Arbeit des „Haus der Kulturen“ nach wie vor großen Zuspruch. Die Grundstruktur der Arbeit wurde bereits dem Ausschuss für öffentliche Sicherheit, Ordnung und Soziales vorgestellt. Die bisherigen Ergebnisse der Arbeit sollen künftig auch dem Rat der Widukindstadt Enger präsentiert werden.

Lokales Ehrenamt:

Der Pool von im Haus aktiven Ehrenamtlichen wurde gefestigt und stabilisiert. Die Koordinierung und Betreuung der Ehrenamtlichen ist nun zentralisiert und wird von der städtischen Integrationskoordinatorin gesteuert. Aktuell unterstützen rund 45 ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger durch ihr Engagement das „Haus der Kulturen“ und die städtische Flüchtlingsarbeit. In Kleingruppen führen die Ehrenamtlichen niedrigschwellige Aktivitäten autonom im Haus durch. Stetig integrieren sich neue Ehrenamtliche in die Arbeit, darunter sind auch Schülerinnen und Schüler umliegender Schulen. Regelmäßig finden Ehrenamtstreffen statt, die die Widukindstadt gemeinschaftlich mit dem Ehrenamtsverein vorbereitet und durchführt.

Öffentlichkeitsarbeit:

Um das „Haus der Kulturen“ innerhalb der Kommune zu etablieren wird eine intensive und breit aufgestellte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Die Arbeit vom „Haus der Kulturen“ ist innerhalb der lokalen Bevölkerung bekannt und findet großen Zuspruch. Es ist bereits nach einem Jahr zu einer wichtigen und bekannten Anlaufstelle für Zugewanderte und Bürgerinnen und Bürger geworden.

Unterstützung von der lokalen Bevölkerung, Vereinen und Institutionen:

Viele Bürgerinnen und Bürger unterstützen das „Haus der Kulturen“ und die generelle Flüchtlingsarbeit der Kommune durch zahlreiche Sachspenden. Dank der bemerkenswerten Unterstützung konnten Projekte wie das Radfahrprojekt für Frauen, der Musikworkshop, der Nähkurs und das Bastelprojekt für Kinder erfolgreich durchgeführt werden. Auch die Fahrradwerkstatt freut sich stetig über zahlreiche Fahrradspenden aus der Bevölkerung. Das neue Kinderbetreuungszimmer konnte alleinig durch Sachspenden adäquat und kindgerecht ausgestattet und möbliert werden.

Der Lions-Club Enger-Spenge unterstützte das Haus in diesem Jahr bereits zwei Mal durch größere Spendenbeträge.

Besonders bemerkenswert ist das Engagement der Schülerinnen und Schüler des Widukind-Gymnasiums Enger. Am 10.07.2017 sammelten rund 840 Gymnasiasten im Rahmen des „Social Days“ Spenden. Die Hälfte der Einnahmen spendete das Widukind-Gymnasium dem „Haus der Kulturen“.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es in Ihrer Kommune ein Integrationskonzept?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in dieses Integrationskonzept eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Unterstützt der/die (Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin Ihren Wettbewerbsbeitrag öffentlich?: 
ja
nein

C2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Ziele des Wettbewerbsbeitrags im Hinblick auf Integration und Zusammenleben detailliert beschrieben & festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Festlegung der Ziele eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Kinder (Einrichtungen der Kindertagesbetreuung)
Kinder (Schule)
Jugendliche
junge Erwachsene
Erwachsene
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
aktuelle Zuwanderer (2015-2017)
jeweils differenziert nach Herkunftsgebieten
bereits seit mehreren Jahren in Deutschland lebende Zuwanderer
Bevölkerung vor Ort
Multiplikatoren
Weitere
C 23a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Ehrenamtliche der Widukindstadt Enger
C 24 Bezieht sich Ihr Wettbewerbsbeitrag auf: 
die Gesamtstadt?
einen Teilraum/Quartier?
ein Projekt?
C 25 An welche Orte und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Quartier als Ganzes
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Jugendeinrichtungen
Sportvereine
Flüchtlingsunterkünfte
Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
Schulen
Ausbildungsstätten
Bildungseinrichtungen (VHS u.a.)
Soziale Treffpunkte für Zuwanderer
Migrantenselbstorganisationen
Weitere
C 26: 

Welche Handlungsfelder zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort stehen in Ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt? Bitte geben Sie an, ob sich das Handlungsfeld auf die Gesamtstadt oder das Quartier bezieht bzw., ob es sich um ein Projekt handelt.

C 26a Handlungsfeld Wohnen und Wohnumfeld: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26b Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, z.B. Kindergarten, Schulen, Jugendeinrichtungen: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26c Handlungsfeld Bildung/Qualifizierung/Ausbildung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26d Handlungsfeld Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26e Handlungsfeld Kultur: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26f Handlungsfeld Sport: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26g Handlungsfeld Gesundheit: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26h Handlungsfeld Umwelt/Grün: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26i Handlungsfeld Beteiligung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26j Handlungsfeld Engagementförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 27a Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Zuwander" ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27b Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Bevölkerung vor Ort" ausgerichtet?: 
ja
nein

C3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbei: 
Stadt-, Gemeinde-, bzw. Kreisrat
Amt/Bereich Soziales
Amt/Bereich Jugend
Amt/Bereich Wohnen
Amt/Bereich Grün(-planung)
Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin
Amt/Bereich Stadtplanung/ Stadtentwicklung
Integrationsbeauftragte/r
Amt/Bereich Sport
Amt/Bereich Gesundheit
Weitere
C 31 Welche verwaltungsexternen lokal relevanten Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Quartiersmanagement
Stadtteilzentren/ Nachbarschaftshäuser
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenselbstorganisationen
Sponsoren
Lokale Medien
Stiftungen
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftsvereine
Kleingartenvereine
Unternehmen, Betriebe
Weitere
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie finanzieren Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
C 37 Werden im Rahmen der Umsetzung von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 38 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen bereits andernorts übernommen worden?: 
ja
nein

Einzelprojekte

Einzelprojekt 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
Austausch-Café
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 14a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 15 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Um den Austausch auf Augenhöhe, die Begegnung und den gesellschaftlichen Dialog zu fördern, findet im „Haus der Kulturen“ jede zweite Woche das Austausch-Café statt. Hierzu sind alle Bürgerinnen und Bürger, Zugewanderte und Ehrenamtliche herzlich eingeladen. Es spielt keine Rolle ob jung oder alt, das Angebot richtet sich als offene Einladung an jedermann. Bei Kaffee und Kuchen kommen Menschen aus allen möglichen Herkunftsländern zusammen.

Das Projekt wurde auf der Grundlage von ehrenamtlichen Patenschaften initiiert. Den Ehrenamtlichen sollte Raum und Möglichkeit geboten werden, sich mit den Zuwandererfamilien, die sie betreuen, zu treffen. Der Austausch zwischen den Ehrenamtlichen sollte durch das regelmäßige Zusammentreffen gefördert werden. Hier ist Platz für Planung, Vernetzung und das Teilen von Sorgen und Problemen. Die Zugewanderten sollten von festeren Bindungen mit ihren Paten profitieren.

Bereits nach den ersten beiden Durchläufen hatte sich das Austausch-Café bei zahlreichen Ehrenamtlichen und Geflüchteten herumgesprochen. Auch kamen interessierte Bürgerinnen und Bürger dazu, um in zwangloser Atmosphäre ein Tässchen Kaffee zu genießen und um sich mit den Zugewanderten auszutauschen. Durch diese positiven Entwicklungen wurde das Austausch-Café zu einem regelmäßigen offenen Treff, der sich mittlerweile gut in der Widukindstadt etabliert hat.

Neben dem genießen von Kaffee und Kuchen verfolgt das Projekt folgende Zielsetzungen:

  • Förderung des interkulturellen Dialogs und des Austausches auf Augenhöhe
  • Erstellung von Netzwerken, Patenschaften und interkulturellen Freundschaften
  • Abbau von Berührungsängsten, Vorurteilen und Stereotypen
  • Indirekte Sprachförderung für Zugewanderte
  • Förderung des Brückenbauprozesses innerhalb der Widukindstadt

Das Projekt wird von rund 6 Ehrenamtlichen begleitet, die bei der Vor- und Nachbereitung helfen. Darunter sind auch zwei Männer aus Syrien. Die Kosten für Kaffee, Kuchen und Tee werden von der „Initiative Willkommen“ getragen, die für „Begegnungen“ innerhalb der Flüchtlingsarbeit, bis zum Ende 2017, „KOMM AN“- Mittel der Landesregierung erhalten. Die Laufzeit des Projekts ist bislang nicht begrenzt.

Einzelprojekt 2

D 20 Titel des Einzelprojekts Nr. 2: 
Nähkurs
D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 24a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 25 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Leidenschaft verbindet. Unter diesem Motto wurde das Nähprojekt als niedrigschwellige Freizeitaktivität im „Haus der Kulturen“ etabliert. Egal ob die Damen, die daran teilnehmen aus Afghanistan, Syrien, dem Irak, dem Iran oder aus Deutschland kommen, alle haben etwas gemeinsam, Spaß und Freude am Nähen. Hierbei spielt es auch keine Rolle ob die Frauen Anfänger oder bereits Profis sind.

Ins Leben gerufen wurde das Projekt von zwei ehrenamtlichen Frauen der „Initiative Willkommen“. Beide nähen in ihrer Freizeit und wollten ihr Hobby mit anderen Frauen teilen. Nun treffen sich rund 10 Frauen jeden Montag zwischen 17:00 und 19:00 Uhr im „Haus der Kulturen“, nähen zusammen und tauschen sich zwanglos aus. Das Nähprojekt findet auch großen Anklang bei den Bürgerinnen der Widukindstadt. Bevor das Nähprojekt ins Leben gerufen wurde, tätigte die „Initiative Willkommen“ in Kooperation mit der Stadtverwaltung einen Presseaufruf um die nötigen Nähmaschinen und Stoffe zu akquirieren. Dank der großen Unterstützung aus der lokalen Bevölkerung sind in kurzer Zeit 13 Nähmaschinen und eine große Mengen an Stoffen als Spende im „Haus der Kulturen“ eingegangen. Auch die Teilnehmerliste füllte sich rasant schnell. Zusätzlich brachten sich noch zwei andere Frauen ein, die das Projekt ehrenamtlich unterstützen. Bei der Zusammensetzung der Teilnehmerinnen wurde besonders großer Wert auf Heterogenität gelegt. Frauen aus insgesamt 5 verschiedenen Ländern, darunter auch Deutschland, nehmen regelmäßig am Projekt teil. Das Nähangebot ist ein zielgruppenspezifisches Angebot, es richtet sich an Frauen ab 15 Jahren.

Neben dem Nähen sollen mit dem Projekt folgende Ziele erreicht werden:

  • Förderung der Brückenbauprozesse innerhalb der Kommune
  • Stabilisierung der Vernetzung von Frauen aus verschiedenen Herkunftsländern
  • Ausbau sozialer Kontakte
  • Förderung des interkulturellen Austausches

Material- und Anschaffungskosten für das Projekt werden, neben den Sachspenden aus der Bevölkerung, von der „Initiative Willkommen“ aus vereinsinternen Spenden aufgebracht. Ein Teilnehmerbeitrag wird aktuell nicht erhoben. Die Laufzeit des Projekts ist nicht begrenzt.

Das Projekt wird, wie fast alle Projekte im „Haus der Kulturen“, durch das interne Qualitätsmanagement evaluiert. Hierzu werden quantitative Erhebungen der Teilnehmerzahlen vorgenommen. Zusätzlich findet eine qualitative Auswertung im Rahmen von Fragebögen statt, die an die durchführenden Ehrenamtlichen sowie an alle Teilnehmerinnen verteilt werden.

Anlagen