Stadt Osnabrück

Name der Stadt/der Gemeinde/des Landkreises: 
Stadt Osnabrück
Typ: 
kreisfrei
Bundesland: 
Niedersachsen
Einreichende Dienststelle: 
Fachbereich Integration, Soziales und Bürgerengagement
Ansprechpartner/in: 
Seda Rass-Turgut
Straße/Postfach: 
Natruper-Tor-Wall 2
PLZ: 
49076
Telefon: 
+49 541 323-4506
Ort: 
Osnabrück
Fax: 
+49 541 323-154506

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Gestalte Deine Stadt - Osnabrücks Zukunft kennt keine Herkunft

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Osnabrück als Ort des westfälischen Friedens von 1648 lebt als Friedensstadt den Leitgedanken "Frieden als Aufgabe – dem Frieden verpflichtet“, der das kulturelle und politische Leben in der Stadt bestimmt. Eine höchst diverse Stadtgesellschaft mit über 168.000 Menschen, von denen über 50.000 einen sog. Migrationshintergrund haben, bedeutet eine Chance und Herausforderung zugleich. Eine interkulturelle Stadtentwicklung, die die gesamte Stadtbevölkerung - mit und ohne deutschem Pass - im Blick hat, kennzeichnet den Wettbewerbsbeitrag. Damit die Herkunft kein Hindernis ist und alle Menschen am Stadtleben teilhaben können, gilt es als Kommunalverwaltung konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Die Stadt Osnabrück verankert Integrationsthemen in ihre strategischen Ziele, entwickelt ein Konzept für Geflüchtete sowie eine Datenbank Migration und setzt das Begegnungsprogramm "Dein Quartier und Du" um. Das Stadtentwicklungsprojekt "Gestalte deine Stadt. Osnabrücks Zukunft kennt keine Herkunft" wird hier besonders hervorgehoben, um deutlich  zu machen, dass Integration mehr ist ein als Sprach- und Integrationskurs und nicht nur die Zugewanderten, sondern die gesamte Stadtgesellschaft inkludiert. Die Städte haben große Erfahrung mit Migrationsbewegungen, die nicht als "Krise“, sondern den Normalzustand darstellen. Der vorliegende Wettbewerbsbeitrag greift den Paradigmenwechsel in einer Kommunalverwaltung auf: Das Integrationsmanagement versteht sich als koordinierende und impulsgebende Stelle, um alle relevanten Verwaltungseinheiten auf dem Weg der interkulturellen Öffnung weiter zu begleiten. Die Regeleinrichtungen haben die Aufgabe mit der kulturellen Vielfalt der Stadtgesellschaft umzugehen. Der Umgang mit dieser superdiversen Gesellschaft ist für die Stadt Osnabrück eine Chance und Herausforderung zugleich. Diese Aushandlungsprozesse als Kommune zu gestalten und die Demokratiefähigkeit ihrer Bürgerinnen und Bürger zu fördern, ist für die Stadt Osnabrück das Zukunftsthema.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

1. Integration als Herausforderung und Chance für eine Kommunalverwaltung

Die Aufnahme von Tausenden von Geflüchteten hat Deutschland vor enorme Herausforderungen gestellt. In der öffentlichen Wahrnehmung entstand zunächst der Eindruck, die Behörden seien überfordert gewesen und ehrenamtlich engagierte Bürger*innen hätten die Sitatuation gerettet. Tatsächlich aber haben die raschen und umfassenden Aktivitäten von Verwaltung, Institutionen und Zivilgesellschaft dafür gesorgt, dass es weitgehend gelungen ist, mit der Zuwanderung von Geflüchteten angemessen und human umzugehen. Inzwischen steht nicht mehr die Erstversorgung im Fokus. Nun geht es darum, langfristige Perspektiven zu entwickeln.

Die Anforderungen eines kompetenten und strategischen Integrationsmanagements unterliegen ständigem Wandel und müssen stets weiterentwickelt werden. Dies erfordert ein hohes Maß an Kenntnissen von Akteuren, Strukturen und Bedarfen, entsprechende Flexibilität und ein immer neues Einstellen auf sich verändernde Situationen und die aus ihnen resultierenden Anforderungen. Zudem ist Integration nicht über allgemeine Konzepte leistbar, sondern muss sich stets an den spezifischen Bedürfnissen einer diversen Stadtgesellschaft und an den spezifischen Aufgaben und Strukturen einer Stadtverwaltung orientieren.

Willkommens- und Anerkennungskultur als langfristige Aufgabe für die Osnabrücker Stadtverwaltung

Die Stadt Osnabrück hat gemeinsam mit dem Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück eine Expertise zum Thema: "Willkommens- und Anerkennungskultur in Osnabrück. Analyse und Handlungsempfehlungen" (siehe Anlage) im Rahmen eines EIF-Projekts entwickelt, das ebenfalls ein Starter-Paket (von einigen Kommunen wie Wiesbaden und Weser-Ems übernommen) sowie eine Porträt-Serie umfasst (siehe Anlage). Ein Ergebnis dieser Analyse war, dass die Stadt Osnabrück auf einem guten Weg ist, aber alle Zugewanderte und somit auch die Geflüchteten einbinden sollte. Vor diesem Hintergrund hat die Stadt Osnabrück als eine der ersten Kommunen 2014 mit einem vom Rat einstimmig beschlossen Konzept mit der dezentralen Unterbringung sowie Einrichtung einer Koordinierungsstelle Flüchtlingssozialarbeit ("Konzept zur Wohnraumversorgung und Integration von Flüchtlingen") die Weichen für eine gelingende Integration gelegt. Das Konzept wurde 2017 fortgeschrieben ("Von der Erstaufnahme zur Überleitung in die Regelsysteme. Geflüchtete in der Stadt Osnabrück"), das sich momentan in der politische Beratung befindet und voraussichtlich im Dezember 2017 vom Rat der Stadt Osnabrück verabschiedet wird (siehe Anlage).

Integration als gesamtgesellschaftlicher Auftrag

Migration und dadurch bedingter gesellschaftlicher Wandel sind keine Krisenphänomene, sondern Normalzustand. Die Integration von Geflüchteten in die Stadtgesellschaft ist eine anstehende Aufgabe, die Teil der kontinuierlichen Integrationsarbeit geworden ist. Die Kommune ist der zentrale Ort für Integration. „Bin ich dafür zuständig?“ ist dabei eine in der Verwaltung häufig zu hörende Frage. Sie steht als Synonym für Verwaltungshandeln, das geprägt ist von Normen, Vorschriften, und eben Zuständigkeiten, von institutionalisiertem Handeln, in dem Akteure „Altbewährtes“ umsetzen und gelegentlich mit gesundem Menschenverstand hinterfragen. Der Satz steht aber auch für eine bestimmte Ordnung: Denn wenn jemand zuständig ist, gibt es in der Verwaltung typischerweise eine rechtliche Grundlage dafür.  Die Bundes- und Ländervorgaben machen es Kommunalverwaltungen nicht leicht:  Verwaltungsangestellte treffen Entscheidungen auf der Basis von Gesetzen, die ihre direkte Organisationseinheit nicht bestimmt. Die sich in der Praxis abzeichnende Divergenz zwischen der klassischen Integrationsarbeit und der Flüchtlingsarbeit, ist eine Gefahr für Doppelstrukturen und suboptimale Nutzung knapper kommunaler Ressourcen. Asylsuchende werden im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetzes als kommunale Pflichtaufgabe von der Verwaltung in erster Linie  versorgt, Integration ist als weicher nicht über Gesetz definierter Faktor erstmal im Verwaltungshandeln nachrangig und als eine freiwillige Aufgabe ohne rechtliche Grundlage nicht prioritär. In der Stadt Osnabrück genießt das Thema eine hohe Priorität und wird im gesamten städtischen Handeln als eine Pflichtaufgabe behandelt (siehe unten "Strategische Ziele").

2. Maßnahmen und Projekte der Stadt Osnabrück

2.1 Interkulturelles Stadtentwicklungsprojekt "Gestalte deine Stadt. Osnabrücks Zukunft kennt keine Herkunft"

Die Stadtgesellschaft der Zukunft wird immer vielfältiger. In wenigen Jahren wird in einigen Stadtteilen Osnabrücks mehr als die Hälfte der Bevölkerung einen Migrationshintergrund aufweisen. Daher ist es wichtig, Zugewanderte stärker als bisher in die Dialoge zur Zukunft der Stadt einzubinden. Mit dem Projekt "Gestalte deine Stadt. Osnabrücks Zukunfts kennt keine Herkunft" macht sich die Stadt Osnabrück auf den Weg, Menschen mit Migrationshintergrund in die Diskussion um die zukünftige Entwicklung Osnabrücks einzubinden und bei der Übernahme von Verantwortung für die Gestaltung der Stadtgesellschaft zu unterstützen. Als Pilotprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik (einer Initiative von Bund, Ländern und Kommunen) erhält die Stadt Osnabrück eine Förderung von 100.000 Euro bis 2019. Zur integrierten Bearbeitung dieser neuartigen Aufgabenstellungen ist eine breite Debatte in den Stadtgesellschaften erforderlich, Partnerschaften mit alten und neuen Akteuren der Stadtentwicklung und Kooperationen zwischen unterschiedlichen Verwaltungen sowie zwischen öffentlichen und privaten Partnern zu etablieren. Dabei ist im Hinblick auf die Zukunft unserer Städte und Stadtteile das Verständnis von städtischer Identität, lokaler Demokratie, Partizipation und Chancengerechtigkeit neu auszuhandeln. In diesem Rahmen wird auch der Begriff „Integration“ eine neue Bedeutung erhalten, die den aktuellen Gegebenheiten unserer Zuwandererstädte angemessener ist. Übergeordnetes Ziel dabei ist, Zugewanderte und deren Nachfahren in die Dialoge der Stadt und der Stadtteile angemessen einzubinden und deren Mitwirkung für eine prosperierende Stadt zu gewinnen.

2.2 Strategische Ziele der Stadt Osnabrück

Das Projekt "Gestalte deine Stadt. Osnabrücks Zukunft kennt keine Herkunft" ist eine Konsequenz aus den intensiven Diskussionen  um die strategische Ziele des Referats für Strategische Steuerung und Rat, Team Stadtentwicklung und dem Fachdienst Integration entstanden. Die Stadt Osnabrück erkannte früh, dass ein reines sog. kommunales Integrationskonzept, das häufig von kommerziellen Anbietern entwickelt und sowohl in ihren Inhalten als auch Zielen sich sehr ähneln, nicht zielführend ist. Daher werden Integrationsthemen in die strategischen Ziele der Stadt verankert.  Die Herausforderung mit der Fluchtbewegung bedeutet gleicht einen Paradigmenwechsel in der Integrationsarbeit, die nicht mehr nur die Kinder der sog. Gastarbeiter*innen oder Aussiedler*innen in Betracht nimmt, sondern Verwaltungskompetenzen im Umgang mit der superdiversen Stadtgesellschaft entwickelt. Im Idealfall macht sich die Integrationsarbeit überflüssig und alle Fachbereiche einer Verwaltung – angefangen von Kitaverwaltung bis Friedhofsverwaltung – sind professionell und interkulturell so aufgestellt, dass Migration als Normalität angesehen wird und nicht als „Krise“, die vorbeigeht.

Das aktuelle Konzept "Von der Erstaufnahme zur Überleitung in die Regelsysteme" (voraussichtlicht verabschiedet vom Rat am 5.12.2017) greift diese Maxime auf: Neuankommende, insbesondere Geflüchtete bedürfen eigene Integrationskonzepte - gleichzeitig gilt es die superdiverse Stadtgesellschaft als Normalität anzusehen und die Repräsentationslücke sowie die schleichende sozialräumliche Segregation zu verhindern und die Heterogenität von Gesellschaft und Migrationsformen und -gruppen anzuerkennen. Es gilt die gesamte Verwaltung für Integrationsthemen zu gewinnen und überall zu verankern; hier geht es um Aushandlungsprozesse für die es unbedingt es der Unterstützung des Verwaltungsvorstandes und des Rates bedarf. Dieser Weg ist schwieriger als ein reines Konzept ohne Bezug zum Haushalt und der Gesamtverwaltung, verspricht jedoch größeren Output (siehe aktuell die Anlage "Leitthemen der Stadtentwicklung. Zwischenbilanz 2016/17 und Ausblick 2018", hier insbesondere: Strategisches Ziel: Chancengleichheit durch Bildungsteilhabe und Bekämpfung von Kinderarmut. Leitthema: Schaffung und Vorhaltung bedarfsgerechter Angebote, insbesondere für sozial schwache und zugewanderter Kinder und Jugendlichen, Aktivitäten 2016 und 2017).

Das Integrationsmanagement der Stadt Osnabrück verfolgt somit das Ziel, die Integrationsthemen in die strategischen Ziel der Stadt Osnabrück zu verankern.

Die Implentierung des Themas Integration in die strategischen Zielen der Stadt Osnabrück:

Das Integrationsmanagement war und ist bei der Entwicklung und Formulierung der Strategischen Ziele auf allen Ebenen eingebunden, so dass Zentrale Handlungsfelder wie zum Beispiel "Willkommenskultur fördern" oder "Friedensstadt leben und erlebbar machen" ein integraler Bestandteil der Strategischen Ziele sind, die der Stadt Osnabrück für die Zeit von 2016 bis 2020 für Verwaltung und Politik Orientierung geben. Mit ihnen werden die vielfältigen Aufgaben sowie der Ressourceneinsatz gesteuert. Diese Produktziele beschreiben konkrete Maßnahmen: Im Zuge der Haushaltsaufstellung erfolgt im Rahmen der Planung eine intensive Diskussion über die Zielbeiträge. Der städtische Haushalt wird durch sogenannte Produkte gegliedert, denen die Personal- und Finanzressourcen zugeordnet werden. Integration wird somit finanziell darstellbar. Zielvereinbarungen verdeutlichen individuelle Beiträge: Im Rahmen individueller Zielvereinbarungen verabreden Führungskräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konkrete Beiträge und ordnen diese den Zentralen Handlungsfeldern zu. Zum Beispiel vereinbart eine Kita mit hohem Migrantenanteil das Teamziel: "Interkulturelle Fortbildung und mehr Beteiligung der Eltern", die Leistungsorientierte Bezahlung (LOB) ist ein Teil des Zentralen Handlungsfelds "Willkommenskultur fördern".  Monitoring ermöglicht Wirkungsmessung: Um die Wirkung der städtischen Aktivitäten messen zu können, wurden zahlreiche Kennzahlen zusammengetragen, die in regelmäßigen Abständen aktualisiert und veröffentlicht werden. Zentrale Ergebnisse werden im Kommunalen Statistik- und Monitoringportal (KOSMOS) zur Verfügung stehen.
 www.osnabrueck.de/statistik . Neue Kommunikationsbausteine sichern den strategischen Diskurs: Zur Vertiefung der internen Diskussion und zur Schaffung von Transparenz über Aktivitäten und Akteure wurden neue Formate zum Austausch und zur Reflektion entwickelt. Zu diesen gehören u.a. Zielkonferenzen, Vorstandsbereichskonferenzen und Konzerngespräche. Das Integrationsmanagement ist bei allen Ebenen involviert und in allen Beschlussvorlagen muss die Verwaltung und die Politik unter "integrationspolitischen Auswirkungen" diese darlegen.

2.3 Koordinierungsstab Integration und Datenbank Migration

Seit 2013 hat die Stadt Osnabrück über 4.000 geflüchtete Männer, Frauen und Kinder aufgenommen. Integrationsarbeit im Sinne eines vermittelnden Dialoges zwischen aufnehmender Gesellschaft und Zuwanderern bzw. Flüchtlingen sowie einer aktiven Begleitung der Verwaltung in den von ihr geforderten Anpassungsprozessen wird damit in höherem Maß als je zuvor zu einer strategischen Aufgabe ersten Ranges. Herr Oberbürgermeister Wolfgang Griesert hat Ende 2015 verfügt, dass ein  Koordinierungsstab Integration in zweiwöchigem Turnus Arbeitssitzungen unter der Federführung der Integrationsbeauftragten durchführt.

Der Koordinierungsstab hat gemeinsam die Flüchtlingskonferenz „Quo vadis Friedensstadt 2016? Osnabrück in Zeiten von Flucht, Migration und Integration“ geplant, durchgeführt und dokumentiert. Die Ergebnisse werden sukzessive bearbeitet, ein gemeinsamer Fonds „Dein Quartier und Du“ (siehe Projektbeispiel) wurde mit Spendenmitteln eingerichtet und Projekte gemeinsam bewilligt.

Eine wichtige Errungenschaft des Koordinierungsstabes ist die in Osnabrück als bundesweites einzigartiges (nach unserem Kenntnisstand) Modellprojekt aufgebaute „Datenbank Migration“, die im Marz 2016 gestartet ist und sukzessive erweitert wird. Die Datenbank gewährt einen Überblick über die Anzahl der Geflüchteten im Asylverfahren und deren Verteilung im Stadtgebiet, erlaubt differenzierte Analysen der Bevölkerungssituation und stellt Planung und Steuerung auf eine verlässliche Grundlage. Die Datenbank verknüpft Fachanwendungen von Ausländerbehörde, Jugendhilfe, Schulverwaltung sowie Sozialbehörde. Die mit „Migra Pro“ und der städtischen Meldedatei ermittelten Daten zum Migrationshintergrund sollen auch in die Datenbank integriert werden, so dass auch diese zukünftig für das Monitoring hierüber abgerufen werden können. Für den Nutzer generiert die Datenbank anonymisierte Angaben in Echtzeit, Zugriffsrechte und Datenschutz sind umfassend gewährleistet.

2.4 Die Stadtverwaltung als Arbeitgeberin und Vorbild:

Die Stadt Osnabrück bildet - nach vorangegangenem Praktikum und Einstiegsqualifizierung - aktuell vier junge Flüchtlinge in den Berufen Verwaltungsfachangestellte/r, Fachinformatiker/-in und Fachkraft für Medien- und Informationsdienste aus. Die besondere Herausforderung in der konkret vorliegenden Ausbildungssituation liegt darin, die vier Auszubildenden, die sich erst seit relativ kurzer Zeit mit der deutschen Sprache befassen, in Berufen auszubilden, in denen sowohl das gesprochene Wort als auch die Schriftsprache einen besonderen Stellenwert haben. Gleichzeitig gilt es, die Auszubildenden in den deutschen Dienstbetrieb zu integrieren. Daher wurde eine umfassende und strukturierte Ausbildungsbegleitung entwickelt, die u.a. einen Schwerpunkt auf die Vernetzung von Unterstützer*innen wie Ausbilder*innen, Berufsschullehrer*innen, Nachhilfelehrer*innen und Paten sowie Ausbildungsleitung legt.

2.5 Konzept der Freiwilligenagentur der Stadt Osnabrück "Neu-Osnabrücker*innen willkommen"

Geflüchtete sind mündige Menschen, die nicht zuletzt aufgrund ihrer Fluchterfahrung und ihrem Leben im Herkunftsland, viele Erfahrungen und reichhaltiges Wissen mitbringen. Es gilt, sie nicht als passive Empfänger*innen von Hilfe wahrzunehmen und zu behandeln. Viele Flüchtlinge wünschen sich einen Rollenwechsel. Die Rolle des/der Hilfesuchenden wird gegen eine Person getauscht, die Hilfe anbietet. Eben dieser Rollenwechsel führt zu einem gesteigerten Selbstwertgefühl und stärkt Integration. Ein Großteil der Kooperationspartner*innen der Freiwilligen-Agentur Osnabrück ist als Akteure im Projekt „Neuosnabrücker*innen willkommen“ eingebunden. Zusätzlich wird momentan von den Bufdis für Geflüchtete für das Projekt ein Imagefilm gedreht.

3. Warum sind diese Aktivitäten der Stadt Osnabrück preiswürdig?

Es ist die kommunale Gesamtkonzeption: Integration findet nicht nur in einer Abteilung statt, sie ist vom Oberbürgermeister angefangen (Integrationsbeauftragte ist ihm direkt zugeordnet und Mitglied der Vorstandskonferenz) über alle Fachbereiche (hier insbesondere der FB Integration, Soziales und Bürgerengagment) somit Fachdienste bis zu den Teams und den einzelnen Angestellten angelegt (s.o. LOB). Die Strategischen Ziele der Stadt bieten einen soliden Handlungsrahmen für Integration, der mit einem interdisziplinären Koordinierungsstab Integration organisiert und weiterentwickelt wird. Alle Fachbereiche, die direkt oder indirekt mit Migration betroffen sind, sehen sich in der Verpflichtung die Regeldienste interkulturell zu öffnen und sich auf die diverse Stadtgesellschaft einzustellen. Dabei wird mit der Datenbank Migration in außergewöhnlicher Form die in vielen Kommunen immer noch vorherrschende "Datenversäulung" der Fachverwaltungen aufgebrochen. Georeferenziert werden Daten von der Ausländerbehörde über Jugend- und Schulverwaltung bis zur Sozialverwaltung miteinander verknüpft, so dass z.B. sowohl die Kitaplanung als auch Schulplanung in den Quartieren auf einer adäquaten Ausgangs- und Bedarfsanalyse gestellt wurde. Die festgelegten Ziele in den Strategischen Zielen mit den sog. Zentrale Handlungsfeldern sowie mit den jährlichen Leitthemen schaffen mit einem Controlling und Haushaltsbezug einen Rahmen, der im Verwaltungskontext behandelt wird und nicht losgelöst vom Verwaltungsalltag in einer einzelnen Abteilung passiert. 

Der verwaltungsinterne Koordinierungsstab erlaubt ein engmaschiges Qualitätsmanagement, um Doppelstrukturen zu vermeiden und die Ressourcen zielgenau einsetzen zu können, die enge Kooperation mit dem Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück in regelmäßigen (mind. 2x im Jahr) Strategiegesprächen ermöglicht eine stetige Reflektion und  Evaluation der Arbeit der Kommunalverwaltung. Hier werden die kommunale Einflußmöglichkeiten auf die Integration vor Ort optimal genutzt, angesichts des engen kommunalen finanziellen Rahmens erfolgt durch die Abstimmung im Koordinierungsstab ein Zugriff auf die einzelnen Haushalte der Fachabteilungen. Die enge Mitarbeit der Arbeitsverwaltung sowie der Kammern im Koordinierungsstab ermöglicht weitere Ressourcen in der Integrationsförderung, die mit kommunalen Mitteln allein nicht zu stemmen wäre. 

Der gesellschaftliche Zusammenhalt, sozialer Friede in der Stadt und somit Integration und Zusammenleben in der Kommune wird nachhaltig anlegt. Die Verankerung der Integrationsthemen in die strategischen Ziele, die Weiterführung des Koordinierungsstabes, die Mitnahme und Förderung der Handlungsfähigkeit der Zugewanderten und Einwander*innen als Bürger*innen der Stadt ist die Maxime des gesamten Verwaltungshandlens. Mit dem Ansatz "Gestalte deine Stadt. Osnabrücks Zukunft keine keine Herkunft" ist eine Vision verbunden, nämlich dass zugewanderte Menschen ihren Wohnort als ihre Stadt begreifen, Verantwortung übernehmen, gleichzeitig die Einheimischen aufgrund von Merkmalen wie Herkunft oder Religion andere Menschen nicht ausschließen.

Demokratiekompetenz gerade bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu fördern (wie im Projekt In:Komm, siehe Projektbeispiel) oder Begegnung zu organisieren (siehe Projektbeispiel "Dein Quartier und Du") sind wichtige Bausteine in der Arbeit der Stadtverwaltung, die zu den Menschen geht und Menschen zusammenbringt, um sie für die Gestaltung des städtischen Lebens zu gewinnen. Im Sinne von Intersektionalität werden diskriminierende Merkmale wie Geschlecht, Alter oder Behinderung genau betrachtet. Ein Beispiel hier ist die Pflege von älteren Migrantinnen und Migranten, die sowohl interkulturell, geschlechtsspezifisch als auch im Sinne von Inklusion im Rahmen eines Projekts "Interkulturelle Pflegelotsen" vom Seniorenbüro der Stadt angegangen wird.

Wichtig ist bei allen Aktivitäten der Know-How Transfer, die Stadt Osnabrück ist Mitglied des bundesweiten Kommunalen Qualitätszirkels zur Integrationspolitik, die Integrationsbeauftragte vertrat bis zur Wahl am 15.10.2017 alle niedersächsischen Beauftragten in der Kommission Migration und Teilhabe des niedersächsischen Landtags, sie ist gleichzeitig Vorstand der niedersächsischen Lotto-Sport Stiftung (für den Stiftungszweck Integration) und der Migrationsbeirat ist Teil des Niedersächsischen Integrationsrates. Viele Aktivitäten und Aktionen wie z.B. das Starter-Paket (Willkommen in Osnabrück) sowie die Integrationslotsen sind von anderen Kommunen übernommen worden. Mit dem Preisgeld würde gerne die Stadt Osnabrück die Beteiligungsformate weiter ausbauen und die Begegnungsprojekte weiter fördern, denn die größte Herausforderung wird vor Ort der gesellschaftliche Zusammenhalt und Verteidigung der demokratischer Werte sein.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es in Ihrer Kommune ein Integrationskonzept?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in dieses Integrationskonzept eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Unterstützt der/die (Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin Ihren Wettbewerbsbeitrag öffentlich?: 
ja
nein

C2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Ziele des Wettbewerbsbeitrags im Hinblick auf Integration und Zusammenleben detailliert beschrieben & festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Festlegung der Ziele eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Kinder (Einrichtungen der Kindertagesbetreuung)
Kinder (Schule)
Jugendliche
junge Erwachsene
Erwachsene
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
aktuelle Zuwanderer (2015-2017)
jeweils differenziert nach Herkunftsgebieten
bereits seit mehreren Jahren in Deutschland lebende Zuwanderer
Bevölkerung vor Ort
Multiplikatoren
Weitere
C 24 Bezieht sich Ihr Wettbewerbsbeitrag auf: 
die Gesamtstadt?
einen Teilraum/Quartier?
ein Projekt?
C 25 An welche Orte und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Quartier als Ganzes
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Jugendeinrichtungen
Sportvereine
Flüchtlingsunterkünfte
Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
Schulen
Ausbildungsstätten
Bildungseinrichtungen (VHS u.a.)
Soziale Treffpunkte für Zuwanderer
Migrantenselbstorganisationen
Weitere
C 26: 

Welche Handlungsfelder zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort stehen in Ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt? Bitte geben Sie an, ob sich das Handlungsfeld auf die Gesamtstadt oder das Quartier bezieht bzw., ob es sich um ein Projekt handelt.

C 26a Handlungsfeld Wohnen und Wohnumfeld: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26b Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, z.B. Kindergarten, Schulen, Jugendeinrichtungen: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26c Handlungsfeld Bildung/Qualifizierung/Ausbildung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26d Handlungsfeld Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26e Handlungsfeld Kultur: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26f Handlungsfeld Sport: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26g Handlungsfeld Gesundheit: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26h Handlungsfeld Umwelt/Grün: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26i Handlungsfeld Beteiligung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26j Handlungsfeld Engagementförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 27a Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Zuwander" ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27b Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Bevölkerung vor Ort" ausgerichtet?: 
ja
nein

C3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbei: 
Stadt-, Gemeinde-, bzw. Kreisrat
Amt/Bereich Soziales
Amt/Bereich Jugend
Amt/Bereich Wohnen
Amt/Bereich Grün(-planung)
Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin
Amt/Bereich Stadtplanung/ Stadtentwicklung
Integrationsbeauftragte/r
Amt/Bereich Sport
Amt/Bereich Gesundheit
Weitere
C 30a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Arbeitsagentur und Jobcenter
C 31 Welche verwaltungsexternen lokal relevanten Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Quartiersmanagement
Stadtteilzentren/ Nachbarschaftshäuser
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenselbstorganisationen
Sponsoren
Lokale Medien
Stiftungen
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftsvereine
Kleingartenvereine
Unternehmen, Betriebe
Weitere
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie finanzieren Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36a wenn ja oder geplant: 
Fremdevaluation
C 37 Werden im Rahmen der Umsetzung von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 38 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen bereits andernorts übernommen worden?: 
ja
nein
C 38a Wenn ja ... Welche?: 
- Starterpaket "Osnabrück und Du - Vielfalt ist unsere Stärke" von der Stadt Wiesbaden sowie Weser-Ems. - Die Integrationslotsen (ILOS) sind eine Osnabrücker Erfindung, die von vielen Kommunen übernommen und ihre Ausbildung vom Land Niedersachsen finanziert wird (siehe Anlage). - Das erste Flüchtlingskonzept mit der dezentralen Unterbringung und der Koordinierungsstelle Flüchtlingssozialarbeit wird u.a. bei PRO Asyl und dem Niedersächsischem Flüchtlingsrat als best practice aufgeführt.

Einzelprojekte

Einzelprojekt 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
Projekt „In: Komm“- Interkultur in der Kommunalpolitik
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 14a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 15 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Das interkulturelle Projekt „In: Komm“ lädt junge Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte ein, sich aktiv mit dem Thema Zuwanderung und Lokalpolitik auseinanderzusetzen. Rund 150 Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen am Pottgraben nahmen bis jetzt an dem Projekt teil. Das Motto lautet „Deine Meinung. Deine Demokratie. Dein Osnabrück.“   

Das Ziel des Projektes ist es, junge Menschen für Demokratie fit zu machen und ihnen Wege des Engagements und der positiven Selbstbestimmung zu zeigen. Dies ist die beste Prävention vor Radikalisierung, gerade in Zeiten des Terrors und Demokratiefeindlichkeit müssen die demokratischen Werte des Grundgesetzes hochgehalten werden. Toleranz für sich einzufordern heißt auch, Respekt gegenüber Andersdenkenden zu zeigen. In Kooperation mit den Berufsbildenden Schulen in Osnabrück, insbesondere mit dem dem Team Politik, wurde das Demokratie-Projekt entwickelt und umgesetzt.
 
Wie setzt sich der Rat zusammen? Wie werden Themen der Migration behandelt? Wie kann ich mich beteiligen? In Workshops, einem interkulturellen Training und mit Interviews auf der Straße begaben sich die Teilnehmenden auf die Suche nach Meinungen, Stimmungen und Trends unter der Osnabrücker Bevölkerung im Vorfeld der 2016 stattfindenden Kommunalwahl. Interessant waren insbesondere die Stimmen derjenigen, die als Nicht-EU-Bürger kein kommunales Wahlrecht haben. Die Ergebnisse wurden in einem Kurzfilm zusammengefasst.

Unter dem Motto „Wir müssen dabei sein“ diskutierten Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen am Pottgraben am 15. März 2017 im Ratssitzungssaal mit dem niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, wie junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sich politisch engagieren können. Knapp 100 Teilnehmende beteiligten sich an der Diskussion, wie Zugewanderte besser in kommunalpolitischen Zusammenhängen partizipieren können. In Osnabrück leben 50.000 Menschen, die aus dem Ausland zugezogen oder Mitglied einer Familie mit Migrationsbiografie sind. Das ist fast ein Drittel der städtischen Gesamtbevölkerung. Auf einer Veranstaltung des dreijährigen Projekts „In:Komm“ brachte eine Teilnehmerin es auf den Punkt: „Interkulturelle Kompetenz und Demokratiekompetenz sollten Pflichtfach in der Schule sein. Bei vielen von uns wurde im Kopf ein Schalter umgelegt.“

Das Projekt wird bis 2017 vom Bundeministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert.

Einzelprojekt 2

D 20 Titel des Einzelprojekts Nr. 2: 
Lokales Förderprogramm "Dein Quartier und du"
D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 24a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 25 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Die Stadt Osnabrück initiiert aufgrund der Erfahrungen aus dem Koordinierungsstab und des Flüchtlingskonzeptes mit Spendenmittel das lokale Förderprogramm "Dein Quartier und du". Gemeinnützig anerkannte Organisationen können Mittel des Spendenfonds "Osnabrück hilft" beantragen und Maßnahmen zur Begegnung und Interaktion von alteingesessener Stadtbevölkerung mit Flüchtlingen organisieren. Die Förderung steht im Zeichen des friedlichen, alltäglichen Zusammenlebens von Menschen, unabhängig ihres Geschlechts und Alters, ihrer Religion und Sprache. Das Vergabeverfahren und der Vergaberahmen regelt das Förderkonzept "Osnabrück hilft" (siehe Anlage). Die Förderung beträgt mindestens 500 Euro und höchstens 5.000 Euro.

Ehrenamtliche Akteure erhalten aus Mitteln des Spendenfonds die finanziellen Ressourcen, Maßnahmen zur Begegnung und Interaktion von alteingesessener Stadtbevölkerung mit zugewanderten Flüchtlingen zu organisieren. Dies soll in Form von Festen oder Kulturangeboten wie Theater- oder Musikveranstaltungen, Nachbarschaftsaktionen zur Pflege von Freiflächen, seitens der Zuwendungsempfänger/-innen realisiert werden. Dabei steht die Beteiligung von Flüchtlingen im Fokus.

Akteure sind Quartiers-Bewohner/-innen, Bürgervereine, Migrantenorganisationen, Flüchtlinge und Nachbarschaften. Das Projekt „Dein Quartier und du“ soll schwerpunktmäßig in Stadtteilen mit Gemeinschaftsunterkünften durchgeführt werden.  Die Förderung steht im Zeichen des friedlichen, alltäglichen Zusammenlebens von Menschen, unabhängig ihres Geschlechts und Alters, ihrer Religion und Sprache  oder ihrer sozialen Stellung. 

Chancen bestehen darin,

  • dass sich Quartiers-Bewohnerschaft/Bevölkerung und Flüchtlinge einander kennenlernen und Ressentiments in der Bevölkerung gegenüber Flüchtlingen abgebaut werden und sich das Quartier gedeihlich fortentwickelt;
  • Flüchtlinge sich in ihrem Umfeld leichter integrieren und ihr Lebensumfeld erschließen, lokale (Klein-)Akteure sich auf der Ebene des Sozialraums vernetzen;
  • in einigen Stadträumen durch das Programm eine integrative Stadtteilarbeit initiiert wird und die Verständigung der Kulturen nachhaltig fortsetzt;
  • dass „Dein Quartier und du“ als Komplement andere städtebauliche Sanierungsprogramme in ihrer Wirkung unterstützt.

Allgemeine Zielsetzung

Ziel des Programms „Dein Quartier und du“ ist es, Bürgerinitiativen, Stadtteilvereine und engagierte Ehrenamtliche in ihrem Bemühen um eine Willkommens- und Anerkennungskultur für Geflohene zu stärken. Die soziale Teilhabe von Geflüchteten wird auf der Ebene des Stadtteils gesteigert.

Darüber hinaus soll das Programm „Dein Quartier und du“ aufkommende Dissonanzen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Kooperation oder Koexistenz mit Maßnahmen der Kultur-, Sozial- oder Bildungseinrichtungen eindämmen helfen und die Sicherheit für Flüchtlinge erhalten aber auch die allgemeine Innere Sicherheit stabilisieren helfen.

Langfristige Folge des Projekts soll sein, dass das Zusammenleben im Stadtraum stabil und attraktiv für alle Bevölkerungsgruppen bleibt. Gemeinschaftsunterkünfte sollen als urbane Normalität und nicht als Stätten der „Bedrohung“ wahrgenommen werden. Das Projekt „Dein Quartier und du“ soll eine interkulturelle Quartiersentwicklung befördern und dazu beitragen, dass öffentliche Räume nicht einen Teil der Bevölkerung ausschließen.

Kooperationspartner

Als Kooperationspartner kommen die Bürgervereine, Stadtteilinitiativen und die Migrantenorganisationen sowie die Freiwilligen-Agentur und die Koordinierungsstelle Flüchtlingssozialarbeit sowie der Migrationsbeirat in Frage.

Antragsberechtigt sind gemeinnützige Körperschaften (eingetragene Vereine) sowie Kirchengemeinden.

Projekte aus dem Naturschutzbereich (NABU Herbstfest mit Flüchtlingen), Theaterprojekte mit Schüler*innen und Geflüchteten, Sportereignisse in Quartieren sind einige von vielen Beispielen, die das Zusammenleben zwischen Einheimischen und Zugewanderten fördern. Die Entscheidungen über die Förderung trifft der Koordinierungsstab Integration (siehe "Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags") und unterliegt der stetigen Überprüfung der Ergebnisse.

Anlagen