Stadt Neuss

Name der Stadt/der Gemeinde/des Landkreises: 
Stadt Neuss
Typ: 
kreisangehörig
Bundesland: 
Nordrhein-Westfalen
Einreichende Dienststelle: 
Integrationsamt der Stadt Neuss - Integrationsangelegenheiten
Ansprechpartner/in: 
Jürgen Hages, Michelle Jordan
Straße/Postfach: 
Markt 2
PLZ: 
41460
Telefon: 
+49 2131 9057-50
+49 2131 9057-51
Ort: 
Neuss
Fax: 
+49 2131 9053-94

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Vielfalt in Kultur - Vielfalt im Engagement

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Integration ist eine Querschnittsaufgabe; sie findet in vielen Bereichen und vor allem in den Quartieren vor Ort -  sei es in Schulen, Kindertageseinrichtungen, Krankenhäusern, Behörden, Unternehmen etc. – statt. Dieser Ansatz wird in der Stadt Neuss bereits seit vielen Jahren verfolgt.

Dennoch kann sie letztlich nur durch den Einsatz jedes Einzelnen gelingen! Es ist wichtig und notwendig, dass sowohl die Aufnahmegesellschaft als auch die Zuwanderer miteinander in den Dialog treten und gemeinsam am Integrationsprozess beteiligen.
Man muss sich gegenseitig kennenlernen, um herauszufinden, welche Bedarfe es auf der Seite der Migranten gibt, was kann die Aufnahmegesellschaft für sie tun und andersrum.

Die Integration ist keine Aufgabe, die zeitlich begrenzt ist, sondern muss als dauerhafter Prozess gesehen werden - vor allem auch im Hinblick auf den demographischen Wandel und dem damit verbundenen Bedarf an zusätzlichen Fachkräften sowie der Qualifizierung der eingewanderten Menschen.

Im Wettbewerbsbeitrag der Stadt Neuss werden die Handlungsfelder Wohnen, Zusammenleben und soziale Infrastruktur, Bildung und Qualifizierung, Kultur und Netzwerke berücksichtigt.

Die Grundlage des Wettbewerbsbeitrags sind dabei das städtische Integrationskonzept sowie das Neusser Diversitätskonzept. Im Integrationskonzept der Stadt Neuss finden Sie auf Seite 37 die „Erfolgsfaktoren für kommunale Integrationspolitik“, die sich in den zuvor genannten Handlungsfeldern des Wettbewerbsbeitrags wiederfinden; sie stellen die Basis des Beitrags dar.

Je Handlungsfeld wurden beispielhaft Projekte und Maßnahmen genannt, die in unseren Augen die Integration und das Zusammenleben erleichtern und voranbringen und auch über unsere Stadt hinaus, anderen Akteuren in der Integrationsarbeit helfen.

Einzelne Projekte, Maßnahmen und Institutionen haben ebenfalls eigene und selbstständige Konzepte, durch welche die beiden „Grundkonzepte“ (Integration und Diversität) ergänzt und bestärkt werden. Somit beziehen sich die Beiträge nicht nur auf ein Gesamtstädtisches Konzept im Bereich Integration und Kultur/Diversität sondern auch auf die teilräumliche und quartiersbezogene Arbeit in einzelnen Stadtteilen.

In Neuss sind die Akteure wie z. B. bei den Wohlfahrtsverbänden oder den Vereinen und der Verwaltung bereits sehr gut vernetzt; diese Kontakte müssen weiter ausgebaut und vertieft werden.

Darüber hinaus besteht ein sehr hohes Maß an ehrenamtlichem Engagement, welches weiterhin gefördert und anerkannt werden muss. Mit dem neuen Integrationsamt wird die Koordination der Querschnittsaufgabe Integration sichergestellt.

Die vielfältigen Angebote in den verschiedensten Bereichen stellt sicher, dass die Menschen in Neuss einander näher kommen und dass den Neubürgern in den verschiedensten Lebensabschnitten von Beginn an geholfen wird.

Wir sind vom  Engagement und den vorliegenden Angebote der einzelnen Akteure in Neuss überzeugt! Daher bewerben wir uns als Stadt Neuss mit einem in dem Angebot der Projekte sehr umfangreichen Beitrag. Wir wollen durch die Teilnahme unsere Projekte auch über die Stadt Neuss hinaus bekannt machen und das Engagement der vielen Akteure auszeichnen und anerkennen. 

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Wohnen/Wohnumfeld, Zusammenleben, soziale Infrastruktur:

„Für den Stadtteil planen + arbeiten“ - s. Integrationskonzept

Bsp.: Sozialraumorientierte Integrationsarbeit (Stadtteilarbeit Weckhoven als konkretes Einzelprojekt d. Integrationsförderung), Stadtteilkümmerer

Ziele: Stadtteile besonders berücksichtigen; direkten Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern sicherstellen; passgenaue Maßnahmen schaffen.

Die in der Stadt Neuss tätigen Wohlfahrtsverbände (z. B. Arbeiterwohlfahrt, Sozialdienst katholischer Frauen, Sozialdienst katholischer Männer, Diakonisches Werk Neuss, Caritas Sozialdienste Rhein-Kreis Neuss GmbH) haben gemeinsam ein Konzept zur Sozialraumorientierten Integrationsarbeit in Neuss erarbeitet (s. Anlage) und dabei eine räumliche Aufteilung ihrer Arbeit vorgenommen. Die Wohlfahrtsverbände können somit in ihren Stadtteilen auf die spezifischen Eigenschaften und besonderen Problemstellungen des jeweiligen Bezirks eingehen, die richtigen Bedarfe erkennen und die passenden Angebote vor Ort entwickeln. Gleichzeitig wird die überproportionale Versorgung einzelner Stadtteile vermieden und damit sichergestellt, dass ein breites Spektrum der Bürgerinnen und Bürger erreicht wird. Nach einer Analyse und Bewertung wurden konkrete Maßnahmen initiiert, die bereits geholfen haben, die Situation in den Quartieren nachhaltig zu verbessern.

Im Bereich der Analyse und Bewertung vor Ort sind neben dem ausführlichen Sozialmonitoring der Sozialverwaltung auch die Stadtteilkümmerer der einzelnen Wohlfahrtsverbände eine große Hilfe. Diese sind einerseits Multiplikator für Menschen aller Zielgruppen, andererseits unterstützen sie die Vernetzung und Begegnung z. B. von Menschen mit und ohne Flucht- bzw. Migrationshintergrund sowie auch mit ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürgern, die auf unterschiedlichste Art und Weise ihre Unterstützungen anbieten.

Die Stadtteilkümmerer sind dabei selbst Personen mit Migrationshintergrund, die an verschiedenen Tagen in der Woche zu festen Sprechzeiten zur Beratung zur Verfügung stehen und sich den Sorgen, Problemen und Anregungen der Bewohner in ihrem Stadtteil annehmen. So können Handlungsbedarfe erfasst und der Kontakt zu den zuständigen Stellen – z. B. zu Einrichtungen und Institutionen im Quartier oder bei der Stadtverwaltung – hergestellt werden. Die Finanzierung erfolgt aus städtischen Mitteln.

Darüber hinaus liegt der Schwerpunkt der Sozialraumorientierten Integrationsarbeit in der Verbesserung der kulturellen und sozialen Infrastruktur. Allen Bewohnern eines Stadtteils soll der gleichberechtigte Zugang zu kulturellen, sozialen und sportlichen Angeboten ermöglicht werden; dies setzt voraus, dass eine Akzeptanz gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern aus anderen Kulturkreisen geschaffen wird.

Dies eröffnet zudem die Möglichkeit, Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte über aktuelle Themen zu informieren, für gesellschaftspolitische Entwicklungen zu sensibilisieren und gemeinsam aktiv miteinander zu agieren.

Bildung, Qualifizierung:

„Ein breites Angebot schaffen“

Bsp.: Integrationslotsen, Schulungen für Ehrenamtler, Kompass D (als Einzelprojekt beigefügt)

Ziele: Möglichst in allen Handlungsfeldern integrationsorientierte Maßnahmen durchführen, besonders in Bildung und Sprache, Beschäftigung, Beteiligung und Dialog

Die Gruppe der Integrationslotsen der Stadt Neuss (inzwischen fast 50 Personen) besteht  seit 2009 und wurden im Rahmen der Förderung „KOMM-IN NRW – Innovationen in der kommunalen Integrationsarbeit“ durch das Land Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen. In dieser Zeit fand ein politischer Wandel beim Thema „Integration“ statt - von einer eher abwehrenden-passiven zu einer fordernden-aktiven Politik.

Seinerzeit musste verstärkt festgestellt werden, dass die auf lokaler Ebene bestehenden, teilweise sehr vielfältigen Angebote oft zu wenig transparent und koordiniert waren. Das Förderprogramm sollte somit Kommunen dabei unterstützen, Strukturen, Prozesse und Netzwerke innerhalb der Stadt zu optimieren; daran hat sich die Stadt Neuss sehr gerne beteiligt.

Die Integrationslotsen, die im Vorfeld geschult und deren Weiterbildung entsprechend zertifiziert wurde, bieten den Migrantinnen und Migranten Unterstützung bei der Bewältigung ihrer alltäglichen Aufgaben. Es handelt sich um Menschen mit Migrationshintergrund und eigener Erfahrung im Bereich der Integration. Sie besitzen gute Deutschkenntnisse und können somit ihre sprachliche Unterstützung bei Behördengängen oder anderen Einrichtungen anbieten.

Als ehrenamtliche Sprach- und Kulturmittler tragen sie wesentlich zur erfolgreichen Integration der Zuwanderer bei, indem sie Brücken zwischen Migranten und Einheimischen sowie zu  Behörden bzw. Einrichtungen aufbauen und somit als Kooperationspartner ein gutes Miteinander fördern. Sie unterstützen Neuzuwanderer sich in der neuen Lebenssituation zu orientieren und zurechtzufinden. Klärende Gespräche und Orientierungshilfen zum gesellschaftlichen Leben sowie zu öffentlichen Strukturen in Neuss gehören ebenfalls dazu. Die Integrationslotsen stehen für Einsätze in Behörden, Beratungs-, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen bereit. Sie unterliegen dabei der Schweigepflicht.

Das Serviceangebot können sowohl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der genannten Einrichtungen oder Behörden als auch Migrantinnen und Migranten in Anspruch nehmen. Finanziert wird das Angebot seit 2011 aus Haushaltsmitteln der Stadt Neuss.

Damit die Begleitung der Bürgerinnen und Bürger durch die Integrationslotsen und Ehrenamtlern auch qualitativ gut und sensibel stattfindet, werden in fortlaufenden Schulungen nicht nur den Integrationslotsen Kenntnisse über die rechtlichen Rahmenbedingungen, interkulturelle Kompetenz und Kommunikation sowie zur Rolle als Sprach- und Kulturmittler vermittelt. Auch allen anderen ehrenamtlich tätigen Menschen steht dieses Angebot kostenlos zur Verfügung. Im Jahre 2017 wurden die Seminare und Schulungen durch die Förderung „KOMM-AN“ des Landes NRW finanziert. Ein Referent war beispielsweise der wissenschaftliche Leiter des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung und Professor an der Universität Duisburg-Essen - Prof. Dr. Uslucan. Er ist ein Experte auf dem Gebiet der Integrationsforschung.

Netzwerke:

„Integration muss Chefsache sein“ -> Integrationsbüro

„Dienstleistungen für alle öffnen“ -> Integrationsamt + MEB-Büro

Ziel: Kommunalpolitik und Verwaltung gewährleisten eine klare politische Verbindlichkeit; fraktionsübergreifende Zusammenarbeit; Zugangsbarrieren für Migranten/Innen abbauen; Ausländerämter müssen ihre Rolle als Integrationsbehörden ausbauen

Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Neuss Herbert Napp erklärte schon im Jahre 2009 die Integration zur Chefsache. Aus diesem Grund ist zum 1. Januar 2010 zunächst das Integrationsbüro im Sozialamt der Stadt Neuss als zentrale Koordinierungs- und Servicestelle für die Querschnittsaufgabe „Integration“ innerhalb der Stadtverwaltung Neuss eingerichtet worden.

Zu den Aufgaben gehören

  • die Bündelung und Vernetzung sämtlicher Integrationsbemühungen,
  • die fachspezifische Zusammenarbeit mit lokalen und überregionalen Verbänden,
        Institutionen, Organisationen und Behörden,
  • die Geschäftsführung des Integrationsrates,
  • die Durchführung und Abwicklung der städtischen Integrationsförderung,
  • die Akquise und das Controlling interner und externer Fördermittel,
  • die Verwaltung der städtischen Übergangsheime für Spätaussiedler, Asylbewerber und ausländische Flüchtlinge, einschließlich der sozialarbeiterischen/-pädagogischen Betreuung der Bewohner sowie
  • die Koordination, Organisation und Durchführung integrationsspezifischer Maßnahmen und Veranstaltungen.

Um der Integration mit ihren großen Herausforderungen auch zukünftig gerecht werden zu können, bedarf es eines einheitlichen Ansatzes, der die Aufgaben der Ordnungs-, Leistungs,- und Integrationsverwaltung bündelt.

Dies wird ab dem 01.12.2017 in der Stadt Neuss durch das neue Integrationsamt erreicht. Die neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger sollen hierdurch noch stärker in den Fokus des Verwaltungshandelns rücken. Ihnen soll durch die Zusammenfassung der oft eng miteinander verzahnten Aufgaben, der Weg durch die verschiedenen Behörden vereinfacht werden. Zukünftig werden somit die Bereiche Ausländerrecht, Leistungsgewährung und Integration organisatorisch und räumlich zusammengeschlossen.

Um auch die Wohlfahrtsverbände mit der Verwaltung besser vernetzen zu können, wurde im Oktober 2006 auf Initiative beider Seiten das s.g. Migrationserstberatungsbüro (MEB-Büro) eröffnet. Dieses wurde räumlich direkt im Rathaus in unmittelbarer Nähe des Ausländeramtes (Integrationsamtes ab 01.12.2017) eingerichtet. Durch die Sozialarbeiter der Verbände erhalten die Neuzuwanderinnen und Neuwanderer vom ersten Tag an eine Beratung über die umfangreichen Angebote in der Stadt Neuss.

Bündeln v. Finanzmitteln:

  • Über das Integrationsbüro
  • Kommunale Zuschüsse Integrationsförderung & Integrationsförderpreis
  • Spendengelder (Verwaltung und Umsetzung des Integrationsbüros)

Ziel: Verwaltung der Finanzmittel für integrationsspezifische Maßnahmen und Projekte; Hilfestellung für Vereine und Verbände bei Beantragung von Fördermitteln

Die Stadt Neuss richtet jedes Jahr ein Bewerbungsverfahren zur Integrationsförderung aus. Es können Anträge für Projekte und Maßnahmen gestellt werden, die unter die jedes Jahr vom Integrationsrat neu beschlossenen Handlungsfelder fallen. Die Stadt Neuss will dadurch den Trägern, aber auch „kleinen“ Vereinen oder Migrantenselbstorganisationen die Möglichkeit geben, ihre Projekte zu verwirklichen, somit die Integrationsarbeit fördern und die Bürgerinnen und Bürger in Neuss unterstützen. Ebenfalls wird  in diesem Rahmen den Wohlfahrtsverbänden die finanzielle Absicherung ihrer bedarfsorientierten Arbeit in den Stadteilen garantiert (In Punkt 1 beschriebene Sozialraumorientierte Arbeit).

Die Empfänger städtischer Zuschüsse sind verpflichtet, für jede von Ihnen durchgeführte Maßnahme einen Erfolgsbericht vorzulegen, der nachprüfbare Aussagen darüber enthält, inwieweit die angestrebten Ziele erreicht worden sind.

Um Privatpersonen, Gruppen, Initiativen, Vereinen etc., die sich in der Integrationsarbeit in der Stadt Neuss besonders engagieren, die verdiente Anerkennung zu zeigen, verleiht die Stadt Neuss in jedem Jahr einen mit 5.000,-- € dotierten Integrationsförderpreis.

Vorschläge können von allen Bürgerinnen und Bürgern eingereicht werden; sie werden durch eine Jury unter Vorsitz des Beigeordneten für Soziales, Integration und Jugend bewertet. Die Ehrung erfolgt im Rahmen eines Festaktes durch den Bürgermeister und den Vorsitzenden des Integrationsrates.

Spenden- und Fördergelder, die zum Teil auch zweckgebunden sind, werden zentral durch das Integrationsbüro verwaltet und für konkrete Projekte gezielt zur Verfügung gestellt. So kann auch die unterjährige Förderung  niederschwellige Einzelmaßnahmen und Projekte sichergestellt werden.

Das Integrationsbüro bzw. –amt war und ist für das Controlling der geförderten Maßnahmen zuständig, aber auch für die Erstellung der Verwendungsnachweise der mit externen Fördergeldern unterstützten Projekte. Um die in Neuss mittlerweile fest verankerten Veranstaltungen auch jedes Jahr aufs Neue ausrichten zu können (z.B. das Fest der Kulturen), ist man darüber hinaus auch immer auf die Unterstützung zahlreicher Sponsoren angewiesen; für die Akquise ist das Integrationsamt zuständig.

Kultur

s. Interkulturkonzept „Neusser Diversitätskonzept“, Raum d. Kulturen, Fest der Kulturen, AK „Migranten in d. Stadt Neuss“, Interkulturelle Projekthelden

Ziel: Durch die Selbstverpflichtung der städtischen und freien Kulturinstitute soll Diversität im Programm, Publikum und auch im Personal der jeweiligen Häuser eingefordert und abgebildet werden. Die Teilhabe am kulturellen Leben der Stadt ist Katalysator für ein erfolgreiches Miteinander aller Bürgerinnen und Bürger.

Seit Januar 2016 besteht in Neuss das Projekt „Neue deutsche Stadtgesellschaft-Neusser Diversitätskonzept“; es ist auf Initiative des Kulturamtes der Stadt Neuss entstanden. Verschiedene in Neuss ansässige Kultureinrichtungen haben sich dem Diversitätskonzept angeschlossen und wollen somit ein diverses Miteinander durch alle kulturellen Institutionen und Vereine in der Stadt Neuss fördern. Es wurden Handlungsmaximen entworfen (s. Diversitätskonzept), die viele Kulturinstitute in Neuss durch ihre Unterschrift verpflichtend angenommen haben.

Wichtig war es hierbei kommunale Einrichtungen (wie z.B. die Stadtbibliothek oder andere Teilbereiche der Stadtverwaltung)  und Migrantenselbstorganisationen, Religionsgemeinschaften etc. zu beteiligen. Hierdurch wurde eine institutionsübergreifende und kooperative Zusammenarbeit initiiert und dauerhafte Strukturen in der interkulturellen Arbeit geschaffen. Das Neusser Diversitätskonzept ist nominiert für den Sonderpreis "Kultur öffnet Welten" 2017, s. http://www.kultur-oeffnet-welten.de/positionen/position_4096.html.

Um dem Thema „Interkultur“ die erforderliche Bedeutung zukommen zu lassen, wurde im Kulturamt eine Planstelle als Querschnittaufgabe Interkultur geschaffen (vgl. Integrationsbüro im Bereich Integration). Durch den Raum der Kulturen e.V., der am 01. April 2015 gegründet wurde, hat sich ein Dachverband für Migrantenorganisationen, interkulturell tätige Vereine, Initiativen und engagierte Einzelpersonen gegründet, der sich ebenfalls für die Vielfalt in der Stadt Neuss einsetzt.

Dieser, die Wohlfahrtsverbände, der Integrationsrat, die Verwaltung und viele Andere, wirken auch im Arbeitskreis für Migranten in der Stadt Neuss mit, der sich regelmäßig trifft und  jedes Jahr auf´‘s Neue Organisator und Veranstalter des Fests der Kulturen in Neuss ist. Dieses wurde erstmalig in der jetzigen Form im Jahre 2009 umgesetzt und ist seitdem aus Neuss nicht mehr wegzudenken. Neben einem Bühnenprogramm für Kinder und Erwachsene, haben Migrantenvereine, Integrationskursträger und auch die Verwaltung die Möglichkeit, sich auf dem „Markt der Möglichkeiten“ zu präsentieren und direkt Kontakt zu den Neusser Bürgerinnen und Bürgern aufzunehmen (s. Anlage).

Um auch Kindern die Angebotsvielfalt im Bereich Kultur näher zu bringen setzen die Interkulturellen Projekthelden aus Neuss auf freizeitpädagogische außerschulische Bildungsangebote. Die Kinder und Jugendlichen können durch die verschiedenen Projekte ihre Talente entdecken und erfahren somit schon früh den respektvollen und toleranten Umgang in einer multiethnischen Gesellschaft. „Vielfalt bedeutet: Niemanden auszuschließen und gemeinsam Hand in Hand Großes zu verwirklichen.“ (https://i-projekthelden.de/)

Die interkulturellen Projekthelden wurden mit dem Integrationspreis 2017 des Rhein-Kreis Neuss ausgezeichnet.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es in Ihrer Kommune ein Integrationskonzept?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in dieses Integrationskonzept eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Unterstützt der/die (Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin Ihren Wettbewerbsbeitrag öffentlich?: 
ja
nein

C2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Ziele des Wettbewerbsbeitrags im Hinblick auf Integration und Zusammenleben detailliert beschrieben & festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Festlegung der Ziele eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Kinder (Einrichtungen der Kindertagesbetreuung)
Kinder (Schule)
Jugendliche
junge Erwachsene
Erwachsene
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
aktuelle Zuwanderer (2015-2017)
jeweils differenziert nach Herkunftsgebieten
bereits seit mehreren Jahren in Deutschland lebende Zuwanderer
Bevölkerung vor Ort
Multiplikatoren
Weitere
C 23a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Einrichtungen, Behörden, Ärzte (Integrationslotsenprojekt)
C 24 Bezieht sich Ihr Wettbewerbsbeitrag auf: 
die Gesamtstadt?
einen Teilraum/Quartier?
ein Projekt?
C 25 An welche Orte und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Quartier als Ganzes
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Jugendeinrichtungen
Sportvereine
Flüchtlingsunterkünfte
Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
Schulen
Ausbildungsstätten
Bildungseinrichtungen (VHS u.a.)
Soziale Treffpunkte für Zuwanderer
Migrantenselbstorganisationen
Weitere
C 26: 

Welche Handlungsfelder zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort stehen in Ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt? Bitte geben Sie an, ob sich das Handlungsfeld auf die Gesamtstadt oder das Quartier bezieht bzw., ob es sich um ein Projekt handelt.

C 26a Handlungsfeld Wohnen und Wohnumfeld: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26b Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, z.B. Kindergarten, Schulen, Jugendeinrichtungen: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26c Handlungsfeld Bildung/Qualifizierung/Ausbildung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26d Handlungsfeld Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26e Handlungsfeld Kultur: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26f Handlungsfeld Sport: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26g Handlungsfeld Gesundheit: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26h Handlungsfeld Umwelt/Grün: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26i Handlungsfeld Beteiligung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26j Handlungsfeld Engagementförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26k Weitere Handlungsfelder: 
Handlungsfeld Netzwerke - Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet. Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet.
C 27a Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Zuwander" ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27b Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Bevölkerung vor Ort" ausgerichtet?: 
ja
nein

C3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbei: 
Stadt-, Gemeinde-, bzw. Kreisrat
Amt/Bereich Soziales
Amt/Bereich Jugend
Amt/Bereich Wohnen
Amt/Bereich Grün(-planung)
Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin
Amt/Bereich Stadtplanung/ Stadtentwicklung
Integrationsbeauftragte/r
Amt/Bereich Sport
Amt/Bereich Gesundheit
Weitere
C 30a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Amt / Bereich Interkultur Amt / Bereich Integration
C 31 Welche verwaltungsexternen lokal relevanten Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Quartiersmanagement
Stadtteilzentren/ Nachbarschaftshäuser
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenselbstorganisationen
Sponsoren
Lokale Medien
Stiftungen
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftsvereine
Kleingartenvereine
Unternehmen, Betriebe
Weitere
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie finanzieren Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
C 34a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Ergänzung zur Laufzeit des Wettbewerbsbeitrag: bei den meisten handelt es sich um Dauerangebote, aber auch mehr als zwei Jahre (aber befristet), viele der Projekte werden durch Spenden und Unterstützung externen Dritter gefördert. Ob die Projekte alle in dieser Form erneut stattfinden können, ist abhängig von den Fördergeldern.
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
C 37 Werden im Rahmen der Umsetzung von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 37a Wenn ja ... Welche? : 
Kompass D, Projekte der Anbieter im Rahmen der sozialraumorientierten Integrationsarbeit
C 38 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen bereits andernorts übernommen worden?: 
ja
nein
C 38a Wenn ja ... Welche?: 
Integrationslotsenprojekt – regelmäßiger Einsatz bei verschiedenen Einrichtungen

Einzelprojekte

Einzelprojekt 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
Gemeinsam im Quartier-Stadtteilarbeit Weckhoven
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 14a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 15 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Ziel: „Das Ziel der Quartiersarbeit ist es, Flüchtlinge in den Stadtteil zu integrieren, Unterstützungsbedarfe zu ermitteln und in Kooperation mit den anderen Akteuren vor Ort entsprechende Angebote bereitzustellen.“ (s. Projektzusammenfassung)

Die Stadtteilarbeit in Weckhoven orientiert sich an den Prinzipien der Selbstbestimmung, der Selbstverantwortung und der sozialen Gerechtigkeit. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort werden Wege gesucht, ihre Lebens- und Wohnqualität zu verbessern und Nachbarschaften zu fördern.

In Weckhoven leben viele sozial benachteiligte Familien und auch Familien mit Migrationshintergrund.
Durch den Anstieg der Flüchtlingszahlen in 2015 gehörte es nun auch zu den Aufgaben die „neuen Nachbarn“ in den Stadtteil aufzunehmen und bereits vor dem Zuzug der Flüchtlinge bestehende Probleme nicht auf sie zu beziehen bzw. nicht auf deren Rücken auszutragen. Aufgrund der zunehmenden Ablehnung von Flüchtlingen und auch radikal islamistischen Strömungen, setzt die Stadtteilarbeit auf ein friedliches Miteinander, Aufklärung und das Ernstnehmen und Erleben von Gemeinsamkeiten. Vor allem Toleranz, Dialog und Respekt sind die Schwerpunkte, welche in der Stadtteilarbeit aufgegriffen und gefördert werden sollen.

Um die Ziele zu erreichen und bedarfsgerecht auf die Menschen und Situationen vor Ort eingehen zu können, werden alle Menschen auch persönlich und direkt angesprochen. Hier findet eine gute Vernetzung mit der Stadtverwaltung statt, die die Informationen über neu gemeldete Menschen in dem Stadtteil weitergibt und die Mitarbeiter vor Ort somit sofort auf die neuen Nachbarn zugehen können. So können die Bedürfnisse und Wünsche, Probleme und auch Anregungen direkt und persönlich erfragt und Maßnahmen und Projekte gemeinsam umgesetzt werden. Auf diese Weise wird Flüchtlingen die Möglichkeit gegeben aktiv mitzubestimmen und mitzugestalten. Alte und Neue BewohnerInnen kommen ins Gespräch und tauschen sich aus, die auf normalem Wege keine oder nur wenig Berührungspunkte haben.

Die verschiedenen Akteure wie z.B. die Vertreter der Pfarreien und islamischen Vereine, Kommunal-PolitikerInnen, Ehrenamtliche etc. werden an einen Tisch gebracht, um Kompetenzen zu bündeln und neue Interessierte und Engagierte zu gewinnen und zu fördern.
„Die Vernetzung aller Einrichtungen und Vereine im Stadtteil ist eine zentrale Aufgabe der Stadtteilarbeit. So war es für uns von besonderer Bedeutung alle beteiligten Akteure in Weckhoven frühzeitig einzubeziehen. Das Flüchtlingsthema wurde umgehend in die Stadtteilkonferenz eingebracht und es entstanden lokale Netzwerke mit den Beteiligten vor Ort um Angebote zu koordinieren und zu planen.“ (Zusammenfassung des Projektes im Anhang)

Neben vielen anderen Projekten, die Sie der Anlage entnehmen können, fanden Schulungen für Ehrenamtliche und Fachkräfte zu Themen wie Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen und Argumente gegen Stammtischparolen, die in Kooperation mit dem Integrationsbüro der Stadt Neuss und mit dem Fachdient für Integration und Migration des Caritasverbandes statt.

„Nur wenn die Integration im unmittelbaren Wohnumfeld, in Nachbarschaften und auf Stadtteilebene gelingt, kann die Integration auch im gesamtgesellschaftlichen Kontext erfolgreich sein. Integration ist insofern ein fortlaufender Prozess. Besonders vor dem Hintergrund der Flüchtlingsthematik bleibt es eine zentrale Aufgabe, auch neue Nachbarn in den Stadtteil zu integrieren. Daher ist die Fortführung der Integrationsmaßnahmen unverzichtbar.“ (Zusammenfassung im Anhang)

Die Stadtteilarbeit findet bereits seit mehreren Jahren statt. Explizit im Bereich der Integration von Geflüchteten seit 2015. Die Projekte und Maßnahmen, die bereits 2017 stattgefunden haben, können dem Anhang entnommen werden. Ob die Maßnahmen und Projekte auch im Jahre 2018 in dem Maße stattfinden können, hängt von der finanziellen Unterstützung Dritter ab.      

Zur Selbstevaluation: Es werden regelmäßig Listen und Übersichten geführt, aus denen die Teilnahme an den einzelnen Maßnahmen festgehalten und somit das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage festgestellt wird.

Bei Rückfragen können Sie sich an Frau Adams oder Frau Bindseil unter folgenden Kontaktdaten wenden: 02131-476454 oder info@weckhoven@skf-neuss.de. Weitere Informationen können Sie dem Anhang oder der folgenden Website entnehmen: http://caritas.erzbistum-koeln.de/neuss-skf/bildung/stadtteilarbeit_weckhoven/.

Einzelprojekt 2

D 20 Titel des Einzelprojekts Nr. 2: 
Kompass D – Eine Initiative für Neu-Neusser von Neusser Unternehmen
D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 23a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Neusser Unternehmen und Betriebe (s.Anlage Konzept zum Projekt)
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 24a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 25 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Wir müssen - wir wollen - wir können - was tun

Kompass D - die richtige Richtung für ein selbstbestimmtes Leben an einem selbstbestimmten Ort

Ziel: „Ziel der Initiative ist es, Neu-„Neussern“ eine Lebensperspektive für sich zu ermöglichen, die es ihnen erlaubt, ein eigenbestimmtes Leben zu führen, durch Integration in ihre neue Heimat und eigene Erwerbstätigkeit.“ (s. Konzept Kap 1: Ziele Kompass D)

Das Projekt ist ein Zusammenschluss von Unternehmen oder Unternehmern im Rhein-Kreis Neuss in Kooperation mit der Stadt Neuss und dem Rhein-Kreis Neuss. Die Initiative gründete sich Ende 2015 aufgrund der Idee, den zu diesem Zeitpunkt neu zugewanderten Menschen mit Bleibeperspektive, die Möglichkeit zu geben, sich schnell in der neuen Heimat gebraucht zu fühlen und auch eine zukünftige Perspektive für ihr Berufsleben zu haben. Die Unternehmen haben ein Startkapital zur Verfügung gestellt und wollen auch andere Unternehmen für diese Initiative gewinnen, um noch mehr Menschen ausbildungsfähig und erwerbstätig zu machen.

Koordiniert und verantwortet wird das Projekt durch einen Lenkungskreis, der sich aus Vertretern der gebenden Unternehmen (also die Unternehmen, die bereit sind sich zu engagieren und das Projekt zu finanzieren), der Stadt Neuss und dem Rhein-Kreis Neuss bildet. (Die Mitglieder können Sie dem Anhang entnehmen).

Die Schulen und Schulungsstätten und Lehrer und Lehrerinnen sind bei der Auswahl der Jugendlichen die Hauptansprechpartner und arbeiten somit eng mit den Mitgliedern des Lenkungskreises zusammen.Die Initiative setzt den Fokus auf die Zielgruppe schulpflichtiger junger Erwachsener/Jugendlicher zwischen 16-25 Jahren, die bevorzugt schon Sprachkenntnisse besitzen und durch zusätzliche Qualifikationen im Bereich Sprache, aber auch Themen wie „Gesellschaftskunde“, „Heimatkunde“ oder „Wirkmechanismus Deutschland“ ihre Potentiale erkennen und verbessern und somit eine Perspektive für ein selbstständiges und eigenbestimmtes Leben haben sollen. Es finden regelmäßige Treffen im gesamten Rhein-Kreis Neuss in Schulen und Berufsschulen statt. Diese Treffen werden durch einen entworfenen Stundenplan strukturiert. Dabei wird nicht nur wie zuvor genannt, die Theorie verbessert, es finden auch Werksbesichtigungen oder Praktika statt.

Für alle Standorte wurden 4-10 in Teilzeit angestellte Lotsen und Honorarkräfte gefunden, die eine Lehrverpflichtung von mindestens drei Jahren eingehen, um auch den Lehrerinnen und Lehrern oder anderen pädagogisch erfahrenen Personen eine gute Perspektive bieten zu können.

Die Lotsen geben den Personen das Wissen weiter, um die Potentiale zu verbessern. Auch ehrenamtliche Helfer aus z.B. Firmen können eingebunden werden, um die Ergebnisse und Ziele breit streuen zu können. Die Ideengeber haben den Beruf und/oder das ehrenamtliche Engagement als wichtiges Instrument für die Anerkennung der eigenen Fähigkeiten und Wertigkeit erkannt und legen damit den fundamentalen Baustein zur Integration in der Gesellschaft als anerkannter und gleichberechtigter Bürger in Deutschland. Für die Neu-Neusser bedeutet erwerbstätig zu sein, den eigenen Unterhalt zu verdienen und gleichzeitig auch schneller in die Gesellschaft aufgenommen zu werden. Bei vielen Menschen besteht natürlich auch der Wunsch wieder in die alte Heimat zurückkehren zu wollen. Auch dann können sie von dem Erlernten und den Erfahrungen in ihrem Heimatland profitieren.

Im Gegensatz zu anderen Angeboten setzt Kompass D den Schwerpunkt auf die Erreichung der Ausbildung- oder Berufstätigkeit und nicht auf alle privaten oder persönlichen Anliegen der Teilnehmer wie z.B. die Wohnungssuche oder die Begleitung zu Arztterminen. Dass dies natürlich auch berücksichtigt wird und auch hier versucht wird am Rande zu helfen, ist natürlich selbstverständlich.

Natürlich gab es bisher auch negative Erfahrungen und Erkenntnisse. Bei dem Besuch im Kanzleramt in Berlin schilderte die Initiative Probleme und Verbesserungsvorschläge, um das Ziel weiterhin erfolgreich erreichen zu können; nämlich Flüchtlinge schneller in Ausbildung und Arbeit zu bringen.

Beispielsweise wurde angebracht, den Unternehmen mehr Verantwortung und Entscheidungsfreiheit bei Ausbildung und Beschäftigung von Flüchtlingen zu geben, Einstiegsqualifizierungsjahre anders als bisher, auch mehrfach beantragen zu können, wenn festgestellt wird, dass ein falscher Beruf ausgewählt wurde oder aber ausbildungsbegleitende Hilfen in allen Einrichtungen neben der Ausbildung zu erlauben, um in allen Berufen mit Fachkräftemangel auch Flüchtlingen die Chance auf eine Ausbildung geben zu können.

Bei Rückfragen können Sie sich an den Ansprechpartner des Lenkungskreises Michael Rotte unter den folgenden Kontaktdaten wenden: 02131-904153 oder michael.rotte@stadt.neuss.de. Weitere Informationen können Sie dem Anhang oder der Website http://www.kompassd.de/ entnehmen.

Zur Selbstevalutation: s. Kurzbeschreibung – Verbesserungsvorschläge beim Besuch im Kanzleramt in Berlin http://www.rp-online.de/nrw/staedte/neuss/unternehmer-wollen-integration-beschleunigen-aid-1.6816864.

Anlagen