Minden

Name der Stadt/der Gemeinde/des Landkreises: 
Minden
Typ: 
kreisangehörig
Bundesland: 
Nordrhein-Westfalen
Einreichende Dienststelle: 
Beigeordnete für Bildung, Kultur, Sport und Freizeit der Stadt Minden
Ansprechpartner/in: 
Regina-Dolores Stieler-Hinz
Straße/Postfach: 
Großer Domhof 6
PLZ: 
32423
Telefon: 
+49 571 89-437
Ort: 
Minden
Fax: 
+49 571 89-712

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Das neue Wir

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Die sich wandelnde Stadtgesellschaft braucht einen wachen Geist. Partizipation gelingt, wenn jeder aktiv auf den anderen zugeht. Mit dem „Neuen Wir“ hat Minden es geschafft, ein hohes bürgerschaftliches Engagement zu aktivieren, welches das Zusammenleben aller Mindener ermöglicht. Neu-Mindener und Alt-Mindener werden als aktive und gestaltende Persönlichkeiten der Stadtgesellschaft erkannt und integriert.

Zum Beispiel über einen Konvent zur Stadtgesellschaft im Wandel, welcher erstmalig im Rahmen eines Citizen Panels von Mindener Bürger*innen unterschiedlichster Milieus entwickelt wurde und in 2017 tausende Besucher*innen zum gemeinschaftlichen Miteinander in das Stadttheater gelockt hat.

Oder über „I.Qu.I.“. Das Netzwerk steht für Sprachkurse für gut vorgebildete „Schnelllernende“, um diese als qualifizierte Fachkräfte schnellstmöglich zu integrieren. Die Partner FH Bielefeld, Stadt Minden, alle örtlichen Lions- und Rotaryclubs, Round Table, Freundeskreis Minden und viele namhafte Unternehmen („Flüchtlingspartner Minden“) helfen subsidiär, wo es keine Bundesmittel gibt.

Das neue Wir – Minden lebt eine Stadt der Vielfalt.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Partizipation gelingt, wenn jeder aktiv auf den anderen zugeht. Mit dem „Neuen Wir“ hat Minden es geschafft, ein hohes bürgerschaftliches Engagement zu aktivieren, welches das Zusammenleben aller Mindener ermöglicht. Neu-Mindener und Alt-Mindener werden als aktive und gestaltende Persönlichkeiten der Stadtgesellschaft erkannt und integriert.

Ausgangssituation in der Kommune

Minden ist seit 2014 und verstärkt seit dem 2. Quartal 2015 Zufluchtsstätte für mehr als 1400 Personen aus den verschiedensten Kriegs- und Krisengebieten, insbesondere aus den Staaten des Nahen und Mittleren Ostens wie Syrien, Irak und Afghanistan. Die Zahl der syrischen Menschen in Minden hat sich beispielsweise zwischen 2014 und 2017 durch Zuflucht und Zuzug von 600 auf 1900 mehr als verdreifacht.

Als diese Flüchtlinge und Zugewanderten ankamen und zu neuen Mitbürger*innen von Minden wurden, war es der Stadtverwaltung schnell bewusst, dass es ein erklärtes Ziel der Kommune sein muss, diesen neuen Bürger*innen direkt und pragmatisch zu helfen, um sie möglichst schnell in die Mindener Stadtgesellschaft zu integrieren. So galt es, frühzeitig alle Kräfte vor Ort zu bündeln und auf das aufmerksam zu machen, was bereits im Rahmen der Integration und dem Zusammenleben gut läuft und was es noch braucht, um anschließend konkrete Hilfestellungen und Maßnahmen zu initiieren.

Um diese Verbindlichkeiten zeitnah auf den Weg zu bringen und sich als Stadtgesellschaft in die Pflicht zu nehmen, wurde von der Stadtspitze klar nach außen signalisiert: Wir laufen aktuellen Entwicklungen nicht hinterher, sondern nehmen Integration selbst in die Hand und gestalten diese aktiv mit allen unseren Bürgerinnen und Bürgern. „Das neue Wir“ war aus der Taufe gehoben.

Mit dem „Neuen Wir“ geht Minden einen bundesweit einzigartigen Weg. Keine Beauftragungen von oben herab, sondern alle Mindener, sei es aus der Politik, Stadtverwaltung, Bürgerschaft, den Vereinen, Unternehmen, privaten und öffentlichen Institutionen etc. setzen ihre Kräfte dort ein, wo sie gebraucht werden, um dem Wandel der Stadtgesellschaft zielführend und nachhaltig Rechnung zu tragen.

Die Mindener übernehmen Verantwortung für ihre Stadt. Es gibt zahlreiches bürgerschaftliches Engagement. Ein herausragendes Engagement bildet sich zum Beispiel über die Flüchtlingspartner ab. Alle Mindener Service-Clubs (Rotary und Lionsclubs, Inner Wheel, Round Table und Freundeskreis Minden in Minden und Umgebung), die Bildungspartner, der Kirchenkreis Minden, das Deutsche Rote Kreuz und zahlreiche kleinere und große namhafte Unternehmen sowie viele weitere Beteiligte haben sich bereits 2015 zusammengeschlossen, um eine Flüchtlingshilfe mit langfristiger Perspektive aufzubauen, die die Ankommenden nicht ausgrenzt. (> siehe Anlagen „Flüchtlingspartner Minden“ hier Vereinbarung zusammengeschlossene Partner).

Dieses frühzeitige Einbinden der Bürger*innen bei Entscheidungen und Planungen ist nicht selbstverständlich für kommunalpolitische Prozesse. Bereits im Jahr 2000 hat Minden hierzu ein umfassendes Leitbild erstellt, was den Menschen in den Mittelpunkt stellt: Minden als Heimatort für Menschen unterschiedlicher Kulturen, Generationen und Religionen. (> siehe Anlagen „Leitbild der Stadt Minden, 2000“). Denn man muss wissen: Minden gehört zu den ältesten und traditionsreichsten Städten in Nordwestdeutschland und ist mit  über 84.000 Einwohner*innen gleichzeitig Wirtschafts- und Dienstleistungszentrum für eine Region mit 450.000 Menschen an der Weser. Die reiche Geschichte Mindens spiegelt sich noch heute im Stadtbild und in einer traditions- und selbstbewussten Bürgerschaft. Eine Bürgerschaft, die sich der freiheitlichen Tradition aus Aufklärung und Humanismus und dem lebendigen Geist der Ökumene verpflichtet fühlt und sich in logischer Folge jetzt im „Neuen Wir“ wiederfindet und damit identifiziert.

In diesem Sinne verfolgt das „Das neue Wir“ zwei Ziele als Schwerpunkte: die sprachliche Qualifikation und die Einbindung durch Kultur

Sprachliche Qualifikation für gut qualifizierte Flüchtlinge, die zu einem in den angebotenen Integrationskursen aufgrund der langsamen Lernstoffvermittlung unterfordert sind oder für die Geflüchteten mit guter Vorbildung oder einem Studium aus Ländern, für die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) keine Sprachkurse finanziert. Stichwort: Integration von qualifizierten Fachkräften

Zum anderen den Schwerpunkt Kultur als Motor zu Integration und Teilhabe. Bundesweit einzigartig haben Zugewanderte und alteingesessene Mindener Bürgerinnen und Bürger im Rahmen eines Citizen Panel und mit Hilfe der Design Thinking Methode Veranstaltungsformate entwickelt, die es ermöglichen, Jung und Alt, Familien, Alleinstehende, Be- und Nichtbehinderte, Alt-Mindener, Menschen mit Migrationshintergrund und angekommene Geflüchtete in Minden aktiv aufeinander zukommen zu lassen.

Der Wettbewerbsbeitrag „Das neue Wir“ basiert auf zwei bestehende best practice Projekten, die bereits erfolgreich das große bürgerschaftliche Engagement herausstellen und für 2018 und darüber hinaus weiterentwickelt und qualifiziert werden (> für 2018 siehe hierzu D Einzelprojekte).

Um die Historie dieser beiden best practice Beispiele näher zu erläutern, stellen wir den Werdegang dieser hier ausführlicher dar.

Das neue Wir – I.Qu.I. – identifizieren, qualifizieren, integrieren

Ziel: Integration in Beruf in Stadtgesellschaft unter Einbeziehung der Vorbildung und individueller Kompetenzen

Das Integrationsprojekt „I.Qu.I.“ kann bereits auf erfolgreiche 20 Monate zurückblicken. Seit dem Start am 1. März 2016 konnten mehr als 200 Geflüchtete aus Minden und Umgebung in 13 Sprachkursen sprachlich bedarfsgerecht qualifiziert werden und ein schnellerer Einstieg in die berufliche Ausbildung ermöglicht werden.

Mit dem Zuzug der Flüchtlinge wurde zeitnah beobachtet, dass in den Integrationskursen Neuzugewanderte mit hoher Sprach- und Bildungsaffinität waren, die als „Schnelllernende“ durchaus in der Lage sein könnten, in einem kürzeren Zeitraum das Sprachniveau B1 und im Anschluss B2 und C1 zu erreichen, um damit auch schneller in Beruf, Studium und Ausbildung integriert zu werden. Es wurde festgestellt, dass in Minden und Umgebung kein Angebot an speziellen Sprachkursen mit angemessenem Lerntempo und einer Anschlussfinanzierung nach Abschluss eines vom Bundesamt finanzierten B1 Kurses gibt.

Zudem wurde erkannt, dass Neuzugewanderte aus den Ländern, denen keine Bleibeperspektive prognostiziert wurde, zwar Potentiale für das Projekt mitbringen, aber aufgrund der mangelnder Finanzierung nicht an qualifizierten Sprachkursen teilhaben konnten.

Diese Ausgangslage gab den Impuls für die Entwicklung des Projektes I.Qu.I.

Im Mai 2015 wurde ein runder Tisch initiiert, an dem die verschiedensten Professionen beteiligt waren: Fachhochschule Bielefeld/Minden, VHS Minden, Flüchtlingspartner Minden. Diese verständigten sich auf die Zielvereinbarung, Neuzugewanderte durch die Vermittlung von Sprache in die Arbeitswelt und die Stadtgesellschaft zu integrieren.

Vorgehen Umsetzung:

Zur Umsetzung des Zieles wurde ein Kurzkonzept erarbeitet (> siehe Anlagen „Integration von Flüchtlingen mit Hochschulausbildung in den Arbeitsmarkt und in die Zivilgesellschaft“) und drei vorbereitende Arbeitsgruppen gebildet:

  • AG „Ausländerrechtliche Voraussetzungen“ (besetzt durch Vertreter der Ausländerbehörden Mi und Kreis Mi-Lü, FH Bielefeld, Jugendmigrationsdienst Espelkamp und Caritasverband Minden)
  • 2. AG „Identifizieren“ (besetzt durch Vertreter des Kommunalen Integrationszentrums, JobCenter, Jugendmigrationsdienst Mi-Lü, Caritasverband Minden, Arbeitsagentur Herford, Integrationsbeauftragter Minden sowie Sprachkursteilnehmer*innen)
  • 3. AG „Finanzierung und Förderung“ (besetzt durch Jugendmigrationsdienste Vlotho und Bad Oeynhausen, FH Bielefeld, Arbeitsagentur Herford, JobCenter, Bez. Regierung Detmold, Stadt Minden)

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden am 17.08.2015 präsentiert und auf der erarbeiteten Grundlage wurde die Vorgehensweise des Projektes entwickelt.

So starteten ab März 2016 vier Sprachkurse.

  • Ein Kurs mit B1+B2 für Neuzugewanderte aus Ländern ohne Bleibeperspektive und Berechtigung zur Teilnahme an einem Integrationskurs.
  • Ein B1+B2 Kurs für Schnelllernende aus den Ländern mit guter Bleibeperspektive.
  • Ein B2 Kurs für Personen, die bereits ein B1 Zertifikat erhalten haben, aber keine Anschlussfinanzierung für einen B2 Kurs vorhanden war.
  • Ein B2+C1 Kurs für Personen mit Hochschulzugangsberechtigung ohne Anschlussfinanzierung.
  • (> siehe Anlagen „Sprachkursangebot ab 2016“)

Finanzierung:

Gemeinsam mit den Kooperations- und Netzwerkpartnern wurden Wege erarbeitet, um Mittel zur Finanzierung der Sprachkurse zu generieren. Die Stadt Minden stellte für einen Zeitraum von drei Jahren pro Jahr 29.000 EUR in den Haushalt ein. Zudem wurde für den Zeitraum auch eine Projektkoordinierungsstelle bei der Stadt Minden geschaffen. Die Fachhochschule Bielefeld generierte Mittel aus dem DAAD-Förderprogramm „Integra“.

Für die Finanzierung der Sprachkurse konnten die Flüchtlingspartner als ein wichtiger Kooperationspartner gewonnen werden. So wurden die B1+B2 Kurse für „Schnelllerner*innen“ aus den Ländern, die keine Sprachförderung aus Bundesmitteln bekommen, ausschließlich mit den Mitteln der Flüchtlingspartner finanziert. Insgesamt wurden durch die Flüchtlingspartner 210.000 € an Spenden eingeworben.

Erreichtes:

Durch das Projekt I.Qu.I. ist eine WIN, WIN, WIN Situation für alle Beteiligten entstanden. Der Erfolg kommt Neuzugewanderten, Wirtschaft und der Stadtgesellschaft zu Gute. Durch das Angebot der sprachlichen Qualifizierung für die Neuzugewanderten konnte das vorrangige Ziel des Projektes, Integration in den Arbeitsmarkt, umgesetzt werden. Das Projekt war für die Gewinnung von Fachkräften bzw. Nachwuchs für die regionalen Unternehmen bzw. Campus Minden (Fachhochschule Bielefeld) von Bedeutung. Die qualifizierten Teilnehmenden konnten ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Minden gewinnbringend einsetzen und fühlen sich von der Stadtgesellschaft mit ihren Bedarfen gesehen und aufgenommen. Dieses führt zu einer positiven Stimmungslage in der gesamten Stadtgesellschaft. Denn: „Sprache ist der Schlüssel zur Integration“.

Das neue Wir – Der Konvent – Eine Stadt zeigt Profil

12 kg orientalischer Couscous, 64 kg Obstsalat mit Rosinen-, Orangen- und Zimtzucker, 296 kg Gemüse, 240 Becher Schoko-und Vanille Milch sowie 91 kg Kartoffeln kamen auf den Tisch. 2.500 Menschen formten in drei Tagen mit Gesprächen und Begegnungen, Information und Kultur einen Konvent zur Stadtgesellschaft im Wandel. Was war geschehen?

Agieren in einer Stadt bei neuen Konzepten meist die so genannten Interessenvertreter, hat die Stadt Minden bei der Planung des Konvents einen neuen Weg beschritten. Nach dem Beispiel so genannter „Citizen Panels“, die es als Beteiligungsinstrument in Großbritannien, den Niederlanden oder auch in Skandinavien seit vielen Jahren gibt, wurden 2016 acht Neu- und Alt-Mindener Bürgerinnen und Bürger sowie fünf begleitende Verwaltungsmitarbeiter*innen gezielt angesprochen. Zuvor sind Profile wie jung, alt, ehrenamtlich engagiert, weiblich, männlich, zugewandert, Social-Media affin oder berufstätig erstellt. Mehrere Bürger*innen wurden angefragt, ob sie Lust und Zeit haben sich zwei Tage lang an der Planung eines Formates für das Zusammenleben von Zuwanderern und Einheimischen zu beteiligen.

Für die Methode wurde das „Design Thinking“ gewählt, was eigentlich aus der industriellen Produktion kommt. Die Teilnehmenden der Planungsgruppe nehmen hierbei die Position der potentiellen Zielgruppe ein. Über allem stand die Frage: Wie gelingt es, Jung und Alt, Familien, Alleinstehende, Alt-Mindener, Menschen mit Migrationshintergrund und angekommene Geflüchtete aktiv aufeinander zukommen zu lassen? Dipl. Ing. Angelika Liebrecht aus Hannover, Multiplikatorin für Bildung und nachhaltige Entwicklung (BNE) moderierte die Planungsgruppe.

Das Konzept

Herausgekommen ist ein dreitägiger Konvent zur Stadtgesellschaft im Wandel. Ein Veranstaltungsformat, welches es in dieser Form noch nie in Nordrhein-Westfalen gab.

Von eigenen Wünschen an Minden und an die Stadtgesellschaft und über erste Ideen, was es bei einem Konvent unbedingt geben muss, wurde zunächst ein Prototyp für eine Veranstaltung entwickelt. Mit diesem und der Frage: “Was würden sie sich für einen solchen Konvent wünschen?“, konfrontieren die Teilnehmer*innen an einem Samstagvormittag eine Stunde lang zufällig ausgewählte Passant*innen in der Fußgängerzone. Auf Klemmbrettern wurden die neuen Ideen, Vorschläge, Meinungen und Anregungen festgehalten und in das Konzept eingearbeitet.

Nachdem noch spezielle Profile für potentielle Besucher*innen und deren mutmaßlichen Erwartungen gebildet wurden – wie die geflüchtete Familie, eine junge Frau oder eine deutsche Familie mit drei Kindern – stand am Ende ein grobes Konvent-Konzept mit Musik, Aufführungen, spontane Life-Acts, ein internationales Büfett und gemeinsame Koch-Aktionen. Auch Möglichkeiten für Begegnungen zu schaffen, Gespräche zu bestimmten Themen zu führen, eine Börse für Jobs, Praktika, sportliche, kulturelle und soziale Angebote und viele Informationen zu Minden, den Angeboten, Projekten und Stadtentwicklung sollten bereit gestellt werden. Stadtbekannte Persönlichkeiten, Vertreter von Politik und Wirtschaft müssen eingeladen werden. Es sollte unbedingt Mitmachaktionen, Spiele, eine Kinderbetreuung, Dolmetscher und ein Shuttle-Service geben. Mit diesen erarbeiteten Inhalten machten städtische Vertreter*innen aus den Bereichen Bildung, Sport und Wirtschaft weiter, unterstützt durch eine Event-Agentur. (> siehe Anlagen „Citizen Panel-Konzept 2016: Der Konvent“ und „Citizen Panel Das neue Wir, Mindener Tageblatt 10.10.2016“)

2017 war vom 10. bis 12. Februar das Stadttheater Minden kultureller Mittelpunkt des Konvents. Ein traditionsreiches Gebäude, gebaut in den Jahren 1906 bis 1908 in neobarocker Form, dass sich als moderner, zukunftsorientierter Ort zeigt und stadtgesellschaftliche Themen offen und kreativ angeht.

Drei Tage „volles Haus“, drei Tage Gespräche und Begegnungen, Information und Kultur

„Minden hat sich an diesem Wochenende neu erfunden. Viele neue Arten der Begegnung wurden erfolgreich ausprobiert und am Ende stand die Erkenntnis: Minden war, ist und bleibt eine Stadt der Vielfalt“. Mit diesen Worten zog Bürgermeister Michael Jäcke Bilanz. Die Resonanz der gut 2.500 Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte war überwältigend und Minden erlebte das "Wir-Gefühl".

Gemeinsam wurde für alle kostenlos gekocht, gegessen, gefeiert, getanzt, miteinander geredet, mitdiskutiert, sich informiert und unterhalten. Dolmetscher für fast alle Sprachen standen zur Verfügung. Ein Bürgershuttle brachte die Gäste auch außerhalb des öffentlichen Fahrplans ins Stadttheater Minden. (> siehe Anlagen „Der Konvent, Flyer 2017“)

Beim „Markt der Möglichkeiten“ zu den Themen Kultur & Sport, Erziehung & Bildung, Ehrenamt & Integration, Generationen & Wohnen stellten sich 40 Organisatoren vor. Eine Praktikumsbörse der städtische Wirtschaftsförderung, der Bundesagentur für Arbeit und dem Jobcenter hatte 40 Stellen im Angebot, in der bereits kurz nach der Eröffnung die Daten von 30 Bewerbern aufgenommen wurden. Unternehmer standen für persönliche Gespräche vor Ort zur Verfügung.

Für ein formloses Miteinander wurde in einem extra großen Kochzelt eine Schnippelparty von „GreenFairPlanet“ angeboten. Viele Hände halfen, unterhalten von Live-Musik, viele Hungrige mit Suppe, Couscous und Obstsalat zu versorgen. Und wie es sich auf einer solchen Party gehört: alle mussten mit schnippeln.

Das Speed-Dating unter theaterpädagogischer Anleitung auf der großen Theaterbühne nutzen ebenfalls über 40 Personen, um seinen neuen Nachbarn kennen zu lernen.

Stammtische mit den Themen „Mein Minden“, „Generationen miteinander“, „Integration?!“, „So geht’s“, die Mindener Bürger*innen bewegen, eine Fishbowl-Runde mit lokalen Politikern zum Abschluss, ein Poetry-Slam der „1000 Zungen“, eine Foto-Box, ein Weltcafé mit Urban Culture, interkulturelle Stadtführungen (auch für Rollstuhlfahrer) und iPad-Touren, eine Open Stage, Angebote für Kinder- und Jugendlichen (z.B. Das neue Minden virtuell bauen mit „Mindcraft“), Kinderkino, Suche-Biete-Börse, eine Fotoausstellung „Alte Heimat/Neue Heimat“ und zahlreiche Aktionen mehr, sorgten für volle drei Tage. (> siehe Anlagen „Der Konvent, Ein sehr lebendiges Wir, Mindener Tageblatt 13.02.2017“)

Eine bewegende Reise

Berührend, skurril, banal, ergreifend oder einfach komisch - das Theaterstück „Blick nach vorn“ feierte in drei vollbesetzten Vorstellungen eine grandiose Premiere auf dem Konvent.
Als Kooperationsprojekt des Stadttheaters Minden mit der Elsa Brandström Jugendhilfe, begleitet durch den Regisseur Canip Gündogdu, der Theaterpädagogin Viola Schneider und dem Beat-Box Meister Mando, entführten zehn Jugendliche, überwiegend unbegleitete Flüchtlinge aus Afghanistan, die Zuschauer auf eine Abenteuerreise durch ihr Leben, ihre Erlebnisse aus der Vergangenheit und ihre Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft.
Mitten im Gesicht, die kleinste Maske der Welt, eine rote Nase. Der weitere Erfolg blieb nicht lange aus: Es folgten Einladungen zum Berliner Theatertreffen der Jugend 2017 im Haus der Berliner Festspiele (Auswahl: 8 Ensembles von 114 Bewerbungen), zum Bundestreffen der Jugendclubs an Theatern in Bremen und zum 12. Tag der Talente 2017 des Bundesbildungsministeriums, ebenfalls in Berlin. (> siehe Anlagen „Der Konvent, Blick nach vorn in Berlin, Mindener Tageblatt 19.06.2017“).

Auf Grundlage der erfolgreichen Arbeit des Stadttheaters, ist Minden Austragungsort des 8. Deutschen Kinder-Theater-Festes im September 2018. Mit dabei: Der Konvent.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es in Ihrer Kommune ein Integrationskonzept?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in dieses Integrationskonzept eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Unterstützt der/die (Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin Ihren Wettbewerbsbeitrag öffentlich?: 
ja
nein

C2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Ziele des Wettbewerbsbeitrags im Hinblick auf Integration und Zusammenleben detailliert beschrieben & festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Festlegung der Ziele eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Kinder (Einrichtungen der Kindertagesbetreuung)
Kinder (Schule)
Jugendliche
junge Erwachsene
Erwachsene
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
aktuelle Zuwanderer (2015-2017)
jeweils differenziert nach Herkunftsgebieten
bereits seit mehreren Jahren in Deutschland lebende Zuwanderer
Bevölkerung vor Ort
Multiplikatoren
Weitere
C 23a Wenn "Weitere"... Welche?: 
politische EntscheidungsträgerInnen, Unternehmen, Vereine und Verbände
C 24 Bezieht sich Ihr Wettbewerbsbeitrag auf: 
die Gesamtstadt?
einen Teilraum/Quartier?
ein Projekt?
C 25 An welche Orte und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Quartier als Ganzes
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Jugendeinrichtungen
Sportvereine
Flüchtlingsunterkünfte
Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
Schulen
Ausbildungsstätten
Bildungseinrichtungen (VHS u.a.)
Soziale Treffpunkte für Zuwanderer
Migrantenselbstorganisationen
Weitere
C 25a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Kultureinrichtungen
C 26: 

Welche Handlungsfelder zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort stehen in Ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt? Bitte geben Sie an, ob sich das Handlungsfeld auf die Gesamtstadt oder das Quartier bezieht bzw., ob es sich um ein Projekt handelt.

C 26a Handlungsfeld Wohnen und Wohnumfeld: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26b Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, z.B. Kindergarten, Schulen, Jugendeinrichtungen: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26c Handlungsfeld Bildung/Qualifizierung/Ausbildung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26d Handlungsfeld Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26e Handlungsfeld Kultur: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26f Handlungsfeld Sport: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26g Handlungsfeld Gesundheit: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26h Handlungsfeld Umwelt/Grün: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26i Handlungsfeld Beteiligung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26j Handlungsfeld Engagementförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 27a Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Zuwander" ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27b Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Bevölkerung vor Ort" ausgerichtet?: 
ja
nein

C3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbei: 
Stadt-, Gemeinde-, bzw. Kreisrat
Amt/Bereich Soziales
Amt/Bereich Jugend
Amt/Bereich Wohnen
Amt/Bereich Grün(-planung)
Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin
Amt/Bereich Stadtplanung/ Stadtentwicklung
Integrationsbeauftragte/r
Amt/Bereich Sport
Amt/Bereich Gesundheit
Weitere
C 30a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Amt/Bereich Kultur (federführend für "Das neue Wir - Der Konvent")
C 31 Welche verwaltungsexternen lokal relevanten Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Quartiersmanagement
Stadtteilzentren/ Nachbarschaftshäuser
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenselbstorganisationen
Sponsoren
Lokale Medien
Stiftungen
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftsvereine
Kleingartenvereine
Unternehmen, Betriebe
Weitere
C 31a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Kulturvereine und freie Kulturszene
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie finanzieren Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
C 34a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Mittel der kooperierenden Serviceclubs: Bildungspartner und Flüchtlingspartner
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
C 37 Werden im Rahmen der Umsetzung von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 38 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen bereits andernorts übernommen worden?: 
ja
nein

Einzelprojekte

Einzelprojekt 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
Das neue Wir - I.Qu.I.
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 13a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Mittel der kooperierenden Serviceclubs: Bildungspartner und Flüchtlingspartner
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 14a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 15 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Das neue WIR - I.Qu.I. - Weitere Schwerpunkte und Ziele für das Jahr 2018

Der Erfolg des Projektes „I.Qu.I. - Identifizieren, qualifizieren, integrieren“ hat gezeigt, wie wichtig es ist, weiterführende Sprachkurse für „Schnelllernende“ mit hoher Sprach- und Bildungsaffinität, die zielstrebig ihre Zukunft in Deutschland aufbauen wollen, bedarfsorientiert umzusetzen. Zahlreiche Teilnehmende konnten bereits ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Minden gewinnbringend einsetzen und fühlen sich jetzt als Bürger*innen anerkannter und integrierter. Dies führt insgesamt zu einer positiveren Stimmungslage in der gesamten Stadtgesellschaft. Nicht zuletzt konnte durch das partizipative Projekt präventiv sozialen Problemlagen vorgebeugt und etwaige Sozialkosten vermieden werden.

Diese vorbildliche Vernetzung und Kooperation von verschiedenen regionalen Akteuren und die bedarfsorientierte Ausrichtung der sprachlichen Qualifizierung wird auf Grundlage der Erfahrungen auch 2018 und mit festem Ausblick auf die nächsten Jahre durchgeführt. Die Erkenntnisse und Erfahrungen unterliegen hier einer Selbstevaluation, sodass eine zielgerichtete Arbeit jederzeit gewährleistet ist.

Bereits seit Ende 2017 werden Sprachkurse zusätzlich in den Abendstunden für berufstätige Neuzugewanderte angeboten. Diese sollen die Teilnehmer*innen auf die weitere berufliche Entwicklung oder Aufnahme eines Studiums vorbereiten. Diese Sprachkurse gibt es für das Stadtgebiet bislang nur in dem I.Qu.I. Projekt und werden fortgesetzt.

Ein weiterer Schwerpunkt wird auf Frauen als Kursteilnehmerinnen gelegt, die keinen Integrationskurs besuchen können und durch die Erziehung der Kinder nicht frei in ihrer Zeiteinteilung sind. Frauen sind ein vernachlässigter Bereich in der Zuwanderung, aber an sie werden Erwartungen, wie an einheimische Frauen gestellt. Deshalb ist eine besondere Förderkette für Frauen notwendig, die ihnen den Zugang zu Sprachkursen ermöglicht bzw. erleichtert. Vor diesem Hintergrund werden aus den Projektmitteln zukünftig Sprachkurse für Frauen in Kitas und Schulen durchgeführt.

Die Erfahrungen aus den bisherigen Sprachkursen hat zudem gezeigt, dass junge Personen schneller die Sprache erlernen als ältere Teilnehmer*innen. Es ist kontraproduktiv, beide Altersgruppen in einem Sprachkurs unterzubringen. Deshalb wird ein Sprachkurs für ältere Personen, angepasst an deren Lerntempo, angeboten.

Geduldete Personen sollen über das Projekt I.Qu.I. ebenfalls an Sprachkursen teilnehmen können, denn es handelt sich um einen Personenkreis, der nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, längerfristig in Deutschland bleibt. Auch hier ist die Sprache der notwendige Schlüssel für eine Integration in den Arbeitsmarkt.

Betriebe zu unterstützen, die Geflüchtete einstellen wollen, um damit den Betrieben die Arbeitsmarktintegration zu erleichtern, ist ein weiteres Ziel. Dies geschieht beispielsweise durch die Nutzung des bestehenden Netzwerkes zu den städtischen Behörden sowie die sprachliche Qualifizierung.

Weiterhin werden Projektteilnehmende in das Projekt „Flüchtlinge helfen Flüchtlingen“ als ehrenamtliche Sprach- und Kulturmittler eingebunden. Im Rahmen dieser Tätigkeit sollen die Integrations*lotsen andere Geflüchtete unterstützen und Orientierung geben. Hierzu erfolgt eine sprachliche Qualifizierung, die in mehreren Stufen durchgeführt wird und in Kooperation mit gemeinnützigen Trägern erfolgt.

Zukünftiges Ziel für I.Qu.I. ist es, die Neuzugewanderten noch stärker in Planungen und Aktivitäten der sprachlichen Qualifikation einzubeziehen, um die Nachhaltigkeit des Projektes zu fördern. Integration ist ein langer Prozess und eine gesamtstädtische Aufgabe, die in Minden weiter gemeinsam fortgeführt wird.

Einzelprojekt 2

D 20 Titel des Einzelprojekts Nr. 2: 
Das neue Wir - Der Konvent
D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 23a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Der Konvent: Mittel der kooperierenden Serviceclubs: Bildungspartner und Flüchtlingspartner // 8. Deutsche Kinder-Theater-Fest: extern finanziert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 24a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 25 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Das neue Wir - Der Konvent - Weitere Schwerpunkte und Ziele für das Jahr 2018

Eine Stadt zeigt Profil: Kultur ist Motor der Stadtentwicklung. Kultur ist Motor zur Integration und Teilhabe. Kultur ist Motor für das Zusammenleben aller Neu- und Alt-Mindener. Der im Rahmen eines Citizen Panel und mit Hilfe der Design Thinking Methode entwickelte Konvent zur Stadtgesellschaft im Wandel, ausgetragen im Stadttheater Minden 2017, war so erfolgreich und hat so nachhaltig gewirkt, dass die Stadtverwaltung beschlossen hat, den Konvent auch in zukünftige Veranstaltungsformate zu integrieren.

Den Auftakt in 2018 macht das 8. Deutsche Kinder-Theater-Fest vom 27. bis 30. September in Minden, welches die BAG Spiel & Theater e.V., die LAG Spiel und Theater NRW und das Stadttheater Minden gemeinsam ausrichten.

Auf Grundlage innovativer Eigenproduktionen, zu 99% ausgelasteter Kinder- und Jugendabonnements, der herausragenden theaterpädagogischen Arbeit des Stadttheaters von Theaterstücken mit Jugendlichen, auch mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen und den damit verbundenen namhaften Auszeichnungen des Theaterstücks „Blick nach vorn“ (Premiere Konvent 2017), ist die Einbindung des Konvents in das Theaterfest zielführend gesetzt. Damit qualifiziert er sich inhaltlich weiter und wird über die Mindener Bildungspartner, eine soziale Initiative der Mindener Wirtschaft, betreut.

Neben sechs Auftritten von Theatergruppen (120 Kinder) im Stadttheater, die erstmalig deutschlandweit durch eine paritätisch aus Kindern und Erwachsenen besetzten Jury ausgewählt werden und einer Fachtagung des Bundesverbandes Theater in Schule (BVTS), besteht die Möglichkeit in einem Spiegelzelt, mitten auf dem zentralen Domplatz in Minden, den Konvent sinnfällig zu integrieren.

Wie auch in 2017 wird ein Clowns-Theaterprojekt des Regisseurs Canip Gündoglu auf dem Konvent seine Premiere feiern. Die Theaterproben beginnen im Mai 2018 und richten sich an Kinder geflüchteter Zuwanderer zwischen neun und zwölf Jahren. Das Stück wird so aufgebaut sein, dass Schauspieler*innen und Zuschauer*innen, die die deutsche Sprache noch nicht gut verstehen, teilhaben können.

Der Konvent 2018 setzt das Thema „Familie“ in den Mittelpunkt. Die bereits erfolgreich erprobten Formate des Konvents 2017 werden weiter entwickelt und integrative Bestandteile des Theaterfests. Durch unterschiedliche Angebote soll verstärkt geflüchteten und zugewanderten Frauen, mit und ohne Kinder, eine aktive Teilhabe ermöglicht werden.

Erste Ideen wurden bereits formuliert, wie zum Beispiel: Deutschstämmige und Familien mit Zuwanderungsgeschichte treffen aufeinander, ein Programm für Mütter und Kinder in Form von kleineren Theater-/Circus-Events und Workshops im Nachmittagsbereich, internationale Stammtische mit Communities die sich vorstellen, ein internationales Kochen auf der Schnippelparty mit Musikerinnen, ein theaterpädagogisches angeleitetes Speed-Dating nur für Frauen, ein Maskentheater-Workshop oder eine Lesung mit internationalen Märchen.

Der „Markt der Möglichkeiten“ zu den Themen Kultur & Sport, Erziehung & Bildung, Ehrenamt & Integration, Generationen & Wohnen, erweitert mit speziellen Angeboten für Familien, soll ebenfalls rund um das Theaterfest platziert werden. Neben einer integrierten Praktikumsbörse unter Beteiligung der Mindener Wirtschaft haben sich 2017 bereits 40 Organisationen vorgestellt. Das Feedback der Aussteller war sehr positiv und es wurde eine Fortführung für die kommenden Jahre gewünscht.

Der Konvent – eine Gemeinschaftsaktion für ein Minden der Vielfalt und des Miteinanders. Mit dem Geist des Konvents hat Minden den Blick für Bedarfe geschärft. Es gilt nicht nur den Alltag gemeinsam zu gestalten, sondern auch bei großen Veranstaltungen die Bürger*innen im Geiste des „neuen Wir“ mit einzubeziehen.

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