Halle (Saale)

Name der Stadt/der Gemeinde/des Landkreises: 
Halle (Saale)
Typ: 
kreisfrei
Bundesland: 
Sachsen-Anhalt
Einreichende Dienststelle: 
Büro des Oberbürgermeisters
Ansprechpartner/in: 
Oliver Paulsen
Straße/Postfach: 
Marktplatz 1
PLZ: 
06108
Telefon: 
+49 345 221-4006
Ort: 
Halle (Saale)
Fax: 
+49 345 221-4004

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Die Koordinierungsstelle "Engagiert für Flüchtlinge" in Halle (Saale) - Integration, Zusammenhalt und Teilhabe durch Engagement

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Vom Ankommen zum guten Miteinander von Zugewanderten und Einheimischen - so lässt sich die Bandbreite der beispielgebenden Koordinierungsstelle „Engagiert für Flüchtlinge“ in Halle (Saale) beschreiben. Die Koordinierungsstelle wurde 2015 durch die Stadt Halle (Saale) in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen-Agentur und dem Evangelischen Kirchenkreis ins Leben gerufen. Ziel ist es, eine lokale Willkommenskultur für Geflüchtete und Zugewanderte aufzubauen, ehrenamtliches Engagement zu fördern, Sprach-, Begegnungs- und Willkommensangebote zu koordinieren sowie ehrenamtliche Initiativen und Vereine zu vernetzen, zu qualifizieren und zu beraten. Nach der Soforthilfe 2015 steht heute und zukünftig die Integration und Teilhabe durch Engagement im Mittelpunkt der Koordinierungsstelle „Engagiert für Flüchtlinge“. Die Koordinierungsstelle arbeitet dazu eng mit dem Verband der Migrantenorganisationen zusammen und fördert nachhaltig durch Qualifizierung und Vernetzung das Engagement von Einheimischen und Zugewanderten.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

1. Ausgangslage

Wie in ganz Deutschland vervielfachte sich im Jahr 2015 und 2016 die Zahl der geflüchteten Menschen auch in Halle (Saale). Die Stadt hat schon Ende 2014 festgestellt, dass die vorhandenen Strukturen für die entstehenden Herausforderungen nicht ausreichend sind.

Auf der einen Seite war schon Ende 2014 erkennbar, dass die Kapazitäten zur kommunalen Erstunterbringung von Geflüchteten im Laufe des Jahres an Grenzen stoßen würden. Hier wurde mit frühzeitigen Ausschreibungen für neue Gemeinschaftsunterkünfte der notwendige Vorlauf geschaffen, um im Herbst 2015 mit Kapazitätserweiterungen reagieren zu können.

Auf der anderen Seite wurde durch die erhöhte Zuwanderung und die mediale Berichterstattung zu Flucht und Vertreibung eine einmalige Hilfsbereitschaft bei vielen Menschen ausgelöst. Hier ging es der Stadt Halle (Saale) darum, dass die vielen hundert Menschen, die spontan helfen wollten, schnell und unkompliziert zu den vorhandenen Unterstützungsbedarfen finden konnten. Auf städtische Initiative hin wurde die Kooperation mit dem evangelischen Kirchenkreis und der Freiwilligen-Agentur für eine Koordinierung des Engagements für Geflüchtete gesucht.

Unabhängig davon stellte sich ab August 2015 die Frage, mit welchen Strukturen die Stadt  den künftigen Anforderungen gerecht werden kann. Das Ziel, alle in die Stadt Halle (Saale) kommenden Menschen so menschenwürdig wie möglich unterzubringen und bei der Integration zu unterstützen, hat die Notwendigkeit einer neuen, flexiblen Struktur deutlich gemacht. Der Bereich der Beauftragten für Migration und Integration wurde personell gestärkt, das Team Umzugs- und Betreuungsmanagement mit anfangs elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neu gegründet und beide Bereiche im Dienstleistungszentrum (DLZ) Migration und Integration zusammengefasst. Das DLZ ist direkt im Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters angesiedelt und unterstreicht damit die Bedeutung der Integrationsaufgabe für die Stadt Halle (Saale).

Mit den bewegenden Bildern in den Medien fühlten sich 2015 mehr und mehr Menschen angesprochen und wollten Flüchtlingen möglichst direkt und sofort unterstützen. Vor diesem Hintergrund haben der Evangelische Kirchenkreis Halle-Saalkreis, die Freiwilligen-Agentur und die Stadt Halle im Mai 2015 mit der Koordinierungsstelle „Engagiert für Flüchtlinge“ ein beispielgebendes Kooperationsprojekt gestartet, das kontinuierlich weiterentwickelt wird. Hier können sich Interessierte seitdem informieren und beraten lassen, wo, wann und wie ihre ehrenamtliche Hilfe für Geflüchtete in Halle gebraucht wird. Mit der Koordinierungsstelle wurde eine zentrale Anlaufstelle für engagementbereite Menschen auf der einen, und Organisationen der Flüchtlingshilfe auf der anderen Seite geschaffen. Initiativen und Organisationen der Flüchtlingshilfe können hier neue ehrenamtliche Mitstreiter gewinnen und erhalten Informationen, Materialien, Weiterbildungen und Vernetzungsangebote zum Engagement für Integration.

Schnell zeigte sich, dass mit den Ressourcen der Koordinierungsstelle „Engagiert für Flüchtlinge“ allein der sprunghaft gewachsene Bedarf zur Entwicklung und Koordination ehrenamtlicher Sprach- und Begegnungsangebote nicht gedeckt werden konnte. Hinzukam, dass im 4. Quartal 2015 das ehemalige Maritim-Hotel zur Landeserstaufnahmeeinrichtung (LAE) umfunktioniert wurde und auch hier ehrenamtliche Unterstützung organisiert und koordiniert werden sollte. Da der Zugang zur LAE stark eingeschränkt und keine Räumlichkeiten für ehrenamtliche Erstorientierungs- und Begegnungsmöglichkeiten vorhanden waren, eröffnete die Freiwilligen-Agentur mit Unterstützung des Landes, der Stadt Halle und vielen weiteren Unterstützern im Dezember 2015 den Welcome Treff als niedrigschwelligen Ort der Begegnung für Geflüchtete und Engagierte. Seit dem können hier viele ganz unterschiedliche ehrenamtliche Angebote und Initiativen zur Sprachförderung, Musik und Kultur, Freizeitgestaltung, Kochtreffs, Berufliche Orientierung u.v.m.) kontinuierlich weiterentwickelt werden und Integration und Teilhabe durch Engagement für, von und mit Geflüchteten ermöglichen.

Darüber hinaus konnte die Stadt Halle mit der etablierten Freiwilligen-Agentur und dem 2015 gegründeten lokalen Verband der Migrantenorganisationen Halle (Saale) e.V. im September 2016 ein dreijähriges Modellprojekt „Willkommen in Halle – Ehrenamtliche Lotsen und Paten für Geflüchtete“ starten, das vom BAMF, Land und Kommune gefördert wird. Mit diesem besonders wirkungsvollen Kooperationsprojekt erhalten Geflüchtete Unterstützung beim Ankommen in Halle und werden von Ehrenamtlichen mit Zuwanderungserfahrung bei Behördengängen, Arztbesuchen und beim Einleben in Halle individuell begleitet.

Diese und weitere neue ehrenamtliche Angebote zur Erstorientierung, Integration und Teilhabe von Geflüchteten werden in einer Steuerungsgruppe kontinuierlich evaluiert und mit weiteren Kooperationspartnern an den sich verändernden Bedarf angepasst und weiter ausgebaut.

Der Bedarf nach alltagsnaher Unterstützung von und Begegnung mit Geflüchteten in Halle hat sich seit dem Sommer der Willkommenskultur 2015 inzwischen zwar gewandelt, ist jedoch nicht geringer geworden. Stand zu Beginn die Nothilfe im Vordergrund, erleben wir jetzt mehr und mehr ein großes Bedürfnis nach Orientierung im Alltag und niedrigschwelligem Kontakt, nach Unterstützung bei Behördenangelegenheiten, Arztbesuchen und der Bewältigung des Alltags in einer für Zugewanderte oft noch als fremd erlebten Kultur.

Die einzigartige Koordinierungsstelle „Engagiert für Flüchtlinge“ soll mit der Unterstützung der ehrenamtlichen Angebote zu einer Integration beitragen, die Migrantinnen und Migranten nicht (nur) als Hilfsempfänger, sondern als aktive Gestalter in ihrer neuen Umgebung ernst nimmt und auf Augenhöhe agieren lässt.

Besonders im Hinblick auf Erstorientierung, Sprache, Werte, Umgangsformen und Herausforderungen im Alltag war die Unterstützung durch Ehrenamtliche notwendig und konnte inzwischen mit vielfältigen Angeboten zur Integration in Halle ausgebaut werden. Zahlreiche Willkommensinitiativen haben sich gebildet, neue Vereine und Netzwerke zur Integration sind daraus entstanden. Beratungsstellen, Migrantenorganisationen und Kirchengemeinden haben ihre Integrationsangebote erweitert und verstärkt, so dass Geflüchtete in Halle eine neue Heimat finden können. Somit wurde eine einmalige Möglichkeit geschaffen, bestehende Netzwerke, Kooperationen und Engagement zu bündeln – zwischen gut 80 Kirchengemeinden im evangelischen Kirchenkreis Halle-Saalkreis, 200 bestehenden Engagementangeboten der Freiwilligen-Agentur und den 225 aktiven Partnern und Akteuren des städtischen Netzwerkes für Migration und Integration.

Auf Grundlage einer Analyse des aktuellen Bedarfes planen die Kooperationspartner Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis, Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V. und die Stadt Halle (Saale) eine Profilschärfung der Koordinierungsstelle „Engagiert für Flüchtlinge“. Nach einem deutlichen Rückgang der Zuwanderungszahlen wollen die Kooperationspartner mit der Koordinierungsstelle weiterhin dazu beitragen, dass in Halle (Saale) ein Klima der Offenheit für Vielfalt wächst und Neuzugewanderte sich durch Unterstützung auf der einen, sowie Teilhabe- und Mitgestaltungsmöglichkeiten auf der anderen Seite in unserer Stadtgesellschaft zugehörig fühlen.

2. Ziele

Förderung einer lokalen Willkommenskultur für Geflüchtete und Neuzugewanderte durch die

  • Förderung ehrenamtlichen Engagements
  • Koordination und Weiterentwicklung ehrenamtlicher Sprach-, Begegnungs- und Willkommensangebote für Geflüchtete, insbesondere auch für geflüchtete Frauen
  • Information, Beratung, Qualifizierung, Begleitung und Vernetzung ehrenamtlich Engagierter sowie Vereine, Initiativen und Organisationen für Integration
  • Förderung des Engagements von und mit Geflüchteten als besonders wirksamer Beitrag zu Teilhabe und Integration
  • Ausbau der Kooperation mit dem Verband der Migrantenorganisationen, der Stadt Halle, u.a. zur Qualifizierung und Empowerment von engagierten Migrantinnen und Migranten in der Integrationsarbeit

3. Angebote

3.1 Information, Beratung und Vermittlung von interessierten Freiwilligen

Für interessierte Ehrenamtliche bietet die Koordinierungsstelle „Engagiert für Integration“ Information und Beratung zu ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Integrationsarbeit. Neben vielfältigen Informationen auf der Projekt-Webseite www.willkommen-in-halle.de sowie auf der zentralen städtischen Seite www.integration.halle.de gibt es die Möglichkeit, in einem persönlichen Beratungsgespräch Möglichkeiten des Engagements zu besprechen, Kontakte zu erhalten oder auch zu einem Einsatzort, z.B. Vereine, Initiativen oder gemeinnützigen Organisationen begleitet zu werden. Mehr als 40 verschiedene Engagementmöglichkeiten suchen weitere Unterstützung in der Integrationsarbeit – von Sprachpatenschaften bis zur Begleitung im Alltag. Darüber hinaus melden sich viele Hallenserinnen und Hallensern mit Ideen und Ressourcen für neue ehrenamtliche Angebote in der Integrationsarbeit und erhalten Tipps, Kontakte, Vernetzung und Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Ideen für und mit Geflüchteten.

Eine wichtige Aufgabe der Koordinierungsstelle ist die Verweisberatung zu bestehenden Strukturen des Netzwerkes für Migration und Integration der Stadt Halle (Saale), z.B. Beratungsstellen, Bildungsträger, Projektangebote etc., oder zum städtischen Dienstleistungszentrum Migration und Integration mit dem Umzugsmanagement oder mit dem Integrationswegweiser in fünf Sprachen.

3.2 Qualifizierung, Austausch und Vernetzung von Ehrenamtlichen

Seit dem Sommer der Willkommenskultur 2015 haben sich viele hunderte Hallenserinnen und Hallensern sowie zunehmend auch Migrantinnen und Migranten selbst für Geflüchtete engagiert und tun dies inzwischen kontinuierlich. Stand zunächst die spontane Hilfe und Unterstützung in existenziellen Fragen im Mittelpunkt, geht es inzwischen um die Integration, Zusammenhalt und Teilhabe. Die Bedürfnisse der Engagierten nach Qualifizierung und Austausch haben sich vor diesem Hintergrund weiterentwickelt. Mit den Angeboten der Koordinierungsstelle geben wir hier adäquate Unterstützung und passen diese fortlaufend an.

Neben vielen neuen Freiwilligen sind einige inzwischen seit mehr als zwei Jahren engagiert und erleben neben vielen Erfolgsmomenten auch Rückschläge, voneinander abweichende Erwartungen bei Patenschaften, persönliche Grenzen durch zeitliche Überforderung oder emotionale Belastungen, wenn Abschiebungen oder Wegzug stattfinden. Ein großer Teil des Engagements ist nach wie vor die Unterstützung beim Deutschlernen bzw. Aufzeigen von Sprachangeboten sowie Hilfe im Alltag, insbesondere die Begleitung zu Behörden, Ärzten und der Umgang mit Behördenschreiben und Anträgen.

Mit den Fortbildungs-, Supervisions-, Austausch- und Begleitangeboten für Ehrenamtliche bietet die Koordinierungsstelle „Engagiert für Flüchtlinge“ Gelegenheiten, sich über Möglichkeiten und Grenzen des individuellen Engagements zu vergewissern, Stolpersteine zu überwinden, Wissen und Knowhow für das eigene Tun zu erwerben und sich gemeinsam mit anderen für Integration und eine inklusive Gesellschaft in Halle einzusetzen.

3.3 Unterstützung von Organisationen und Initiativen der Flüchtlingshilfe

Neben einer Beratung zur Einbindung von Freiwilligen unterstützt die Koordinierungsstelle Initiativen, Kirchengemeinden und andere Organisationen bei der Gewinnung neuer Freiwilliger, bei der Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen, verbunden mit umfangreichen Vernetzungs-, Qualifizierungs-  und Austauschangeboten für Haupt- und Ehrenamtliche in der Integrationsarbeit. Die über 40 Engagementprofile in der Integrationsarbeit veröffentlichen die Stadt Halle und ihre Kooperationspartner auf verschiedenen Webseiten wie www.willkommen-in-halle.de und www.integration.halle.de sowie bei Facebook und in einem extra Print-Heft der Koordinierungsstelle „Engagiert für Flüchtlinge“.

Seit Einführung des Sonderprogramms „Bundesfreiwilligendienst in der Flüchtlingshilfe“ konnten die Kooperationspartner mehr als 50 Freiwillige mit Migrationshintergrund im Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug gewinnen, begleiten und in Initiativen, Vereine, Kirchengemeinden und städtische Gemeinschaftsunterkünfte „entsenden“, um dort gemeinsam mit anderen Freiwilligen vielfältige Integrationsangebote für und mit Geflüchteten zu unterstützen. Hier wird das erfolgreiche Miteinander der Kooperations- und Netzwerkpartner und der vielen Engagierten mit und ohne Migrationshintergrund zur wirksamen Integration sichtbar.

Insbesondere die Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden hat sich als sehr fruchtbar erwiesen. Anfänglich stand das Schaffen von Zugängen der Gemeinden zu Geflüchteten im Vordergrund. Mittlerweile werden viele Kirchengemeinden in ihrem kontinuierlichen Engagement gestärkt, zum Beispiel in Zeitpaten-Projekten, Frauentreffs oder Sprach- und Kennenlerncafés.

3.4 Kooperationen

Seit Dezember 2015 konnten mit Unterstützung der Koordinierungsstelle und ihrer Kooperationspartner am „Welcome Treff“, in Kirchengemeinden und Stadtteilzentren vielfältige Begegnungs- und Unterstützungsmöglichkeiten durch Ehrenamtliche kontinuierlich aufgebaut werden. Seit dem finden vielfältige ehrenamtliche Sprach-, Kultur- und Freizeitangebote für Kinder, Frauen, Männer und Familien statt: Sprachkurse, Handarbeiten, Theater-, Musik-, Kochveranstaltungen, Treffen von Frauengruppen, der „Regenbogentreff“, Austauschrunden selbstorganisierter Migranten-Gruppen, der „Berufetag“ für Geflüchtete u.v.m.

Diese vielfältigen ehrenamtlichen Angebote werden insbesondere von Geflüchtete ohne Berufstätigkeit sowie vor und nach dem Besuch der Sprachschulen genutzt. Für berufstätige Migrantinnen und Migranten finden Engagement- und Begegnungsmöglichkeiten für und mit Geflüchteten in den Nachmittagsstunden statt. Zusätzlich wird die Nutzung des Welcome Treffs und anderer Begegnungsorte auch für zahlreiche Organisationen und Initiativen der Flüchtlingshilfe ermöglicht. Diese bieten hier Bildungsveranstaltungen, Begegnungsmöglichkeiten (z.B. gemeinsames Kochen), Theaterprojekte und unterschiedlichste Workshops an. Der Berufetag informiert z.B. über notwendige Schritte der beruflichen Integration und ermöglicht die Vernetzung mit Firmen, die durch Berufsorientierungs-Angebote das Ankommen aktiv unterstützen. Um geflüchtete Frauen noch besser zu erreichen und ihnen eine gezielte Unterstützung untereinander zu ermöglichen, startete im Oktober 2017 das „Frauencafé am Welcome-Treff“ und bietet Unterstützung für zugewanderte Frauen auf Augenhöhe.

Der Welcome-Treff, verschiedene Kirchengemeinden und Nachbarschaftstreffs sind auch für Sprach- und Patentandems zu zentralen Ort geworden, die intensiv als Treffpunkte, Begegnungsorte und Ausgangspunkte für gemeinsame Unternehmungen genutzt werden.

Neben den Webseiten www.integration.halle.de und www.willkommen-in-halle.de informieren die Koordinierungsstelle und Ihre Partner fast täglich online über deren Facebook-Profile über aktuelle Angebote und Veranstaltungen. Interessierte erhalten darüber hinaus das Wochenprogramm des Welcome Treffs direkt aktuell per E-Mail. Mit mehrsprachigen Flyern und Kommunikation über Whats App erreichen wir zunehmend mehr Geflüchtete mit unseren Angeboten und Begegnungsmöglichkeiten.

3.5 Teilhabe durch Engagement

Über vielfältige Teilhabemöglichkeiten am Welcome Treff, beim Freiwilligentag, Engagementspaziergang u.v.m. geben der Verband der Migrantenorganisationen in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern der Koordinierungsstelle „Engagiert für Flüchtlinge“ mit dem House of Ressources Geflüchteten vielfältige Anregungen und Impulse, sich gemeinsam mit und für andere Menschen in Halle zu engagieren und damit Teilhabe und Integration durch eigenes Engagement zu erleben. Neben vielfältigen, niedrigschwelligen Engagementformen, Aktionen und Projekten der vielfältigen Kooperationspartner engagieren sich inzwischen mehr als 50 Geflüchtete im Bundesfreiwilligendienst in der Flüchtlingshilfe sowie einige hundert Ehrenamtliche mit eigener Fluchterfahrung und begleiten andere Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften, Willkommensinitiativen oder am Welcome Treff.

4. Herausforderungen und Perspektiven

Diese vielfältig wirksamen ehrenamtlichen Angebote zur Integration und Teilhabe von und mit Geflüchteten konnte die Stadt Halle (Saale) mit der Koordinierungsstelle „Engagiert für Integration“ nur in enger Zusammenarbeit mit der Freiwilligen-Agentur und dem Evangelischen Kirchenkreis u.v.a. Kooperationspartnern, insbesondere dem Verband der Migrantenorganisationen, seit 2015 kontinuierlich und bedarfsorientiert weiterentwickeln. Die Grundlage dafür bilden stabile Kooperationsbeziehungen im kommunalen Netzwerk für Migration und Integration der Stadt Halle (Saale) sowie die vielfältige Unterstützung der Bundesregierung, des Landes Sachsen-Anhalt sowie vieler privater Spender, Sponsoren und der vielen kontinuierlichen und spontanen ehrenamtlichen Helfer.

Neben der anfänglichen Euphorie vieler Helferinnen und Helfer, sichtbar gelebter Willkommenskultur sowie erweiterten und neuen Angeboten zur Integration hat sich auf der anderen Seite aber auch eine Gegenbewegung gebildet, die irrationale Ängste vor Übervölkerung und Islamisierung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gegenüber Geflüchteten schürt. Mit verbalen - bis hin zu tätlichen - Übergriffen auf Geflüchtete, Engagierte und politisch Verantwortliche wird die Unterstützung und Legitimation der zivilgesellschaftlichen Initiativen, Netzwerke und Organisationen in Frage gestellt, die sich für Integration, Vielfalt und Weltoffenheit einsetzen.

Die vielfältigen Angebote zur Erstorientierung, zum Ankommen und zur Integration und Teilhabe von Geflüchteten, die in Halle (Saale) seit 2015 durch viele Kooperationspartnern und Unterstützer, Ehrenamtliche und hauptamtlichen Multiplikator/innen ermöglicht wurden, werden in den Jahren 2018 bis 2020 weiterentwickelt.

Die Herausforderung liegt in der langfristig wirksamen Koordination und Vernetzung der Einzelmaßnahmen und unterschiedlichen Akteure unter Einbeziehung der Menschen mit Fluchterfahrung. Bei dieser Koordinationsarbeit kooperiert die Stadt Halle (Saale) auch zukünftig eng mit dem Evangelischen Kirchenkreis, der Freiwilligen-Agentur und vielfältigen Trägern und Akteuren der Integrationsarbeit in Halle.

Kontakt:

Stadt Halle (Saale)
DLZ Migration und Integration
Oliver Paulsen
Marktplatz 1, 06108 Halle (Saale)
oliver.paulsen@halle.de
www.halle.de

Freiwilligen-Agentur Halle e.V.
Olaf Ebert - Geschäftsführer
Leipziger Str. 37, 06108 Halle (Saale)
olaf.ebert@freiwilligen-agentur.de
www.willkommen-in-halle.de

Ev. Kirchenkreis Halle-Saalkreis
Hans-Jürgen Kant – Superintendent
Mittelstr. 14, 06108 Halle (Saale)
superintendentur-halle-saalkreis@ekmd.de
www.kirchenkreis-halle-saalkreis.de

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es in Ihrer Kommune ein Integrationskonzept?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in dieses Integrationskonzept eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Unterstützt der/die (Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin Ihren Wettbewerbsbeitrag öffentlich?: 
ja
nein

C2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Ziele des Wettbewerbsbeitrags im Hinblick auf Integration und Zusammenleben detailliert beschrieben & festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Festlegung der Ziele eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Kinder (Einrichtungen der Kindertagesbetreuung)
Kinder (Schule)
Jugendliche
junge Erwachsene
Erwachsene
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
aktuelle Zuwanderer (2015-2017)
jeweils differenziert nach Herkunftsgebieten
bereits seit mehreren Jahren in Deutschland lebende Zuwanderer
Bevölkerung vor Ort
Multiplikatoren
Weitere
C 24 Bezieht sich Ihr Wettbewerbsbeitrag auf: 
die Gesamtstadt?
einen Teilraum/Quartier?
ein Projekt?
C 25 An welche Orte und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Quartier als Ganzes
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Jugendeinrichtungen
Sportvereine
Flüchtlingsunterkünfte
Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
Schulen
Ausbildungsstätten
Bildungseinrichtungen (VHS u.a.)
Soziale Treffpunkte für Zuwanderer
Migrantenselbstorganisationen
Weitere
C 25a Wenn "Weitere"... Welche?: 
häusliches Umfeld und Nachbarschaft, Kirchengemeinden
C 26: 

Welche Handlungsfelder zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort stehen in Ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt? Bitte geben Sie an, ob sich das Handlungsfeld auf die Gesamtstadt oder das Quartier bezieht bzw., ob es sich um ein Projekt handelt.

C 26a Handlungsfeld Wohnen und Wohnumfeld: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26b Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, z.B. Kindergarten, Schulen, Jugendeinrichtungen: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26c Handlungsfeld Bildung/Qualifizierung/Ausbildung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26d Handlungsfeld Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26e Handlungsfeld Kultur: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26f Handlungsfeld Sport: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26g Handlungsfeld Gesundheit: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26h Handlungsfeld Umwelt/Grün: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26i Handlungsfeld Beteiligung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26j Handlungsfeld Engagementförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26k Weitere Handlungsfelder: 
Unterstützung und Begleitung im Alltag, z.B. bei Behördengängen und Arztbesuchen
C 27a Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Zuwander" ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27b Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Bevölkerung vor Ort" ausgerichtet?: 
ja
nein

C3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbei: 
Stadt-, Gemeinde-, bzw. Kreisrat
Amt/Bereich Soziales
Amt/Bereich Jugend
Amt/Bereich Wohnen
Amt/Bereich Grün(-planung)
Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin
Amt/Bereich Stadtplanung/ Stadtentwicklung
Integrationsbeauftragte/r
Amt/Bereich Sport
Amt/Bereich Gesundheit
Weitere
C 30a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Dienstleistungszentrum Migration und Integration
C 31 Welche verwaltungsexternen lokal relevanten Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Quartiersmanagement
Stadtteilzentren/ Nachbarschaftshäuser
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenselbstorganisationen
Sponsoren
Lokale Medien
Stiftungen
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftsvereine
Kleingartenvereine
Unternehmen, Betriebe
Weitere
C 31a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Patenschaftsnetzwerk
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie finanzieren Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
C 37 Werden im Rahmen der Umsetzung von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 38 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen bereits andernorts übernommen worden?: 
ja
nein
C 38a Wenn ja ... Welche?: 
Die Gründung der Koordinierungsstelle „Engagiert für Flüchtlinge“ in Halle (Saale) hat wesentliche Impulse für Netzwerkstellen „Engagiert für Integration“ gegeben, die mit Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt inzwischen in vielen Landkreisen entstanden sind. So wurde die Netzwerkstelle für ehrenamtliches Engagement mit Flüchtlingen im Saalekreis vom Kirchenkreis Merseburg übernommen und die Netzwerkstelle „„Stark für Ehrenamt und interkulturelles Miteinander“ im Salzlandkreis vom Kirchenkreis Egeln aufgebaut. Die Koordinierungsstelle Halle hat diese Aufbauprozesse beratend unterstützt.

Einzelprojekte

Einzelprojekt 1

D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 14a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu

Einzelprojekt 2

D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 24a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu

Anlagen