Stadt Bocholt

Name der Stadt/der Gemeinde/des Landkreises: 
Stadt Bocholt
Typ: 
kreisangehörig
Bundesland: 
Nordrhein-Westfalen
Einreichende Dienststelle: 
Fachbereich Soziales
Ansprechpartner/in: 
Dominik Hanning
Straße/Postfach: 
Berliner Platz 2
PLZ: 
46395
Telefon: 
+49 2871 953-519
Ort: 
Bocholt
Fax: 
+49 2871 953-241

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Haus der Integration Bocholt

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Unser Wettbewerbsbeitrag ist das Bocholter „Haus der Integration“, das sich aus der Umsetzung des vom Rat einstimmig beschlossenen Integrationskonzept entwickelt hat. Das „Haus der Integration“ führt geflüchtete Menschen, Migranten, ehren- und hauptamtlich Tätige an einer zentralen Stelle für alle Fragen und Angelegenheiten rund um Integration in Bocholt zusammen und ist gleichzeitig Ort der Begegnung. Dort werden die Handlungsfelder Wohnen und Wohnumfeld, soziale Infrastrukturen, Bildung, Qualifizierung, Ausbildung und Beschäftigung, Zusammenleben, Sport, Kultur, Teilhabe und Gesundheit umfassend behandelt und alle relevanten Ämter und externe lokal relevante Akteure einbezogen. Koordinierte Runde Tische entlang der Lebensbereiche führen zu einem nachhaltigen Zusammenwirken von Verwaltung, geflüchteter Menschen und Zivilgesellschaft und sorgen für gelingende Integration in den Quartieren und einzelnen Straßenzügen. Mit diesen Strukturen wird das Zusammenleben in der Stadt gestaltet.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

1. Ausgangssituation und Anlass

Die Überlegungen zur Integration von geflüchteten Menschen und Einwanderern begannen in Bocholt nicht erst mit der Zuspitzung der Flüchtlingssituation im Herbst 2015. Vor allem durch den ehrenamtlich fungierenden Arbeitskreis Asyl wurde das Thema Zuwanderung schon vor 2014 neu diskutiert. Bereits 2014 wurde eine „Arbeitsgruppe Willkommenskultur“ eingerichtet und nach einer ausführlichen Analyse der Ausgangssituation in Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und der Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft der Stadt Bocholt mbH (EWIBO) ein städtisches Integrationskonzept erstellt, das mit einer spezifischen Unterbringungsstrategie kombiniert wurde. Das Integrationskonzept wurde im April 2015 vom Sozialausschuss des Stadtrates beraten und einstimmig empfohlen. Kernziele des Konzepts sind die dezentrale Unterbringung und eine möglichst frühzeitige Integration der geflüchteten Menschen, unter Einbeziehung aller relevanten öffentlichen und zivilgesellschaftlichen Akteure. Das Konzept nimmt vor allem die verschiedenen Lebensbereiche mit dem Ziel der sozialen Teilhabe in den Blick (Sprache, Nachbarschaft & Wohnen, Arbeit & Beruf, Bildung & Erziehung, Kultur & Glaube, Gesundheit & Sport und Ehrenamt). Dieses Integrationskonzept stellt den Menschen in den Fokus, unabhängig von seinem rechtlichen Status. Das Integrationskonzept bildete die Grundlage für die Arbeit ab dem starken Zuzug geflüchteter Menschen seit 2014. Schon im Februar 2015 wurde für das Land NRW eine erste Notunterkunft in der Norbertschule in Bocholt errichtet, um als größte Stadt im Kreis für den Kreis Borken geflüchtete Menschen unterzubringen und zu versorgen. Die Stadt Bocholt beauftragte die EWIBO mit dem Betrieb und dem Unterhalt aller Flüchtlingsstandorte der Stadt Bocholt sowie mit der Betreuung der Geflüchteten.

In Bocholt engagieren sich viele zivilgesellschaftliche und öffentliche Akteure im Bereich der Integration. Dieses Engagement und die Vielfalt der Maßnahmen bieten große Chancen für die Teilhabe geflüchteter Menschen / Migranten. Gleichzeitig stellt Integration auch eine Herausforderung dar. Damit diese zivilgesellschaftlichen Potentiale und die einzelnen Maßnahmen langfristig wirken, bedurfte es einer Strukturierung, einer Steuerung und der Unterstützung, vor allem kleiner, komplett ehrenamtlicher Initiativen, Vereine und Organisationen. Ein Strukturierungsrahmen wurde mit dem Integrationskonzept der Stadt Bocholt und der Koordination und Umsetzung im „Haus der Integration“ am Theodor-Heuss-Ring 19-23 geschaffen.

Konkreter Anlass für die Konzeption des „Hauses der Integration“ war die aktualisierte Bedarfsanalyse unter Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure im Zuge des Anstiegs der Zahl geflüchteter Menschen in Bocholt. Es wurde die Notwendigkeit gesehen, alle Angelegenheiten im Zusammenhang mit geflüchteten Menschen zentral zu bearbeiten und einen Ort der Begegnung für alle geflüchteten Menschen, ehren- und hauptamtlich Aktive zu schaffen. Im Zuge der Ausnahmesituation geschaffene Gesprächskreise und Partnerschaften sollten verstetigt und strukturell abgesichert werden. Zudem sollte ein neutralerer Ort als das städtische Rathaus genutzt werden, um durch niedrigschwellige Angebote eine stärkere Nutzung und damit bessere Versorgung zu erreichen. Das „Haus der Integration“ arbeitet nach diesem Konzept seit Beginn 2017.

2. Konzeption, Ziele und Zielgruppen

Die inhaltliche Zielsetzung des Integrationskonzepts in Bocholt ist es, die Integration von geflüchteten Menschen und Migranten nachhaltig zu fördern, sie zu einer selbstbestimmten Lebensführung zu befähigen und eine gelebte Willkommenskultur aufzubauen. Dabei werden nicht nur Menschen, die seit 2014 nach Bocholt gekommen sind in den Blick genommen, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger eingebunden, die schon seit längerem in Bocholt leben, aber noch nicht vollständig integriert sind. Bocholt soll eine für jeden Menschen offene, wachsende und l(i)ebenswerte Stadt sein, in der alle Menschen willkommen sind. Integration kann in diesem Zusammenhang nicht als einseitiger Prozess der Anpassung von Migranten an die Aufnahmegesellschaft verstanden werden, sondern erfordert die Öffnung der lokalen Bevölkerung in Richtung der „Inklusion“ von Migranten. An dieser Zielsetzung wird in einem partizipativen Prozess gemeinsam mit der Zivilgesellschaft gearbeitet. Im Jahr 2017 wurde das Konzept erweitert. Die geflüchteten Menschen, die nach Bocholt gekommen sind, leben inzwischen dezentral verteilt im ganzen Stadtgebiet (s.u. und siehe Anlage 1). Daher ist es wichtig die Stärkung der Quartiere in den Fokus zu nehmen, um nicht nur eine Inklusion der Geflüchteten, sondern aller Menschen im Quartier zu erreichen. Es werden die gesamte Stadtgesellschaft und -entwicklung in den Quartieren in ihrer ganzen Vielfalt, unabhängig von Geschlecht, Alter, Sexualität oder Nationalität, betrachtet.

Ziel des „Hauses der Integration“ ist dabei die Bündelung und Verzahnung von Ressourcen und Ansprechpartnern für geflüchtete Menschen, Migranten sowie ehren- und hauptamtlich Tätigen an einer zentralen Stelle für alle Fragen und Angelegenheiten rund um Integration in Bocholt. Dort sind Abteilungen der Sozialbetreuung, der Wohnraumkoordinierung, der Koordination ehrenamtlicher bzw. zivilgesellschaftlicher Geflüchtetenhilfe sowie relevante Ansprechpartner der Verwaltung und der Integrationsbeauftragte der Stadt zusammengekommen. Sowohl geflüchtete Menschen als auch Bürgerinnen und Bürger, ehrenamtliche Helfer oder sonstige Akteure und Stakeholder kennen die zentrale Anlaufstelle und suchen sie regelmäßig auf.

Denn weiteres Ziel des „Hauses der Integration“ ist die Schaffung eines Orts der Begegnung für alle geflüchteten Menschen und Migranten, Bürgerinnen und Bürger und ehren- sowie hauptamtlich Tätige. Dort finden viele Veranstaltungen und Treffen statt und es werden Angebote vorgehalten, von Kinderbetreuung über niederschwellige Kursangebote bis zu Sprachkursen und weiteren Fortbildungen.

Angeknüpft an das „Haus der Integration“ sind die nach Vorgabe des Integrationskonzepts eingerichteten sieben Foren bzw. Runden Tische entlang verschiedener Lebensbereiche. Diese Runden Tische behandeln Sprache, Arbeit & Beruf, Bildung & Erziehung, Kultur & Glaube, Nachbarschaft & Wohnen, Sport & Gesundheit und Ehrenamt. In diesen Runden Tischen kommen lebensbereichsbezogen bzw. themenbezogen alle relevanten Institutionen, Vereine, Organisationen, Stakeholder und Akteure zusammen (siehe Anlage 2). Zusätzlich arbeitet die „Arbeitsgruppe Gender Asyl“ als Querschnittsgruppe. Die Runden Tische sind maßgeblich für die Gestaltung des Zusammenlebens in der Gesamtstadt und den einzelnen Quartieren. Die Struktur der Runden Tische stärkt das gute Zusammenleben und den Zusammenhalt. Die Strukturen ermöglichen die bedarfsgerechte Erarbeitung von Einzelprojekten. Gute Ideen der Runden Tische und des Arbeitskreises Asyl werden nach Möglichkeit von der Stadtverwaltung schnell umgesetzt, sofern es in ihrem Zuständigkeitsbereich liegt. Es werden zur Finanzierung verschiedene Fördermittel genutzt und sofern möglich Drittmittel akquiriert. Dabei wird möglichst darauf geachtet, Projekte zu verzahnen bzw. aufeinander aufbauen zu lassen. Und gerade im Zusammenspiel mit Ehrenamtlichen ist eine Wertschätzung wichtig. Administrative Entlastung anbieten, Bedenken und Ideen der Ehrenamtlichen ernst nehmen und aufgreifen und eine Umsetzung von guten Ideen forcieren sind hier die Maximen des Handelns. Aus den Runden Tischen sind so schon viele Ideen umgesetzt worden, so die App „Integreat“ (fünfsprachige Informationen für Geflüchtete, Nachrichten, Veranstaltungshinweise), die internationale Fußballakademie, das „MultiKulti“ als zusätzlicher Begegnungsort mit unterschiedlichen künstlerischen und gesellschaftlichen Projekten, sowie viele kleine Maßnahmen im Stadtgebiet. Stellvertretend werden unter D. zwei Projekte daraus vorgestellt.

3. Vorgehen und Umsetzung:

Neben der permanenten Anwesenheit der Ansprechpartner treffen sich regelmäßig die relevanten Akteure zu Evaluations- und Abstimmungstreffen.

Im „Haus der Integration“ sind die folgenden Einrichtungen angesiedelt:

  1. Lenkungskreis Geflüchtetenhilfe Stadt Bocholt und relevante Fachbereiche der Stadtverwaltung und weitere Akteure
  2. Integrationszirkel Jobcenter und EWIBO
  3. Info-Austausch Arbeitskreis Asyl & EWIBO
  4. Runde Tische
  5. Integrationsbeauftragter der Stadt Bocholt
  6. Abteilung Wohnraumkoordination
  7. Abteilung Sozialbetreuung

Zu 1: Der Lenkungskreis trifft sich monatlich oder nach Bedarf ca. 6-8 Mal im Jahr, um das Vorgehen zu evaluieren und Details der Umsetzung abzusprechen. Vertreten sind der Sozialdezernent der Stadt Bocholt, der Fachbereich Bürgerbüro, Zuwanderung und Integration, der Fachbereich Soziales /Jobcenter und der Fachbereich Jugend, Familie, Schule und Sport, die EWIBO sowie im Einzelfall weitere Ansprechpartner, z. B. aus dem Baubereich.

Zudem wird der Lenkungskreis von einer politischen Begleitgruppe unterstützt. In dieser Gruppe sind die Fraktionen des Stadtrates mit jeweils einem Politiker vertreten. Der Lenkungskreis berichtet dort über politik-relevante Angelegenheiten, die Begleitgruppe sichert die rechtliche Zustimmung des Stadtrates ab. Ebenfalls berichtet die EWIBO über ihre Arbeit und verschiedene Projekte der Integrationsarbeit in Bocholt in verschiedenen Ausschüssen.

Zu 2: Der Integrationszirkel zwischen EWIBO und dem Jobcenter trifft sich ebenfalls ein Mal pro Monat und bespricht Details der gemeinsamen Umsetzung des Integrationskonzepts.

Zu 3: Der Arbeitskreis Asyl koordiniert ca. 100 ehrenamtliche Integrationspaten, die geflüchtete Menschen im Alltag unterstützen (siehe unten) und ist wichtiger Partner bei Migrationsthemen. Vertreter des Arbeitskreises Asyl sind in jedem der Runden Tische vertreten. Die Leitung des Arbeitskreises Asyl trifft sich monatlich in Abstimmungsgesprächen mit Vertretern der Geflüchtetenhilfe der EWIBO.

Zu 4: In den Runden Tischen sind verschiedene Akteure aus unterschiedlichen Bereichen tätig (vgl. Anlage 2). An den sieben Runden Tischen nehmen im Durchschnitt je ca. 15-20 Personen teil. Davon kommen ca. 70% der Teilnehmenden aus Vereinen, Verbänden und Organisationen, ca. 30% sind nichtorganisierte Privatpersonen. Die Bedarfe der ehrenamtlich Tätigen werden in den Runden Tischen ständig abgefragt. Aus den Runden Tischen ergeben sich wie beschrieben integrierende und innovative Einzelprojekte. Hier interagieren Vereine und Organisationen, Institutionen der Zivilgesellschaft mit Privatpersonen, geflüchteten Menschen und der Stadtverwaltung und Politik. Erkenntnisse aus den Runden Tischen bestimmen auch die Tagesordnung des Lenkungskreises der Geflüchtetenhilfe in Bocholt.

Im Bereich der Sprachbildung ist eine Kooperation mit der Volkshochschule Bocholt (VHS) abgeschlossen worden. Dort werden gut 80 ehrenamtliche Sprachhelfer koordiniert, weiterqualifiziert sowie mit geeigneter Literatur ausgestattet. Die VHS leitet auch den Runden Tisch Sprache.

Zu 5: Der Integrationsbeauftragte und der Integrationsrat binden ausländische Kultur- und Migrantenorganisationen aktiv ein und sind Ansprechpartner. So sind vor allem im Runden Tisch Kultur & Glaube Mitglieder der verschiedenen Organisationen vertreten.

Zu 6+7: Zur Umsetzung der Bocholter Unterbringungsstrategie und zur Betreuung geflüchteter Menschen und Migranten sind im Haus der Integration die hauptamtliche Sozialbetreuung und die Wohnraumkoordination angesiedelt.

Das Integrationskonzept inklusive Bocholter Unterbringungsstrategie sieht drei Wohnstufen vor:

  1. Stufe direkt nach Ankunft: Betreutes Erstwohnen
  2. Stufe: Betreutes Außenwohnen
  3. Stufe: dezentrales Verfestigungswohnen

Jeder geflüchtete Mensch erhält in Bocholt nach der Zuweisung eine feste direkte Sozialbetreuung, die ihn langfristig begleitet. In Stufe 1 können die geflüchteten Menschen in den ersten Wochen nach Ankunft zur Ruhe kommen. Durch die Sozialbetreuung findet ein Erstprofiling statt. Dabei wird in Erfahrung gebracht, was die Personen oder Familien mitbringen, ihre Geschichte, Fähigkeiten, Qualifizierungen, Ausbildungen oder Berufserfahrungen. Ziel ist die schnelle Entwicklung einer guten und attraktiven Perspektive. Kinder unter 6 Jahren werden direkt vor Ort betreut, Kinder und Jugendliche über 6 Jahren gehen in Auffangklassen der lokalen Grund- oder weiterführenden Schulen. Parallel dazu werden niederschwellige Sprachschulen angeboten. Durch Sozialbetreuung und ehrenamtlich Helfende werden die Menschen auf ein selbstständiges Leben mit eigener Wohnung in Bocholt vorbereitet. So wird neben dem Spracherwerb auf Dinge wie Orientierung im Quartier, Kennenlernen durch Ablaufen typischer Strecken zum Supermarkt, Arzt, Behörden, Mülltrennung, Hausordnung, Ruhezeiten etc. Wert gelegt.

Am Ende der ersten Wohnstufe wird ein Wohn-Check vorgenommen. Dabei wird geschaut, inwiefern die Person oder Familie integrationswillig ist bzw. inwiefern sie signalisiert, dass sie im Falle einer Anerkennung in Bocholt bleiben oder weiterziehen möchte. Dabei werden die Bedarfe der geflüchteten Menschen mit einbezogen, insbesondere wird auf gesundheitliche Einschränkungen, Familiengröße, Alter der Kinder, Schulpflicht etc. geachtet. Die Wohnraumkoordinierung organisiert die weiteren Unterkünfte.

Solange der Rechtsstatus der Person oder Familie noch offen ist, gehen sie in die 2. Wohnphase, das betreute Außenwohnen. Hier stehen größere Wohneinheiten zur Verfügung. Im Unterschied zur 1. Wohnphase erhalten die Personen oder Familien allerdings eine eigene, abschließbare Wohnung.

Die Sozialbetreuung steht weiterhin zur Verfügung, zusätzlich erhalten die geflüchteten Menschen allerdings einen persönlichen Paten, der/die sich im Alltag stärker mit ihnen beschäftigt. Es werden Hobbys erfragt und Vereine und Freizeitmöglichkeiten vorgestellt. Kinder unter sechs Jahren besuchen ab diesem Zeitpunkt einen Kindergarten, Kinder und Jugendliche über sechs Jahren gehen weiterhin in die entsprechenden Schulen. Die Sprachschulen stehen weiterhin zur Verfügung.

Ab Anerkennung des Rechtsstatus werden die geflüchteten Menschen in der dritten Wohnphase, dem dezentralen Verfestigungswohnen, untergebracht. Dabei erhalten sie dezentralen Wohnraum über das gesamte Bocholter Stadtgebiet verteilt und es wird versucht, die geflüchteten Menschen im Zusammenspiel mit der Nachbarschaft heimisch werden zu lassen. Die Sozialbetreuung ist weiterhin aktiv, gemeinsam mit den persönlichen Paten und möglichst der direkten Nachbarschaft. Kinder unter sechs gehen nach wie vor in den Kindergarten, Ältere in die Schulen, auch die Sprachschulen werden weiterhin angeboten. Die Sozialbetreuung bemüht sich zudem verstärkt, dass eine Vereinsaktivität für Kinder und Eltern möglich wird. Sie werden frühzeitig durch Vereine, Nachbarn und die Runden Tische zur Mitarbeit motiviert. So werden sie zu Subjekten und eigenständigen Akteuren und erfahren ihre Selbstwirksamkeit.

Zudem kümmert sich die Sozialbetreuung zusammen mit weiteren Ansprechpartnern und den Runden Tischen verstärkt um das Thema Berufsausbildung bzw. Arbeitsgelegenheiten. Hierzu stehen z.B. bei der EWIBO mit niederschwelligen Frauenkursen, Stark im Beruf-Flucht oder der Anerkennungsberatung für im Ausland erworbene Berufsabschlüsse verschiedene weiterführende Angebote zur Verfügung. Die Mitglieder der Runden Tische werden jeweils einbezogen.

Vor Einzug in die dritte Wohnstufe suchen Mitarbeitende der Wohnraumkoordinierung und Sozialbetreuung die Nachbarn im Quartier auf und informieren diese über den Einzug der neuen Nachbarn. Zudem organisieren sie Treffen zwischen den neuen Mietern und ihren alteingesessenen Nachbarn. Sie stehen für Fragen zur Verfügung, nehmen sich Zeit für Ängste, klären über falsche Vorstellungen oder Vorurteile auf und stehen auch nach Einzug bei Problemen oder Rückfragen als Ansprechpartner zur Verfügung. Dies hat für die geflüchteten Menschen den Vorteil, dass sie mit ihrer Vertrauensperson und ihrem langfristigen Helfer zusammenarbeiten. Für die Nachbarn oder die Vermieter hat dies den Vorteil, dass sie sich in allen Fällen an eine offizielle Stelle wenden können, die sich um ihre Anliegen kümmert, Ängste nimmt, Ungewissheiten oder Unsicherheiten beseitigt und Herausforderungen oder Problemlagen meistert. Nach anfangs eventuell skeptischen Haltungen bei Nachbarn oder Vermietern, können diese durch die aktive Ansprache und den persönlichen Kontakt zumeist optimistisch und neugierig gemacht werden.

Im Rahmen des Runden Tisches Nachbarschaft & Wohnen wird jeden Donnerstag im Jobcenter eine Sprechstunde für Wohnungsanbieter- und suchende angeboten. Bei Bedarf werden zudem „kleine Runde Tische“ einberufen, um Geflüchtete und Nachbarschaften vor Ort miteinander bekannt zu machen und Spielregeln des Miteinanders abzustimmen.

4. Finanzierung:

Finanziert wird das „Haus der Integration“ und dessen Arbeit durch unterschiedliche Mittel. Zum einen werden Haushaltsmittel der Stadt Bocholt genutzt. Zum anderen konnten unterschiedliche Fördermittel auf Landes- Bundes- und Europäischer Ebene sowie durch private Spender/Institutionen in Einzelprojekten dort vereint werden. So gibt es durch Einzelprojekte aufeinander abgestimmte und verzahnte Projektketten und auch ehrenamtliche Initiativen konnten über Drittmittel unterstützt werden.

5. Erfüllung der Bewertungskriterien

Das „Haus der Integration“ fügt sich direkt in das kommunale Integrationskonzept ein. Neben der Ausgangs- und Bedarfsanalyse basiert das „Haus der Integration“ auf einer stetigen Analyse und Evaluation. Diese ist strukturell durch den Lenkungskreis sowie die Runden Tische abgesichert. Dabei werden permanent Instrumente der Qualitätssicherung und Evaluation eingesetzt. Die Kooperationen und Vernetzungen im „Haus der Integration“ sind verbindlich vereinbart. Durch die langfristig und nachhaltig angelegte Konzeption des „Hauses der Integration“ und der Einbindung von Nachbarn, Zivilgesellschaft und allen relevanten Akteuren und Stakeholdern wirkt die Integration langfristig und zeigt nachhaltigen Erfolg. Dabei wird das „Haus der Integration“ von der Politik unterstützt. Es basiert auf dem vom Rat der Stadt einstimmig beschlossenen Integrationskonzept. Zudem wird der Lenkungskreis von einer politischen Begleitgruppe unterstützt, die auch in den Runden Tischen vertreten ist (s.o.). Durch die Runden Tische und die explizite Einbindung der „Arbeitsgruppe Gender Asyl“ werden Gender- und Diversity-Aspekte stetig berücksichtigt und ihre Beachtung ist strukturell verstetigt.

Das „Haus der Integration“ und das Integrationskonzept sind nicht an singulär nur in Bocholt vorkommende Strukturen gebunden. Ein Know-how-Transfer ist sowohl durch Übernahme unserer Konzepte als auch durch Besuche in Bocholt möglich. So besuchten z.B. am 13. Juli 2017 drei Vertreter der Stadt Stade das „Haus der Integration“ in Bocholt, um sich über Geflüchtetenarbeit beider Städte auszutauschen. Auch grenzüberschreitend beteiligt sich Bocholt am regelmäßigen Know-how-Transfer mit niederländischen Nachbarstädten.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es in Ihrer Kommune ein Integrationskonzept?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in dieses Integrationskonzept eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Unterstützt der/die (Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin Ihren Wettbewerbsbeitrag öffentlich?: 
ja
nein

C2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Ziele des Wettbewerbsbeitrags im Hinblick auf Integration und Zusammenleben detailliert beschrieben & festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Festlegung der Ziele eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Kinder (Einrichtungen der Kindertagesbetreuung)
Kinder (Schule)
Jugendliche
junge Erwachsene
Erwachsene
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
aktuelle Zuwanderer (2015-2017)
jeweils differenziert nach Herkunftsgebieten
bereits seit mehreren Jahren in Deutschland lebende Zuwanderer
Bevölkerung vor Ort
Multiplikatoren
Weitere
C 23a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Stadtverwaltung, Vereine, Organisationen
C 24 Bezieht sich Ihr Wettbewerbsbeitrag auf: 
die Gesamtstadt?
einen Teilraum/Quartier?
ein Projekt?
C 25 An welche Orte und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Quartier als Ganzes
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Jugendeinrichtungen
Sportvereine
Flüchtlingsunterkünfte
Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
Schulen
Ausbildungsstätten
Bildungseinrichtungen (VHS u.a.)
Soziale Treffpunkte für Zuwanderer
Migrantenselbstorganisationen
Weitere
C 26: 

Welche Handlungsfelder zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort stehen in Ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt? Bitte geben Sie an, ob sich das Handlungsfeld auf die Gesamtstadt oder das Quartier bezieht bzw., ob es sich um ein Projekt handelt.

C 26a Handlungsfeld Wohnen und Wohnumfeld: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26b Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, z.B. Kindergarten, Schulen, Jugendeinrichtungen: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26c Handlungsfeld Bildung/Qualifizierung/Ausbildung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26d Handlungsfeld Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26e Handlungsfeld Kultur: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26f Handlungsfeld Sport: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26g Handlungsfeld Gesundheit: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26h Handlungsfeld Umwelt/Grün: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26i Handlungsfeld Beteiligung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26j Handlungsfeld Engagementförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 27a Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Zuwander" ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27b Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Bevölkerung vor Ort" ausgerichtet?: 
ja
nein

C3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbei: 
Stadt-, Gemeinde-, bzw. Kreisrat
Amt/Bereich Soziales
Amt/Bereich Jugend
Amt/Bereich Wohnen
Amt/Bereich Grün(-planung)
Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin
Amt/Bereich Stadtplanung/ Stadtentwicklung
Integrationsbeauftragte/r
Amt/Bereich Sport
Amt/Bereich Gesundheit
Weitere
C 31 Welche verwaltungsexternen lokal relevanten Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Quartiersmanagement
Stadtteilzentren/ Nachbarschaftshäuser
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenselbstorganisationen
Sponsoren
Lokale Medien
Stiftungen
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftsvereine
Kleingartenvereine
Unternehmen, Betriebe
Weitere
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie finanzieren Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
C 37 Werden im Rahmen der Umsetzung von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 38 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen bereits andernorts übernommen worden?: 
ja
nein

Einzelprojekte

Einzelprojekt 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
"MultiKulti" als Ort der Begegnung
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 14a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 15 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Das „MultiKulti“ als weiterer Ort der Begegnung entstand aus Ideen des Runden Tisches für Kultur und Glaube. Der Schwerpunkt der Angebote dort liegt auf den Themen Kunst, Kultur und interkulturelle Begegnung. So werden dort allgemeine Stammtische „Neue Nachbarschaften in Bocholt“ organisiert, in denen Nachbarinnen und Nachbarn zum Spielen, Klönen, Kochen, Ausflüge, Reisen, zum Austausch und zum Spaß haben zusammen geführt werden. Es werden Begegnungen und Möglichkeiten des Austauschs geschaffen sowie Brücken gebaut zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Generationen. Die Nachbarinnen und Nachbarn verbringen ihre Freizeit miteinander und es entstehen Freundschaften, die über das „MultiKulti“ hinaus aktiv gelebt und gepflegt werden. Dadurch werden Lebenssituationen geflüchteter Menschen normalisiert und sie kommen mit Personen zusammen, die sich für sie und ihre Lebensgeschichte interessierten. Die regelmäßigen gemeinsamen Aktionen fördern das Vertrauen und aus dem Spielen, Kochen und dem Austausch entstehen in Eigeninitiative kleine Projekte, Aktionen und Unternehmungen.

Neben dem Stammtisch entstehen im „MultiKulti“ Kunstprojekte. So z.B. die künstlerische Darstellung der Eindrücke, Wahrnehmungen, Erwartungen sowie Wünsche geflüchteter Menschen von ihrem und an ihr neues Leben in Bocholt. Dabei engagierten sich mehr als 50 Personen, die gemeinsam eine große Leinwand gestalteten. Das fertige Bild wurde im Anschluss im Foyer des Rathauses ausgestellt.

Das „MultiKulti“ wird zudem bei übergreifenden Aktionen eingebunden, wie der Woche der Integration bzw. der Woche der Bildung. In dem Rahmen gab es dort Kunstprojekte oder internationale Musikveranstaltungen.

Das „MultiKulti“ ist außerdem z.T. Begegnungsort im Rahmen von niederschwelligen Frauenkursen oder Aktionen für Kinder und Jugendliche.

Finanziell gefördert wird das „MultiKulti“ und dessen Angebote u.a. über das BAMF und Mittel für niederschwellige Frauenkurse.

Einzelprojekt 2

D 20 Titel des Einzelprojekts Nr. 2: 
Internationale Fußballakademie
D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 24a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 25 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Die internationale Fußballakademie entstand aus dem Runden Tisch für Sport & Gesundheit. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Akademie des Sports (eads), der Stadt Bocholt, der EWIBO und des lokalen Fußballvereins 1. FC Bocholt e.V. Ziel der Internationalen Fußballakademie ist die Förderung der Integration durch Sprache und Sport. Beide gehören zu den Komponenten, die Integration positiv beeinflussen. Nach dem Motto „erst pauken, dann kicken“, nehmen 36 geflüchtete Menschen in Bocholt an dem Projekt teil. Zweimal in der Woche erhalten sie erst einen einstündigen Sprachkurs in den Schulungsräumen im Vereinsheim des 1. FC Bocholt. Dabei geht es vorrangig um alltagsbezogene Sprache. Anhand konkreter Situationen wird auf einem einfachen Level Deutsch vermittelt. Im Anschluss wird für sie ein hochwertiges Fußballtraining über 1,5 Stunden angeboten. Es soll die integrative Kraft des Fußballs wirken, Fußball ist hier eine Plattform, um Werte zu vermitteln. Ziele sind neben dem Spracherwerb und der sportlichen Betätigung auch die Verständigung trotz kultureller Unterschiede sowie gut miteinander auszukommen, sich gegenseitig zu unterstützen, Toleranz, Respekt und Teamgeist zu zeigen, Disziplin zu üben und Emotionen zu teilen.

Dabei gibt es in Bocholt mehrere Gewinner. Zum einen profitieren die Teilnehmer, zum anderen gewinnt der Fußballsport durch neue Spieler. Und übergreifend wird der Bocholter Sport insgesamt gestärkt.

Im Jahr 2017 haben die Teilnehmenden der Internationalen Fußballakademie u.a. an mehreren Freundschaftsspielen gegen Teams aus der Umgebung gespielt. Dabei standen jeweils der Austausch und der gemeinsame Spaß am Fußball im Vordergrund.

Finanziell unterstützt wird die Internationale Fußballakademie unter anderem durch das Land NRW, über die Initiative „KommAn NRW“.

Anlagen