Ostfildern/ Landkreis Esslingen

Name der Stadt/der Gemeinde/des Landkreises: 
Ostfildern/ Landkreis Esslingen
Typ: 
kreisangehörig
Bundesland: 
Baden-Württemberg
Einreichende Dienststelle: 
Fachbereich 1 Integration und Flüchtlingshilfe
Ansprechpartner/in: 
Andrea Koch-Widmann
Straße/Postfach: 
Gerhard-Koch-Str. 1
PLZ: 
73760
Telefon: 
+49 711 3404-156
Ort: 
Ostfildern
Fax: 
+49 711 3404-9156

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Vielfalt in Ostfildern - Auf dem Weg zur Teilhabe

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Schwerpunkt des Wettbewerbsbeitrags ist die Erarbeitung eines Integrationsplanes für die Stadt Ostfildern. Integration wird hierbei als Vielfalt verstanden im Sinne von „Integration ist Bürgersache“. Das bedeutet, Integration geht jeden einzelnen an, jeder kann dazu etwas beitragen und Verantwortung übernehmen, dadurch wird sie vielfältig. Integration wird dabei als Prozess verstanden, als Weg zur Teilhabe. Nach dem Motto „Begegnung – Beteiligung – Zukunft gestalten“.

Diese Leitgedanken werden bereits gelebt: durch die Vielfalt der Angebote, der verwaltungsexternen Kooperationspartner (Bürgerstiftung, Kreisjugendring, Freundeskreis Asyl, Wohlfahrtsverbände, Polizei, Landratsamt, Ministerien, Landeszentrale für politische Bildung) und das große Engagement der Bürgerschaft. Eine Vielzahl der Angebote zielt auf Empowerment ab – Fortbildungen für Ehrenamtliche (ehrenamtliche Dolmetscher, muttersprachliche Elternbegleiter) Infoveranstaltungsreihen, Beteiligungsformate wie der Kommunale Flüchtlingsdialog und die Ostfilderner Gespräche.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Ausgangssituation:

Menschen aus 127 Nationen – von Albanien bis Zypern - leben in Ostfildern. Das ist ein Anteil von 15,8 Prozent an der Bevölkerung (Stand 31.10.2017). Dieser Anteil ist gegenüber dem Jahresende 2013 (13 Prozent) um fast drei Prozentpunkte gestiegen. Ein Integrationsplan wird derzeit erarbeitet.  Im Leitbild der Stadt heißt es: „Wir sind eine Stadt der Ideen und des offenen Miteinanders“. Und unter dem Stichwort "familienfreundlich" taucht das Thema Integration auf: „Wir wünschen, dass sich Menschen unterschiedlicher Nationalität und Herkunft in unsere Gemeinschaft einbringen und unterstützen sie dabei." Schon jetzt  gibt es, insbesondere im Fachbereich 2 „Bildung, Kultur und Familie“ viele Projekte, die sich mit der Integration von Zuwanderern beschäftigen beziehungsweise die Teilhabe und Beteiligung der neuen Mitbürger fördern: Projekt „eins plus b“ (Eltern im Netzwerk Sprache plus Bildung), WiPS („Wir in der Parksiedlung“), integrierte Stadtentwicklungsplanung für Ältere,  IKEROS-Jugendbüro, Tempo Pro Ausbildung plus u.a..

Derzeit wird im Fachbereich 1 „BürgerService“ ein Integrationsplan erstellt. Dieser Plan fasst die bestehenden Entwicklungen, Projekte und Maßnahmen zusammen und soll ein Gesamtkonzept mit Strategie- und Handlungsempfehlungen für ein gutes und friedliches Zusammenleben aller Bürger in der Stadt entwerfen. Das Ziel ist eine weltoffene Stadt, in der sich Bürger (aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir die männliche Form, die weibliche Form ist dabei jeweils mit eingeschlossen) gemeinsam für ein friedliches und respektvolles Miteinander einsetzen und in der allen Bürgern die gleichberechtigte Teilhabe ermöglicht wird. Dieser Integrationsplan basiert auf den in der Praxis gewonnenen vielfältigen Erfahrungen, greift die bereits erarbeiteten Maßnahmen (z.B. Altenhilfeplan, Initiativen wie Quartiersentwicklung Parksiedlung) auf, erweitert die Zielgruppe auf Zuwanderer und nimmt somit letztlich die gesamte Bevölkerung in den Blick.

Anlass:

Seit 2014 bekommt die Stadt Geflüchtete zur Unterbringung zugewiesen. Die Zuweisung für die vorläufige Unterbringung (zuständig ist der Landkreis Esslingen) ist stark rückläufig (von 450 in 2016 auf geplante 100 in 2018), die Zuweisung für die Anschlussunterbringung (zuständig ist die Stadt) nimmt stark zu (von 100 in 2016 auf geplante 800 in 2018). Mit der Ankunft der ersten Flüchtlinge im Februar 2014 entstand eine neue Bewegung von ehrenamtlich engagierten Menschen, der Freundeskreis Asyl Ostfildern gründete sich als gemeinnütziger Verein. Anfangs engagierten sich rund 300 Menschen ehrenamtlich, aus allen Altersstufen, aus allen sozialen Schichten, aus den Kirchen, aus den verschiedensten Berufen und aus allen Stadtteilen. Da die staatlichen Stellen zu Beginn mit der Zahl der Geflüchteten überlastet waren und sich die zuständige Betreuung/Verwaltung erst im Aufbau befand, waren die Ehrenamtlichen mit viel Expertise (Sozialarbeiter im Mutterschutz, Öffentlichkeitsarbeit, Journalismus, (Sprach-)Lehrer,  Wirtschaft etc.) und Kreativität die Treiber in der Betreuung  und Begleitung der Geflüchteten. Durch eine offene und sehr konstruktive Zusammenarbeit – insbesondere mit den städtischen Stellen – trug dieses Engagement zur Lösung vieler Probleme bei. Viele Unterstützungsprojekte konnten gestartet und Zuschüsse gewonnen werden. „Die konstruktiven Lösungen der Ehrenamtlichen im Umgang mit Geflüchteten zeigen das Potenzial der Zivilgesellschaft, ein ganz neues Verhältnis zu Zuwanderung zu entwickeln" (vgl. Professor Dr. Werner Schiffauer, Kulturwissenschaftler der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder).

Die große Zahl der Geflüchteten (ca. zehn Prozent unter den Ausländern) und das fordernde Engagement der Ehrenamtlichen haben viele Lücken im System aufgezeigt. Die Stadtverwaltung ist konstruktiv und lösungsorientiert damit umgegangen und hat sozusagen aus der Herausforderung und Praxis heraus Positives für alle Bürger der Stadt entwickelt: z.B. Umsetzung bezahlbaren Wohnraums für Menschen mit besonderen Bedarfen und mehr Wohnraum für in Not geratene Menschen. Insbesondere auch die Haltung zur Beteiligung der Bürger hat sich bei Bürgern und Akteuren der Verwaltung verändert. Gezielt wird versucht, alle Migranten miteinzubeziehen, auch wenn diese keine Vertretung wie etwa eine Organisation oder einen Verein haben. 

Aus diesen Anlässen hat die Stadt den Bedarf für einen Integrationsplan erkannt und zur Erarbeitung des Planes seit Juli 2016 eine Integrationsbeauftragte (gefördert vom Ministerium für Soziales und Integration in Baden-Württemberg) als Projektstelle eingestellt, angesiedelt im Fachbereich 1. Diese bildet zusammen mit der Koordinatorin für das bürgerschaftliche Engagement in der Flüchtlingshilfe die Fachstelle Integration und Flüchtlingshilfe. Eingebunden ist diese in das Team Soziales im FB 1, zu der neben der Leitung, der Soziale Dienst für Flüchtlinge in der städtischen Anschlussunterbringung, die Hausmeister der Obdachlosenunterkünfte, kommunaler Sozialdienst und Wohngeldstelle gehören. Das bedeutet, die Integrationsbeauftragte ist nicht nur konzeptionell tätig, sondern ganz konkret mit eingebunden bzw. konfrontiert mit den alltäglichen Problemen im Feld, für die Lösungen gefunden werden müssen. Dazu gehört auch die direkte Zusammenarbeit mit den Rechtsexperten im Bereich Integration und Zuwanderung, der ebenfalls im FB 1 angesiedelt ist.

Konzeption, Ziele und Zielgruppe:

Integration ist eine Querschnittsaufgabe, die alle Bereiche der Stadtverwaltung, der Kommunalpolitik und des Gemeinwesens umfasst. Vor allem aber ist Integration ein wechselseitiger und andauernder Prozess. Die Leitgedanken des Integrationsplans sind: Begegnung – Beteiligung – Zukunft gestalten. Zur Konzeption gehört eine Bestandsaufnahme von integrativen Maßnahmen und Projekten in der gesamten Stadt. Dazu zählen Beteiligungsformate wie der Kommunale Flüchtlingsdialog (2016, s. Dokumentation im Anhang), die Ostfilderner Gespräche „Willkommen zum Gespräch - Wie wollen wir zusammenleben?“ (2017 s. Anhang) sowie die sieben Arbeitsgruppen des Plenums Integration (seit August 2015, siehe Anhang). Durch die Zusammenarbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen des Plenums Integration, durch den Austausch von Fachleuten der Stadtverwaltung, ergänzender Behörden, Kirchen, Vereinen und Ehrenamtlichen und die besser werdende Vernetzung wird deutlich, dass wir insbesondere im Fachbereich 2 bereits im besten Sinne der Integration (Chancen bieten, Teilhabe ermöglichen) tätig sind. Hier gibt es bereits gewachsene Strukturen, Ansätze und Projekte, die im Sinne der Integration – verstanden als Herstellung einer Einheit aus einzelnen Elementen – wirken. So wurde kürzlich der Bericht für eine integrierte Stadtentwicklung unter dem Aspekt "Gutes Älterwerden in den Stadtteilen Ostfilderns" vorgelegt. 

Die Konzeption sieht zudem qualifizierte Interviews mit Verwaltung und Bürgern zum Thema Integration vor, zur Überprüfung und Anpassung der geplanten Inhalte und Ziele im Integrationsplan. Hierbei unterstützt das Institut für Antidiskriminierungs- und Diversityfragen (IAD) der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg, das die Erarbeitung des Integrationsplans wissenschaftlich begleitet, die Stadt. Zugleich wird ein Monitoringsystem mit aufgebaut und eine Evaluation mitbedacht. Die Steuerung des Projektes „Erarbeitung des Integrationsplans“ liegt bei der Verwaltungsspitze. Die Bestandsaufnahme, Formulierung von Zielen und Entwicklung von Maßnahmen, Projekten und Handlungsempfehlungen werden in den 7 Arbeitsgruppen des Plenums Integration entwickelt, s.o. Zudem wurde neu eine Gruppe „Interkulturelle Öffnung der Verwaltung“ mit Vertretern aus allen städtischen Fachbereichen etabliert. Die operative Steuerung übernehmen die Integrationsbeauftragte und die Koordinatorin für das bürgerschaftliche Engagement in der Flüchtlingshilfe.

Ziele:

Der Integrationsplan („Integration ist Bürgersache“) schafft die Basis für eine dauerhafte, nachhaltige  Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft, wichtigen gesellschaftlichen Institutionen und Organisationen sowie Politik und Verwaltung. Ziel ist es, Menschen aller sozialen Schichten, aller Nationen, Menschen mit und ohne Handicap Zugang zu Bildung und Ausbildung zu ermöglichen und sie gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben in der Stadt Ostfildern zu beteiligen. Ein Integrationsplan ermöglicht einen guten Umgang mit Diversität, schafft eine gleichberechtigte Teilhabe und Beteiligung. Dadurch wiederum kann eine Identifizierung mit der Stadt erreicht werden. Das Ziel ist eine weltoffene Stadt, in der sich die Bürgerinnen und Bürger gemeinsam für ein friedliches und respektvolles Miteinander einsetzen. Ziele zu konkreten Themen wie Wohnen, Schule, Arbeit etc. werden in den Arbeitsgemeinschaften neben der Bestandsaufnahme erarbeitet (siehe Anhang).

Zielgruppe:

Ostfildern ist eine internationale Stadt. Bis Ende 2018 werden mehr als 1000 Menschen in Ostfildern leben, die aus unterschiedlichsten Gründen aus ihren Heimatländern geflohen sind. Viele von ihnen werden auf Dauer bleiben. Hinzu kommen mehrere hundert Arbeitsmigranten – insbesondere aus Osteuropa. All diese Menschen wollen für sich und ihre Familien in Ostfildern eine gute Zukunft finden und konkurrieren dabei auf vielen Feldern mit der Aufnahmegesellschaft. Dies ist bei der großen Zahl von Menschen eine kommunale Herausforderung, die nur durch eine gemeinsame Anstrengung von Politik, Verwaltung, Kirchen, Verbänden und der Stadtgesellschaft inklusive der Migranten bewältigt werden kann. Mit einem tragfähigen Netzwerk und breiter Beteiligung aller relevanten, oben genannten Akteure sowie der Bevölkerung kann die Integration so vieler Neubürger aus unterschiedlichen Ländern gelingen. Hierbei ist es wichtig, alle Migranten mit und ohne Fluchterfahrung zur Teilhabe in der Stadtgesellschaft zu befähigen und zu ermuntern. Aufgrund der hohen Zuweisungen von Geflüchteten in den vergangenen Jahren (seit 2014) wurde ein dringender Bedarf in einigen Bereichen (Sprache, Kindergarten/Schule, Ausbildung, Erwerbsarbeit, Wohnen) identifiziert.

Vorgehen und Umsetzung:

Zwischen Oktober 2017 und April 2018 finden die Arbeitsgemeinschaften des Plenums „Integration“ zwei- bis dreimal statt. Ziel: eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Einrichtungen und Projekte zu erheben, Bedarfe zu identifizieren, Ziele zu formulieren und Maßnahmen vorzuschlagen. Die Ergebnisse der wissenschaftlich geführten Interviews fließen mit ein. Im Juni 2018 werden die Ergebnisse im Rahmen einer weiteren Veranstaltung mit Bürgerbeteiligung vorgestellt.  
Der Integrationsplan wird dem Gemeinderat zum Beschluss Ende 2018 vorgelegt. Ab 2019 sollen die vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden. Dabei wird auf Verstetigung erfolgreicher Projekte (Nachhaltigkeit), die Verteilung auf alle Stadtteile, die Vernetzung der Angebote sowie den optimalen Einsatz von Ressourcen besonders geachtet.

Ergebnisse und (bislang) Erreichtes

(siehe Anhang)

Integration beginnt mit Wohnen:

  • Projekt in Kooperation mit dem Fachbereich 4 „Bauen, Immobilien“ der Stadtverwaltung, den Kirchen und dem Freundeskreis Asyl „Brauchen Sie neue Nachbarn? Wir kennen sie schon“: Wohnungsakquise für Menschen in den Obdachlosenunterkünften. Die Stadt mietet für einen Zeitrahmen von drei Jahren Wohnungen an, die sie als Obdachlosenunterkünfte benutzt. Vermieter erhalten für diese Zeit eine Mietsicherheit. Ziel: nach drei Jahren sollten diese Verträge mit der Stadt in reguläre Mietverträge umgewandelt werden.
  • Dezentrale Unterbringung von Geflüchteten in der Anschlussunterbringung: Große Einheiten werden vermieden, Unterbringung von Geflüchteten erfolgt in kleinen Einheiten in allen Stadteilen.
  • In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich 3 „Baurecht und Planung“ und FB 4 (Abteilung Gebäudemanagement) werden neue Wohnformen entwickelt (Wohneinheiten für Menschen mit besonderem Bedarf) sowie beim Mietwohnungsbau auf einen Anteil geförderter (bezahlbarer) Wohnungen geachtet.

Sprachkenntnisse als Schlüssel der Integration:

  • Neben den zahlreichen Integrationskursen und weiterführenden Sprachkursen (z.B. B2-Kurse) gibt es an der VHS kostenlose Übungsmöglichkeiten (Gesprächskreis, Digitaler Lernort, „Einstieg Deutsch“ für Menschen mit unklaren Bleibeperspektiven). Darüber hinaus bietet die VHS Bewerbungstraining und Beratung im Bereich der beruflichen Qualifizierung an. Zurzeit lässt sich die VHS für berufsbezogene Sprachkurse zertifizieren. Aktuell wurde ein Kooperationsvertrag zwischen der VHS und dem FB1 (Fachstelle Integration und Flüchtlingshilfe) zum Aufbau eines kommunalen Netzwerkes (Integrationsmaßnahmen und Sprache) abgeschlossen (siehe Anhang).
  • Die städtische Bücherei versteht sich auch als „interkulturelle Bücherei“ und hat eine Sprachlounge sowie PC-Arbeitsplätze mit Lernsoftware eingerichtet. Erstmals gab es in diesem Herbst interkulturelle Wochen mit Lesungen, auch für Kinder.
  • Erstorientierungskurse vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für Geflüchtete mit unklaren Bleibeperspektiven werden von der Deutschen Angestellten Akademie (DAA) in Kooperation mit dem Freundeskreis Asyl und der evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde stattfinden.
  • DAT wifibox war ein Kooperationsprojekt mit dem Freundeskreis Asyl, der Firma DAT (Deutsche Automobil Treuhand) und der Stadt Ostfildern. Die sogenannte „DAT wifibox“ (drei Container mit PCs, WLAN, Drucker) stand über 21 Monate hinweg (anfangs täglich) allen Flüchtlingen in Ostfildern offen. Von Dezember 2015 bis September 2017 unterstützten Ehrenamtliche Geflüchtete beim Deutsch lernen mit Software, bereiteten sie auf die Interviews im Rahmen des Asylverfahrens vor, halfen bei Alltagsfragen sowie bei der Erstellung von Lebensläufen und Bewerbungen. Beim landesweiten Wettbewerb „Leuchttürme der Bürgerbeteiligung“ des Staatsanzeigers ist die DAT wifibox als „Ort des Lernens und der Begegnung“ ausgezeichnet worden.

Integration durch Bildung: 

  • Projekt „eins plus b“ – Eltern im Netzwerk Sprache plus Bildung, richtet sich an Eltern, die Kinder im Alter bis zehn Jahren haben und ursprünglich aus anderen Ländern nach Ostfildern gekommen sind (siehe Einzelprojekt).
  • Das IKEROS Jugendbüro als zentrale Anlaufstelle für Ausbildung bietet individuelle Beratung und Unterstützung bei der beruflichen Zukunftsgestaltung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Integration durch Arbeit:

  • Projekt Tempo pro Ausbildung plus (siehe Einzelprojekt)
  • IBUS Lernwerkstatt: In der IBUS-Lernwerkstatt können Geflüchtete Fertigkeiten in verschiedenen Handwerksberufen kennen lernen. Das Projekt IBUS (Integration, Beschäftigung, Unterstützung, Sprache) wird gemeinsam vom Kreisdiakonieverband des Landkreises Esslingen, dem Freundeskreis Asyl Ostfildern e.V. und der Stadt Ostfildern getragen und von der deutschen Fernsehlotterie finanziell gefördert. Den Unterricht übernehmen Handwerksmeister im Ehrenamt. Das Angebot umfasst derzeit die Bereiche: Malen und Verputzen, Elektro, Einrichten und Arbeitssicherheit sowie Fahrrad-Reparatur.

Integration durch Freizeitaktivitäten:  

  • Fußballintegrationstag mit VKL-Schülern: 2016 und 2017 haben in der Erich-Kästner-Schule in Zusammenarbeit mit dem TV Nellingen und vielen Partnern und Sponsoren zwei Fußballintegrationstage stattgefunden.
  • Viele, auch zusätzliche Angebote (für Geflüchtete, aktuell Schwimmkurs für Kinder) gibt es von Vereinen und Bürgern, (z.B. auch Einsatz eines Geflüchteten beim TV Nellingen als Bundesfreiwilliger)

Unterstützung der Sozialen Betreuung und Begleitung:

  • Mentoring-Programm (Kooperation der Stadt mit der Bürgerstiftung Ostfildern, dem Freundeskreis Asyl): Seit Mai 2016 unterstützen 160 Mentorinnen und Mentoren geflüchtete Menschen bei der Integration in allen Lebenslagen.

Empowerment – Beteiligung ermöglichen: 

  • Care-Wochen: eine Informationsveranstaltungsreihe für anerkannte Geflüchtete. Ziel: die Angebote in der Stadt kennenzulernen und die geflüchteten Teilnehmer zum Integrationsbegleiter auszubilden.
  • Zukunftswerkstätten richten sich an Geflüchtete mit unklaren Bleibeperspektiven. Ziel: Geflüchteten, die von Abschiebung bedroht sind, Impulse zu geben, eine Perspektive selbst im Falle einer Abschiebung zu entwickeln und Pläne für eine Zukunft zu machen.

Beteiligung und Teilhabe durch Information:

  • Newsletter für ehrenamtlich Engagierte (siehe Anhang) 
  • Deutsch-arabisches Info-Magazin Tauasol (siehe Anhang)

Teilhabe durch ehrenamtliches Engagement:

  • Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Bürgerschaftliches Engagement (KoBE): z.B. Patenmodell „Ich komme mit“ für Kinder mit Migrationshintergrund
  • Dolmetscherpool: seit 2016 gibt es einen ehrenamtlichen Dolmetscherpool (54 Personen, 27 Sprachen) für den Einsatz bei Behörden, Ärzten und Einrichtungen der Stadt
  • Geflüchtete und Migranten engagieren sich ehrenamtlich – im Dolmetscherpool, in der Stadtverwaltung (Galerie, Treffpunkte in den Stadtteilen, bei Hausmeistern der städtischen Unterkünfte) und als Mentoren.
  • Zudem gibt es das Forum Gesellschaft inklusiv und die vielen Ehrenamtlichen im Bereich des Nachbarschaftshauses (Besuche von Älteren, Wohnberater, Tat und Rat)

Quartiersentwicklung / Stadtentwicklungsplanung:

  • WiPS (Wir in der Parksiedlung) – Quartiersentwicklung (aktuell mit einem Preis zur Quartiersentwicklung des baden-württembergischen Sozialministeriums ausgezeichnet, „Quartier 2020 – Gemeinsam. Gestalten.“)
  • Zweieinhalbjähriger Beteiligungsprozess für eine integrierte Stadtentwicklungsplanung für Ältere

Kriterien des Wettbewerbs:

Der Integrationsplan arbeitet an einer kommunalen Gesamtkonzeption mit dem Schwerpunkt Integration und Zusammenleben. Der Kommunale Flüchtlingsdialog sowie die Ostfilderner Gespräche haben Bedarfe für den Integrationsplan aufgezeigt, die in die AGs des Plenums Integration einfließen und zur Formulierung von Zielen beitragen. Der Integrationsplan verfolgt Leitideen und Ziele, die im Verwaltungsausschuss des Gemeinderats vorgestellt wurden (Start). Eine bereits vorhandene Vernetzung und Zusammenarbeit (innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung) wird durch den Integrationsplan verfestigt und ausgebaut. Durch die neue Fachstelle Integration und Flüchtlingshilfe werden die Einflussmöglichkeiten der Stadtverwaltung (die ohnehin bereits vorhanden waren) noch sichtbarer. Die Verwaltungsführung setzt mit der Erarbeitung des Integrationsplans das Thema „Integration“ als kommunalen Schwerpunkt. Mit der Entscheidung des Gemeinderats über den Integrationsplan (Ende 2018) wird die Nachhaltigkeit vorhandener Projekte angestrebt. Es geht darum, das Thema „Integration“ zu verankern. Im laufenden Prozess zur Erarbeitung des Integrationsplanes ist die Verwaltungsführung (Oberbürgermeister und zwei Bürgermeister) Mitglied der Steuerungsgruppe. Hauptziel des Integrationsplanes ist die Chancengleichheit für alle, damit jeder Bürger seinen Platz - unabhängig von seiner Herkunft, sexuellen Orientierung oder seines Geschlechts - finden kann. Die Stadt Ostfildern gilt durch ihre innovativen Ideen als Vorbild im Landkreis Esslingen (z.B. die Zukunftswerkstätten werden inzwischen landkreisweit angeboten; das Projekt „eins plus b“ soll adaptiert werden; ebenso die Kooperation zwischen den Sozialdiensten der Gemeinschafts- und der städtischen Anschlussunterbringung (Übergabe); maßgebliche Beteiligung der Stadt bei der landkreisweiten Entwicklung von Fortbildungen der neuen Integrationsmanager). Die Stadt Ostfildern war 2016 die erste Stadt, die einen Kommunalen Flüchtlingsdialog in Baden-Württemberg durchgeführt hat und ist somit beispielgebend.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es in Ihrer Kommune ein Integrationskonzept?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in dieses Integrationskonzept eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Unterstützt der/die (Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin Ihren Wettbewerbsbeitrag öffentlich?: 
ja
nein

C2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Ziele des Wettbewerbsbeitrags im Hinblick auf Integration und Zusammenleben detailliert beschrieben & festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Festlegung der Ziele eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Kinder (Einrichtungen der Kindertagesbetreuung)
Kinder (Schule)
Jugendliche
junge Erwachsene
Erwachsene
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
aktuelle Zuwanderer (2015-2017)
jeweils differenziert nach Herkunftsgebieten
bereits seit mehreren Jahren in Deutschland lebende Zuwanderer
Bevölkerung vor Ort
Multiplikatoren
Weitere
C 23a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Menschen mit Unterstützungsbedarf, ehrenamtlich tätige Bürger
C 24 Bezieht sich Ihr Wettbewerbsbeitrag auf: 
die Gesamtstadt?
einen Teilraum/Quartier?
ein Projekt?
C 25 An welche Orte und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Quartier als Ganzes
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Jugendeinrichtungen
Sportvereine
Flüchtlingsunterkünfte
Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
Schulen
Ausbildungsstätten
Bildungseinrichtungen (VHS u.a.)
Soziale Treffpunkte für Zuwanderer
Migrantenselbstorganisationen
Weitere
C 26: 

Welche Handlungsfelder zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort stehen in Ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt? Bitte geben Sie an, ob sich das Handlungsfeld auf die Gesamtstadt oder das Quartier bezieht bzw., ob es sich um ein Projekt handelt.

C 26a Handlungsfeld Wohnen und Wohnumfeld: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26b Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, z.B. Kindergarten, Schulen, Jugendeinrichtungen: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26c Handlungsfeld Bildung/Qualifizierung/Ausbildung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26d Handlungsfeld Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26e Handlungsfeld Kultur: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26f Handlungsfeld Sport: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26g Handlungsfeld Gesundheit: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26h Handlungsfeld Umwelt/Grün: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26i Handlungsfeld Beteiligung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26j Handlungsfeld Engagementförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 27a Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Zuwander" ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27b Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Bevölkerung vor Ort" ausgerichtet?: 
ja
nein

C3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbei: 
Stadt-, Gemeinde-, bzw. Kreisrat
Amt/Bereich Soziales
Amt/Bereich Jugend
Amt/Bereich Wohnen
Amt/Bereich Grün(-planung)
Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin
Amt/Bereich Stadtplanung/ Stadtentwicklung
Integrationsbeauftragte/r
Amt/Bereich Sport
Amt/Bereich Gesundheit
Weitere
C 31 Welche verwaltungsexternen lokal relevanten Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Quartiersmanagement
Stadtteilzentren/ Nachbarschaftshäuser
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenselbstorganisationen
Sponsoren
Lokale Medien
Stiftungen
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftsvereine
Kleingartenvereine
Unternehmen, Betriebe
Weitere
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie finanzieren Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36a wenn ja oder geplant: 
Fremdevaluation
C 37 Werden im Rahmen der Umsetzung von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 37a Wenn ja ... Welche? : 
Mentoring-Programm, Bundesverband deutscher Bürgerstiftungen und Bürgerstiftung Ostfildern Projekt Tempo Pro Ausbildung Plus, Kreisjugendring Esslingen e.V. gefördert vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium und dem Europäischen Sozialdfonds
C 38 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen bereits andernorts übernommen worden?: 
ja
nein
C 38a Wenn ja ... Welche?: 
Zukunftswerkstatt für Geflüchtete mit unklarer Bleibeperspektive, bietet jetzt auch der Landkreis Esslingen an

Einzelprojekte

Einzelprojekt 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
Tempo pro Ausbildung plus
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 14a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 15 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Das Projekt TEMPO pro Ausbildung Plus bietet Eltern, Jugendlichen und Erwachsenen mit türkischem Migrationshintergrund als Anlaufstelle muttersprachliche Beratungsmöglichkeiten an. Dazu zählen Themen wie das deutsche Bildungs- und Ausbildungssystem, berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten, Beratung über Anerkennung ausländischer Abschlüsse, Erziehungskurse und kommunale Beteiligungsmöglichkeiten.
Unterstützung erhalten sie bei ihrer Suche nach Ausbildungs- bzw. Praktikumsplätzen, beim Erstellen von Bewerbungsmappen und in der Vorbereitung auf  bevorstehende Vorstellungsgespräche. Des weiteren bietet das Projekt erwerbsfähigen Personen und jungen Erwachsenen Perspektivkurse zur eigenen beruflichen Fort- und Weiterbildung, Umschulungen, Informationsveranstaltungen und Seminare an.

TEMPO pro Ausbildung Plus arbeitet zur spezifischen Zielerreichung des Operationellen Programms für Baden-Württemberg: „Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze und Erhöhung der Attraktivität des dualen Systems“, eng mit Kommunen, Kammern, Agentur für Arbeit und einigen Schulen im Landkreis Esslingen zusammen und übernimmt hier eine wichtige Brückenfunktion.

Ziel des Projektes ist es strukturelle Defizite auszugleichen, so dass Familien erfolgreich für eine Berufsausbildung sensibilisiert und auch während der Berufsausbildungszeit nicht alleine gelassen werden.
Obwohl das Interesse an einer Berufsausbildung unter allen Jugendlichen gleich hoch ist, gelingt nur jedem vierten Jugendlichen mit Migrationshintergrund ein problemloser Übergang (bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund ist es die Hälfte). Dabei entscheidet oft die soziale Herkunft über den Bildungserfolg.

Fast alle Eltern bekunden das Interesse an der Ausbildung ihrer Kinder und haben auch sehr großen Einfluss bei deren Berufsauswahl. Jedoch ist das Wissen über das deutsche Bildungssystem und über die bestehenden Ausbildungswege sehr unterschiedlich und teilweise auch sehr einseitig. Vielfach haben Eltern, die selbst zugewandert sind, keine ausreichenden Kenntnisse über das deutsche Berufsbildungssystem und dessen 350 Ausbildungsberufe. Hinzu kommt häufig ein fehlendes Bewusstsein hinsichtlich der Notwendigkeit einer beruflichen Ausbildung für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt, insbesondere auch für Mädchen.

Angesichts der unterschiedlichen Ausgangslagen wie auch Möglichkeiten der Eltern mit Migrationshintergrund, ist eine zielgruppenspezifische Beratung zum deutschen Bildungssystem und insbesondere zur dualen Ausbildung erforderlich. Durch aufsuchende Elternarbeit werden Eltern und Jugendliche mit Migrationshintergrund in Baden-Württemberg über die Möglichkeiten und Chancen einer beruflichen Ausbildung, über die Ausgestaltung des Berufsbildungssystems und die Bandbreite der Berufe informiert. Eltern erfahren durch Beratungsangebote, wie sie ihre Kinder während einer Berufsausbildung unterstützen können. Dadurch sollen sie in der Lage sein, ihre Kinder bei der Berufswahl, der Ausbildungsstellensuche und der Entwicklung von beruflichen Perspektiven aktiv zu begleiten und zu fördern.

Zur Erreichung der Zielgruppe arbeitet Tempo Pro Ausbildung PLUS mit sogenannten Multiplikatorinnen. Diese sind ausschließlich Muttersprachlerinnen und werden im Vorfeld qualifiziert. Bei regelmäßigen Teamtreffs besteht die Möglichkeit zur Reflexion, Planung, Fort- und Weiterbildung. Einzelprojekte wie z.B. der Frauentanzabend oder das Frauenfrühstück werden von den Multiplikatorinnen eigenständig organisiert (Thema Empowerment).

Ein weiteres Ziel ist die Verwirklichung der Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Maßnahmen. Bei der Planung und Umsetzung der Vorhaben werden deshalb innerhalb der genannten Zielgruppe die unterschiedlichen Bedarfe und Ausgangssituationen von Frauen und Männern berücksichtigt.

 „Tempo pro Ausbildung PLUS – Der Weg zum Erfolg“ wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, vom Europäischen Sozialfonds Baden-Württemberg und mit weiteren Landesmitteln gefördert. Träger sind der Kreisjugendring Esslingen e.V. sowie an den Standorten die Kinder- und Jugendförderung Ostfildern, das Jugendzentrum in Plochingen und das Mehrgenerationenhaus Linde in Kirchheim unter Teck.

Einzelprojekt 2

D 20 Titel des Einzelprojekts Nr. 2: 
eins plus b - Eltern im Netzwerk Sprache plus Bildung
D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 24a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 25 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Das Projekt eins plus b – (eltern im netzwerk sprache plus bildung) hat im Dezember 2013 in Ostfildern in den Stadtteilen Parksiedlung und Scharnhauser Park begonnen und wurde seitdem erfolgreich implementiert und ausgebaut.

Ziel des Projektes ist es, die Chancen für Kinder aus Migrantenfamilien u.a. über die Zusammenarbeit mit den Eltern zu verbessern. Die unterschiedlichen Angebotsformate wie "Spiel- und Krabbelgruppen", Elterntreffs, Elterncafé, Eltern-Kind-Treff, Väterfrühstück u.a., spiegeln die Bandbreite des Projektes wider.

Kooperation mit Schulen, Kitas, Vereinen und weiteren Bildungs- und Erziehungseinrichtungen, bzw. Trägern z.B. Beratungsstellen, sind ein weiteres wichtiges Ziel dieses Projektes.

Der Austausch und die Verbesserung des Informationsflusses, die Einrichtung und inhaltliche Gestaltung der Angebote für Eltern, sowie fachlicher Input für Eltern und Kooperationspartner zu den Themen "Sprachentwicklung, Mehrsprachigkeit und Interkulturalität", bilden einen Schwerpunkt der Koordinierungstätigkeit. Ein weiterer ist das Herzstück des Projektes,  die Qualifizierung sog. "Elternbegleiter", die in den Angeboten und bei der Akquise den muttersprachlichen Zugang zur Zielgruppe sichern und zur Intensivierung des Verständnisses der Elternrolle beitragen und  Transparenz zu den Systemen herstellen. Dadurch, dass die Elternbegleiter selbst Migranten sind, ist die Betroffenheit und Erfahrung relevant für die Zielgruppe. ("Sie versteht, wie es mir geht").

Das Projekt eins plus b wird wissenschaftlich begleitet und dokumentiert.

Die Finanzierung wurde durch verschiedene Projektpartner sichergestellt u.a. der Bürgerstiftung Ostfildern (BSO), der Stadt Ostfildern sowie durch das Sozialministerium  Baden-Württemberg.

Anlagen

Fotos

Foto: Große Gruppe von Radfahrern und Radfahrerinnen
Foto: Drei junge Männer musizieren gemeinsam (Trommel, Percussion, Gesang)
Foto: In einem großen Saal stehen viele Tische, an denen Menschen miteinander diskutieren.
Foto: Drei Frauen sitzen bzw. stehen an einem Tisch, auf dem große Behälter mit lecker aussehendem Essen stehen.
Foto: Menschen stehen im Kreis, reden miteinander.
Foto: Zwei junge Männer streichen eine Wand und werden dabei von einer Fotografin fotografiert.