Kreis Mettmann

Name der Stadt/der Gemeinde/des Landkreises: 
Kreis Mettmann
Typ: 
Landkreis
Bundesland: 
Nordrhein-Westfalen
Einreichende Dienststelle: 
Kreisintegrationszentrum Mettmann
Ansprechpartner/in: 
Arlin Cakal-Rasch, Sandra Hecker
Straße/Postfach: 
Düsseldorfer Str. 47
PLZ: 
40822
Telefon: 
+49 2104 99-2185
Ort: 
Mettmann
Fax: 
+49 2104 99-842185

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Integriertes Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus und Rassismus und strategische rassismuskritische Arbeitsansätze des Kreises Mettmann in Kooperation mit 10 kreisangehörigen Städten

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Der Kreis Mettmann erstellt mit Fördermitteln des Landes NRW in Zusammenarbeit mit 10 kreisangehörigen Städten ein integriertes, flächendeckendes Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Ziel des integrierten Handlungskonzeptes ist der breite öffentliche Diskurs zum Thema: das ‚Sichtbarmachen‘ der gesellschaftlichen Herausforderungen durch rechtspopulistische Bewegungen vor Ort, die breite Sensibilisierung der Stadtgesellschaft und der hauptamtlichen Akteure wie auch die gemeinsame Entwicklung von Handlungsansätzen gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Um diese Aufgabe strategisch umzusetzen, hat der Kreis Mettmann ein interdisziplinäres Expertenteam zusammengestellt, dass sich aus Vertretungen der 10 kreisangehörigen Städte, Wohlfahrtsverbände, dem Kreissportbund, der Kreispolizeibehörde und den zivilgesellschaftlichen Akteuren und Bündnissen zusammensetzt. Auf mehreren Ebenen wird das Thema Rassismus und Rechtsextremismus konzeptionell bearbeitet: 1. In allen Städten im Kreis Mettmann werden beteiligungsorientierte Regionalkonferenzen durchgeführt, in der die Bürgermeister/innen der Städte zum gemeinsamen Dialog einladen und der Bedarf dokumentiert wird. 2. Experteninterviews werden durchgeführt, um umfänglich vorhandene Präventionsangebote und Maßnahmenvorschläge zu erfassen. 3. Konkrete Arbeitsansätze und Projekte werden vor Ort umgesetzt. Anhand dieser strategischen Arbeitsansätze des Kreises Mettmann wird ein kreisweites Handlungskonzept erstellt, das eine hohe Transparenz der vorhandenen Struktur abbildet, aber auch Handlungsempfehlungen für die weitere gemeinsame Arbeit in der gesamten Fläche des Kreises Mettmann benennen kann.

Ergänzend zur Konzepterstellung hat die Arbeitsgruppe begonnen eine kreisweite Kampagne gegen Rassismus ins Leben zu rufen. So wurde u.a. ein Aktionsfonds „Gemeinsam gegen Rassismus“ eingerichtet, der das zivilgesellschaftliche Engagement im Kreis Mettmann fördert und ein Kreativwettbewerb für Schulen und Jugendeinrichtungen ausgerufen.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Strategische Arbeitsansätze des Kreises Mettmann in Kooperation mit 10 kreisangehörigen Städten

In den vergangenen Jahren sind viele Menschen neu in der Bundesrepublik Deutschland und auch im Kreis Mettmann angekommen. Sie haben hier nicht nur Sicherheit, sondern auch eine neue Heimat gefunden.

Für den Kreis Mettmann ist ein von Vielfalt geprägtes und tolerantes Miteinander Grundvoraussetzung einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung. Rechtsextremismus und Rassismus gefährden das gesellschaftliche Zusammenleben und folglich jegliche Bemühungen der Integrationsarbeit umfassend. Die Ablehnung demokratischer Grundwerte sowie die Infragestellung der Gleichwertigkeit aller Menschen unterläuft eine auf den Menschenrechten basierende Gemeinschaft. Der Kreis Mettmann missbilligt jegliche Form von Rassismus und positioniert sich mit diesem vorliegenden Konzept klar gegen jede Form der Abwertung gesellschaftlicher Gruppen. Durch die Zuwanderung der vergangenen Jahre hat die öffentliche Debatte über Rassismus in ihrer Bedeutung noch zugenommen.

1. Ausgangssituation

Verschiedene Formen der Rechtsextremismus- und Rassismusprävention finden im Kreis Mettmann seit vielen Jahren an unterschiedlichen Orten statt. Die Angebote sind von einer großen Trägervielfalt gekennzeichnet. Der Kreis Mettmann mit seinen zehn kreisangehörigen Städten ist das Zuhause von ca. 485.000 Menschen (Stand: 30.09.2016). Die Größe der Kommunen variiert von rund 21.000 bis knapp 87.000 Einwohnern. In allen Städten werden Aktivitäten durchgeführt, die im weitesten Sinne zur Rassismusprävention gezählt werden können. Allerdings liegt für den Kreis Mettmann kein transparentes Konzept zur Präventionsarbeit vor und es gibt kein gemeinschaftliches Umgehen mit den zehn kreisangehörigen Städten und zahleichen Akteuren. Diese Lücke soll durch das vorliegende Projekt „Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus und Rassismus“ geschlossen werden.

2. Anlass

Bereits 2007 lautete die sechste der kreisweit vereinbarten Leitlinien Integration des Kreises Mettmann[1] „Wir ächten und ahnden Fremdenfeindlichkeit und Rassismus“. Diese vom Landrat unterzeichneten Leitlinien haben bis heute nichts von ihrer Akzeptanz und Bedeutung verloren. Sie gelten nicht nur für kommunale Verwaltungen, sondern darüber hinaus für alle Akteure des Kreises, die sich aktiv und fördernd in die kommunale Integrationslandschaft einbringen.   
Unterstrichen wurde diese Leitlinie durch das Integrationskonzept des Kreises aus dem Jahr 2015[2]. Mit diesem Konzept wurde eine solide und politisch abgestimmte Grundlage für die rassismuskritische Arbeit gelegt. Eines der fünf priorisierten Ziele im Kontext des Handlungsfeldes „Zusammenleben in Sicherheit“ lautet: „Vermeidung bzw. Verringerung von Gewalt/Extremismus und Rassismus durch Prävention“.
Im Oktober 2016 beauftragte der Kreistag des Kreises Mettmann das Kommunale

Integrationszentrum, ein Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus und Rassismus für den Kreis Mettmann zu erstellen und an dem Förderaufruf des Landes ‚NRWeltoffen‘ teilzunehmen. Der politische Rückhalt und die Unterstützung für die Beschäftigung mit den Herausforderungen, die sich durch Rassismus und neuen Formen des Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft ergeben, ist im Kreis Mettmann von Beginn an außerordentlich hoch.

3. Konzeption

Gerade aufgrund der dargestellten Charakteristik im Kreis Mettmann mit einer Vielzahl handelnder Akteure in zehn kreisangehörigen Städten ist es von besonderer Bedeutung, dass die Planung und Umsetzung der operationalisierten Handlungsziele in einem breiten Dialog abgestimmt werden. Hierzu bedarf es eines gemeinsam erarbeiteten integrierten Handlungskonzeptes gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Dieses wird in einem strukturierten Entwicklungsprozess erstellt, der bereits als Start einer gesteuerten Rechtsextremismus- und Rassismusprävention verstanden wird. Die Entwicklung erfolgt partizipativ. Gemeinsam mit einer Expertengruppe, bestehend aus zentralen Vertretungen der zehn kreisangehörigen Städte (Integrationsbeauftrage, JugendamtsmitarbeiterInnen) sowie VertreterInnen des Schulamtes, der Kreispolizeibehörde, des Ordnungsamtes sowie der Liga der Wohlfahrtsverbände wurden folgenden Schritte konzipiert:

3.1 Flächendeckende Planung und Umsetzung von Regionalkonferenzen

Um einen möglichst realistischen Einblick in die vorhandenen Strukturen der Rassismusprävention im Kreis Mettmann zu erlangen und umfassendes Wissen über die öffentliche Meinung zu generieren, geht das Handlungskonzept methodisch von mehreren Seiten auf das Thema ein. Die Situationsbeschreibung und Beteiligung der Stadtgesellschaft vor Ort ist eines der zentralen Bestandteile. In allen kreisangehörigen Städten werden Regionalkonferenzen[3] durchgeführt. Zu diesen Veranstaltungen laden die BürgermeisterInnen öffentlich ein und eröffnen die Veranstaltung. Die Diskussionen werden an sechs gesellschaftlichen Handlungsfeldern entlang geführt.

  • Bildung; Wirtschaft und Arbeit; Freizeit und Sport; Medien und Kultur; Beratungsinfrastruktur; Wohnen/ Stadtentwicklung

Zu allen Themenfeldern werden in der Arbeitsphase Antworten auf folgende drei Fragestellungen festgehalten:

  • Was für Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Rassismus gibt es schon in der Stadt?
  • Was sind Herausforderungen?
  • Mit welchen Ansätzen, Maßnahmen und Ideen kann den Herausforderungen begegnet werden?

In 2017 wurden drei Regionalkonferenzen umgesetzt, weitere sieben sind für 2018 in der konkreten Planung. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass die Beteiligung der BürgerInnen groß ist und bisher zwischen 40 und 100 Personen an den jeweiligen Regionalkonferenzen teilnehmen. Da die BürgermeisterInnen zu den Veranstaltungen einladen, versammeln sich unter den Teilnehmenden auch politische Akteure der Stadtgesellschaft. Der Sachstand des Handlungskonzeptes wird in kommunalen Ausschüssen vorgestellt, um einen gemeinsamen Prozess entstehen zu lassen und möglichst viele Beteiligte zu gewinnen.  

3.2 Bedarfs- und Bestandsanalyse

Parallel zu diesem offenen, diskursiven Beteiligungsformat wird eine qualitative Bedarfs- und Bestandsanalyse durchgeführt. Experten in den kreisangehörigen Städten sowie von überregionalen Beratungs- und Aussteigerprogrammen werden intensiv befragt. Benannt werden die Experten von den Mitgliedern der Expertengruppe sowie von Akteuren der Integrationsarbeit vor Ort. Ziel der Befragung ist die weitere Erforschung der vorhandenen Ansätze sowie die Feststellung der Bedarfe von professionellen Fachkräften der Präventionsarbeit.

3.3 Qualifizierungsangebote und flächendeckende Sensibilisierung

3.3.1 Professionalisierung der Expertengruppe

Das Thema „Rassismus und Rechtsextremismus“ ist kein originäres Aufgabengebiet der klassischen Integrationsarbeit. Aus diesem Grunde wird das Expertenteam durch Impulsvorträge und Materialien für das Themenfeld qualifiziert und weiter ausgebildet. Im Jahr 2017 haben Claudio Guerra (Experte des Verfassungsschutzes – Neuer Rechtsextremismus) und Prof. Paul Mecheril (Uni Oldenburg – Rassismuskritische Ansätze für kommunal Handelnde) intensive Inputvorträge gehalten. Die Steuerungsfunktion für das zu erstellende Handlungskonzept übernimmt die Expertengruppe, darüber hinaus werden gemeinsame Aktionen geplant (Internationale Wochen gegen Rassismus, Aktionsfonds) und Strategien für die Öffentlichkeitsarbeit ausgearbeitet. Das Expertenteam plant auch, die kreisangehörigen Kommunen bei ihrer Entwicklung von Angeboten vor Ort, wie auch bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit für das Thema zu unterstützen.

3.3.2 Qualifizierung von hauptamtlichen Akteuren und der Zivilgesellschaft

Der Kreis Mettmann eröffnet hauptamtlichen und bürgerschaftlich engagierten Kräften die Möglichkeit, in einem ganztägigen Seminar Kenntnisse und Fertigkeiten für die Arbeit gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu erlangen. Die Qualifizierung soll auch zur Intensivierung vorhandener Netzwerke beitragen. Zusätzlich wird eine im zeitlichen Umfang angepasste Form dieser Veranstaltung flächendeckend auch für bürgerschaftlich Engagierte angeboten. Hierdurch erfährt das zivilgesellschaftliche Engagement eine Wertschätzung und das erworbene Wissen führt zu einer weiteren Stärkung der Beteiligten.    

3.4 Öffentlichkeitsarbeit

Ein wichtiger Bestandteil im Prozess der Erstellung des Handlungskonzeptes ist es, eine öffentliche Diskussion über Rassismus und Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft anzuregen. Nur wenn die Menschen sich mit Diskriminierung und Ausgrenzungsmechanismen auseinandersetzen, können Veränderungsprozesse beginnen. Die Öffentlichkeitsarbeit des Projektes geht dabei weit über die regelmäßige Information der Presse hinaus. Innerhalb kurzer Zeit wurden kreisweit in Kooperation mit der Expertengruppe folgende öffentlichkeitswirksame Maßnahmen entwickelt:

  1. Wettbewerb für Jugendeinrichtungen und Schulen „Kreativ gegen Rassismus“[4]  
     
  2. Aktionsfonds zur Förderung von Projekten und Veranstaltungen gegen
    Rechtsextremismus und Rassismus im Kreis Mettmann[5]
     
  3. Entwicklung von Logos gegen Rechtsextremismus und Rassismus[6]

    Eines der Logos ist für die Öffentlichkeitsarbeit im täglichen Schriftverkehr und dergleichen geeignet und kann auch von den kreisangehörigen Kommunen etc. verwendet werden.[7] Zusätzlich wurde ein Logo für die BürgerInnen entwickelt, das es ihnen ermöglicht, sich sehr öffentlich und einheitlich gegen Rassismus in unserem Kreis zu bekennen.[8] Dieses Logo wurde in hoher Auflage als Aufkleber bestellt und wird u.a. durch das Straßenverkehrsamt ausgegeben.

4.Ergebnisse und bisher Erreichtes

4.1 Systematischer Aufbau bzw. weitere Begleitung der Strukturen vor Ort

Ein wichtiger Effekt der Regionalkonferenzen ist die Vernetzung der Akteure zu diesem Themen- und Arbeitsfeld. Anhand des öffentlichen Diskurses wurde das Thema Rechtsextremismus und Rassismus breit aufgegriffen und eine Begegnung von hauptamtlichen Akteuren und der Zivilgesellschaft zu diesem Thema aufgebaut. Da vor Ort auch Bedarfe thematisiert und Interessen bekundet wurden, wird derzeit gemeinsam mit den einzelnen kreisangehörigen Kommunen die Bildung eines Netzwerkes vor Ort bzw. die Einbindung des Themenfeldes in die bestehenden Arbeits- und Netzwerkstrukturen erarbeitet. Jede kreisangehörige Kommune wird in der eigenen Umsetzung vom Projektteam unterstützt und gestärkt, um die rassismuskritische Arbeit nachhaltig zu implementieren.

4.2. Sensibilisierung und Aktivierung der Öffentlichkeit

Aufgrund der zahlreichen öffentlichkeitswirksamen Aktionen und vielseitigen Qualifizierungsangeboten (vgl. Punkt 3.4) fördert das Konzept bereits zum heutigen Zeitpunkt die BürgerInnen im Kreis Mettmann aktiv, sich gegen rechtspopulistische, -extremistische oder rassistische Haltungen in der Gesellschaft zu stellen.

4.3 Erstellung des Handlungskonzeptes bis Ende 2018

Nach Abschluss der Beteiligungsphase sowie der Expertenbefragung werden alle Informationen zusammengeführt und für die Veröffentlichung des Konzeptes systematisiert. Erfolgreich erprobte Maßnahmen, die schon während der Projektphase ausgetestet wurden, werden als Empfehlungen aufgenommen. Auch Programme und Aktivitäten der kreisangehörigen Kommunen werden als sogenannte Best-Practice-Modelle aufgenommen. Das Konzept wird in allen relevanten politischen Gremien des Kreises präsentiert und Mittel für die Umsetzungsphase werden akquiriert. 

4.4 Transfer und Nachhaltigkeit

Die während des Projektes aufgebaute landesweite Vernetzung durch die Landeszentrale für politische Bildung ermöglicht einen Transfer von erprobten Maßnahmen in den Kreis sowie aus dem Kreis Mettmann heraus. Dies bereichert die Arbeit gegen Rassismus und Rechtsextremismus sehr. Die Vernetzungsstrukturen werden auch über die Projektlaufzeit hinaus aufrechterhalten. 

5. Bewertungskriterien des Wettbewerbs (vgl. Merkblatt, Ziffer 5)

  1. Das integrierte kreisweite Handlungskonzept wird im Kreisintegrationszentrum erarbeitet. Die Arbeit ist eng in die vorhandenen Strukturen der Integrationsarbeit des Kreises eingebettet.
  2. Mit der Einrichtung einer Ad-Hoc-Expertengruppe 2016 wurde eine gemeinsame Ausgangsbasis für die zukünftigen Umsetzungspläne geschaffen, eine Bedarfs- und Bestandsanalyse wird im Rahmen der Konzeptentwicklung nach wissenschaftlichen Kriterien erarbeitet.
  3. Die Erstellung des Handlungskonzeptes ist eine direkte Folge der Integrationsarbeit der vergangenen Jahre. An verschiedenen Stellen wurde das Thema Rassismus diskutiert und in wichtigen Veröffentlichungen niedergelegt. Die Bedeutung der Auseinandersetzung mit dem Thema im Kontext der Integrationsarbeit wurde stets gesehen und ist folgerichtig aktuell in der Umsetzung.
  4. Das Handlungskonzept wird die Integrationsarbeit des Kreises ergänzen und mit neuen Ansätzen erweitern. Um dies vor Ort umsetzen zu können, ist eine kreisweite Zusammenarbeit unumgänglich. Die konzeptionell vorgesehene und verbindliche Arbeit in einer Arbeitsgruppe sowie die Umsetzung der Regionalkonferenzen und Experteninterviews in allen kreisangehörigen Städten werden von allen als sehr zielführend erlebt. Diese Vernetzung hat sich schon an vielen Stellen als außerordentlich bereichernd dargestellt.
  5. Das gemeinsame Konzept wird über die Fachausschüsse dem Kreistag Ende des Jahres 2018 vorgelegt. Die darin enthaltenen Maßnahmen werden bereits während der Erstellungsphase umgesetzt oder für das Jahr 2019 bedarfsorientiert und im Netzwerk konzipiert. Die Nachhaltigkeit der Arbeit im Feld der rassismuskritischen Arbeit im Kreisintegrationszentrum wird bereits Anfang 2018 gesichert. Eine Stelle wird zusätzlich zur Projektleitung geschaffen. Inhalt wird die Umsetzung von Maßnahmen zur Rassismusprävention im Kreis Mettmann sein.
  6. Die Konzeptarbeit erfuhr von Beginn an eine umfassende Unterstützung der kreis- und kommunalpolitischen Ebene. Mit Vorlagen werden die Gremien regelmäßig über die Fortschritte in Kenntnis gesetzt. Durch die Teilnahme an der Auftaktveranstaltung konnten viele Kommunalpolitiker ihren Input in die weitere Entwicklung der Konzeption einbringen.
  7. Durch die Thematisierung von Rassismus und den damit verbundenen Fragestellungen zu Privilegien und Abwertungsprozessen in unserer Gesellschaft trägt die Arbeit erheblich dazu bei, Unterscheidung von Gruppen- und individuellen Merkmalen zu reflektieren und die Anerkennung Aller zu fördern. Aus diesem Grunde ist es auch Bestandteil des Handlungskonzeptes, sich über Gender und Diversity-Aspekt auszutauschen und den öffentlichen Diskurs zu forcieren.
  8. Die Erarbeitung sowie das fertige Konzept werden dokumentiert und sind jederzeit durch andere Kommunen nutzbar. Der Kreis Mettmann freut sich, wenn andere Städte und Kreise sich ebenfalls auf den Weg machen und Rassismus öffentlich thematisiert und konzeptionell aufbereitet.
 

[1] Anlage 1 – Leitlinien Integration des Kreises Mettmann

[2] Anlage 2 – Integrationskonzept für den Kreis Mettmann 2015

[3] Siehe Fotos in der Anlage

[4] Anlage 3: Postkarte zum Kreativwettbewerb + ausführliche Beschreibung: D 20

[5] Anlage 4: Aktionsfonds „Gemeinsam gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ + ausführliche Beschreibung: D 10

[6] Anlage 5 „Mein Kreis für Vielfalt und Toleranz“; Anlage 6 „No rasicm in ME“

[7] Mein Kreis für Vielfalt und Toleranz

[8] No racism in ME

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es in Ihrer Kommune ein Integrationskonzept?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in dieses Integrationskonzept eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Unterstützt der/die (Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin Ihren Wettbewerbsbeitrag öffentlich?: 
ja
nein

C2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Ziele des Wettbewerbsbeitrags im Hinblick auf Integration und Zusammenleben detailliert beschrieben & festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Festlegung der Ziele eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Kinder (Einrichtungen der Kindertagesbetreuung)
Kinder (Schule)
Jugendliche
junge Erwachsene
Erwachsene
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
aktuelle Zuwanderer (2015-2017)
jeweils differenziert nach Herkunftsgebieten
bereits seit mehreren Jahren in Deutschland lebende Zuwanderer
Bevölkerung vor Ort
Multiplikatoren
Weitere
C 24 Bezieht sich Ihr Wettbewerbsbeitrag auf: 
die Gesamtstadt?
einen Teilraum/Quartier?
ein Projekt?
C 25 An welche Orte und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Quartier als Ganzes
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Jugendeinrichtungen
Sportvereine
Flüchtlingsunterkünfte
Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
Schulen
Ausbildungsstätten
Bildungseinrichtungen (VHS u.a.)
Soziale Treffpunkte für Zuwanderer
Migrantenselbstorganisationen
Weitere
C 26: 

Welche Handlungsfelder zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort stehen in Ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt? Bitte geben Sie an, ob sich das Handlungsfeld auf die Gesamtstadt oder das Quartier bezieht bzw., ob es sich um ein Projekt handelt.

C 26a Handlungsfeld Wohnen und Wohnumfeld: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26b Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, z.B. Kindergarten, Schulen, Jugendeinrichtungen: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26c Handlungsfeld Bildung/Qualifizierung/Ausbildung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26d Handlungsfeld Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26e Handlungsfeld Kultur: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26f Handlungsfeld Sport: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26g Handlungsfeld Gesundheit: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26h Handlungsfeld Umwelt/Grün: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26i Handlungsfeld Beteiligung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26j Handlungsfeld Engagementförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 27a Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Zuwander" ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27b Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Bevölkerung vor Ort" ausgerichtet?: 
ja
nein

C3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbei: 
Stadt-, Gemeinde-, bzw. Kreisrat
Amt/Bereich Soziales
Amt/Bereich Jugend
Amt/Bereich Wohnen
Amt/Bereich Grün(-planung)
Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin
Amt/Bereich Stadtplanung/ Stadtentwicklung
Integrationsbeauftragte/r
Amt/Bereich Sport
Amt/Bereich Gesundheit
Weitere
C 31 Welche verwaltungsexternen lokal relevanten Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Quartiersmanagement
Stadtteilzentren/ Nachbarschaftshäuser
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenselbstorganisationen
Sponsoren
Lokale Medien
Stiftungen
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftsvereine
Kleingartenvereine
Unternehmen, Betriebe
Weitere
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie finanzieren Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
C 37 Werden im Rahmen der Umsetzung von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 37a Wenn ja ... Welche? : 
Aktionsfonds ähnlicher Form sind in anderen Kommunen vorhanden.
C 38 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen bereits andernorts übernommen worden?: 
ja
nein

Einzelprojekte

Einzelprojekt 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
Aktionsfons "Gemeinsam gegen Rassismus und Rechtsextremismus"
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 14a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 15 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Die Umsetzung von Regionalkonferenzen im Rahmen der Erstellung eines Handlungskonzeptes gegen Rechtsextremismus und Rassismus (vgl. B2) hat den Bedarf ergeben, verstärkt Projekte und Angebote vor Ort öffentlichkeitswirksam zu fördern und insbesondere das Engagement der Jugendlichen zu stärken. Der Kreis Mettmann hat diesen Bedarf aufgegriffen und einen Aktionsfonds eingerichtet, um Initiativen, Bündnisse, Vereine, Migrantenorganisationen, Träger der Freien Wohlfahrtspflege, Gewerkschaften, Kirchengemeinden und Schulen in ihrem Engagement gegen Rassismus zu fördern. Der Aktionsfonds soll insbesondere engagierte Jugendliche bei der Umsetzung ihrer Projekt- oder Veranstaltungsidee vor Ort unterstützen und somit deren wichtigen zivilgesellschaftlichen Einsatz gegen Vorurteile und Diskriminierung stärken. Im Jahr 2017 stehen Förderungen von 3.000€, im Jahr 2018 5.000€ für präventive Aktivitäten zur Verfügung. Der Förderansatz wird erprobt und kann nach Bedarf ggf. durch zusätzliche Mittel angepasst werden. Beantragt werden können für ein Kleinprojekt bis zu 500€ und für Veranstaltungen bis zu 300€.

Darüber hinaus dient der Aktionsfonds zur Öffentlichkeitsarbeit gegen Rassismus. Der Aktionsfonds wird klassisch durch Pressemitteilungen beworben, aber auch durch zielgruppenorientierte Veröffentlichungen. Geplant ist eine Online-Kampagne. Ausgewählte Mitglieder der durch den Kreis Mettmann einberufenen Expertengruppe (vgl. B2) wollen mit Unterstützung Jugendlicher aus dem Bundesprogramm ‚Schulen ohne Rassismus- Schulen mit Courage‘ im Kreis Mettmann an diesem Thema intensiv arbeiten, um einen größtmöglichen Erfolg zu erzielen.  

Über alle durchgeführten Projekte, die durch den Aktionsfonds gefördert wurden, wird regelmäßig Bericht erstattet.

  (Anlage: Aktionsfonds „Gemeinsam gegen Rassismus und Rechtsextremismus)

Einzelprojekt 2

D 20 Titel des Einzelprojekts Nr. 2: 
Kreativwettbewerb "Kreativ gegen Rassismus" im Kreis Mettmann
D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 24a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 25 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Ein weiteres Teilergebnis bei der Erstellung des Handlungskonzeptes gegen Rechtsextremismus und Rassismus ist der dringende Bedarf an einer kreisweiten Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung für das Thema. Aufgrund der sich intensivierenden Zusammenarbeit im Expertennetzwerk und mit den kreisangehörigen Städten zum Thema wird im Jahr 2017/2018 erstmalig eine große, kreisweite Aktion durchgeführt. Der Kreis Mettmann veranstaltet unter der Schirmherrschaft von Landrat Thomas Hendele in Kooperation mit den kreisangehörigen Städten einen Kreativwettbewerb „Kreativ gegen Rassismus“ für weiterführende Schulen und öffentliche Jugendeinrichtungen. Eine prominente Jury bestehend aus Jacques Tilly (Künstler); Michaela Noll (ehemalige Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages); Herr und Frau Awasum (erstes schwarzes Karnevalprinzenpaar Deutschlands) wählt und zeichnet die Bilder aus. Das Gewinnerbild des Kunstwettbewerbs soll als Banner an den Rathäusern der 10 kreisangehörigen Städte sowie am Kreishaus und an der Kreispolizeibehörde Mettmann während der Zeit der Internationalen Wochen gegen Rassismus (März 2018) öffentlich auf das Thema aufmerksam machen. Geplant ist zudem, dass neben der Anbringung von großflächigen Bannern der Kreis Mettmann über 20.000 Brötchentüten mit dem Gewinnerbild und der Aufschrift „Rassismus kommt mir nicht in die Tüte“ kostenlos im Kreisgebiet ausgeben wird.  

Der Kreativwettbewerb findet bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt sowohl in den Jugendeinrichtungen und Schulen als auch bei den zivilgesellschaftlichen Organisationen und politischen Vertretungen im Kreis Mettmann große Unterstützung und Interesse.

Anlagen