Stadt Ellwangen (Jagst)

Name der Stadt/der Gemeinde/des Landkreises: 
Stadt Ellwangen (Jagst)
Typ: 
kreisangehörig
Bundesland: 
Baden-Württemberg
Einreichende Dienststelle: 
Integrationsbüro Stadt Ellwangen (Jagst)
Ansprechpartner/in: 
Frau Olga Krasniqi und Herr Jürgen Schäfer
Straße/Postfach: 
Spitalstr. 4
PLZ: 
73479
Telefon: 
+49 7961 84-297
+49 7961 84-208
Ort: 
Ellwangen (Jagst)
Fax: 
+49 7961 91651851

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Ellwangen ist bunt!

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Ellwangen wurde am 5. Mai 2014 als erster Stadt in Baden-Württemberg und als zehnter in Deutschland der Titel “Stadt ohne Rassismus – Stadt mit Courage“ offiziell verliehen. Für uns war diese wertvolle Auszeichnung nicht nur eine große Freude und Anerkennung unserer Integrationsarbeit, sondern auch eine Verpflichtung für die Zukunft. Aus einzelnen Projekten und Veranstaltungen wurden daraufhin fest in den Alltag integrierte Angebote, die sowohl die Bürgerinnen und Bürger Ellwangens, als auch die zu uns geflüchteten Menschen und die schon lange mit uns lebenden Migrantinnen und Migranten zusammenbringen. Unser wichtigstes Ziel ist die Teilhabe aller, das Motto unserer Stadt lautet “Miteinander reden statt übereinander“. Weitere Ziele sind u.a. die Heranführung und Vermittlung in den Arbeitsmarkt, interkulturelle Kompetenz, Partizipation, persönliches Wachstum, Vernetzung der verschiedenen Organisationen, auch der Migrantenselbstorganisationen. Gerne stellen wir in unserem Wettbewerbsbeitrag zwei besonders erfolgreiche Projekte vor, die im Rahmen zweier Programme der Baden-Württemberg Stiftung in Kooperation mit dem Ministerium für Integration Baden-Württemberg entstanden und inzwischen in unseren städtischen Haushaltsplan aufgenommen wurden: Interkultureller Frauenrat und Lernwerkstatt für Geflüchtete.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Rückblickend betrachtet, war die Bemühung unserer Stadt um den Titel “Stadt ohne Rassismus – Stadt mit Courage“, den sie auch im Mai 2014 als erste Stadt Baden-Württembergs verliehen bekam, eine überaus sinnvolle Investition in die Zukunft. Denn mit der knapp ein Jahr später bei uns eingerichteten Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge sollten wir schon bald gegen den aufsteigenden Rassismus einzelner Personen, und sogar einer Organisation, angehen müssen.

Mehr zur Auszeichnung unserer Stadt mit dem Titel “Stadt ohne Rassismus – Stadt mit Courage“:

Als in Ellwangen die Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge in der ehemaligen Reinhardt-Kaserne eröffnet wurde, und am 09.04.2015 die ersten bei uns Hilfe suchenden Menschen ankamen, hielt sich die vorgesehene Unterbringungszahl von höchstens 1.000 Menschen nicht lange. Schon Ende Sommer/Herbst 2015 hatten wir fast 5.000 geflüchtete Menschen in der LEA. Die Bevölkerung unserer kleinen Stadt (12.000 Einwohner in der Kernstadt) war sehr hilfsbereit, viele spendeten ihre Kleidung und mehrere hundert Menschen engagierten sich ehrenamtlich für die Geflüchteten. Leider ließen aber auch die negativen Reaktionen auf die vielen fremden Menschen in der Stadt nicht lange auf sich warten, es wurde versucht mit Gerüchten Misstrauen zu verbreiten und eine rassistische Organisation gründete sogar eine Gruppe auf Facebook mit dem Titel „Kein Asylheim in der Reinhardt-Kaserne“ und eine Demonstration vor der Landeserstaufnahmeeinrichtung abgehalten.

Unserem Integrationsbüro war klar, dass wir uns mit allen unseren Kooperationspartnern und ansässigen Institutionen und Unternehmen zusammentun müssen, damit die positive Stimmung überwiegt. Wir wollen sowohl den bei uns Schutz suchenden Menschen mit einer Willkommenskultur begegnen, so auch die engagierten Ehrenamtlichen fördern und unterstützen, aber auch die Verunsicherung in der Ellwanger Bevölkerung ernst nehmen und dieser mit neuen Maßnahmen begegnen. Wir erarbeiteten ein neues Konzept, stellten einen Projektantrag mit dem Titel “LEA – Wir helfen anzukommen!“ bei der Baden-Württemberg Stiftung und erhielten erfreulicherweise die Förderung aus dem Programm „Willkommen in Baden-Württemberg! Engagiert für Flüchtlinge und Asylsuchende“, das in Kooperation mit dem Ministerium für Integration Baden-Württemberg durchgeführt wird. Unser erstes hier vorgestelltes Projekt Lernwerkstatt für Geflüchtete entstand in diesem Programm. Das zweite, Interkultureller Frauenrat, entstand im Programm “Vielfalt gefällt! 60 Orte der Integration“ mit dem Projektnamen “Du bist willkommen! Stadt ohne Rassismus – Ellwangen mit Courage“.

Da es sich in unserem Wettbewerbsbeitrag um zwei Projekte mit unterschiedlichen Konzepten und Zielgruppen handelt, werden diese für eine bessere Übersicht unter Abschnitt D näher vorgestellt. Hier beschreiben wir, was beide Projekte gleichermaßen betrifft:

Alles, was wir im unserem Integrationsbüro unternehmen, basiert auf einer Ausgangs- und Bedarfsanalyse oder wird zumindest vor dem Start mit den Kooperationspartnern abgesprochen.

Folgende festgelegte Integrationsziele für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger verfolgen wir mit den zwei Projekten: Interkulturelle Kompetenz, Partizipation, Vernetzungen und Kooperationen, sprachliche und kulturelle Verständigung, persönliches Wachstum, Beschäftigung und Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. Bei den zu uns geflüchteten Menschen ist im Falle einer Rückkehr u.a. auch der Erwerb von verschiedenen Kompetenzen als Unterstützung für einen Neustart in der Heimat gedacht.

Eine Fremdevaluation und Qualitätsmanagement sind im Jahr 2018 im Rahmen des uns bewilligten Zuschusses aus dem Förderprogramm “Gemeinsam in Vielfalt“ vorgesehen. Dieses Förderprogramm ist ein Teil des „Pakts für Integration“ auf den sich die Kommunalen Landesverbände und die Landesregierung von Baden-Württemberg verständigt haben. Unter anderem werden dadurch auch Maßnahmen zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und Ehrenamts finanziert.

Wir vernetzen uns und kooperieren mit verschiedenen Städten und Akteuren, teils nach verbindlichen Absprachen und Verträgen: Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Ellwangen, Regierungspräsidium Baden-Württemberg, Jobcenter, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten im Ostalbkreis, Kreisfrauenrat Ostalb e.V., Freundeskreis Asyl, Mahnwache Ellwangen, AJO e.V., Berufsschule und regional ansässige Firmen, Studenten verschiedener Universitäten und Hochschulen, Presse, Jugendzentrum, Soroptimist International, Diakonie, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz und andere soziale und gemeinnützige Einrichtungen. Die bisher weniger eingebundenen Kooperationspartner, wie jeweils der türkische, griechische und albanische Kulturverein, sowie Migrantenselbstorganisationen der Balkangruppe und der Russlanddeutschen werden inzwischen ebenfalls intensiv eingebunden.

Das Zusammenleben in unserer Stadt wird durch beide Projekte nachhaltig positiv beeinflusst, wie auch die zahlreichen Medienberichte aufzeigen, von welchen einzelne Presseartikel diesem Beitrag beigefügt sind. Unser Oberbürgermeister hat sich das Thema Integration auf seine Prioritätenliste gesetzt, auch der Bürgermeister unterstützt uns, u.a. mit Nutzungsrechten für Räumlichkeiten. Die zwei Projekte wurden inzwischen in den städtischen Haushaltsplan aufgenommen, sind auf der kommunalpolitischen Ebene verankert.

Unsere Projekte stoßen auf großes Interesse bei anderen Kommunen in Baden-Württemberg, wir empfangen Komitees und einzelne Gäste, Radio und Regio-TV waren schon bei uns. Wir werden auch zu Austauschgesprächen eingeladen. Manches wurde schon bei uns abgeschaut und in anderen Kommunen umgesetzt. Wir freuen uns, wenn wir unseren Teil für eine vielfältige und friedliche Gesellschaft in Deutschland beitragen können und lernen auch immer gern aus anderen erfolgreichen Integrationskonzepten dazu.

Die Gender- und Diversity-Aspekte werden von uns ganz selbstverständlich berücksichtigt. Eine gelungene Integration setzt voraus, dass die Teilhabe der Mitglieder unserer Gesellschaft gesichert ist, unabhängig von Geschlecht, der Rasse, der ethnischen oder sozialen Herkunft, genetischer Merkmale, der Sprache, der Religion oder des Glaubens, politischer oder sonstiger Überzeugungen, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder sexuellen Ausrichtung.

Wir nutzen u.a. für Bekanntmachungen und zur Akquise der Ehrenamtlichen nicht nur die regionale Presse, sondern auch Sozial Media, wie Facebook und andere von unseren Mitbürgern mit Migrationswurzeln genutzte Medien, um möglichst heterogene Gruppen zu erreichen.

Da oft Dolmetscher gebraucht werden, haben wir einen Dolmetscherpool aufgebaut. Die ehrenamtlichen Dolmetscher unterstützen mit ihren Sprachkenntnissen Migrantinnen und Migranten sowie unterschiedliche Einrichtungen. Für einen Einsatz (max. 60 Minuten) wird eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 13,00 Euro gezahlt. Über eine passwortgeschützte Internetplattform kann man mit den Dolmetschern direkt Kontakt aufnehmen oder sich direkt an unser Integrationsbüro wenden.

Wir sind unseren ehrenamtlich engagierten Menschen sehr dankbar, bringen ihnen Anerkennung und große Achtung entgegen und fördern sie z.B. mit Schulungen und Fortbildungsangeboten. Jeden ersten Dienstag im Monat gibt es in Ellwangen einen Ehrenamtsstammtisch, der in wechselnden Gaststätten stattfindet und in Absprache vom Integrationsbüro und Caritas organisiert wird.

Die Projekte werden von unserer Integrationsprojektbeauftragten Frau Olga Krasniqi, die mit ihren Eltern vor 30 Jahren als Russlanddeutsche nach Ellwangen umsiedelte, erfolgreich durchgeführt. Da sie selbst den Integrationsprozess in Deutschland erfahren, zusätzlich eine Trainer-in-Ausbildung für Interkulturelle Kompetenz absolviert hat und über ein breites interkulturelles Netzwerk in unserer Stadt verfügt, ist sie für diese Aufgabe prädestiniert.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es in Ihrer Kommune ein Integrationskonzept?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in dieses Integrationskonzept eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Unterstützt der/die (Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin Ihren Wettbewerbsbeitrag öffentlich?: 
ja
nein

C2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Ziele des Wettbewerbsbeitrags im Hinblick auf Integration und Zusammenleben detailliert beschrieben & festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Festlegung der Ziele eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Kinder (Einrichtungen der Kindertagesbetreuung)
Kinder (Schule)
Jugendliche
junge Erwachsene
Erwachsene
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
aktuelle Zuwanderer (2015-2017)
jeweils differenziert nach Herkunftsgebieten
bereits seit mehreren Jahren in Deutschland lebende Zuwanderer
Bevölkerung vor Ort
Multiplikatoren
Weitere
C 24 Bezieht sich Ihr Wettbewerbsbeitrag auf: 
die Gesamtstadt?
einen Teilraum/Quartier?
ein Projekt?
C 25 An welche Orte und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Quartier als Ganzes
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Jugendeinrichtungen
Sportvereine
Flüchtlingsunterkünfte
Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
Schulen
Ausbildungsstätten
Bildungseinrichtungen (VHS u.a.)
Soziale Treffpunkte für Zuwanderer
Migrantenselbstorganisationen
Weitere
C 26: 

Welche Handlungsfelder zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort stehen in Ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt? Bitte geben Sie an, ob sich das Handlungsfeld auf die Gesamtstadt oder das Quartier bezieht bzw., ob es sich um ein Projekt handelt.

C 26a Handlungsfeld Wohnen und Wohnumfeld: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26b Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, z.B. Kindergarten, Schulen, Jugendeinrichtungen: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26c Handlungsfeld Bildung/Qualifizierung/Ausbildung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26d Handlungsfeld Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26e Handlungsfeld Kultur: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26f Handlungsfeld Sport: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26g Handlungsfeld Gesundheit: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26h Handlungsfeld Umwelt/Grün: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26i Handlungsfeld Beteiligung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26j Handlungsfeld Engagementförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 27a Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Zuwander" ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27b Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Bevölkerung vor Ort" ausgerichtet?: 
ja
nein

C3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbei: 
Stadt-, Gemeinde-, bzw. Kreisrat
Amt/Bereich Soziales
Amt/Bereich Jugend
Amt/Bereich Wohnen
Amt/Bereich Grün(-planung)
Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin
Amt/Bereich Stadtplanung/ Stadtentwicklung
Integrationsbeauftragte/r
Amt/Bereich Sport
Amt/Bereich Gesundheit
Weitere
C 31 Welche verwaltungsexternen lokal relevanten Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Quartiersmanagement
Stadtteilzentren/ Nachbarschaftshäuser
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenselbstorganisationen
Sponsoren
Lokale Medien
Stiftungen
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftsvereine
Kleingartenvereine
Unternehmen, Betriebe
Weitere
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie finanzieren Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36a wenn ja oder geplant: 
Fremdevaluation
C 37 Werden im Rahmen der Umsetzung von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 37a Wenn ja ... Welche? : 
teilweise wurden erfolgreiche Ansätze aus der Lernwerkstatt Schwäbisch Gmünd übernommen
C 38 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen bereits andernorts übernommen worden?: 
ja
nein
C 38a Wenn ja ... Welche?: 
Lernwerkstätten in Welzheim, Freiburg und Weinheim

Einzelprojekte

Einzelprojekt 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
Lernwerkstatt für Geflüchtete
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 14a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 15 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Zielgruppe:
Geflüchtete Menschen aus der Landeserstaufnahmeeinrichtung, den Gemeinschafts- und Anschlussunterkünften sowie unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Ziele:
Sprach- und interkulturelle Kompetenz- Vermittlung, vorberufliche Erfahrung in der Holz- und Metallverarbeitung, künstlerische Tätigkeiten, KFZ- und Fahrradreparatur, das Anstreben des europäischen Arbeitsniveaus, Vermittlung in Praktika und Ausbildung/Beschäftigung, sowie gemeinnützige Tätigkeiten. In der Lernwerkstatt wird teilweise mit einfachen Mitteln und gebrauchtem Werkzeug gearbeitet, die Menschen sollen im Falle der Rückkehr in ihre Heimat das hier erworbene Wissen umsetzen können. Um die regelmäßige Teilnahme zu fördern, gibt es bei uns Stempelkarten. Wenn diese voll sind, erhalten die geflüchteten Menschen ein Zertifikat über ihre Integrationsbemühungen und die regelmäßige Teilnahme an der Lernwerkstatt ausgehändigt, die sie später z.B. bei Bewerbungen vorlegen können.

Möglich wurde die Eröffnung der Lernwerkstatt für Geflüchtete in einem Teilbereich der ehemaligen Reinhardt-Kaserne am 18.10.16 durch die vielen Spenden aus der Bevölkerung und der Bundeswehr, sowie durch eine gute Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit den ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger aus Ellwangen und Umgebung, die die geflüchteten Menschen in Deutsch und dem o.g. Handwerk unterrichten. Das Angebot wurde seitdem schrittweise erweitert.

Aus Holz werden Sitzbänke und Sitzgarnituren gebaut, zwei große Hochbeete wurden fertiggestellt und zur Bepflanzung mit Kräutern und Gemüse an eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Ellwangen übergeben. Ebenfalls wurden ein Spaßfahrrad und eine Rikscha für die Veranstaltung „Rad & Bike“ in der Stadt Ellwangen anlässlich des 200. Geburtstags des Rads gebaut. Die Lernwerkstatt war bei diesem Fest mit einem Infostand sowie verschiedenen Aktionen vertreten.

Immer wieder werden die Arbeiten der geflüchteten Menschen in Ellwanger Geschäften Angeboten, aktuell werden Vogelhäuser und Brunnen im “Gartentreff Lutz“ und im “Tonis Ladencafé“ verkauft.

Ablauf in der Lernwerkstatt:

Dienstag, Mittwoch, Donnerstag
14.00 - 15.30 Uhr: Sprach- und Verhaltenscodex- Vermittlung
15.30 - 16.00: gemeinsame Tee-Pause
16.00 - 17.30 Uhr Lernen und Arbeiten in der Werkstatt  

Donnerstags werden die gespendeten Fahrräder instandgesetzt und an die Flüchtlinge verschenkt. In den warmen Monaten bieten wir auf dem großen Platz vor der Lernwerkstatt Verkehrsschulungen für Radfahrer an. Dienstags wird interkulturelle Kompetenz an die Flüchtlinge und die Ehrenamtlichen vermittelt.

Um mehr Frauen in der Lernwerkstatt zu beteiligen, versuchten wir es eine Zeit lang mit einem Strick- und Nähkreis für Frauen. Es stellte sich aber heraus, dass dieses Angebot bei den Frauen in der Landeserstaufnahmeeinrichtung direkt vor Ort besser ankommt, so wurde es von unserem Kooperationspartner Caritas mit dem Sitz direkt in der LEA übernommen.

Ab 2018 wird in Kooperation mit AJO e.V. ein Bewerbercafé “Work & Life“ eröffnet. Die geflüchteten Menschen sollen hier niederschwellig erfahren, wie in Deutschland der Übergang aus der Schule in die Ausbildung verläuft, welche Möglichkeiten und Chancen es auf dem heutigen Arbeitsmarkt gibt, verschiedenen Bewerbungsabläufe werden aufgezeigt, Diskussionsrunden und Vorträge gehalten, sowie Erfolgsgeschichten der Integration vorgestellt.

Geplant ist auch eine Beteiligung der Flüchtlinge auf unserem großen internationalen Fest „Ellwangen ist bunt – Eine Welt für alle“ am 23./24. Juni, sowie am Ellwanger Weihnachtsmarkt. Regelmäßig sollen außerdem bei einem Tag der offenen Tür die in der Lernwerkstatt hergestellten Produkte ausgestellt werden. Als nächster Termin dafür ist der 8. März vorgesehen. Im Rahmen des Internationalen Frauentages werden die Frauen, genauso aber auch die Männer, zu einer Führung durch die Lernwerkstatt eingeladen. Bei dieser Führung können sich die Besucherinnen und Besucher unter der Anleitung durch die Teilnehmer der Lernwerkstatt an verschiedenen handwerklichen Tätigkeiten ausprobieren. Für das leibliche Wohl werden verschiedene internationale Köstlichkeiten gereicht. Wir beteiligen uns auch an den Internationalen Wochen des Ostalbkreises.

Mit jedem neuen Teilnehmer wächst die Vielfalt in der LWS und die Ideen werden immer mehr. Wir sind dankbar und erfahren viel Dankbarkeit. Fest in Erinnerung bleibt uns ein dankbarer junger Algerier in unserer Lernwerkstatt, der sagte: Hier werde ich wie ein Mensch auf Augenhöhe behandelt und nicht wie ein unerwünschter Flüchtling.

Einzelprojekt 2

D 20 Titel des Einzelprojekts Nr. 2: 
Interkultureller Frauenrat
D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 24a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 25 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Für eine Bedarfsanalyse wurde im Jahr 2015 die Veranstaltung “Weibliche Vielfalt im Ostalbkreis“ u.a. gemeinsam mit dem Kreisfrauenrat Ostalb e.V. durchgeführt. Bei dieser Veranstaltung wurden in drei Workshops die Bedarfe der Frauen im Ostalbkreis auf verschiedenen Ebenen ermittelt. Für die anschließende Auswertung wurden auch die Standortanalyse und die Kreisentwicklung im Ostalbkreis des Landratsamtes herangeführt. Mit der finanziellen Unterstützung aus dem Programm “Vielfalt gefällt! 60 Orte der Integration“ der Baden-Württemberg Stiftung in Kooperation mit dem Ministerium für Integration, wurde der Interkulturelle Frauenrat Ellwangen aufgebaut. Im Januar 2016 fand die Auftaktveranstaltung dazu statt und ein Jahr darauf wurde der Interkulturelle Frauenrat in den städtischen Haushaltsplan aufgenommen.

Der Interkulturelle Frauenrat findet einmal monatlich im Rathaus statt, dafür wurde in Absprache mit unserem Bürgermeister der kleine Sitzungssaal fest reserviert. Hier soll insbesondere für Frauen in unserem Landkreis durch interkulturelle Begegnungen wie auch durch die Öffnung aller möglichen Ressourcen, Chancengleichheit und Integration auf allen Ebenen ermöglicht werden. So finden verschiedene Vorträge, Informationsabende zu verschiedenen Themen im Ostalbkreis, wie z.B. Sportangebote in den regionalen Vereinen, Workshops und Veranstaltungen statt, wie der alljährliche internationale Tanzabend, bei dem auch schon mal spontan in den großen Sitzungssaal gewechselt wurde. Im Interkulturellen Frauenrat können die Frauen verschiedener Herkunft miteinander in Kontakt treten, die Scheu vor dem Fremden abbauen, sich beteiligen und vernetzen, Informatives und Wichtiges u.a. zum Thema Integration erfahren, ihr Selbstbewusstsein stärken, sich und ihre Organisation den anderen Frauen vorstellen usw. Außerdem werden sie hier über ihre Rechte und Möglichkeiten aufgeklärt, es entstehen soziale Netzwerke und es können persönliche Beratungstermine in den Büroräumen des Rathauses ausgemacht werden.

Im Jahr 2016 fanden folgende Termine statt:

  • "8. März - seit über 100 Jahren Internationaler Frauentag" – Vortrag von Gerburg Maria Müller
  • "Stimme und Authentizität" – Workshop mit Frau Annabella Akcal
  • “Frauen ... reden wir über Geld!“ – ausgehend vom Equal Pay Day Impulse zum Thema von Margot Wagner
  • "Häusliche Gewalt im Ostalbkreis - Daten, Fakten und Maßnahmen" – Informationsabend mit Frau Bühler (Beauftragte für Familien, Frauen und Senioren, Amt für Bildung und Soziales)
  • Frau Dorit Nestler von der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung bei der Diakonie informiert über ihre Hilfe- und Beratungsangebote
  • "Was ist Glück?" – Vortrag der russlanddeutschen Yoga-Trainerin
  • Vorstellung der Projekte der AJO e.V. Ellwangen von Frau Cindy Lang
  • Film "Hevi - Hoffnung" zum Tag gegen Gewalt an Frauen mit anschließender Austauschrunde
  • Jahresabschlussfeier mit aktuellen Informationen zum Ostalbkreis

Im Jahr 2017 fanden folgende Termine statt:

  • Vortrag der russlanddeutschen Yoga-Trainerin – Sieben Stufen der Beziehungen
  • Kochkurs von georgischen Frauen aus der Landeserstaufnahmeeinrichtung
  • Veranstaltung “Märchenbrunnen“ von der Erzählgemeinschaft Ostalb e.V.
  • Austausch zu den Osterbräuchen in verschiedenen Ländern und Religionen
  • Internationaler Tanzabend
  • Wie gründe ich mein eigenes Unternehmen? – Veranstaltung mit IHK und Kontaktstelle Frau und Beruf
  • “A United Kingdom“ – Kinoabend in dem ehrenamtlich geführten Kino am Kocher
  • Workshopreihe mit Annabella Akcal zur selbstbewussten Kommunikation, Schlagfertigkeit und festgefahrenen Glaubenssätzen

Besuchten den Interkulturellen Frauenrat anfangs überwiegend einheimische Frauen und schon länger bei uns lebende Migrantinnen, so kommen in letzter Zeit erfreulicherweise auch geflüchtete Frauen zu uns. Wir freuen uns jedes Mal, wenn wir ein Dankeschön hören, wie zuletzt von einer Ärztin aus der Ukraine, die wir bei ihrer Approbation unterstützt haben und die jetzt in der Ellwanger Klinik arbeitet. Sie meinte, für sie sei ein Rathaus nun nicht mehr, wie in ihrem Heimatland eine “kalte Institution“, in der man möglichst schnell abgefertigt wird, sondern es sei ein echtes “Haus für Bürger“, das für alle zugänglich ist und in dem man Förderung und Unterstützung erhält, sowie Anerkennung und Anteilnahme erfährt, und den Einheimischen auf gleicher Augenhöhe begegnen kann.

Anlagen