Minden

(kreisangehörige Stadt in Nordrhein-Westfalen; 81.598 Einwohnerinnen und Einwohner)

 

Viele Wettbewerbsbeiträge – insbesondere von (kleineren) kreisangehörigen Städten und Gemeinden – verfolgen keinen umfänglichen, „vollständigen“ Integrationsansatz. Bei ihnen geht es oftmals weniger um dezidierte Integrationskonzepte, die Berücksichtigung unterschiedlicher (kommunaler) Handlungsfelder im Sinne eines integrativen Ansatzes oder institutionalisierte Arbeitsteilungen innerhalb der Verwaltung und mit verwaltungsexternen Akteuren. Vielmehr zeigen einige dieser Beiträge Facetten auf, wie in einzelnen Handlungsfeldern zu bestimmten Themen und/oder im Rahmen ausgewählter Einzelmaßnahmen, Projekte oder Aktionen Integration sehr „pragmatisch“ und mit einem Aufwand, der auch für kleinere und mittlere Gemeinden gut leistbar ist, angegangen wird. Damit werden allerdings Wettbewerbskriterien wie „kommunale Gesamtkonzeption“, „Qualitätsmanagement“, „verbindlich vereinbarte Vernetzung und Kooperation verschiedener Akteure“, „Berücksichtigung von Gender- und Diversity-Aspekten“ oder „Know-how-Transfer in andere Kommunen“ kaum oder gar nicht erfüllt.

Um jedoch auch Einzelprojekte, die aus inhaltlicher Sicht besonders bemerkenswert sind, bei der Prämierung nicht unberücksichtigt zu lassen, wurden sie in der Sonderkategorie „Bemerkenswerte Einzelprojekte“ zusammengefasst. Sie ergeben in der Querschau ein „buntes“ und lebendiges Bild davon, mit welchen kreativen Ideen sich insbesondere kleinere Gemeinden – im ersten Fall auch ein Landkreis – der Herausforderung Integration stellen (können).

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Foto: Zwei junge Männer stehen unter einer offenen Motorhaube eines PKW über den Motor gebeugt und arbeiten daran.
Ausbildung zum KFZ Mechaniker, Foto: Detlef Müller
Das Integrationsprojekt „I.Qu.I.“ als Teil des Mindener Wettbewerbsbeitrags wurde im März 2016 gestartet. Es richtet sich an Neuzugewanderte mit hoher Sprach- und Bildungsaffinität, die als „Schnelllernende“ potenziell in der Lage sind, in einem kürzeren Zeitraum als üblich das Sprachniveau B1 und im Anschluss B2 und C1 zu erreichen, um damit als qualifizierte Fachkräfte auch schneller in Beruf, Studium und Ausbildung integriert zu werden. Im Projektrahmen werden zunächst die (sprach- und berufsbezogenen) Bedarfe hochqualifizierter Geflüchteter identifiziert, um anforderungsgerechte Angebote zu erstellen. Begleitende Informationsveranstaltungen tragen dazu bei, die Geflüchteten in den Arbeits- oder Ausbildungsmarkt zu vermitteln. So konnten bereits Fachkräfte bzw. Fachkräftenachwuchs für die regionalen Unternehmen oder den Campus Minden der Fachhochschule Bielefeld gewonnen werden. Die qualifizierten Geflüchteten „fühlen sich von der Stadtgesellschaft (…) gesehen und aufgenommen“, was wiederum zu „einer positiven Stimmungslage in der gesamten Stadtgesellschaft“ führt (aus dem Wettbewerbsbeitrag). Finanziert wird das Projekt in erster Linie durch ein breites Bündnis von Kommune, FH Bielefeld, Lions- und Rotary-Clubs in der Region, lokalen Unternehmen und weiteren Kooperationspartnern.

 

Zum Originalwettbewerbsbeitrag von Minden.