Landkreis Osnabrück

Kommune und Wettbewerbsbeitrag im Überblick

Einwohnerzahl

358.079

Bundesland

Niedersachsen

Titel des Beitrags

Beteiligungsorientierter Prozess zur Erarbeitung des ganzheitlichen „Konzepts Migration und Integration im Landkreis Osna­brück 2018–2022“

Schwerpunkt des Beitrags

Der Landkreis Osnabrück hat 2017 in einem umfangreichen Beteiligungsprozess das ganzheitliche „Konzept Migration und Integration im Landkreis Osnabrück 2018–2022“ erarbeitet. Mit dem Konzept setzt sich der Landkreis konkrete und messbare Integrationsziele und gibt einen Rahmen für die Integrationsaktivitäten der migrations- und integrationsbezogenen Akteure zugunsten aller ausländischen Personen für die kommenden fünf Jahre. Das Konzept wurde unter umfassender Partizipation unterschiedlicher Akteursgruppen und der Politik in einem mehrstufigen Verfahren erarbeitet.

Kontakt

Iris Beckmann
Landkreis Osnabrück
Referat für Strategische Planung
Am Schölerberg 1
49082 Osnabrück
Telefon: +49 541/501-3062
E-Mail: iris.beckmann@Lkos.de

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Der Landkreis Osnabrück besteht aus 21 Städten, Gemeinden und Samtgemeinden. Ende 2016 hatte der Kreis eine Ausländerquote von 7,5 %. Der Zuzug von Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in den Landkreis Osna­brück hat sich seit dem Jahr 2007 nahezu versiebenfacht. Bedingt durch den verstärkten Zuzug Schutzsuchender stieg der direkte Zuzug aus dem Ausland in den Jahren 2015 und 2016 auf insgesamt 3.583 bzw. 3.332 Personen an. Auch im Jahr 2017 liegt der Zuzug aus dem Ausland bei 2.500 bis 3.000 Personen.

Bereits 2014 wurde das Konzept „Migrationsmanagement für den Landkreis Osnabrück“ (kurz: Migrationskonzept) erarbeitet. Damit verfügte der Landkreis Osnabrück erstmals über eine ganzheitliche strategische Ausrichtung im Handlungsfeld Zuwanderung. Kern des Migrationskonzepts war die Einrichtung des „Migrationszentrums“, das als zentrale Informations- und Beratungseinheit des Landkreises Osnabrück für Migrantinnen und Migranten im Frühjahr 2015 seine Arbeit aufnahm. Durch den im Lauf des Jahres 2015 stark angestiegenen Zuzug Schutzsuchender wurde kurzfristig eine Neuausrichtung der Integrationspolitik und der Organisationsstrukturen notwendig. Der Kreistag des Landkreises Osnabrück beschloss deshalb im Dezember 2016 auf Vorschlag der Verwaltung, das erst zwei Jahre alte Migrationskonzept in einem umfangreichen Beteiligungsprozess zu aktualisieren und zu einem ganzheitlichen „Konzept Migration und Integration im Landkreis Osnabrück 2018–2022“ fortzuschreiben. Mit dem Konzept setzt sich der Landkreis Osnabrück konkrete und messbare Integrationsziele und gibt einen Rahmen für die Integrationsaktivitäten der migrations- und integrationsbezogenen Akteure zugunsten aller ausländischen Personen für die kommenden fünf Jahre. Auch das neue Konzept Migration und Integration orientiert sich an den Lebenslagen von Migrantinnen und Migranten und umfasst folgende neun Handlungsfelder: Ankommen & Aufenthalt, Wohnen & Leben, Sprache, Bildung, Arbeitsmarkt, Gesundheit, Gesellschaftliche Integration & Teilhabe, Zivilgesellschaftliches Engagement sowie Migrations- und Integrationsmanagement.

Foto: Eine junge Frau beschriftet ein Poster.
Foto: Landkreis Osnabrück/Hermann Pentermann
Das Konzept wurde in einem mehrstufigen Beteiligungsprozess erarbeitet. Einbezogen wurde die Expertise von Migrantinnen und Migranten, Bürgerinnen und Bürgern, ehrenamtlich Tätigen, kreisangehörigen Kommunen, Migrantenselbstorganisationen, (Wohlfahrts-)Verbänden, Vereinen, Stiftungen, Unternehmen, Unternehmensverbänden, Bildungsträgern sowie der Politik. Dazu fanden im Jahr 2017 sechs Dialogforen statt. Auch intern wurden die Ergebnisse mit den Mitarbeitenden der Kreisverwaltung und der kreisangehörigen Kommunen, die in den Handlungsfeldern des Konzepts tätig sind, breit diskutiert. Abschließend fand im Oktober 2017 die Integrationskonferenz des Landkreises Osnabrück als Großgruppenveranstaltung unter Einbeziehung der Teilnehmenden aller Dialogforen sowie weiterer Akteure (u.a. der Kreispolitik) statt. Ziel der Veranstaltung war es, Feedback zum Entwurf des Konzepts zu erarbeiten und den Teilnehmenden die Relevanz des gemeinsamen Wirkens der Akteure der Zivilgesellschaft im Themenfeld Integration zu verdeutlichen. Im November 2017 wurden die Eckpunkte des Konzepts (Handlungsfelder, Herausforderungen) im zuständigen politischen Fachausschuss des Landkreises Osnabrück (Ausschuss für Feuerschutz, Integration und Ordnung) zur Vorbereitung auf die Beschlussfassung im Jahr 2018 vorgestellt.

Entstanden ist ein umfassender und ganzheitlicher Konzeptentwurf mit klaren Zieldimensionen, der neben den Belangen aller relevanten lokalen migrations- und integrationsspezifischen Akteure insbesondere die Bedarfe von Bürgerinnen und Bürgern mit deutscher und ausländischer Staatsangehörigkeit berücksichtigt. Die frühe und intensive Beteiligung wurde von allen Akteuren als sehr wertschätzend empfunden. Gleichzeitig gaben die erarbeiteten Ergebnisse der Dialogforen hilfreiche Hinweise, die in Teilen zu einer neuen internen Bewertung führten. 2018 erfolgen der Beschluss durch den Kreistag und die Übertragung auf die kreisangehörigen Kommunen in einer umsetzungsorientierten Beteiligungsphase.

Begründung der Prämierung

Der Beitrag gibt den Integrationsaktivitäten des Kreises einen Rahmen. Dieser berücksichtigt neben den Belangen aller relevanten lokalen migrations- und integrationsspezifischen Akteure insbesondere die Bedarfe von Bürgerinnen und Bürgern mit deutscher und ausländischer Staatsangehörigkeit. Damit stellt er, im Sinne des Wettbewerbs, die Förderung von Integration und Zusammenleben in den Mittelpunkt.

  • Es ist über die verschiedenen Dialogforen gelungen, eine hohe Beteiligung zu erreichen. Ein breites Spektrum an Akteuren beteiligte sich. Das frühzeitige Einbeziehen und die gemeinsame Arbeit, die von allen Akteuren als sehr wertschätzend empfunden wurde, stellen eine hervorragende Grundlage für die weitere, dauerhaft angelegte Integrationsarbeit dar.
  • Die Integrationsarbeit im Landkreis wird überzeugend politisch unterstützt. Die Arbeit am Migrationskonzept basiert auf einem Beschluss des Kreistags. Der Prozess wurde in der ganzen Zeit eng durch den Landrat und die Bürgermeister der kreisangehörigen Kommunen begleitet.
  • Der Erfolg der Integrationsarbeit wird regelmäßig kontrolliert. Der Grad der Zielerreichung der im Konzept definierten Integrationsziele wird künftig regelmäßig überprüft und in die Koordinierungsgruppe, die politischen Gremien des Landkreises Osnabrück und die beteiligten Akteursgruppen kommuniziert. Aufgrund der positiven Erfahrungen mit den Dialogforen bei der Konzepterarbeitung ist außerdem vorgesehen, die Umsetzung des Konzepts Migration und Integration auch auf thematisch-inhaltlicher Ebene dauerhaft beteiligungsorientiert zu begleiten. Dies ermöglicht bei Bedarf frühzeitiges Gegensteuern oder Korrigieren, z.B. bei sich verändernden Rahmenbedingungen.
  • Der beteiligungsorientierte Prozess zur Erarbeitung eines umfassenden, rahmengebenden Konzepts Migration und Integration eignet sich bei Berücksichtigung der unterschiedlichen regionalen bzw. örtlichen Strukturen und Gegebenheiten dazu, auf andere Kommunen übertragen zu werden. Der Landkreis Osnabrück steht dafür als Impulsgeber zur Verfügung. Das koordinierte Integrationskursmanagement (KIM) war bereits Grundlage für eine Förderrichtlinie des Landes Niedersachsen.

 

Zum Originalwettbewerbsbeitrag des Landkreises Osnabrück.