Neuss

Kommune und Wettbewerbsbeitrag im Überblick

Einwohnerzahl

155.414

Bundesland

Nordrhein-Westfalen

Titel des Beitrags

Vielfalt in Kultur – Vielfalt im Engagement

Schwerpunkt des Beitrags

Neuss stellt sein Gesamtkonzept zur Integration vor. Ziel ist es, dass Aufnahmegesellschaft und Zuwanderer miteinander in den Dialog treten und sich gemeinsam am Integrationsprozess beteiligen. Dabei stehen in Neuss die Handlungsfelder Wohnen, Zusammenleben und soziale Infrastruktur, Bildung und Qualifizierung, Kultur und Netzwerke im Vordergrund. Zugleich wird ein quartiersbezogener Ansatz verfolgt.

Einzelprojekte:

  • „Gemeinsam im Quartier – Stadtteilarbeit Weckhoven“ (Integrationsförderung)
  • „Kompass D“ (Bildung)

Kontakt

Michelle Jordan, Jürgen Hages
Stadt Neuss
Integrationsamt der Stadt Neuss – Integrationsangelegenheiten
Markt 2
41460 Neuss
Telefon: +49 2131-905750
E-Mail: michelle.jordan@stadt.neuss.de

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Die Stadt Neuss versteht Integration als Querschnittsaufgabe. Diese findet in vielen Bereichen und Themenfeldern und vor allem in den Quartieren vor Ort statt: in Schulen, Kindertageseinrichtungen, Krankenhäusern, Behörden, Unternehmen usw. Zugleich wird Integration als dauerhafter Prozess gesehen – vor allem auch im Hinblick auf den demografischen Wandel und den damit verbundenen Bedarf an zusätzlichen Fachkräften sowie auf die Qualifizierung der eingewanderten Menschen. Diesen Ansatz verfolgt die Stadt Neuss bereits seit vielen Jahren. Integration kann nur durch den Einsatz jedes Einzelnen gelingen. Es ist wichtig und notwendig, dass sowohl die Aufnahmegesellschaft als auch die Zuwanderer miteinander in den Dialog treten und sich gemeinsam am Integrationsprozess beteiligen.

Foto: Auf einer Freifläche stehen Staffeleien, an denen Kinder großformatige Bilder malen.
Stadtteilarbeit, Foto: Frau Adams, SkF Neuss
Grundlagen der Integrationsarbeit sind das städtische Integrationskonzept sowie das Neusser Diversitätskonzept. Mit Letzterem wurden eine institutionsübergreifende und kooperative Zusammenarbeit initiiert und dauerhafte Strukturen in der interkulturellen Arbeit geschaffen. Das Neusser Diversitätskonzept war nominiert für den Sonderpreis „Kultur öffnet Welten“ 2017. Im Integrationskonzept der Stadt Neuss finden sich die „Erfolgsfaktoren für kommunale Integrationspolitik“, die sich in den Handlungsfeldern des Wettbewerbsbeitrags widerspiegeln; sie stellen zugleich die Basis des Beitrags dar. Je Handlungsfeld werden beispielhaft Projekte und Maßnahmen genannt, die die Integration und das Zusammenleben in Neuss erleichtern und voranbringen sollen (z.B. Stadtteilkümmerer, Integrationslotsen, Integrationsbüro, Integrationsförderpreis, Interkulturelle Projekthelden u.v.m.). Handlungsfelder sind Wohnen, Zusammenleben und soziale Infrastruktur, Bildung und Qualifizierung, Kultur und Netzwerke.

Die Stadt Neuss richtet jedes Jahr ein Bewerbungsverfahren zur Integrationsförderung aus. Es können Anträge für Projekte und Maßnahmen gestellt werden, die unter die jährlich vom Integrationsrat neu beschlossenen Handlungsfelder fallen. Die Stadt Neuss will dadurch den Trägern, aber auch Vereinen oder Migrantenselbstorganisationen die Möglichkeit geben, ihre Projekte zu verwirklichen, somit die Integrationsarbeit fördern und die Bürgerinnen und Bürger in Neuss unterstützen. Ebenfalls wird den Wohlfahrtsverbänden in diesem Rahmen die finanzielle Absicherung ihrer bedarfsorientierten Arbeit in den Stadtteilen garantiert. Darüber hinaus wird jährlich ein mit 5.000 Euro dotierter Integrationsförderpreis der Stadt ausgelobt.

Einzelne Projekte, Maßnahmen und Institutionen haben ebenfalls eigene und selbstständige Konzepte. Diese ergänzen und stärken die beiden „Grundkonzepte“ Integration und Diversität. Somit beziehen sich die Beiträge nicht nur auf ein gesamtstädtisches Konzept im Bereich Integration und Kultur/Diversität, sondern auch auf die teilräumliche und quartiersbezogene Arbeit in einzelnen Stadtteilen.

In Neuss sind die Akteure z.B. bei den Wohlfahrtsverbänden oder den Vereinen und der Verwaltung bereits sehr gut vernetzt; diese Kontakte sollen weiter ausgebaut und vertieft werden. Darüber hinaus besteht in Neuss ein sehr hohes Maß an ehrenamtlichem Engagement, welches weiterhin gefördert und anerkannt werden soll. Das neue Integrationsamt stellt die Koordination der Querschnittsaufgabe Integration sicher.

Im Wettbewerbsbeitrag werden zwei Einzelprojekte hervorgehoben:

  • „Gemeinsam im Quartier – Stadtteilarbeit Weckhoven“ (Integrationsförderung): Hier gehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort auf „neue Nachbarn“ (Geflüchtete) zu und fragen nach Problemen und Anregungen. So wird Flüchtlingen die Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung gegeben; zugleich werden Ehrenamtliche und Fachkräfte durch Schulungen im Umgang mit traumatisierten Geflüchteten weiterqualifiziert.
  • „Kompass D“ (Bildung): Hier handelt es sich um eine Initiative für Neu-Neusser von Neusser Unternehmen, Stadt und Kreis, die Ende 2015 begründet wurde, um neu zugewanderte Menschen mit Bleibeperspektive in Ausbildung und Erwerbstätigkeit zu bringen. Ein wichtiger Kooperationspartner bei der Auswahl von Jugendlichen sind Schulen.

Begründung der Prämierung

Der Beitrag der Stadt Neuss „Vielfalt in Kultur – Vielfalt im Engagement“ zeigt eine beeindruckende, umfassende und langjährige, sozialraumorientierte Integrationsarbeit auf breiter kooperativer Basis. Besonders hervorzuheben sind folgende Charakteristika:

  • die konzeptionelle Stützung und Einbindung über ein Integrations- und Diversitätskonzept, die partnerschaftlich erarbeitet wurden,
  • die Wahrnehmung von Integration als Daueraufgabe – vor allem auch im Hinblick auf den demografischen Wandel und den damit verbundenen Bedarf an zusätzlichen Fachkräften sowie auf die Qualifizierung eingewanderter Menschen,
  • die fraktionsübergreifende politische Unterstützung und Wahrnehmung von Integration als Chefsache,
  • die breite und verbindliche Kooperation mit externen Akteuren (Wohlfahrtsverbände, Vereine, Unternehmen, starkes bürgerschaftliches Engagement),
  • der hohe Transfergehalt (Integrationslotsen werden z.B. regelmäßig von verschiedenen Einrichtungen genutzt),
  • der interessante Beteiligungsansatz mit dem Bewerbungsverfahren zur Integrationsförderung,
  • die Auszeichnung der „Interkulturellen Projekthelden“ (Kinder und Jugendlichen entdecken durch freizeitpädagogische außerschulische Bildungsangebote ihre Talente und erfahren dabei früh den respektvollen und toleranten Umgang in einer multiethnischen Gesellschaft) mit dem Integrationspreis 2017 des Rhein-Kreis Neuss.

 

Zum Originalwettbewerbsbeitrag der Stadt Neuss.