Stadt Ravensburg

Name der Stadt/der Gemeinde/des Landkreises: 
Stadt Ravensburg
Typ: 
kreisangehörig
Bundesland: 
Baden-Württemberg
Einreichende Dienststelle: 
Amt für Soziales und Familie
Ansprechpartner/in: 
Martin Diez
Straße/Postfach: 
Postfach 2180
PLZ: 
88191
Telefon: 
+49 751 82-439
Ort: 
Ravensburg
Fax: 
+49 751 82 60-439

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Ravensburg – Identifikation mit der Stadt und den Menschen fördern

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Integration und damit das Zusammenleben verschiedener Kulturen ist ein Zukunftsthema für unsere Gesellschaft. Integration ist eine Querschnittsaufgabe, bei der die Koordination und Vernetzung der verschiedenen Akteure im Vordergrund steht.

Die Stadt Ravensburg engagiert sich als Oberzentrum im Mittleren Schussental bzw. im Landkreis Ravensburg seit Jahrzehnten in der Integrationsarbeit. Von den aktuell 50.000 Einwohnern sind seit Jahren rund 6.500 ausländischer Herkunft, dies entspricht einem Ausländeranteil von etwa 13%. Hinzu kommt ein hoher Anteil von Aussiedlern und Spätaussiedlern, die zusammen mit Eingebürgerten den Anteil der Einwohner mit Migrationsgeschichte auf aktuell ca. 30 % erhöhen.

Ravensburg hat schon sehr früh Gremien geschaffen, die sich Problemen der Zuwanderung angenommen haben.

Migranten haben die Entwicklung der Stadt Ravensburg - wie des gesamten Landes Baden-Württemberg - stark mitgeprägt. Es ist ein wichtiges Ziel der Integrationsarbeit in Ravensburg, dass sich die Ankömmlinge aus über 100 Nationen willkommen und angenommen fühlen. Diese Vielfalt an Menschen, Kulturen und Traditionen bereichern das Gemeinwesen und wirken gleichwohl identitätsstiftend. Dies wird insbesondere in den jährlichen "Wochen der Internationalen Nachbarschaft " zum Ausdruck gebracht. Diese bieten seit nunmehr 30 Jahren vielfältige Möglichkeiten, das gegenseitige Interesse für den Mitmentschen weiter zu fördern sowie eine "Kultur des Willkommens" zu pflegen. Vor allem sollen die Veranstaltungen zeigen, wie vielfältig unsere Stadt ist und welche Chancen sie für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger bietet.

Heute können wir sagen, dass sich unsere Stadt durch Toleranz und Weltoffenheit auszeichnet. Die vielfältigen Bevölkerungsgruppen begegnen sich in aller Regel mit gegenseitigem Interesse und Respekt.

Es ist Konsens in Ravensburg, dass Integration Geld kostet und politisch gestaltet werden soll. Über die Einsicht, dass es viel Geld kostet, wenn keine Integration erfolgt, besteht ebenfalls Konsens.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Integration und damit das Zusammenleben verschiedener Kulturen ist ein Zukunftsthema für unsere Gesellschaft. Integration ist eine Querschnittsaufgabe, bei der die Koordination und Vernetzung der verschiedenen Akteure im Vordergrund steht.

In Ravensburg leben viele verschiedene Kulturen miteinander. Unsere Stadt bietet ein attraktives Lebensumfeld, eine vielfältige Bildungslandschaft, global agierende Unternehmen, sie ist familienfreundlich gestaltet. Das zieht Menschen an, die wir gerne bei uns aufnehmen.

Die Große Kreisstadt Ravensburg ist ein Oberzentrum in der Region Bodensee-Oberschwaben im Landkreis Ravensburg. Von den 50.000 Einwohnern sind seit Jahren rund 6.500 ausländischer Herkunft, dies entspricht einem Ausländeranteil von etwa 13%. Hinzu kommt ein hoher Anteil von Aussiedlern und Spätaussiedlern, die zusammen mit Eingebürgerten den Anteil der Einwohner mit Migrationsgeschichte auf ca. 30 % erhöhen.

Dass Integration viel Geld kostet, davon sind alle überzeugt. Dass es auch viel Geld kostet, wenn keine Integration erfolgt, ist ebenfalls Konsens. Deshalb soll, bevor der Blick auf die Stadt Ravensburg gerichtet wird, darauf hingewiesen werden, dass es eine Reihe von Integrationsleistungen gibt, die kein (zusätzliches) Geld kosten. Hier ist eine Auswahl:

  • Bürgermeister und Oberbürgermeister weisen bei öffentlichen Ansprachen darauf hin, wie wichtig Integration für die Stadt, die Gemeinde ist, was bereits getan wurde und wird sowie was noch getan werden muss
  • Regelmäßige Gespräche mit Vorstandsmitgliedern von Migrantenvereinen
  • Berücksichtigung des Themas Integration bei der Sozialplanung ( Altenhilfeplanung, Familienbericht, Jugendhilfeplan, Wohnungsbericht etc.)
  • Sitzungen von Gremien und Parteien in Räumen von Migrantenvereinen
  • Mitwirkung der Verwaltung in Integrationsnetzwerken
  • Aufnahme von Migrantenvereinen in Stadt- bzw. Gemeindebroschüren
  • Bilder der Integration in Veröffentlichungen aufnehmen
  • Broschüren Dritter werden im Rathaus ausgelegt
  • Einstellung von Personal mit Migrationsgeschichte
  • Migrantenvereine am (Weihnachts-) Markt beteiligen

Die Anfänge in Ravensburg

Ravensburg hat schon sehr früh Gremien geschaffen, die sich Problemen der Zuwanderung angenommen haben. 1971 wurde ein "Arbeitskreis für Gastarbeiterfragen" eingerichtet, der 1979 vom "Beirat für die Belange der ausländischen Mitbürger" abgelöst wurde. In diesen Gremien berieten Vertreter der Verwaltung gemeinsam mit Fachleuten der Migrationsarbeit die anstehenden Themen.

1986 wurde in der Stadtverwaltung eine Stelle "Ausländerbeauftragter" (50%) geschaffen. Mit der Einrichtung des Ausländerbeirats, entstand 1987 ein Gremium, in dem Migranten und Gemeinderäte gemeinsam auf Augenhöhe miteinander sprachen und Lösungen für Problemstellungen suchten. In diesen Ausländerbeirat wurden 1999 auch Vertreter der Spätaussiedler aufgenommen, weshalb das Gremium in "Beirat für Integrationsfragen" umbenannt wurde.

Integrationsprojekte

Mehrere Integrationsprojekte sind erfolgreich durchgeführt worden, von denen besonders Integrationskurse (2003 – 2004), "Willkommen bei uns!" – Ehrenamtliche Integrationsbegleitung (seit 2006) und "Geschichte gemeinsam (er)fahren" (seit 2013) hervor zu heben sind. Seit bald 35 Jahren wird mit der Veranstaltungsreihe "Wochen der Internationalen Nachbarschaft" nicht nur ein kultureller und Beitrag geleistet, sondern es werden damit vielfältige Begegnungsanlässe geschaffen, welche mit dazu beigetragen haben, auch in politisch schwierigen Zeiten den friedvollen Umgang miteinander zu gewährleisten. Seit 2003 ist das "Rucksackprojekt" (Familienbildung sowie Sprach- und Entwicklungsförderung für Kinder aus Migrantenfamilien) Bestandteil in mehreren Kindergärten. Seit dem Jahr 2009 werden die Projekte "Interkulturelle Elternbildung" und "Kultursensible häusliche Pflege" realisiert in Trägerschaft von Migrantenvereinen und finanziert über das Bundesprogramm "Soziale Stadt".

Willkommen bei uns

Mit ihrem Projekt "Willkommen bei uns!" will die Stadt Ravensburg dabei helfen, dass Zuwanderer hier schneller heimisch werden. Ehrenamtliche begleiten dabei Ausländer und Spätaussiedler bei ihrem Neuanfang in Deutschland und erleichtern ihnen erste Schritte zur Integration in die Gesellschaft. Durch den Kontakt zu Jemandem, der schon lange hier wohnt, wird für die Migranten vieles von Anfang an leichter.

Die Stadtverwaltung bereitet die ehrenamtlichen Integrationsbegleiter auf diese Aufgabe vor und bietet ihnen während der Zeit der Begleitung ständig qualifizierten Rat und Unterstützung. Welchen Pass der Integrationsbegleiter hat, ist nicht wichtig. Entscheidend sind nur gute Deutschkenntnisse.

Geschichte gemeinsam (er)fahren

Die Stadt Ravensburg führt seit Anfang 2013 das Integrationsprojekt "Geschichte gemeinsam (er)fahren" durch. Es finden mehrere Informations- und Begegnungsfahrten zu prägenden Orten der Geschichte in Baden-Württemberg statt. Zielsetzung des Projektes ist es, persönliche Austauschmöglichkeiten für Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte ab 15 Jahren zu schaffen.

Grundidee des Projektes ist es, dass sich im Vorfeld einer Fahrt Tandems bilden, die gemeinsam teilnehmen wollen. Integration lebt vom gegenseitigen Interesse: Menschen mit unterschiedlicher Biografie sollen mit diesem Projekt ermutigt werden, auf andere Personen zuzugehen und unabhängig von der Herkunft gemeinsam Geschichte zu erfahren und Zukunft zu gestalten. Eine Anmeldung als Einzelperson ist ebenfalls möglich. Die Stadt Ravensburg ist mit ihrem Integrationsprojekt "Geschichte gemeinsam (er)fahren" einer der "60 Orte der Integration" in Baden-Württemberg, gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung in Kooperation mit dem Ministerium für Integration Baden-Württemberg.

Idee des Projektes ist, Informations- und Begegnungsfahrten an ausgewählte Orte Baden-Württembergs zu organisieren – Orte, die für die Geschichte des Landes und Deutschlands von großer Bedeutung sind. Teilnehmen können Bürger mit und ohne Migrationsgeschichte – einzeln oder idealerweise zu zweit. Mit diesen Fahrten sollen weitere Personenkreise für die Integrationsarbeit in Ravensburg erreicht werden.

Die Fahrten werden mit einem Reisebus organisiert und finden immer sonntags statt. Bei Anmeldung und Teilnahme als Tandem (Migrant und Nichtmigrant) entfällt der Teilnahmebeitrag. Damit soll im Vorfeld einer Fahrt ein Anreiz geschaffen werden, der Menschen mit unterschiedlicher Biografie und Herkunftsgeschichte ermutigt, auf andere Personen zuzugehen und unabhängig von der individuellen Herkunft gemeinsam Geschichte zu erfahren und womöglich gemeinsam Zukunft zu gestalten. Dies kann im günstigsten Fall bei vorurteilsbeladenen Personen zu der Haltung führen: "Die sind gar nicht so."

Integration lebt von wechselseitigen Beziehungen. Ziel der gemeinsamen Informations- und Begegnungsfahren ist, dass bei allen Teilnehmern die Erkenntnis entsteht: "Es ist unsere Geschichte, und wir gestalten sie gemeinsam weiter!"

Seit dem Jahr 2016 führt die Stadt Ravensburg das Projekt ohne Förderung der Baden-Württemberg-Stiftung weiter.

Integrationskonzept

Im Oktober 2008 hat der Gemeinderat das Integrationskonzept "Integration in Ravensburg.

Ziele und Projekte für die nächsten Jahre" einstimmig beschlossen, das die Stadtverwaltung zusammen mit Migranten, Vertretern aus dem Beirat für Integrationsfragen und mit Unter-stützung durch die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) in verschiedenen Arbeitsschritten erarbeitet hat.

Datenanalyse

In einem ersten Schritt wurde von der KGSt ein Katalog mit Kennzahlen zu den Bereichen: Rechtliche Integration, Bildung, Arbeit und Wirtschaft, Wohnen, Sprache, Gesundheit, Soziale Integration und politische Partizipation entwickelt. Dazu wurden vom Amt für Soziales und Familie entsprechende Daten erhoben. In enger Zusammenarbeit mit der KGSt wurde daraus eine Wirkungsanalyse erarbeitet.

Das Integrationskonzept "Integrationsarbeit der Stadt Ravensburg. Ziele und Projekte für die nächsten Jahre" besteht aus folgenden Kapiteln.

Leitziele als Richtungsvorgabe

Analog zu den in Kennzahlen definierten Bereichen wurden folgende 8 Leitziele formuliert:

  • Identifikation mit Land und Leuten stärken
  • Ravensburg als Wohnstandort mit attraktivem Lebensumfeld für die Zukunft sichern
  • Sprachkompetenz ausweiten
  • Gleiche Bildungschancen für alle Ravensburger Schüler erreichen
  • Vielfalt als Chance für die Wirtschaft nutzen
  • Gesundes Wohlbefinden erreichen
  • Interkulturellen Austausch fördern – "Aufeinander zugehen"
  • Politisches Engagement – Vorteil für alle!

Integration ist ein Prozess

Die von den Workshop-Teilnehmern erarbeitete Definition von Integration wurde in der Lenkungsgruppe redaktionell überarbeitet und als handlungsleitender Bestandteil in das Integrationskonzept der Stadt Ravensburg aufgenommen.

  • Integration ist ein langfristiger Prozess. Sein Ziel ist es, allen Menschen, die dauerhaft und rechtmäßig in Deutschland leben, eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben in Deutschland zu ermöglichen. Im Mittelpunkt aller Bemühungen zur Integration steht daher der Gedanke der Chancengleichheit.
  • Integration geht von einem Fundament gemeinsamer Wertevorstellungen aus, wie sie durch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland festgelegt sind. Diese sind insbesondere die Anerkennung der Menschenrechte, der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit, der Gewaltenteilung, der Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie der Freiheit des Glaubens.
  • Integration ist nur möglich, wenn eine gemeinsame Sprache gesprochen wird. Deshalb haben Menschen mit Migrationsgeschichte die Verantwortung und die Verpflichtung, Deutsch zu lernen.
  • Dieser Integrationsprozess soll von der Stadt, den Kirchen, Freien Trägern, Verbänden, Vereinen sowie Migrantenorganisationen gefördert und gestaltet werden. Die Stadt sieht ihre Rolle als steuernde Einheit, die die Akteure zusammen bringt, die Verständigung auf gemeinsame Ziele unterstützt, die Entwicklungen beobachtet und kontrolliert.
  • Integration ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Für eine erfolgreiche Integration sind der Integrationswille der Menschen mit Migrationsgeschichte und zugleich die Bereitschaft der Aufnahmegesellschaft zur Öffnung erforderlich. Eine gelungene Integration bedeutet einen Gewinn für die gesamte Gesellschaft.

Leitziele und ihre Umsetzung

Zu jedem Leitziel wurden mehrere Handlungsziele formuliert und für deren Umsetzung Projekte und Programme benannt. Insgesamt sind 22 Handlungsziele und 61 Umsetzungsvorschläge enthalten.

Erfolge messen

Die Stadt Ravensburg ermittelt zu den ausgewählten Kennzahlen jährlich entsprechende Daten und unterbereitet diese dem Gemeinderat. Mit diesem Instrument des Monitorings soll erkennbar werden, wo Integrationsprozesse erfolgreich verlaufen und in welchen Bereichen Defizite bestehen. Damit wird Integration auf einer Makro-Ebene überprüfbar gemacht.

Das Integrationskonzept steht als PDF-Dokument auf der Internetseite www.ravensburg.de zur Verfügung.

Forschungsprojekt "Integrationspotenziale in kleinen Städten und Landkreisen"

Der Landkreis Ravensburg hat in Abstimmung mit den Städten Ravensburg und Leutkirch von 2009 bis 2011 am Forschungsprojekt "Integrationspotenziale in kleinen Städten und Landkreisen" der Schader-Stiftung teilgenommen.

Die wissenschaftliche Begleitforschung des Landkreises Ravensburg sowie der Städte Ravensburg und Leutkirch hat das ILS-Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung übernommen. Mit dem Forschungs-Praxis-Projekt wurden drei Ziele verfolgt

  • Die strukturellen Bedingungen für Integration sollen verbessert,
  • das Zusammenleben von Einheimischen und Zugewanderten gefördert und
  • die Teilhabe der Zuwanderer am gesellschaftlichen und politischen Leben erhöht werden.

Unter Berücksichtigung der je spezifischen Situation der Klein- und Mittelstädte wurden zunächst die Voraussetzungen und Potenziale für Integration in den ländlichen Räumen analysiert. Im Vordergrund stand, Handlungs- und Orientierungswissen für die kommunalen Akteure zu gewinnen und Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Integration der unterschiedlichen Zuwanderergruppen zu erarbeiten. Für Praktiker wurden die Ergebnisse in der Broschüre "Erfolgreiche Integration im ländlichen Raum. Handlungsempfehlungen und Gute-Praxis-Beispiele" zusammengefasst. Der Internetseite www.integrationspotenziale.de sind die Projektbausteine, alle teilnehmenden Kommunen und Landkreise ebenso zu entnehmen wie alle Publikationen.

Bundesprogramm TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN

Von 2011 bis 2014 beteiligte sich die Stadt Ravensburg im Bundesprogramm "TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN". Dadurch war es möglich, innerhalb von vier Jahren vielfältige Projekte zur Stärkung der demokratischen Bürgergesellschaft, für Toleranz und Vielfalt in Ravensburg mit einem Gesamtvolumen von 460.000 Euro zu fördern. Umgesetzt wurden diese Projekte von lokalen gemeinnützigen, zivilgesellschaftlichen Akteuren – in enger Abstimmung mit der Stadt Ravensburg. Programmbestandteil ist die Entwicklung eines Lokalen Aktionsplans. Lokale Aktionspläne sind konkrete, vor Ort ausgearbeitete Konzepte, die Vielfalt, Toleranz und Demokratie - vor allem bei jungen Menschen - stärken sollen. Der Lokale Aktionsplan Ravensburg steht als PDF-Dokument auf der Internetseite http://www.ravensburg.de/rv/gesellschaft-soziales/integration-migration/toleranz-foerderung-kompetenz-staerken.php zur Verfügung.

Bundesprogramm Demokratie leben

Seit 2015 beteiligt sich die Stadt Ravensburg im Bundesprogramm "Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als lokale "Partnerschaft für Demokratie". Mit den Bundesmitteln können vielfältige Projekte bezuschusst werden:

  • Projekte zur Stärkung der demokratischen Bürgergesellschaft
  • Projekte zur Demokratie- und Toleranzerziehung
  • Projekte zur sozialen Integration
  • Projekte zu interkulturellem und interreligiösem Lernen
  • Projekte zur antirassistischen Bildungsarbeit
  • Projekte zur kulturellen und geschichtlichen Identität
  • Projekte zur Bekämpfung (rechts-)extremistischer Bestrebungen bei jungen Menschen

Umgesetzt werden diese Projekte von lokalen gemeinnützigen, zivilgesellschaftlichen Akteuren – in enger Abstimmung mit der Stadt Ravensburg und auf der Grundlage folgender drei grundlegenden Zielsetzungen:

  • Weltoffenheit und gegenseitiges Interesse
  • Vielfalt und Toleranz als Stärke und Grundlage für eine demokratische Gesellschaft
  • Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger am gesellschaftlichen Leben.

Die aktuellen Informationen zur Partnerschaft für Demokratie Ravensburg stehen auf der Internetseite http://www.ravensburg.de/rv/gesellschaft-soziales/integration-migration/demokratie-leben.php zur Verfügung.

Willkommensmaterialien für die Arbeit mit Asylbewerbern und Flüchtlingen

Die Stadt Ravensburg hat 2015 zusammen mit dem Türkischen Akademikerverein TAVIR Willkommensmaterialien für die Arbeit mit Asylbewerbern und Flüchtlingen erstellt. Sie können den Flüchtlingen und den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern direkt ab der Ankunft in den Städten und Gemeinden, ggf. auch in den Erstaufnahmeeinrichtungen zur Verfügung gestellt werden. Das Interesse anderer Kommunen an diesen Willkommensmaterialien ist sehr groß, denn bundesweit sind es wohl eine der wenigen Materialien dieser Art. Entwickelt wurden sie in fünf Bausteinen. Gerne stellen wir sie anderen Kommunen und Interessierten zur Verfügung. Die Willkommenskärtchen und das Zeigebuch "point it for refugees" bieten wir zum Kauf an.

Erste Säule: Alltägliches

  • Wahrnehmung des Alltäglichen: Einfache Materialien geben eine erste Orientierung. Dazu gehört z. B. ein örtlicher Stadtplan für die neu ankommenden Flüchtlinge und die Hilfestellung bei der ersten Orientierung. Z. B. werden Einkaufsmöglichkeiten aufgezeigt. Neben Discountern werden auch Läden mit Nahrungsmitteln aus anderen Ländern, z. B. eines türkischen Supermarkts dargestellt. Dabei muss auch der Weg aufgezeigt und ggf. gemeinsam erkundet werden.
  • Alltägliches Einkaufen als Thema beim Kennenlernen.

Zweite Säule: Wegweiser für Ehrenamtliche

  • Wegweiser für ehrenamtlich Aktive in der Arbeit mit Asylbewerbern mit wichtigen Tipps und Infos für Freundeskreise Asyl. Dieser steht zum Download auf der Home-page von TAVIR unter www.tavir-ravensburg.de zur Verfügung.

Dritte Säule: Willkommenskarten

  • Willkommenskarten: Themenkarten, die zum Gespräch über Dinge des täglichen Lebens anregen sollen und sowohl Ehrenamtlichen wie Asylbewerbern die zentralen Dinge des Alltags in Deutschland veranschaulichen sollen. Das Set umfasst 47 Themen-Karten und steht seit dem 20. April 2015 zur Verfügung. Ein Ausschnitt der Willkommenskärtchen ist in dem beigefügten Trailer dargestellt. Sie können über TAVIR und das beigefügte Bestellformular bestellt werden.
  • Kosten: 1 Exemplar kostet 3,90 €zzgl. Versandkosten.

Vierte Säule: "point it for refugees"

  • Zeigebuch "point it for refugees" speziell für Flüchtlinge, das Kommunikation über Zeigebilder und zunächst ohne Sprachkenntnis ermöglicht. Das "point it" des Herausgebers Dieter Graf hat sich als "Traveller's language kit" weltweit verbreitet, wurde aber bisher in der Willkommensarbeit nicht eingesetzt. Mit einer Sonderausgabe, die den Flüchtlingen kostenlos durch die aufnehmenden Stellen zur Verfügung gestellt werden sollte, wird der Einstieg in die Kommunikation und das Erlernen der Sprache wesentlich vereinfacht.
  • Das Zeigebuch "point it for refugees" umfasst 64 Seiten und kann allen Flüchtlingen in einem Willkommenspaket für den Kommunikationsstart übergeben werden. Es kann mittlerweile in der 3. Auflage bestellt werden.
  • Kosten: 1 Exemplar "point it for refugees" kostet 2,45 €zzgl. Versand. Die "point it for refugees" können nur über TAVIR und das beigefügte Bestellformular bestellt werden.

Fünfte Säule: "100 erste Sätze" in Deutsch

Die fünfte Säule sind "100 erste Sätze" der deutschen Sprache, die in verschiedenen Themenbereichen einen Einstieg in die Sprachförderung darstellen und gleichzeitig einen Beitrag leisten, sowohl Ehrenamtlichen wie Asylbewerbern die zentralen Dinge des Alltags in Deutschland zu veranschaulichen. Diese stehen als Download zur Verfügung.

Sechste Säule: Grundrechte-Comic

Die meisten geflüchteten Menschen, die zu uns kommen, kennen die "Eckpunkte" des gesellschaftlichen Miteinanders in Deutschland und die einzelnen Grundrechte des Grundgesetzes noch nicht. Diese sind eine wichtige Basis für gelingende Integration, für ein gutes Miteinander. Mit dem Grundrechte-Comic können in persönlichen Gesprächen unsere Grundrechte anhand der humorvollen Zeichnungen erklärt und leichter verständlich gemacht werden. Willkommen zu sagen, bedeutet auch zu erklären, was unser Zusammenleben ausmacht. Das Comic kostet 1,30 €pro Exemplar.

Der Grundrechte-Comic soll Flüchtlingen auf humorvolle Weise die Grundrechte des Grundgesetzes näher bringen.

Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage von TAVIR unter www.tavir-ravensburg.de.

Neustart in Ravensburg

Wie das die in Ravensburg entwickelten Willkommensmaterialien Flüchtlinge unterstützt, sich in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden, das beschreibt ein Artikel auf www.bundesregierung.de.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es in Ihrer Kommune ein Integrationskonzept?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in dieses Integrationskonzept eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Unterstützt der/die (Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin Ihren Wettbewerbsbeitrag öffentlich?: 
ja
nein

C2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Ziele des Wettbewerbsbeitrags im Hinblick auf Integration und Zusammenleben detailliert beschrieben & festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Festlegung der Ziele eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Kinder (Einrichtungen der Kindertagesbetreuung)
Kinder (Schule)
Jugendliche
junge Erwachsene
Erwachsene
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
aktuelle Zuwanderer (2015-2017)
jeweils differenziert nach Herkunftsgebieten
bereits seit mehreren Jahren in Deutschland lebende Zuwanderer
Bevölkerung vor Ort
Multiplikatoren
Weitere
C 24 Bezieht sich Ihr Wettbewerbsbeitrag auf: 
die Gesamtstadt?
einen Teilraum/Quartier?
ein Projekt?
C 25 An welche Orte und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Quartier als Ganzes
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Jugendeinrichtungen
Sportvereine
Flüchtlingsunterkünfte
Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
Schulen
Ausbildungsstätten
Bildungseinrichtungen (VHS u.a.)
Soziale Treffpunkte für Zuwanderer
Migrantenselbstorganisationen
Weitere
C 25a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Stadt als Integrationszentrum
C 26: 

Welche Handlungsfelder zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort stehen in Ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt? Bitte geben Sie an, ob sich das Handlungsfeld auf die Gesamtstadt oder das Quartier bezieht bzw., ob es sich um ein Projekt handelt.

C 26a Handlungsfeld Wohnen und Wohnumfeld: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26b Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, z.B. Kindergarten, Schulen, Jugendeinrichtungen: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26c Handlungsfeld Bildung/Qualifizierung/Ausbildung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26d Handlungsfeld Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26e Handlungsfeld Kultur: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26f Handlungsfeld Sport: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26g Handlungsfeld Gesundheit: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26h Handlungsfeld Umwelt/Grün: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26i Handlungsfeld Beteiligung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26j Handlungsfeld Engagementförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26k Weitere Handlungsfelder: 
Schülerrat Ravensburg
C 27a Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Zuwander" ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27b Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Bevölkerung vor Ort" ausgerichtet?: 
ja
nein

C3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbei: 
Stadt-, Gemeinde-, bzw. Kreisrat
Amt/Bereich Soziales
Amt/Bereich Jugend
Amt/Bereich Wohnen
Amt/Bereich Grün(-planung)
Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin
Amt/Bereich Stadtplanung/ Stadtentwicklung
Integrationsbeauftragte/r
Amt/Bereich Sport
Amt/Bereich Gesundheit
Weitere
C 31 Welche verwaltungsexternen lokal relevanten Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Quartiersmanagement
Stadtteilzentren/ Nachbarschaftshäuser
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenselbstorganisationen
Sponsoren
Lokale Medien
Stiftungen
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftsvereine
Kleingartenvereine
Unternehmen, Betriebe
Weitere
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie finanzieren Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
C 37 Werden im Rahmen der Umsetzung von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 38 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen bereits andernorts übernommen worden?: 
ja
nein

Einzelprojekte

Einzelprojekt 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
Wochen der Internationalen Nachbarschaft (WIN-Wochen)
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 14a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 15 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Die Stadt Ravensburg engagiert sich als Oberzentrum im Mittleren Schussental bzw. im Landkreis Ravensburg seit Jahrzehnten in der Integrationsarbeit. Von den aktuell 50.000 Einwohnern sind seit Jahren rund 6.500 ausländischer Herkunft, dies entspricht einem Ausländeranteil von etwa 13%. Hinzu kommt ein hoher Anteil von Aussiedlern und Spätaussiedlern, die zusammen mit Eingebürgerten den Anteil der Einwohner mit Migrationsgeschichte auf aktuell ca. 30 % erhöhen.

Ravensburg hat schon sehr früh Gremien geschaffen, die sich Problemen der Zuwanderung angenommen haben. 1971 wurde ein "Arbeitskreis für Gastarbeiterfragen" eingerichtet, der 1979 vom "Beirat für die Belange der ausländischen Mitbürger" abgelöst wurde. In diesen Gremien berieten Vertreter der Verwaltung gemeinsam mit Fachleuten der Migrationsarbeit die anstehenden Themen.

1986 wurde in der Stadtverwaltung eine halbe Stelle "Ausländerbeauftragter" geschaffen. Mit der Einrichtung des Ausländerbeirats, entstand 1987 ein Gremium, in dem Migranten und Gemeinderäte gemeinsam auf Augenhöhe miteinander sprechen und Lösungen für Problemstellungen suchen. 1999 wurden auch Vertreter der Spätaussiedler aufgenommen, weshalb das Gremium in "Beirat für Integrationsfragen" umbenannt wurde.

Migranten haben die Entwicklung der Stadt Ravensburg - wie des gesamten Landes Baden-Württemberg - stark mitgeprägt. Es ist ein wichtiges Ziel der Integrationsarbeit in Ravensburg, dass sich die Ankömmlinge aus über 110 Nationen willkommen und angenommen fühlen. Diese Vielfalt an Menschen, Kulturen und Traditionen bereichern das Gemeinwesen und wirken gleichwohl identitätsstiftend. Dies wird insbesondere in den jährlichen "Wochen der Internationalen Nachbarschaft " der Stadt Ravensburg zum Ausdruck gebracht. Diese finden immer in der letzen September- und der ersten Oktoberwoche statt – angelehnt an die bundesweite Veranstaltungsreihe "Interkulturelle Woche" und verbinden die Ravensburger Bürgerinnen und Bürger aller Nationen mit ihrem vielseitigen kulturellen Programm.

Zahlreiche Organisatoren und Veranstalter, Migrantenvereine, Initiativen und Gruppen stellen gemeinsam mit dem Amt für Soziales und Familie ein vielseitiges Programm zusammen, das viele Begegnungsanlässe zwischen den in Ravensburg beheimateten Menschen und Kulturen bietet und zur wechselseitigen Integrationsförderung beiträgt. In dem Interesse für einander geweckt und eine "Kultur des Willkommens" gepflegt wird. Denn die jeweiligen Veranstaltungen sollen zeigen, wie vielfältig die Stadt Ravensburg ist und welche Teilhabe- und Mitwirkungsmöglichkeiten sie für alle Mitbürger bietet.

Die jährliche Veranstaltungsreihe "Wochen der Internationalen Nachbarschaft" stiftet somit seit mehr als 30 Jahren Identifikation und Zugehörigkeit von Menschen unterschiedlichster Herkunft mit der Stadt Ravensburg und ihren Bürgerinnen und Bürgern. Für ein weltoffenes und tolerantes Miteinander leisten die "Wochen der Internationalen Nachbarschaft" nicht nur einen kulturellen Beitrag, sondern tragen mit dazu bei, daß auch in schwierigen Zeiten ein friedvoller, toleranter Umgang miteinander gewährleistet ist. Dieses friedvolle Miteinander zeichnet Ravensburg und seine Bürgerinnen und Bürger aus.

Einzelprojekt 2

D 20 Titel des Einzelprojekts Nr. 2: 
Informations- und Begegnungsfahrten im Projekt "Geschichte gemeinsam (er)fahren"
D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 24a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 25 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Die Stadt Ravensburg führt seit Anfang 2013 das Integrationsprojekt "Geschichte gemeinsam (er)fahren" durch. Es finden mehrere Informations- und Begegnungsfahrten zu prägenden Orten der Geschichte in Baden-Württemberg statt. Zielsetzung des Projektes ist es, persönliche Austauschmöglichkeiten für Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte ab 15 Jahren zu schaffen.

Gefördert wurde das Projekt von 2013 bis 2015 durch das Programm "Vielfalt gefällt! 60 Orte der Integration" der Baden-Württemberg Stiftung in Kooperation mit dem Ministerium für Integration Baden-Württemberg. Die Stadt Ravensburg war einer der 60 Orte der Integration in Baden-Württemberg. Seit Anfang 2016 führt die Stadt Ravensburg eigenständig weiter.

Grundidee des Projektes ist es, dass sich im Vorfeld einer Fahrt Tandems bilden, die gemeinsam teilnehmen wollen. Integration lebt vom gegenseitigen Interesse: Menschen mit unterschiedlicher Biografie sollen mit diesem Projekt ermutigt werden, auf andere Personen zuzugehen und unabhängig von der Herkunft gemeinsam Geschichte zu erfahren und Zukunft zu gestalten. Eine Anmeldung als Einzelperson ist ebenfalls möglich. Die Stadt Ravensburg ist mit ihrem Integrationsprojekt "Geschichte gemeinsam (er)fahren" einer der "60 Orte der Integration" in Baden-Württemberg, gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung in Kooperation mit dem Ministerium für Integration Baden-Württemberg.

Idee des Projektes ist, Informations- und Begegnungsfahrten an ausgewählte Orte Baden-Württembergs zu organisieren – Orte, die für die Geschichte des Landes und Deutschlands von großer Bedeutung sind. Teilnehmen können Bürger mit und ohne Migrationsgeschichte – einzeln oder idealerweise zu zweit. Mit diesen Fahrten sollen weitere Personenkreise für die Integrationsarbeit in Ravensburg erreicht werden.

Die Fahrten werden mit einem Reisebus organisiert und finden immer sonntags statt. Bei Anmeldung und Teilnahme als Tandem (Migrant und Nichtmigrant) entfällt der Teilnahmebeitrag. Damit soll im Vorfeld einer Fahrt ein Anreiz geschaffen werden, der Menschen mit unterschiedlicher Biografie und Herkunftsgeschichte ermutigt, auf andere Personen zuzugehen und unabhängig von der individuellen Herkunft gemeinsam Geschichte zu erfahren und womöglich gemeinsam Zukunft zu gestalten. Dies kann im günstigsten Fall bei vorurteilsbeladenen Personen zu der Haltung führen: "Die sind gar nicht so." Integration lebt von wechselseitigen Beziehungen. Ziel der gemeinsamen Informations- und Begegnungsfahren ist, dass bei allen Teilnehmern die Erkenntnis entsteht: "Es ist unsere Geschichte, und wir gestalten sie gemeinsam weiter!"

Seit dem Jahr 2016 führt die Stadt Ravensburg das Projekt ohne Förderung der Baden-Württemberg-Stiftung weiter.

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