Gemeinde Alheim

Name der Stadt/der Gemeinde/des Landkreises: 
Gemeinde Alheim
Typ: 
kreisangehörig
Bundesland: 
Hessen
Einreichende Dienststelle: 
Gemeindevorstand der Gemeinde Alheim
Ansprechpartner/in: 
Katharina Weller
Straße/Postfach: 
Alheimer Str. 2
PLZ: 
36211
Telefon: 
+49 6623 9200-10
Ort: 
Alheim
Fax: 
+49 6623 9200-40

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Flüchtlingshilfe Alheim

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Die Flüchtlingshilfe Alheim wurde als Reaktion auf die sich anbahnenden Flüchtlingswellen gegründet.
Die damalige Zielsetzung umfasste die Vorbereitung und Sensibilisierung der Anwohner auf die bevorstehenden Herausforderungen, sowie die Vorbereitung von Strukturen zur geregelten und koordinierten Aufnahme der Geflüchteten. Diese Ziele wurden nach ersten Erfolgen den dann aktuellen Gegebenheiten angepasst. Immer weitere Kooperationspartner schlossen sich dem Projekt an, wie zum Beispiel die Grundschule und Wirtschaftsunternehmen.

Im Juni 2016 wurde Alheim durch die hessische Staatskanzlei zur Modellkommune für Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum. Hiermit gingen bedeutende neue Möglichkeiten im Bezug auf Finanzierung und externe Evaluierung einher, was die Qualität der Hilfe noch weiter steigern konnte. Besondere Aufmerksamkeit findet das entwickelte Patenschaftsmodell der Flüchtlingshilfe, welches sich durch seine durchweg sehr guten Ergebnisse bewährte. Die nächste Stufe dieser Hilfe wäre eine weitere Optimierung des Deutschunterrichts und die tiefgreifendere Integration der Menschen in die gesellschaftliche Mitte durch eine Arbeits- und/oder Ausbildungsstelle in lokalen Geschäften wie dem Dorfladen.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Alheim besteht aus zehn Ortsteilen und liegt ca. 40 km südöstlich zwischen Kassel und Bad Hersfeld, eingebettet im Fuldatal mit einer abwechslungsreichen Wald- und Hügellandschaft des nordhessischen Berglandes. Alheim ist eine mehrfach ausgezeichnete Gemeinde in den Bereichen Erneuerbare Energien, nachhaltige Bildung und Modellkommune für Flüchtlingshilfe. Außerdem wurde Alheim im Jahr 2016 mit dem „Deutschen Nachhaltigkeitspreis“ in der Kategorie Kleinstädte und Gemeinden ausgezeichnet.

(Strukturdaten – siehe Anlage 1)

Aufgenommene Flüchtlinge, aktuelle Anzahl: 33
Herkunftsländer: Afghanistan, Syrien, Iran

Das Geschlechterverhältnis ist mit 15 weiblichen und 18 männlichen Geflüchteten fast ausgeglichen. Es handelt sich um sechs Ehepaare mit insgesamt 13 Kindern im Alter von bis zu 15 Jahren; alle besuchen eine Schule oder Kindertagesstätte. Nur fünf Geflüchtete sind älter als 35 Jahre. Vier Geflüchtete verfügen über eine abgeschlossene Ausbildung oder Arbeitserfahrungen. Bei drei Personen handelt es sich um Analphabeten.

Ziele und Zielgruppen des Modellprojekts

Das Projekt „Alheimer Flüchtlingshilfe“ wurde als Reaktion auf die kritische Zuwanderungslage ins Leben gerufen, um die Aufnahme und Eingliederung von Geflüchteten, Familien und internationalen Fachkräften vorzubereiten und die Bevölkerung zu sensibilisieren. Weitere erwünschte Effekte sind die nachhaltige Verbesserung der demografischen Gesamtlage der Gemeinde, sowie eine Erweiterung der kulturellen Vielfalt der Gemeinde. In diesem Zusammenhang sollten Geflüchtete in Praktika, Ausbildungsplätze und Arbeitsstellen vermittelt, ein Begegnungs-Café eröffnet und Feste und Konzerte veranstaltet werden.

Akteure und Ressourcen

Projektträger: Gemeinde Alheim

Netzwerkpartner:

• Örtliche Vereine
• Unternehmen
• Flüchtlingshilfe Alheim

Bisher eingesetzte Ressourcen:

• 10.000 € Projektmittel des Landes Hessen
• 1.100 € Eigenmittel für eine Fachkraft für den Deutschunterricht
• Räumlichkeiten

Umsetzung der Maßnahmen

Da fast keiner der Flüchtlinge Nachweise über Ausbildung, Studium und Berufserfahrungen vorlegen kann, ist es primäres Ziel alle Flüchtlinge aus-/fortzubilden. Beispielhaft ist an dieser Stelle eine Ausbildung von Fahrern für Flurförderzeuge mit Fahrersitz und Fahrerstand einer ortsansässigen Firma zu nennen. Durch diese und weitere Maßnahmen zur Vermittlung der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt sind fast alle geflüchteten Männer in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in einem Bio-Geflügelzuchtbetrieb tätig; dieser nutzt die Entwicklung, um auch Halal-Produkte ins Sortiment aufzunehmen. Auch ein Drittel der Frauen sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Das Begegnungscafé hätte im letzten Drittel der Projektlaufzeit aufgebaut werden sollen. Durch die Effektivität der getroffenen Maßnahmen, war die Realisierung dieses Projektes nicht mehr nötig. Auch die Förderung der ehrenamtlichen Arbeit durch Fahrtkostenerstattung verlief nicht wie erwartet. Fahrtkosten wurden nur vereinzelt abgerechnet, dann aber in der Regel wieder gespendet.
Stattdessen wurde das Konzept während der Umsetzung um weitere Aspekte erweitert. Der Schwerpunkt der Integration wurde nunmehr daraufgelegt, Geflüchtete in örtliche Vereine einzubinden und ihren Spracherwerb zu optimieren und intensivieren. Alle geflüchteten Männer wurden mit der Arbeit der Feuerwehr vertraut gemacht und sind inzwischen fest in sie eingebunden. Die Bemühungen der Alheimer Feuerwehr wurden 2017 mit dem Hessischen Integrationspreis entsprechend gewürdigt.

Auch die Integration in weitere Vereine (Sport, Musik, Heimatpflege) verlief reibungslos. Mütter mit Kindern werden durch das Familienzentrum in verschiedenen Veranstaltungen integriert. Der Anteil von Frauen unter den Analphabeten ist besonders hoch. Dennoch kann über die Hälfte von ihnen aufgrund von Bildungsangeboten inzwischen lesen und schreiben. Frauen ergreifen ihre Bildungschancen begieriger als Männer. Viele von ihnen erkennen, dass ihnen Deutschland bessere und vielfältigere Perspektiven bietet.

Auch die schulische Integration geflüchteter Kinder ist vorbildlich gelöst. Es gibt u. a. eine Nachmittagsbetreuung zur Unterstützung bei den Hausaufgaben. Freundschaften zwischen einheimischen und geflüchteten Kindern haben sich schnell entwickelt.

Neben der dezentralen und flexiblen Durchführung von Deutschunterricht und Organisationsgruppen wie Materialbeschaffung und Freizeitgestaltung, einem unabhängigen Hebammendienst, sowie der engen Zusammenarbeit mit bestehenden Hilfsorganisationen, ist die Flüchtlingshilfe Alheim vor allem im Bereich der individuellen Patenschaften vorbildlich und bildet ein optimales Modell für andere Kommunen ab. Im Vordergrund dieses Programms steht eine schonende, aber zielgerichtete Aufnahme und Versorgung der Flüchtlinge mit Informationen und Wissen zu Besuchen von öffentlichen Stellen wie Ämtern und Ärzten. Jede Familie/Gruppe bekommt in der Regel einen Paten jedes Geschlechts zugewiesen, welcher als Bezugs- und Vertrauensperson, Kulturvermittler und Begleiter zur Verfügung steht, sowie als Medium zwischen Flüchtlingen und der Bevölkerung agiert. Des Weiteren wird das Verhältnis der Paten zu Flüchtlingen genutzt um gegenüber Ämtern und Behörden einen schnelleren Datentransfer zu ermöglichen. Die Flüchtlinge profitieren durch die gute Vernetzung der Paten innerhalb der Kommune, z.B. bei der Anmeldung in Schulen und KiTas. Jeder Pate kann hierbei auf Hilfestellung zurückgreifen, welche von festgelegten Personen innerhalb der Flüchtlingshilfe gegeben wird.

Alle Geflüchteten sind u. a. mit ihren Paten in WhatsApp-Gruppen organisiert und sind bereit, zu helfen, wenn sie gefragt werden. Es wurde von Anfang an Wert darauf gelegt, dass Kommunikation erfolgt, Informationen gegeben werden und eine persönliche Einführung in die Angebote erfolgt.

Vorhandene Mittel aus dem Wettbewerb „Modellkommune für Integration im ländlichen Raum“ wurden genutzt, um Geflüchteten eine Haftpflichtversicherung zu finanzieren und damit das Risiko zu verringern, dass durch sie verursachte Schäden nicht kompensiert werden können. Darüber hinaus wurde ein WLAN-Hotspot im Familienzentrum eingerichtet, um einen kostenlosen Internet-Zugang zu ermöglichen. Tablets für den Deutschunterricht wurden angeschafft und zur Verfügung gestellt. Sie erleichterten das Selbststudium und trugen dazu bei, die extremen Unterschiede im Niveau der Deutschkenntnisse auszugleichen.

Jeweils zweimal wurden Feste der Begegnung und Konzerte in der Kirche Sterkelshausen veranstaltet. Diese wurden, auch von Flüchtlingen, sehr gut angenommen und stellten ein wichtiges Ereignis im Gemeindeleben dar.

Positive und negative Erfahrungen

Aufgrund der intensiven Betreuung, die die Geflüchteten erhielten, brauchten Ehrenamtliche immer wieder Supervision, welche im Kreis der ehrenamtlichen Helfer stattfand und so die Motivation wiederherstellte. Es war überraschend, wie viele Menschen bereit waren, sich für die Integration von Flüchtlingen einzusetzen. Der Zusammenhalt in Alheim ist dadurch noch stärker geworden. Kontakte und Beziehungen zwischen den Menschen haben sich intensiviert. Einladungen von fremden Menschen und bei fremden Menschen, Essen aus anderen Kulturkreisen, Erfahrungen mit fremder Kultur haben das Leben in Alheim vielfältiger gemacht. Vorbehalte gegen Flüchtlinge wurden selbst bei skeptischen Menschen weitgehend abgebaut.

Insgesamt verlief die Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt und in örtliche Vereine, wie bereits erwähnt, sehr erfolgreich. Auch die Arbeit der Feuerwehr konnte von der hohen Engagement und Hilfsbereitschaft der Geflüchteten profitieren.

Sehr wichtig für das Gelingen des Projekts war es, dass sich der Gemeindevorstand, die Gemeindevertretung und alle weiteren politischen Akteure schon zu Beginn der Zuwanderungswelle eindeutig dafür ausgesprochen haben, Flüchtlinge zu integrieren. Bisher sind keine Flüchtlinge abgewandert; im Gegenteil gibt es Anfragen von Geflüchteten aus anderen Orten, nach Alheim kommen zu können.

Nachhaltigkeit

Nach Einschätzung des Kreises der Projektverantwortlichen werden die durchgeführten Maßnahmen weiterhin nachhaltig dazu beitragen, auch bei steigenden Zuweisungen von Flüchtlingen ein geregeltes Integrationsverfahren auf hohem Qualitätsniveau zu sichern und die Zuwanderer in die Gemeinde Alheim zu fördern.

Übertragbarkeit

Ein Kernelement des Alheimer Konzepts, das auch an anderen Orten für eine erfolgreiche Umsetzung gegeben sein sollte, besteht darin, Vertreterinnen und Vertreter aller politischen, kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Interessengruppen an einen Tisch zu holen. Somit ist jeder angesprochen, und es ist ein Projekt für Alle. Entscheidungen wurden nicht „top-down“, sondern stets gemeinschaftlich getroffen. Ein solch breites Engagement begründet im Idealfall eine Kultur der Anerkennung und Wertschätzung.

Die verhältnismäßig geringe Einwohnerzahl von Alheim ist hierbei zweifellos von Vorteil, dadurch ist ein bürgerschaftlich getragener Ansatz möglich. Besonders Kommunen im ländlichen Raum werden durch die vorbildhafte Arbeit in Alheim angesprochen, da Problemstellungen durch den Demografischen Wandel weitgehend ähnlich sind. In größeren Städten könnten ähnliche Lösungen auf Quartiersebene realisiert werden.

Kompatibilität zum Wettbewerb

Aufgrund des Status als Modellkommune für die Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum sind Instrumente des Qualitätsmanagements und der Evaluation in Alheim auf allen Projektebenen eingebunden. Durch die dauerhafte interne Revision des Konzeptes werden Verfahrens- und Arbeitsweisen in regelmäßigen Abständen kritisch auf Sinnhaftigkeit geprüft und bei Bedarf überarbeitet, erweitert oder, wie im Falle des Begegnungscafés gestrichen, um einen möglichst schlanken und effektiven Apparat beizubehalten. Die externe Evaluation erfolgt bis März 2018 unter anderem durch die Staatskanzlei des Landes Hessen, sowie in stetiger Konsultation mit anderen Kommunen des Modellprojekts.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es in Ihrer Kommune ein Integrationskonzept?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in dieses Integrationskonzept eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Unterstützt der/die (Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin Ihren Wettbewerbsbeitrag öffentlich?: 
ja
nein

C2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Ziele des Wettbewerbsbeitrags im Hinblick auf Integration und Zusammenleben detailliert beschrieben & festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Festlegung der Ziele eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Kinder (Einrichtungen der Kindertagesbetreuung)
Kinder (Schule)
Jugendliche
junge Erwachsene
Erwachsene
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
aktuelle Zuwanderer (2015-2017)
jeweils differenziert nach Herkunftsgebieten
bereits seit mehreren Jahren in Deutschland lebende Zuwanderer
Bevölkerung vor Ort
Multiplikatoren
Weitere
C 24 Bezieht sich Ihr Wettbewerbsbeitrag auf: 
die Gesamtstadt?
einen Teilraum/Quartier?
ein Projekt?
C 25 An welche Orte und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Quartier als Ganzes
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Jugendeinrichtungen
Sportvereine
Flüchtlingsunterkünfte
Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
Schulen
Ausbildungsstätten
Bildungseinrichtungen (VHS u.a.)
Soziale Treffpunkte für Zuwanderer
Migrantenselbstorganisationen
Weitere
C 26: 

Welche Handlungsfelder zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort stehen in Ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt? Bitte geben Sie an, ob sich das Handlungsfeld auf die Gesamtstadt oder das Quartier bezieht bzw., ob es sich um ein Projekt handelt.

C 26a Handlungsfeld Wohnen und Wohnumfeld: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26b Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, z.B. Kindergarten, Schulen, Jugendeinrichtungen: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26c Handlungsfeld Bildung/Qualifizierung/Ausbildung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26d Handlungsfeld Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26e Handlungsfeld Kultur: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26f Handlungsfeld Sport: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26g Handlungsfeld Gesundheit: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26h Handlungsfeld Umwelt/Grün: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26i Handlungsfeld Beteiligung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26j Handlungsfeld Engagementförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26k Weitere Handlungsfelder: 
Dorfladen (Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet)
C 27a Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Zuwander" ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27b Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Bevölkerung vor Ort" ausgerichtet?: 
ja
nein

C3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbei: 
Stadt-, Gemeinde-, bzw. Kreisrat
Amt/Bereich Soziales
Amt/Bereich Jugend
Amt/Bereich Wohnen
Amt/Bereich Grün(-planung)
Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin
Amt/Bereich Stadtplanung/ Stadtentwicklung
Integrationsbeauftragte/r
Amt/Bereich Sport
Amt/Bereich Gesundheit
Weitere
C 31 Welche verwaltungsexternen lokal relevanten Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Quartiersmanagement
Stadtteilzentren/ Nachbarschaftshäuser
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenselbstorganisationen
Sponsoren
Lokale Medien
Stiftungen
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftsvereine
Kleingartenvereine
Unternehmen, Betriebe
Weitere
C 31a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Ehrenamtliche Helfer
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie finanzieren Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36a wenn ja oder geplant: 
Fremdevaluation
C 37 Werden im Rahmen der Umsetzung von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 38 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen bereits andernorts übernommen worden?: 
ja
nein

Einzelprojekte

Einzelprojekt 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
„Dorfladen Oberellenbach“
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 14a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 15 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Die Dorferneuerung in Oberellenbach ist ein Gemeinschaftswerk vieler Beteiligter. Im Mittelpunkt des Prozesses standen die Bewohner Oberellenbachs, die im Rahmen der Dorferneuerung in zahlreichen Arbeitsgruppen aktiv mitgestalteten. Als Experten vor Ort erarbeiteten sie Konzepte, trugen Verbesserungsvorschläge zusammen und sorgten so dafür, dass die eingeleiteten Maßnahmen nicht an den Bürgerwünschen vorbei realisiert wurden. Bei der Umsetzung der öffentlichen Dorferneuerungsmaßnahmen arbeiteten zusammen: die Gemeinde Alheim als Träger des Verfahrens, die verschiedenen Arbeitskreise, die Dorfentwicklungsbehörde und die beauftragten Planungsbüros.

Als Schwerpunkte des Konzeptes wurden folgende Punkte festgelegt:

  • gemeinschaftliches, vernetztes, zum Teil überörtliches Handeln
  • Arbeitsplatz fördernde Maßnahmen
  • verantwortlicher Umgang mit Natur und Umwelt
  • soziales und kulturelles Engagement

Als einer der Schwerpunkte wurde im Rahmen der Dorferneuerung in einer ausgebauten ehemaligen Scheune im Ortskern von Oberellenbach 1998 der Dorfladen eröffnet - Einkaufsmöglichkeit und Treffpunkt gleichermaßen und aus dem Oberellenbacher Alltag nicht mehr wegzudenken!
Vertrauen und Vertrautheit herrschen im Oberellenbacher Dorfladen. Dass ein Kunde kein Geld dabei hat, ist kein Problem. Neben der Kasse liegt aufgeschlagen ein rotes Heft, in das Name und die Summe eingetragen werden, beim nächsten Einkauf wird dann bezahlt. Hier gibt es alles für den täglichen Bedarf: Lebensmittel aller Art, täglich frische Backwaren, Obst & Gemüse aus der solidarischen Landwirtschaft in Oberellenbach, Zeitungen & Zeitschriften, Getränke, regionale Produkte, außerdem eine Reinigungsannahme und Briefmarken. Apotheken-Bestellungen können abgeholt werden. Das Sortiment, orientiert sich ganz eng am Bedarf der Kundschaft. Eine Café-Ecke lädt zum gemütlichen Verweilen ein.

Der Dorfladen gehört in die Infrastruktur des Orts. Durch Oberellenbacher Einwohner wurde die Dorfladen GbR gegründet, als Gesellschaft bürgerlichen Rechts mit Privatpersonen und Vereinen als Gesellschafter gegründet (ca. 70 Gesellschafter). Durch die Eröffnung des Dorfladens wurden somit auch Arbeitsplätze im Ortsteil geschaffen, auch wenn die geringfügig beschäftigten Mitarbeiter vieles ehrenamtlich leisten, wie auch andere Helfer aus dem Dorf. Um das Projekt zu verwirklichen, ging der Dorfladen einen Lieferverbund mit dem Baumbacher Edeka-Markt ein, um Oberellenbachs Grundversorgung zu sichern. Seither holen die vier Vorstandsmitglieder, mehrmals in der Woche die Produkte in Baumbach ab - das ist ein kleiner Teil ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Der Laden muss die Löhne für die fünf Verkäuferinnen abwerfen und das tut er unterm Strich.

Durch einen Generationenumbruch in der Dorfladen GbR stehen die Oberellenbacher seit kurzen vor unterschiedlichen Problemen (Personell u. Finanziell). Die Gesellschafter sind am Verlust ebenso beteiligt wie an einem möglichen Gewinn, der aber nicht angestrebt wird. In mehreren Gesellschafterversammlungen wurden die Probleme erörtert und man will eine Schließung verhindern. Es soll ein Konzept für die Zukunft entwickelt werden, um die Verkaufszahlen positiven zu stärken und die Umsätze zu stabilisieren.
Ein wichtiges Thema ist auch die Personalfrage, da sich Teile der Beschäftigten zurückziehen möchten. In diesem Zusammenhang wurde die Flüchtlingshilfe angesprochen, ob ein entsprechendes Projekt entwickelt werden kann. Die Integration am Arbeitsmarkt ist eine der obersten Prioritäten der Flüchtlingshilfe Alheim. Das Ziel, den Flüchtlingen den Weg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, könnte mit dem Dorfladen ein Paradebeispiel der Integration werden. Neben dem Einblick in die deutsche Arbeitskultur können Flüchtlinge ihre Sprachkenntnisse verbessern und ihr Knowhow in den Fachgebieten vertiefen. Auch gegenüber der Bevölkerung können Barrieren und Bedenken abgebaut werden. Weiterführende Ziele hierbei wären außerdem die weitere Schaffung eines geregelten Tages und Wochenablaufes, sowie die Nutzung von Synergieeffekten wie die Besetzung der Stelle des Dorfladens bei gleichzeitiger Erweiterung des interkulturellen Angebotes. Im Idealfall stünde im Verlauf des Projektes ein Ausbildungsplatz zum Einzelhandelskaufmann zur Verfügung.

Einzelprojekt 2

D 20 Titel des Einzelprojekts Nr. 2: 
„Deutschunterricht“
D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 24a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 25 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Bereits bei den ersten Planungen legten die Flüchtlingshelfer großen Wert auf eine zügig beginnende Bildung zur deutschen Sprache. Je eher die neuen Einwohner Kenntnisse in deutscher Sprache erlangen, desto schneller gelingt deren Integration und mögliche Probleme durch Missverständnisse nimmt ab.
Unterstützend wirkt ein Arabisch sprechender Flüchtlingshelfer sowie der gut funktionierender Dolmetscherservice des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. Da die nächsten kostenlosen Sprachkurse in Rotenburg an der Fulda und Bad Hersfeld stattfinden, wurde unter anderem wegen den entsprechenden Entfernungen ein eigenes Schulungskonzept für Flüchtlinge auf die Beine gestellt. Die Angebote der Flüchtlingshilfe der Gemeinde Alheim sind hier hervorragend gelungen und werden wie folgt durchgeführt:

Im Familienzentrum der Gemeinde Alheim findet der Sprachkurs statt. Die Flüchtlinge können dieses selbständig gut erreichen, da das Familienzentrum im Ortskern von Alheims größtem Ortsteil Heinebach, direkt neben dem Haus der Generationen, der Grundschule und dem Kindergarten angesiedelt ist. Die Gruppe Deutschunterricht wird von pensionierten Lehrern, Studenten, gut gebildeten Ehrenamtlichen und einer Mitarbeiterin der Kindertagesstätte Alheim, der Beauftragten für Sprachförderung, gestaltet. Der Unterricht findet täglich für 1,5 Stunden, plus Vor- und Nachbereitung statt. So gelingt es gleichzeitig für Flüchtlinge eine
Tagesstruktur zu entwickeln. Der Sprachunterricht wird sofort individuell auf die Bildungsstandards (vom Analphabeten bis Mehrsprachigkeit) der Flüchtlinge angepasst. Außerdem werden die Teilnehmer durch verschiedene Möglichkeiten in die Lage versetzt zusätzlich zum täglichen Unterricht per Selbststudium das Gelernte zu vertiefen.

Der Unterricht wird nicht streng nach Lehrbuch geführt, sondern lebhaft und praxisnah gestaltet. Es werden Geschäfte besucht, um z.B. den wöchentlichen Einkauf mit Preisvergleich zu lernen. Zugfahrten incl. Fahrkarten kaufen sollen die Geflüchteten an reguläre Strukturen heranführen; Ausflüge zu Alheimer Unternehmen werden genutzt, um Interessen zu wecken, Verbindungen zu schaffen und um aufzuzeigen, wie die Arbeitsabläufe funktionieren. Außerdem werden Alltagssituationen (Verstehen und Beantragen von Kindergeldanträge, Leistungsbescheide usw.) direkt im Unterricht behandelt, um die Eigenständigkeit der Flüchtlinge voranzubringen.
Die Erfahrungen zeigen, dass eine wohldosierte Disziplin und Strenge nötig ist, die pünktliche und zuverlässige Teilnahme aller Flüchtlinge zu gewährleisten. Die engagierten Flüchtlingshelfer sind sehr bemüht den Flüchtlingen eine Wertschätzung gegenüber diesem Angebot deutlich zu machen. Ein weiteres Augenmerk wird auf die regelmäßige Teilnahme von Frauen gelegt, um sie bei ihrem Weg in eine freiheitliche und demokratische Gesellschaft zu unterstützen. Zeitweise und im Bedarfsfall wurde zusätzlich eine Betreuung für die Kleinstkinder angeboten, damit die Mütter den Unterricht nicht unterbrechen müssen. Einzelunterricht wird zum Beispiel bei Krankheit, Mutterschutz etc. zusätzlich organisiert. Im Rahmen des Deutschunterrichts wurden verschiedene Bücher, CD-Player und Tablets angeschafft. Zusätzlich wurde ein W-Lan-Hotspot eingerichtet. Eine weitere Aufstockung der Geräte, sowie Ausbau des Unterrichtsraums (Smartboard etc.) ist auf Grund der wachsenden Teilnehmerzahl dringend erforderlich. Die Mitarbeiterin der Gemeinde Alheim übernimmt die Koordinierung des Deutschunterrichts und wird dafür mit 5 – 10 Stunden pro Woche freigestellt, eine langfristig finanzielle Sicherung dieser Freistellung wäre für den Deutschunterricht von elementarer Bedeutung.

Anlagen