Flensburg

Name der Stadt/der Gemeinde/des Landkreises: 
Flensburg
Typ: 
kreisfrei
Bundesland: 
Schleswig-Holstein
Einreichende Dienststelle: 
Fachbereich Einwohnerservice und Willkommenskultur
Ansprechpartner/in: 
Peter Rohrhuber
Straße/Postfach: 
Rathausplatz 1
PLZ: 
24937
Telefon: 
+49 461 85-1188
Ort: 
Flensburg
Fax: 
+49 461 85-751188

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Integrationskonzepte für Menschen mit Migrationshintergrund 2010 bis 2015 und 2016 bis 2022, Check Up Integration, Runder Tisch für Integration und Informationsveranstaltungen für Flüchtlinge

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Die Stadt Flensburg bewirbt sich mit ihren beiden Integrationskonzepten:

  • „INTEGRATIONSKONZEPT für Menschen mit Migrationshintergrund mit Handlungsleitfaden 2010 - 2015“ und
  • „ZUSAMMENLEBEN IN FLENSBURG Integrationskonzept für Menschen mit Migrationshintergrund 2016 - 2022“,

die aus unserer Sicht zwei untrennbare Teile eines Prozesses sind. Der 2016 entwickelte „Check Up Integration“, welcher als konkrete Maßnahme in diesen Wettbewerb einfließen soll, ist ein Baustein dieses Integrationskonzeptes.

Seit dem 2. Flüchtlingsforum im November 2016 arbeiteten Fokusgruppen im Rahmen des städtischen Prozesses  „Check Up Integration“ an Lösungsansätzen in sieben unterschiedlichen Integrationsfeldern unter der Leitfrage: Wie gelingt die Integration der zu uns geflohenen Menschen in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt?

Seit dem 2. Flüchtlingsforum im November 2016 arbeiteten Fokusgruppen im Rahmen des städtischen Prozesses  „Check Up Integration“ an Lösungsansätzen in sieben unterschied-lichen Integrationsfeldern unter der Leitfrage: Wie gelingt die Integration der zu uns geflohenen Menschen in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt? Er analysiert die aktuellen Strukturen und Angebote, aber auch die Bedarfe und Lücken bei der Integration von Geflüchteten, die innerhalb der Stadt Flensburg existieren.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Ausgangssituation in Ihrer Kommune

2008 fand im Haus Sophiesminde eine Veranstaltung mit folgendem Titel statt: Besser Zusammenleben in Flensburg - Was können wir für eine gelingende Integration tun? Eingeladen waren alle Flensburger EinwohnerInnen mit und ohne Migrationshintergrund, VerwaltungsvertreterInnen und die Politik. Gemeinsam mit den örtlichen Migrations-fachdiensten entstand ein Austausch, der die Probleme der Integration deutlich benannte: Benachteiligungen, Diskriminierung, Rassismus und andere ungelöste Probleme belasten in Flensburg wie in vielen anderen Kommunen das Zusammenleben der Menschen aus den verschiedenen Kulturen.

Anlass (konkrete Auslöser/Gründe für Konzept/Projekt/Maßnahme)

Aufgrund dieser Veranstaltung wurden Sofortmaßnahmen entwickelt, die 2009 einstimmig durch den Hauptausschuss der Stadt, also von den Kommunalpolitikern, verabschiedet wurden:

  1. Entwicklung eines „Integrationskonzeptes“
  2. Bildung eines „Runden Tisches für Integration“
  3. Einrichtung einer Koordinierungsstelle für Integration

Im September 2009 wurde die Koordinierungsstelle für Integration bei der Stadt Flensburg eingerichtet, die diese Prozesse initiieren und begleiten sollte, um die oben genannten Problemfelder gemeinsam mit anderen Integrationsakteuren zu analysieren und zu bearbeiten. Die Planstelle zur Koordination der Integrationstätigkeiten war anfangs auf ein Jahr befristet. Nachdem der Gesamtprozess sich erfolgreich entwickelte, wurde die Planstelle zu einer unbefristeten Anstellung ausgeweitet. Das Thema Integration wurde fortan innerhalb der Stadtverwaltung als eine Langzeitaufgabe verstanden.

Konzeption, Ziele und Zielgruppen

Im Dezember 2009 wurde im Rathaus eine Auftaktveranstaltung mit dem Titel: Gemeinsam leben - Flensburg entwickelt ein Integrationskonzept durchgeführt. Mit der Auftakt-veranstaltung sollte ein Prozess initiiert werden, der das Ziel hatte, nachhaltig einen Dialog mit Menschen mit Migrationshintergrund in Flensburg zu erreichen und ihre Interessen in die Entwicklungen und Entscheidungen der Stadt einzubinden. Während dieser Veranstaltung wurden fünf thematische Arbeitsgruppen gegründet:

Lebenssituation Mädchen und Frauen | Kindheit vor der Schule | Bildung und Ausbildung

Wohnen | Gesundheit | Teilnahme am gesellschaftlichen Leben

Diese Arbeitsgruppen trafen sich einmal im Monat bis Ende März 2010 mit der Zielvorgabe, konkrete Maßnahmenvorschläge für das jeweilige Handlungsfeld zu erarbeiten. Im April 2010 wurde als ein Ergebnis der Arbeitsgruppe „Teilnahme am gesellschaftlichen Leben“ ein „Runder Tisch für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund“ gegründet. Gleichzeitig wurden alle Ergebnisse der Arbeitsgruppen zusammengefasst und von einer Steuerungsgruppe, bestehend aus VertreterInnen der Fraktionen, der Stadtverwaltung und Akteuren des Runden Tisches für Integration zu einem 1. Integrationskonzept zusammengefügt. Sieben Monate nach Aufnahme der Arbeit wurde dieses Konzept einstimmig von der Ratsversammlung für die kommenden fünf Jahre verabschiedet.

Das 2. Integrationskonzept für Menschen mit Migrationshintergrund 2016 bis 2022, „Zusammenleben in Flensburg“ wurde ebenfalls in einem breiten Beteiligungsverfahren nach der oben genannten Vorgehensweise erstellt und im März 2016 erneut einstimmig von der Ratsversammlung verabschiedet. Das Konzept ist auf sechs Jahre angelegt und soll in zweijährigen Phasen bedarfs- und handlungsorientiert fortgeschrieben werden. Das Konzentrieren auf praxisnahe und vor allem vor Ort zügig realisierbare Maßnahmen hat sich als richtiger Weg erwiesen. Der Prozess verläuft bis heute dynamisch und wird von vielen Akteuren getragen.

Ziel der Konzepte ist es, alle politischen oder gesellschaftlichen Interessenvertreter für gemeinsame Maßnahmen zu gewinnen, und so einen deutlichen Beitrag für eine bessere Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und Fluchtvergangenheit zu leisten. Flensburg will hier über alle Grenzen hinweg, also mit einer sehr breiten Beteiligung, Integration leben.

http://flensburg.de/Leben-Soziales/Einwohnerservice/Integration-und-Fl%C3%BCchtlinge/index.php?object=tx%7c2306.1010.1&NavID=2306.359&La=1

(geplantes) Vorgehen und Umsetzung

Das 1. Integrationskonzept für Menschen mit Migrationshintergrund mit einem Handlungsleitfaden für 2010 - 2015 wurde jährlich mit Hilfe eines Umsetzungsberichtes evaluiert und im Rahmen eines öffentlichen Beteiligungsverfahrens modifiziert. Das 2. Integrationskonzept 2016 – 2022 wird jährlich evaluiert und alle zwei Jahre modifiziert.

Der „Check Up Integration“ ist ein Prozess, den die Koordinierungsstelle für Flüchtlinge der Stadt Flensburg gemeinsam mit einem für die Stadt ehrenamtlich tätigen Beraterteam von HÖHN CONSULTING und weiteren Akteuren durchführte. In sieben Handlungsfeldern: Arbeit, Sprache, Wohnen, Teilhabe, Engagement, Akzeptanz und Koordination arbeiteten die verschiedenen Akteure in Fokusgruppen zusammen. Ziele des „Check Up Integration“ sind, im Rahmen einer Statusanalyse die aktuellen Strukturen und Angebote sowie Bedarfe und Lücken zur Integration Geflüchteter in Flensburg zu erfassen. Darauf aufbauend werden im zweiten Schritt Handlungsmöglichkeiten identifiziert und Empfehlungen entwickelt.

Zwei Merkmale zeichnen den „Check Up Integration“ besonders aus. So ist zum einen die breite Beteiligung der Integrationsakteure in den Fokusgruppen hervorzuheben. Hier arbeiteten die IHK, Handwerkskammer, Agentur für Arbeit, Jobcenter, eine Wohnungsbaugenossenschaft, Wohlfahrtsverbände, Sprachkursträger, ehrenamtliche Initiativen und Vereine gemeinsam mit den verschiedenen Abteilungen der Stadtverwaltung und dem Runden Tisch für Integration zusammen.

Zum anderen zeigen die bisher entwickelten 22 konkreten Maßnahmenvorschläge besondere praktische Relevanz: „Wohnzertifikat“, “Verzahnung haupt- und ehrenamtlicher Sprachakteure“, “Checklisten und Formulare für die berufliche Integration“, „Förderung der Partizipation von Geflüchteten an Veranstaltungen“ und die „Machbarkeitsstudie für ein Integrationszentrum“, um nur einige Beispiele zu nennen.

Link zu den Maßnahmen:

http://flensburg.de/Leben-Soziales/Einwohnerservice/Integration-und-Fl%C3%BCchtlinge/Koordinierungsstelle-f%C3%BCr-Fl%C3%BCchtlinge

ggf.: Ergebnisse und (bislang) Erreichtes

Es folgen exemplarisch einige Maßnahmen der Konzepte, die sich in den letzten Jahren bewährt haben und weiterhin umgesetzt werden:

  1. Drei Foren „Flüchtlinge unser neuen Nachbarn“ fanden von 2015 – 2017 statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen standen der konstruktive Austausch zwischen Haupt- und Ehrenamt und die Partizipation von Flüchtlingen. Diese großen Veranstaltungen im Rathaus brachten viele UnterstützerInnen aus der Flensburger Wirtschaft, dem öffentlichen  Dienst, den Wohlfahrtsverbänden, den Kammern mit ehrenamtlichen HelferInnen und geflohenen Personen zusammen.
  2. Interkulturelle Wochen: Jeden Herbst findet in Flensburg das „Fest der Kulturen“ mit mehr als 2200 BesucherInnen statt. Es ist – neben vielen anderen interkulturellen Veranstaltungen – eine wichtige Maßnahme, um Vorurteile abzubauen, denn hier findet eine Begegnung von Mensch zu Mensch statt.
  3. Begrüßungsflyer im Bürgerbüro: Erarbeitung eines Begrüßungsflyers in 9 verschiedenen Sprachen, in denen die wichtigsten Anlaufstellen und Erstinformationen für Neuzugewanderte oder Geflüchtete Flensburgs dargestellt sind. (siehe Flyer, Foto als Anlage)
  4. DolmetscherInnen-Pool: Aufbau eines Pools mit 70 ehrenamtlichen DolmetscherInnen, die insgesamt ca. 30 Sprachen abdecken. Diese DolmetscherInnen helfen kostenlos MigrantInnen oder Flüchtlingen bei Behördengängen, Arztbesuchen u.v.m. Seit Bestehen des Integrationskonzeptes wurden 436 Einsätze gezählt.
  5. IntegrationslotsInnen: Qualifizierung von 60 IntegrationslotsInnen, die Zugewanderten bei verschiedensten Alltagsproblemen punktuell zur Seite stehen. Die LotsInnen kamen in den letzten Jahren mehr als 300 Mal zum Einsatz. (siehe Flyer)
  6. Sprachpartnerschaften: Die Koordinierungsstelle vermittelt Sprachpartnerschaften, da oftmals Zugewanderten die Gelegenheit fehlt, ihr im Sprachkurs gelerntes Deutsch zu sprechen. 88 solcher Partnerschaften wurden bereits vermittelt.
  7. Einbürgerungsfeier: Zweimal jährlich findet im Rathaus eine feierliche Einbürgerungsfeier statt, zu der alle Eingebürgerten der letzten sechs Monate herzlich eingeladen werden. Die Stadtpräsidentin überreicht ein kleines Willkommensgeschenk und lädt abschließend zu einem gemeinsamen Essen mit kulturellem Austausch ein.
  8. Newsletter: Wöchentlich wird von der Koordinierungsstelle für Integration ein Newsletter mit dem Titel „Verteiler Zusammenleben“ per E-Mail an 305 Adressaten versendet. Alle 3 Monate versendet die Koordinierungsstelle für Flüchtlinge einen Newsletter mit dem Titel „Geflüchtete in Flensburg“.
  9. Willkommen in der Stadtbibliothek: Einmal im Monat wird eine zweisprachige Lesung für Kinder durchgeführt. Zudem wurde ein „Willkommensbereich“ in der Bibliothek eingerichtet, in dem sich spezielle Literatur befindet z.B. Bildwörterbücher, Bücher zum Deutschlernen, Romane und Sachbücher in leichter Sprache, Arabische Bücher und Broschüren in verschiedenen Sprachen als Hilfestellung im Alltag.
  10. AG Polizei/Moscheen: Seit Mitte 2015 trifft sich alle drei Monate eine von der Koordinierungsstelle organisierte Gesprächsgruppe mit Vertretern von vier Moscheen und der örtlichen Polizei mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zu fördern, und bestehende Hemmnisse und Probleme gemeinsam zu beseitigen.
  11. Auch die interkulturelle Öffnung der Stadtverwaltung selbst war von Anfang an ein wichtiges Anliegen des Integrationskonzeptes. So werden in Stellenausschreibungen die Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund besonders begrüßt. Von 2011 bis 2016 wurden 511 Personen eingestellt, davon 35 mit Migrationshintergrund (6,8 %).

Im selben Zeitraum haben 86 Personen eine Ausbildung begonnen, davon besaßen 10,5 Prozent einen Migrationshintergrund. Es gibt einen internen Dolmetscherpool, bestehend aus 11 MitarbeiterInnen und darüber hinaus werden allen MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung jedes Jahr Fortbildungskurse zum Thema „Interkulturelle Kompetenz“ angeboten. Bisher haben bereits 372 Mitarbeiterinnen (31%) an diesen Kursen teilgenommen. Positive Resonanz gibt es für die Beschilderung in der Stadtverwaltung vereinfacht und mittels Piktogrammen überarbeitet (siehe Foto als Anlage). In der Eingangshalle des Rathauses befindet sich ein mehrsprachiges Ideen- und Beschwerdemanagement. Auf einem Plakat werden die Einwohnerinnen ermutigt, sich mitzuteilen, ob sie mit der Arbeit der MitarbeiterInnen zufrieden sind. (siehe Foto und Plakat als Anlage)

Bitte erläutern Sie, inwieweit die Bewertungskriterien des Wettbewerbs erfüllt sind

Der Schwerpunkt Integration ist auch in das Projekt „Integriertes Stadtentwicklungskonzept PERSPEKTIVEN FÜR FLENSBURG“ (Entwurf) eingebunden. Hier bildet das Thema „Integration“, neben der „Tradition“ und „Transformation“ ein gesamtstädtisches Leitmotiv als Orientierung für die integrierte Stadtentwicklung. Der Bereich „Integration“ steht für den Zusammenhalt, die Offenheit und Durchlässigkeit der Stadtgesellschaft. Wachstum bedeutet auch Zuwanderung, Integration unter anderem die Chance auf einen guten Start. Für eine gelebte Integration ist es wesentlich, sich in Flensburg heimisch zu fühlen, egal ob als Zugereister, MigrantIn, Geflüchteter oder Alteingesessener. Dem Leitmotiv Integration wurden folgende Handlungsprinzipien zugeordnet, die bei künftigen Entwicklungsprozessen berücksichtigt werden sollen:

  • Chancengleichheit in der Stadtgesellschaft anstreben;
  • Städtische Ressourcen für alle FlensburgerInnen zugänglich machen;
  • Orientierung auf bestimmte Zielgruppen und Sozialräume sicherstellen
  • Die Multifunktionalität von Stadträumen umsetzen;

Auch in den anderen beiden Leitmotiven nehmen Handlungsprinzipien Bezug auf das Zukunftsthema Integration, wie zum Beispiel bei Transformation und Tradition:

  • Trends frühzeitig erkennen und bewerten (Flüchtlingskrise);
  • Toleranz und Vielfalt (149 Nationen) erhalten und fördern;

In beiden Integrationskonzepten werden die Handlungsfelder mit einem Leitsatz konkretisiert, zum Beispiel: „Wir heißen alle Menschen in Flensburg willkommen und unterstützen sie, sich bei uns zurechtzufinden. Wir stärken die gesellschaftliche Teilhabe aller EinwohnerInnen.“ Bei jeder einzelnen Maßnahme wird zuerst ein klares Ziel definiert, danach die Maßnahme erläutert und dann alle Beteiligten genannt.

Jedes Jahr wurde ein Umsetzungsbericht geschrieben, der klar dokumentiert, welche Maßnahmen sich bewährt haben und welche nicht bzw. modifiziert werden mussten. Link zu den Umsetzungsberichten:

http://flensburg.de/Leben-Soziales/Einwohnerservice/Integration-und-Fl%C3%BCchtlinge/index.php?object=tx%7c2306.1010.1&NavID=2306.359&La=1

Die Ratsversammlung hat beide Integrationskonzepte jeweils einstimmig verabschiedet. Der Grund hierfür besteht darin, dass die Politik von Anfang an beim Prozess der Erstellung der Konzepte beteiligt war. Es zeigte sich, dass es den Mitgliedern der Ratsversammlung ein echtes Anliegen ist, das interkulturelle Zusammenleben der Menschen aus 149 Nationen in Flensburg nachhaltig zu verbessern. Auf diese Weise soll der soziale Frieden in der Stadtgesellschaft sichergestellt werden. Zweimal jährlich treffen sich die VertreterInnen aller Koordinerungsstellen für Integration in Schleswig-Holstein zu einem landesweiten Fachaustausch. Bei diesen Treffen wird Flensburg oftmals als „Vorbildkommune“ beim Thema „Integration“ betrachtet. Zum einen, weil handlungsorientiert und nachhaltig versucht wird, die Maßnahmen der Integrationskonzepte im Rahmen der Möglichkeiten umzusetzen. Zum anderen verfügt Flensburg über einen sehr aktiven „Runden Tisch für Integration“ mit zahlreichen Ehrenamtlichen.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es in Ihrer Kommune ein Integrationskonzept?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in dieses Integrationskonzept eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Unterstützt der/die (Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin Ihren Wettbewerbsbeitrag öffentlich?: 
ja
nein

C2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Ziele des Wettbewerbsbeitrags im Hinblick auf Integration und Zusammenleben detailliert beschrieben & festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Festlegung der Ziele eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Kinder (Einrichtungen der Kindertagesbetreuung)
Kinder (Schule)
Jugendliche
junge Erwachsene
Erwachsene
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
aktuelle Zuwanderer (2015-2017)
jeweils differenziert nach Herkunftsgebieten
bereits seit mehreren Jahren in Deutschland lebende Zuwanderer
Bevölkerung vor Ort
Multiplikatoren
Weitere
C 24 Bezieht sich Ihr Wettbewerbsbeitrag auf: 
die Gesamtstadt?
einen Teilraum/Quartier?
ein Projekt?
C 25 An welche Orte und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Quartier als Ganzes
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Jugendeinrichtungen
Sportvereine
Flüchtlingsunterkünfte
Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
Schulen
Ausbildungsstätten
Bildungseinrichtungen (VHS u.a.)
Soziale Treffpunkte für Zuwanderer
Migrantenselbstorganisationen
Weitere
C 26: 

Welche Handlungsfelder zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort stehen in Ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt? Bitte geben Sie an, ob sich das Handlungsfeld auf die Gesamtstadt oder das Quartier bezieht bzw., ob es sich um ein Projekt handelt.

C 26a Handlungsfeld Wohnen und Wohnumfeld: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26b Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, z.B. Kindergarten, Schulen, Jugendeinrichtungen: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26c Handlungsfeld Bildung/Qualifizierung/Ausbildung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26d Handlungsfeld Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26e Handlungsfeld Kultur: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26f Handlungsfeld Sport: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26g Handlungsfeld Gesundheit: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26h Handlungsfeld Umwelt/Grün: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26i Handlungsfeld Beteiligung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26j Handlungsfeld Engagementförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26k Weitere Handlungsfelder: 
Transparenz und Informationsfluss
C 27a Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Zuwander" ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27b Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Bevölkerung vor Ort" ausgerichtet?: 
ja
nein

C3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbei: 
Stadt-, Gemeinde-, bzw. Kreisrat
Amt/Bereich Soziales
Amt/Bereich Jugend
Amt/Bereich Wohnen
Amt/Bereich Grün(-planung)
Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin
Amt/Bereich Stadtplanung/ Stadtentwicklung
Integrationsbeauftragte/r
Amt/Bereich Sport
Amt/Bereich Gesundheit
Weitere
C 30a Wenn "Weitere"... Welche?: 
- Fachbereich Einwohnerservice und Willkommenskultur - Koordinierungsstelle für Flüchtlinge, Koordinatorin Bildung für Neuzugewanderte, Anlaufstelle für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit
C 31 Welche verwaltungsexternen lokal relevanten Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Quartiersmanagement
Stadtteilzentren/ Nachbarschaftshäuser
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenselbstorganisationen
Sponsoren
Lokale Medien
Stiftungen
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftsvereine
Kleingartenvereine
Unternehmen, Betriebe
Weitere
C 31a Wenn "Weitere"... Welche?: 
IHK, HK, Wohnungsbaugenossenschaft, Agentur für Arbeit, Jobcenter, Sprachkursträger, Wohlfahrtsverbände
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie finanzieren Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
C 37 Werden im Rahmen der Umsetzung von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 37a Wenn ja ... Welche? : 
Check Up Integration
C 38 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen bereits andernorts übernommen worden?: 
ja
nein

Einzelprojekte

Einzelprojekt 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
Runder Tisch für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund der Stadt Flensburg
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 14a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 15 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Im April 2010 wurde als ein Ergebnis der Arbeitsgruppe „Teilnahme am gesellschaftlichen Leben“ im Rahmen der Erstellung des 1. Integrationskonzeptes ein „Runder Tisch für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund“ gegründet. Dieser „Runde Tisch“ ist als Vertretung der Interessen der Menschen mit Migrationshintergrund in Flensburg anerkannt und nimmt bei der Umsetzung des Integrationskonzeptes eine Schlüssel- und Brückenfunktion für die Menschen mit Migrationshintergrund, die Politik und die Verwaltung wahr. Er arbeitet nach demokratischen Grundsätzen. Die Sitzungen sind öffentlich. Regelmäßig nehmen 40 bis 50 Personen an den bisher insgesamt 60 Treffen teil. Aktuell gehören dem Runden Tisch 24 ehrenamtliche Einzelpersonen und  20  Organisationen an.    66 % der Mitglieder des „Runden Tisches“ sind seit 7 Jahren ehrenamtlich tätig. Diese jahrelange Einsatzbereitschaft der Ehrenamtlichen ist ein Beleg dafür, wie sehr diese Menschen hinter dem Gesamtprozess der Integrationsförderung in Flensburg stehen. Allen ist bewusst, dass sich die Stadtverwaltung nachhaltig bemüht,  Maßnahmen des Integrationskonzeptes umzusetzen. VertreterInnen des Vorstandes des „Runden Tisches“ nehmen an den öffentlichen Sitzungen der Ratsversammlung und einiger Ausschüsse mit Rederecht teil. Der „Runde Tisch“ hat sich in einer Geschäftsordnung folgenden Rahmen für seine Arbeit gegeben:

Grundsätze des „Runden Tisches“ (aus der Geschäftsordnung):

  • Der „Runde Tisch“ ist Ansprechpartner für die Wünsche, Sorgen und Probleme der Menschen mit Migrationshintergrund und für die Stadt Flensburg bei Fragen der Integration.
  • Er ist unabhängig, partei- und konfessionslos und vertritt die Interessen der Menschen mit Migrationshintergrund gegenüber der Stadt Flensburg.
  • Der „Runde Tisch“ fördert die gleichberechtigte Teilnahme und Chancengleichheit der Menschen mit Migrationshintergrund in der Gesellschaft, die Erhaltung der kulturellen Identität der Menschen mit Migrationshintergrund, den interkulturellen Austausch, die Verständigung und das Zusammenleben aller EinwohnerInnen und die Gleichberechtigung der Geschlechter.
  • Der „Runde Tisch“ arbeitet aktiv bei der Umsetzung des Integrationskonzeptes der Stadt Flensburg mit.
  • Der „Runde Tisch“ betreibt eine eigene Öffentlichkeitsarbeit.
  • Die organisatorische Begleitung des Runden Tisches übernimmt die „Koordi-nierungsstelle für Integration“ der Stadt Flensburg
  • Der „Runde Tisch“ ist berechtigt, Anträge über den zuständigen Fachbereich an die Ausschüsse und die Ratsversammlung der Stadt Flensburg zu stellen und besitzt Rederecht in den Ausschüssen.

Einzelprojekt 2

D 20 Titel des Einzelprojekts Nr. 2: 
Informationen über Flensburg und das Leben in Deutschland
D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 24a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 25 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Auszug aus dem 2. Integrationskonzept „Zusammenleben in Flensburg“, S. 22: Handlungsfeld 4. AsylbewerberInnen

Leitsatz: „Wir leben und unterstützen Integration von Anfang an.“

Ziel: AsylbewerberInnen werden regelmäßig informiert.

Maßnahme: Es werden regelmäßig mehrsprachige Informationsveranstaltungen (Orientierungsveranstaltungen) für neu angekommene AsylbewerberInnen durchgeführt.

Beteiligte: Einwanderungsbüro, Migrationsfachdienste, Koordinierungsstelle Flüchtlinge

Wir sind der Überzeugung, dass Flüchtlinge regelmäßig über zentrale Lebensbereiche informiert werden müssen,  um sich in einem anderen Gesellschaftssystem in Deutschland zurecht zu finden. Gleichberechtigte Teilhabe wird erst möglich, wenn  man über die notwendigen Informationen verfügt. Aus diesem Grund wurden  im Jahr 2016 6 Orientierungsveranstaltungen in den Unterkünften mit jeweils 2  Dolmetscher-Innen durchgeführt. Inhalt der Veranstaltungen waren die „Grundlagen des Zusammenlebens in Deutschland“ mit folgenden Schwerpunkten:

Das Grundgesetz ist die Basis des Wertesystems in Deutschland

  • Die Würde des Menschen ist unantastbar, Respekt  gegenüber allen
  • Gleichberechtigung von Mann und Frau
  • Gewalt gegen Kinder ist verboten, Aufsichtspflicht der Eltern
  • Religions- und Meinungsfreiheit
  • Gewalt und Waffen sind verboten, Polizei ist Freund und Helfer
  • Ruhezeiten, Sauberkeit, Mülltrennung, Rauchverbot in der Unterkunft

Die Orientierungsveranstaltungen wurden mit persönlicher Beteiligung der Koordinierungs-stelle für Integration, VertreterInnen der Betreuungsdienste der Arbeiterwohlfahrt und des Diakonischen Werks, der Polizei, der evangelischen Kirche sowie einer Moschee durchgeführt. Es wurde die Broschüre „Das Grundgesetz – Die Basis unseres Zusammenlebens“ vom BAMF in verschiedenen Sprachen verteilt. 2017 wurden weitere Informationsveranstaltungen mit relevanten Themen für Flüchtlinge durchgeführt:

  • Beratungsstelle der Schuldnerberatung stellte sich vor
  • Was ist zu beachten beim Übergang „Großunterkunft in die eigene Wohnung“
  • Information über Brandschutz in den Unterkünften
  • Information über den „Runden Tisch für Integration“
  • Information über das Integrationskonzept 2016 -2022
  • Einladung zum 3. Forum „Flüchtlinge – unsere neuen Nachbarn“

Anlagen