Osterholz-Scharmbeck

Name der Stadt/der Gemeinde/des Landkreises: 
Osterholz-Scharmbeck
Typ: 
kreisangehörig
Bundesland: 
Niedersachsen
Einreichende Dienststelle: 
Stadt Osterholz-Scharmbeck
Ansprechpartner/in: 
Dr. Ulrike Baumheier
Straße/Postfach: 
Rathausstr. 1
PLZ: 
27711
Telefon: 
+49 4791 17-520
Ort: 
Osterholz-Scharmbeck
Fax: 
+49 4791 17-44520

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Integrationskonzept der Stadt Osterholz-Scharmbeck

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Integration hat sich auch in kleinen Kommunen zu einem neuen kommunalen Handlungsfeld mit Querschnittscharakter entwickelt. Um die Rahmenbedingungen für die Teilhabe zugewanderter Menschen zu schaffen, hat die Stadt Osterholz-Scharmbeck 2016 ein Integrationskonzept entwickelt. Das Konzept umfasst die verschiedenen Handlungsfelder, die für eine dauerhafte Einbindung der Neuankömmlinge in den Blick genommen werden müssen. Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung sozial gemischter Quartiere, der Sicherstellung guter Bildungsmöglichkeiten als Schlüssel zur Integration und der Schaffung von Rahmenbedingungen für individuelles Engagement. Um möglichst viele Menschen (Zugewanderte und Einheimische) zu erreichen, sind erfolgreich Zugänge über neue Medien und innovative Austauschformate wie das Patenprogramm Young United für Jugendliche erprobt worden.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Die Integration von zugewanderten Menschen berührt alle Lebensbereiche und hat sich auch in kleinen Kommunen zu einem neuen kommunalen Handlungsfeld mit Querschnittscharakter entwickelt. Der demografische Wandel und die zunehmende gesellschaftliche Vielfalt sind dabei prägend für die Integrationspolitik und praktische Arbeit vor Ort. Um gemeinsam mit zahlreichen Partnern die mit den gestiegenen Zuwanderungszahlen verbundenen Herausforderungen zu bewältigen, hat die Stadt Osterholz-Scharmbeck 2016 ein Integrationskonzept entwickelt, mit dem wir uns beim
Bundeswettbewerb bewerben möchten. Im Folgenden werden Anlass, Ziele und Umsetzung sowie die Ergebnisse dieses Konzepts beschrieben. Dabei wird auch darauf eingegangen, inwieweit die Bewertungskriterien des Wettbewerbs erfüllt sind (siehe Unterstreichungen). Beispielhaft werden abschließend zwei Einzelprojekte vorgestellt.

Ausgangssituation und Anlass

Osterholz-Scharmbeck ist Mittelzentrum und Kreisstadt des niedersächsischen Landkreises Osterholz. Die nördlich an Bremen grenzende Stadt hat rund 30.700 Einwohner/innen. Um für die Herausforderungen des demografischen Wandels und einer immer bunteren Bevölkerung gerüstet zu sein, wurde bereits 2007 ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept erarbeitet. Da die Stadt über wenig gewerbliche Wirtschaft verfügt, ist die Qualität als Wohn- und Bildungsstandort ein ganz zentraler Faktor, um für neue und alte Einwohner/innen attraktiv zu bleiben.
Seit 2014 wurden der Stadt Osterholz-Scharmbeck 508 Menschen zugewiesen, von denen noch 327 Menschen bei uns leben (Stand: 9.11.2017). Von der letztgenannten Gruppe kommt die Mehrzahl aus Syrien, Montenegro, Serbien und dem Irak.
Die Aufgabe, die Zuwander/innen hier bei uns aufzunehmen, die Rahmenbedingungen für ihre Teilhabe zu schaffen und das Zusammenleben von Geflüchteten und der Bevölkerung vor Ort erfolgreich zu gestalten, bedeutet eine Herausforderung für uns als Kommune, der wir uns gemeinsam mit Zivilgesellschaft und Wirtschaft stellen wollen.

Konzeption, Ziele und Zielgruppen

Das städtische Integrationskonzept ist entwickelt worden als ein Leitfaden für die städtische Verwaltung und die städtischen Einrichtungen, bietet aber zugleich einen Orientierungsrahmen für unsere Partner in der Kommune. Obwohl es sich auch mit der Aufnahme von Neuankömmlingen beschäftigt, liegt der Schwerpunkt auf dem Zusammenleben mit Zuwander/innen mit Bleibeperspektive. Die Integrationsmaßnahmen sind dementsprechend nachhaltig angelegt.
Integration bedeutet dabei für uns, gemeinsam mit Bildungs- und Sozialeinrichtungen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft und den anderen staatlichen Ebenen die Rahmenbedingungen für die Teilhabe zugewanderter Menschen und ein gelingendes Zusammenleben zu schaffen. Integration ist nicht nur eine Querschnittsaufgabe der Verwaltung, sondern eine gesamtgesellschaftliche und politische Aufgabe. Integration kann aber nur vor Ort stattfinden: Dort, wo die Menschen leben und durch Kontakte, Bildung und Arbeit an der Gesellschaft teilhaben können und sollen.
Das Integrationskonzept verfolgt drei Hauptziele: Entwicklung sozial gemischter Quartiere, Sicherstellung guter Bildungsmöglichkeiten als Schlüssel zur Integration und Schaffung guter Rahmenbedingungen für individuelles Engagement.

Vorgehen und Umsetzung

Das Integrationskonzept ist 2016 erarbeitet worden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener Fachbereiche der Verwaltung unter Mitwirkung von Kindertagesstätten, Schulen, sozialen Einrichtungen und der Volkshochschule. Am 15.9.2016 wurde es als kommunale Gesamtkonzeption einstimmig vom Rat verabschiedet und damit auf der kommunalpolitischen Ebene verankert.

Das Konzept umfasst die verschiedenen Handlungsfelder, die für eine dauerhafte Einbindung der Neuankömmlinge in die Kommune und ein gelingendes Zusammenleben in den Blick genommen werden müssen: Wohnen und sozialräumliche Stadtentwicklung, Bildung, Ausbildung und Arbeit sowie gesellschaftliche Teilhabe und soziale Infrastruktur im Quartier. Zu jedem Bereich werden aus Ausgangs- und Bedarfsanalyse konkrete Integrationsziele abgeleitet und Maßnahmen entwickelt. In einem Anhang sind die Kontaktdaten städtischer Anlaufstellen und wichtiger Netzwerkpartner zusammengestellt.

Die drei o.g. Hauptziele sollen mit folgenden Maßnahmen erreicht werden:

a) Entwicklung sozial gemischter Quartiere (Anlage 1, S. 2-6)

Neu ankommende Zuwander/innen werden, wenn möglich, dezentral im Stadtgebiet untergebracht. Trotzdem sind viele Geflüchtete in der Folge in die beiden örtlichen Soziale Stadt-Quartiere Mozart- und Drosselstraße gezogen. Grund dafür ist, dass in diesen Quartieren preiswerte Etagenwohnungen zur Verfügung stehen und zum Teil schon Landsleute dort wohnen.
Die Stadt will dem kurzfristig durch Anmietung von Wohnraum für soziale Zwecke in allen Stadtteilen und Ortschaften und langfristig durch bauplanungsrechtliche Steuerung von gemischten Wohnformen entgegenwirken. Durch die Ermöglichung von Einzelhaus-Bauformen in den Soziale Stadt-Gebieten und Mehrfamilien-Wohneinheiten in anderen Stadtteilen sollen sozial gemischte Quartiere entstehen.
Gleichzeitig werden für die gegenwärtig in den Soziale Stadt-Gebieten lebenden Menschen Anlaufstellen und Angebote für Austausch und Begegnung weiterentwickelt (siehe Projekt 2).

b) Bildung als Schlüssel für Integration (Anlage 1, S. 6-14)

Bildung und Spracherwerb nehmen eine Schlüsselrolle für das langfristige Gelingen der Integration ein. Das schnellstmögliche Erlernen der deutschen Sprache stellt die entscheidende Grundlage zur Integration der zu uns geflüchteten Menschen dar.
Für Kinder und Jugendliche ist eine frühzeitige Integration in das System der Kindertageseinrichtungen, die Vermittlung guter Schulbildung und eine anschließende berufliche Orientierung zentral. Zur Sicherstellung einer kontinuierlichen Sprachförderung und Förderung der Zweisprachigkeit nimmt Osterholz-Scharmbeck unter anderem am Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ teil.
In den Schulen wird die Ausweitung von Ganztagsangeboten angestrebt. Darüber hinaus sollen Angebote zum Spracherwerb in den Schulferien sowie Kooperationsangebote von Schulen mit Partnern aus dem sportlichen und musikalischen Bereich entwickelt werden.
Neue Wege bei der Förderung zugewanderter Schülerinnen und Schüler geht das städtische Jugendhaus mit dem Patenprojekt „Young United“ (siehe Projekt 1).
Zur Unterstützung traumatisierter Kinder arbeiten die Kitas mit der Fachberatung für Kita-Kinder in den Bereichen der Psychomotorik und Traumata-Verarbeitung und die Schulen mit dem schulpsychologischen Dienst zusammen.

c) Gute Rahmenbedingungen für individuelles Engagement schaffen (Anlage 1, S. 14-22)

Ehrenamtliches Engagement der Menschen vor Ort bedeutet, dass sie sich in ihrem Umfeld wohlfühlen und das Lebensumfeld mitgestalten wollen. Das gilt auch für die Neuankömmlinge.
In einer kleinen Kommune wie Osterholz-Scharmbeck haben sich persönliche Kontakte als zentrale Voraussetzung für Engagement erwiesen. Verschiedene Treffpunkte in der Innenstadt und in den Soziale Stadt-Quartieren bieten deshalb regelmäßig Gelegenheit zur Begegnung von Zuwander/innen und Bevölkerung vor Ort. Ergänzend bietet das Internetportal www.ohz.hilft.de interessierten Bürgerinnen und Bürgern eine Informations- und Mitwirkungsplattform und gibt Geflüchteten Informationen zu verschiedenen Lebensbereichen. Eine besondere Rolle bei der Engagementförderung kommt dem Haus der Kulturen (Projekt 2) zu.

Bei der Umsetzung des Konzepts kommt folgenden Aspekten eine besondere Bedeutung zu:

  •  Bereits vor der Erarbeitung des Integrationskonzepts hat die Stadt Osterholz-Scharmbeck Mittel nicht nur für die Unterbringung, sondern auch für die Betreuung der Geflüchteten zur Verfügung gestellt. Zur Finanzierung der Maßnahmen des Integrationskonzepts sollen nun bestehende Budgets verschiedener Fachbereiche und Einrichtungen gebündelt und durch Spenden und Fördergelder ergänzt werden.
  • Zur nachhaltigen Sicherstellung eines guten Zusammenlebens ist eine verbindliche Vernetzung und Kooperation eines breiten Spektrums von Beteiligten erforderlich. In einer kleinen Kommune wie Osterholz-Scharmbeck werden allerdings übergreifende schriftliche Vereinbarungen dazu für verzichtbar gehalten. Stattdessen wurden – anknüpfend an bestehende Netzwerke – Abstim-mungs- und Koordinationsgremien geschaffen. Die Grundlage für die Einbindung eines breiten Spektrums von Beteiligten bietet das Bürgerforum „Willkommenskultur in der Stadt Osterholz-Scharmbeck“ mit Teilnehmenden aus der Kommunalpolitik und –verwaltung, aus der haupt- und ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit und von Migrantinnen und Migranten und die Quartiersforen in den beiden Soziale Stadt-Gebieten. Die Steuerungsgruppe „Willkommenskultur in der Stadt Os-terholz-Scharmbeck“, in dem die örtlichen Akteure vertreten sind, hilft als Bindeglied in die Ver-waltung hinein, angemessene Maßnahmen umzusetzen. Eine Koordinations- und Lotsenfunktion übernehmen die städtische Integrationsbeauftragte und die sozialpädagogische Flüchtlingsbetreuerin. (Anlage 1, S. 16-19)
  •  Die Geflüchteten, die zu uns gekommen sind, sind keine homogene Gruppe. Je nach Herkunfts-land, Geschlecht und Alter haben sie unterschiedliche Interessen und Teilhabemöglichkeiten (Gender- und Diversity-Aspekte). Um möglichst viele Menschen zu erreichen, testen wir in Kooperation mit sozialen Einrichtungen und Bildungseinrichtungen auch Zugänge über neue Medien und innovative Austauschformate:
    • Zur Verbesserung der Kommunikation mit den Eltern setzen Kitas und Schulen in den Soziale-Stadt-Quartieren ehrenamtliche Sprachmittler/innen ein. Da die Neuankömmlinge häufig aus ihrem Heimatland keine Kindergartenstätten kennen, wurde im Rahmen des ESF-Projekts LINES eine mehrsprachige Informationsbroschüre entwickelt (siehe Anlage 6). Erprobt werden Elternbriefe in leichter Sprache. Als niedrigschwelliger Kontaktpunkt vor allem für Frauen wurden in zwei Schulen wöchentliche Elterncafés eingerichtet.
    • Zur Stärkung des Demokratieverständnisses auch in Bezug auf die Gleichstellung von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft trägt der im Haus der Kulturen eingerichtete Männer-Gesprächskreis bei.
    • Als Freizeitangebot, bei dem Ehrenamtliche und die von ihnen betreuten Geflüchteten jeweils ihre spezifischen Kompetenzen einbringen können, hat die Stadt in Kooperation mit der VHS und dem Multimediamobil der Niedersächsischen Landesmedienanstalt im Rahmen des ESF-Projekts LINES eine kleine „smarte“ Erkundungstour durch die Innenstadt getestet, die mit Tablet-PC oder Smartphone gespielt werden kann. Diese Tour führt zu einigen wichtigen und schönen Orten der Stadt. An bestimmten Punkten werden dann Quizfragen und Aufgaben zu den entsprechenden Örtlichkeiten gestellt. Grundidee war, dass bei dieser Aktion Geflüchtete und Ehrenamtliche ihre spezifischen Kompetenzen einbringen können: Die (häufig älteren) Ehrenamtlichen ihre Ortskenntnis und die (häufig jüngeren) Geflüchteten ihre Fähigkeit im Umgang mit Smartphone und Apps. Der Test hat gezeigt, dass sich sowohl die Erstellung als auch das Spielen solcher Erkundungstouren sehr gut dazu eignen, Ortkundige und Ortsunkundige ins Gespräch zu bringen. Deshalb sollen in einem zweiten Schritt weitere Touren gemeinsam mit Migrantinnen und Migranten erstellt werden.

Ergebnisse und Erreichtes

Um Qualitätsmanagement und eine interne Evaluation zu gewährleisten, wird die Umsetzung der Maßnahmen regelmäßig bei einem monatlichen Arbeitskreis auf Verwaltungsebene kontrolliert. Beabsichtigt ist, im kommenden Jahr der Politik einen Bericht zur Zielerreichung vorzulegen.

Bereits jetzt lässt sich sagen, dass das Integrationskonzept eine gute Grundlage für die Zusammenarbeit der einzelnen Fachbereiche der Verwaltungen und vieler mit Zuwander/innen arbeitenden Einrichtungen gelegt hat. Durch die breite Zusammenarbeit und zielgruppenorientierte Maßnahmen ist es gelungen, viele der zu uns gekommenen Menschen zu erreichen.

Integration wird angesehen als ein dauerhafter Prozess, der immer wieder nachzusteuern und zu optimieren ist. Von daher sind die aufgeführten Maßnahmen nicht abschließend, sondern situationsbezogen und beispielhaft zu betrachten. Deutlich geworden ist zum Beispiel, dass die Vermittlung in Ausbildung und Beruf schwieriger und zeitintensiver ist als ursprünglich angenommen. Zwar ist die Vermittlung einzelner Geflüchteter in Ausbildung gelungen, diese benötigen aber auch während der Ausbildung eine enge Begleitung.

In anderen Fällen sind wir auf eine bessere Unterstützung durch das Land angewiesen. Die Schulen haben vorbildliche Konzepte zur Integration von Neuankömmlingen entwickelt, bei denen zum Beispiel die Schülerinnen und Schüler der Sprachförderklassen parallel in Regelklassen eingebunden sind. Zur langfristigen Umsetzung dieser Konzepte benötigen sie aber eine bessere Ausstattung mit Lehrkräften und Sozialpädagog/innen.

Das Integrationskonzept hat sich aber als flexibel genug erwiesen, um auch auf neue Entwicklungen zu reagieren und bietet Raum, um innovative Formate auszuprobieren. Diese Formate eignen sich auch gut für den Know-How-Transfer in andere Kommunen. So ist das Projekt Young United (Projekt 1) bereits von einem Jugendhaus in Bremen übernommen werden. Das Haus der Kulturen (Projekt 2) ist als Fallbeispiel in die auf Wissens- und Erfahrungstransfer zielende Publikation „Zukunft im Quartier gestalten – Beteiligung für Zuwanderer verbessern“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung aufgenommen worden (siehe Anlage 4).

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es in Ihrer Kommune ein Integrationskonzept?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in dieses Integrationskonzept eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Unterstützt der/die (Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin Ihren Wettbewerbsbeitrag öffentlich?: 
ja
nein

C2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Ziele des Wettbewerbsbeitrags im Hinblick auf Integration und Zusammenleben detailliert beschrieben & festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Festlegung der Ziele eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Kinder (Einrichtungen der Kindertagesbetreuung)
Kinder (Schule)
Jugendliche
junge Erwachsene
Erwachsene
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
aktuelle Zuwanderer (2015-2017)
jeweils differenziert nach Herkunftsgebieten
bereits seit mehreren Jahren in Deutschland lebende Zuwanderer
Bevölkerung vor Ort
Multiplikatoren
Weitere
C 23a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Fachbereiche der Verwaltung Bildungs- und Sozialeinrichtungen
C 24 Bezieht sich Ihr Wettbewerbsbeitrag auf: 
die Gesamtstadt?
einen Teilraum/Quartier?
ein Projekt?
C 25 An welche Orte und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Quartier als Ganzes
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Jugendeinrichtungen
Sportvereine
Flüchtlingsunterkünfte
Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
Schulen
Ausbildungsstätten
Bildungseinrichtungen (VHS u.a.)
Soziale Treffpunkte für Zuwanderer
Migrantenselbstorganisationen
Weitere
C 26: 

Welche Handlungsfelder zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort stehen in Ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt? Bitte geben Sie an, ob sich das Handlungsfeld auf die Gesamtstadt oder das Quartier bezieht bzw., ob es sich um ein Projekt handelt.

C 26a Handlungsfeld Wohnen und Wohnumfeld: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26b Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, z.B. Kindergarten, Schulen, Jugendeinrichtungen: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26c Handlungsfeld Bildung/Qualifizierung/Ausbildung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26d Handlungsfeld Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26e Handlungsfeld Kultur: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26f Handlungsfeld Sport: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26g Handlungsfeld Gesundheit: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26h Handlungsfeld Umwelt/Grün: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26i Handlungsfeld Beteiligung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26j Handlungsfeld Engagementförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 27a Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Zuwander" ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27b Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Bevölkerung vor Ort" ausgerichtet?: 
ja
nein

C3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbei: 
Stadt-, Gemeinde-, bzw. Kreisrat
Amt/Bereich Soziales
Amt/Bereich Jugend
Amt/Bereich Wohnen
Amt/Bereich Grün(-planung)
Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin
Amt/Bereich Stadtplanung/ Stadtentwicklung
Integrationsbeauftragte/r
Amt/Bereich Sport
Amt/Bereich Gesundheit
Weitere
C 31 Welche verwaltungsexternen lokal relevanten Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Quartiersmanagement
Stadtteilzentren/ Nachbarschaftshäuser
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenselbstorganisationen
Sponsoren
Lokale Medien
Stiftungen
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftsvereine
Kleingartenvereine
Unternehmen, Betriebe
Weitere
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie finanzieren Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
C 37 Werden im Rahmen der Umsetzung von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 38 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen bereits andernorts übernommen worden?: 
ja
nein
C 38a Wenn ja ... Welche?: 
Das Jugendhaus in Bremen-Horn-Lehe hat das Osterholz-Scharmbecker Projekt Young United übernommen

Einzelprojekte

Einzelprojekt 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
Young United (YOU)
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 14a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 15 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Das Projekt Young United (YOU) wurde 2016 zu einer Zeit initiiert, in der die Flüchtlingsfrage die Menschen tief bewegte. Die Idee dahinter ist, Jugendliche und Kinder für Patenschaften zu gewinnen, um jugendlichen Geflüchteten den Weg in unsere Gesellschaft zu erleichtern. Gemeinsam mit der Polizei, Schulen der Stadt und des Landkreises und weiteren Netzwerkpartnern möchte die städtische Jugendarbeit Wege der Verständigung durch Beziehungsaufbau zwischen jungen Menschen verschiedenster Kulturen schaffen.
YOU macht sich zunutze, dass Jugendliche dazu neigen, die Zeit mit ihren Peers zu verbringen und weniger mit Erwachsenen. Ihre Werte, Einstellungen und Verhaltensweisen sind geprägt durch Unabhängigkeit von den Werten und Erwartungen der Erwachsenen. Gerade im Freizeitbereich wollen Jugendliche unter sich sein. Hilfe und Rat von anderen Jugendlichen wird sehr viel eher angenommen als der von Erwachsenen.
Für die Patinnen und Paten soll es verlockend und lohnend sein, etwas für die positive Entwicklung der Gesellschaft zu tun, aktiv zu sein, dabei zu sein, ein YOU zu sein. Ein weiterer Gewinn für Jugendliche liegt in der Möglichkeit, sich ganz bewusst mit der Flüchtlingsfrage auseinander zusetzen und Wege für eine gelingende Zukunft zu beschreiten.

YOU ist inzwischen ein fester Bestandteil sowohl im Leben der jungen Geflüchteten als auch im Leben ihrer jugendlichen Paten geworden. Rund 60 Jugendliche (Pat/innen und Geflüchtete) gehören zur YOU-Community. Sie treffen sich z.B. donnerstags zum gemeinsamen Fußballspielen. Im Jugendhaus findet ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch und YOU-Mädchentreffen statt. Dank finanzieller Unterstützung örtlicher Sponsoren konnten die Pat/innen ein Fortbildungsseminar in einer Jugendbildungsstätte absolvieren und gemeinsam mit Geflüchteten nach Berlin reisen.
Schulen, Polizei und Jugendarbeit sind überzeugt davon, dass sowohl die jugendlichen Paten, als auch die jugendlichen Geflüchteten von diesem System profitieren.
Das gegenseitige Kennenlernen eröffnet zudem einerseits den Zugang zur soziokulturellen Teilhabe (Sport, Kunst, Spiel, Spaß, Lernen…) und darüber hinaus die Möglichkeit für Zuwander/innen sich in die Gesellschaft zu integrieren.
Der Gewinn der Pat/oinnen liegt in der Wertschätzung, bzw. der Stärkung des Selbstwertgefühls, die sie für Ihre Unterstützung erfahren: Freundschaft, Treffen, Öffentlichkeitsarbeit, Workshops, gemeinsame Fahrten und Erlebnisse. Eindrucksvoll belegt wird dies durch den bewegenden Bericht einer jugendlichen Patin im YOU-Video (Anlage 3).
Dass das Konzept aufgeht, zeigte auch die gemeinsame Teilnahme von Pat/innen und Geflüchteten an einem internationalen Austausch mit Marokko: Hier waren die Geflüchteten ganz automatisch Teil der deutschen Gruppe und repräsentierten selbstbewusst ihr neues Heimatland.

Weitere Informationen:

Anlage 2: Flyer Young United
Anlage 3: Video Young United
www.jugendhaus-pumpelberg.de

Einzelprojekt 2

D 20 Titel des Einzelprojekts Nr. 2: 
Haus der Kulturen
D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 24a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 25 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Die beiden Soziale Stadt-Quartiere Mozart- und Drosselstraße sind „Ankunftsquartiere“: Die rund 1.600 Bewohnerinnen und Bewohner haben 35 verschiedene Nationalitäten. Als interkulturellem Begegnungszentrum kommt deshalb dem 2010 am Quartiersplatz Mozartstraße entstandenen Haus der Kulturen eine Schlüsselrolle zu. Die städtische Einrichtung unterstützt mit ihren vielfältigen Angeboten das nachbarschaftliche Zusammenleben der Generationen und Kulturen und wird als Anlaufstelle für zugewanderte Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen angenommen.
Über das Willkommenheißen von Neuankömmlingen hinaus finden zugewanderte Menschen hier praxisorientierte Hilfen wie Deutschkurse, Fahrradwerkstatt, Elternberatung, Second-Hand-Kleidungskammer, Nähwerkstatt und Stadtteilbibliothek. Die Kinder der benachbarten Grundschule nehmen am Mittagstisch teil. Ein offenes Café und Quartiersfeste stärken den Zusammenhalt der Menschen im Quartier.

Die Angebote orientieren sich an den Interessen der Besucherinnen und Besucher und sollen bewusst Männer und Frauen und verschiedene Altersgruppen einbeziehen. So wurde ein Männer-Gesprächskreis eingerichtet. Kunst und Musikprojekte wie „Kunst am Zaun“ sprechen auch jugendliche Zugewanderte an. Die städtische Integrationsbeauftragte als Koordinatorin arbeitet bei der Organisation des Programms eng mit den Kitas und Schulen im Quartier und zahlreichen anderen Einrichtungen wie dem Familienservice des Landkreises Osterholz, dem Diakonischen Werk und der Arbeitsagentur zusammen.
Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der Hilfe zur Selbsthilfe (z.B. Fahrradwerkstatt, Nähwerkstatt) und der Unterstützung ehrenamtlichen Engagements. Das Haus der Kulturen vermittelt zum Beispiel Familienpatenschaften und unterstützt die Ehrenamtlichen durch Patenschaftstreffen. Ein Schlüssel für den Erfolg des Begegnungszentrums liegt darin, dass viele der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen selbst Migrationserfahrungen mitbringen und unterschiedliche Sprachen sprechen. Zur Arbeitsmarktintegration konnten zwischen 2015 und 2017 37 Geflüchtete an der Maßnahme „Freiwillig und gemeinnützig im Haus & Garten der Kulturen“ teilnehmen. Von dieser Gruppe konnten 8 Personen direkt in ein Beschäftigungsverhältnis bei örtlichen Betrieben wechseln. 6 Personen haben 2017 an der „Fördermaßnahme zur Integration von Flüchtlingen – FIM“ der Bundesagentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven teilgenommen. Daran sich anschließend wird regelmäßig ein Teil der Teilnehmenden in eine Prämienjobmaßnahme gebracht. Um beruflich gut Fuß fassen zu können, erlernen sie berufliche Schlüsselqualifikationen erhalten ein halbes Jahr lang eine Aufwandsentschädigung für eine Beschäftigung von 20 Wochenstunden.

Auch nach Auslaufen des Städtebauförderprogamms „Soziale Stadt“ soll die erfolgreiche Arbeit im Haus der Kulturen weitergeführt werden. Dazu sollen insbesondere die Vernetzungen mit Kitas und Schulen und das ehrenamtliche Engagement ausgebaut werden. Gerade angesichts leerer öffentlicher Kassen müssen die Menschen mehr als bisher an der Gestaltung ihres Quartiers beteiligt werden. Beteiligung und Engagement und die Übernahme von Verantwortung für die Umgebung, also für den sozialen Raum, waren und sollten das Ziel sein.

Weiterführende Informationen:

Anlage 4: „Osterholz-Scharmbeck – Mozart und Drosselstraße“.
Anlage 5: Broschüre Haus der Kulturen
http://www.stadtteilarbeit-haus-der-kulturen-ohz.de

Anlagen