Stadt Erlensee

Name der Stadt/der Gemeinde/des Landkreises: 
Stadt Erlensee
Typ: 
kreisangehörig
Bundesland: 
Hessen
Einreichende Dienststelle: 
Stadtverwaltung Erlensee
Ansprechpartner/in: 
Sandra Wunder
Straße/Postfach: 
Am Rathaus 3
PLZ: 
63526
Telefon: 
+49 6183 915-155
Ort: 
Erlensee
Fax: 
+49 6183 915-177

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Gemeinwesenorientierter Ansatz der Stadt Erlensee im Kontext der Integration von Flüchtlingen

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Bereits seit vielen Jahren legt die Stadt Erlensee großen Wert darauf, im Rahmen des gemeinwesenorientierten Ansatzes zu agieren und arbeitet in guter Kooperation zahlreichen Initiativen, Vereinen und sonstigen ehrenamtlichen Akteuren vor Ort zusammen. Dieses Netzwerk hat maßgeblich zu einer hervorragenden Integration von Flüchtlingen beigetragen und wird im vorliegenden Wettbewerbsbeitrag ausführlich dargestellt.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Erlensee ist eine im Main-Kinzig-Kreis gelegene junge Stadt mit derzeit gut 15.000 Einwohnern, denn erst im Jahr 2012 hat Erlensee die Stadtrechte erhalten. Die verkehrsgünstige Lage in der Rhein-Main-Region und diverse Maßnahmen der Stadtentwicklung, sowie die Ausweisung zahlreicher Neubaugebiete haben dafür gesorgt, dass sich in den letzten Jahren viele junge Familien in Erlensee neu angesiedelt haben. Erlensee besteht aus den Stadtteilen Rückingen und Langendiebach.

Rückblick

Im Zuge der Stadtentwicklung und aufgrund diverser Problemlagen in einem Quartier im Ortsteil Rückingen hat Erlensee im Jahr 1999 beschlossen, sich um das Förderprogramm „Soziale Stadt“ zu bewerben und dieses nach Bewilligung im Anschluss von 1999 bis 2009 sehr erfolgreich umgesetzt. Koordiniert wurde dieses Programm, wie auch die weiteren im Folgenden beschriebenen Maßnahmen, von den Fachbereichen Wirtschaftsförderung und Bauwesen (FB 3) und Familie und Soziales (FB 4) der Stadt Erlensee.

Aus dem Programm „Soziale Stadt“ ist im Rahmen der Bewerbung um ein Preisgeld des Bundeswettbewerbs „Zusammenleben Hand in Hand“ neben vielen weiteren damals umgesetzten städtebaulichen Attraktivierungen sowie nachbarschaftlichen und sozialen Verbesserungen zwei Projekte besonders hervorzuheben:

1. Bürgerverein Soziales Erlensee e.V.

Die Gründung des Bürgervereins Soziales Erlensee e.V., im Jahr 2007, dessen Vereinsziel die Fortführung und Weiterentwicklung der im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ begonnenen Projekte ist. Der Bürgerverein wird gefördert durch kommunale Zuschüsse und Spenden. Er ist darüber hinaus mittlerweile Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband Hessen e.V., was dem Bürgerverein die eigenständige Beantragung von Fördergeldern erlaubt.

So werden zum Beispiel durch den Bürgerverein Projekte im Rahmen des Bundesprogramms „Kultur macht stark“ sowie des Landesprogramms „STARK – Ehrenamt und Flüchtlingshilfe“ umgesetzt. Diese Projekte sind zum Teil verzahnt mit dem aus Bundesmitteln geförderten Bundesprogramm „Demokratie leben!“, das von der Stadt Erlensee in interkommunaler Kooperation mit der benachbarten Gemeinde Rodenbach umgesetzt wird. Die Umsetzung des Programms „Demokratie leben!“ wird in der vorliegenden Bewerbung unter dem Punkt D gesondert vorgestellt, aber vorwegzunehmen ist, dass der Bürgerverein für die Stadt Erlensee die Aufgaben der hier erforderliche Koordinierungs- und Fachstelle übernommen hat.

Neben der in Erlensee nicht mehr weg zu denkenden Nachbarschaftshilfe, die vordergründig durch die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der „mobilen Bürgerhilfe“ (Fahrdienste zu Ärzten, Hanauer Tafel und sonstige kurzfristige Hilfestellungen im Haushalt, vor allem für ältere und gehbehinderte Menschen) umgesetzt wird, gibt es zahlreiche weitere Projekte des „Bürgervereins Soziales Erlensee e.V.“. Die Projekte und die Verzahnung mit allen Akteuren am Ort wird auf der Homepage www.familienhomepage-erlensee.de dargestellt, die auch vom Bürgerverein gepflegt wird.

Ein wichtiges Projekt, insbesondere in Bezug auf die Integration von Flüchtlingen ist hier die „Familienschule International“, die vor allem für Migrant/innen, aber auch alle anderen interessierten Bürger/-Innen Erlensees wöchentliche und vielfältige Angebote erschliesst. Aus diesem Kreis sind 10 Erlenseer Frauen mit Migrationshintergrund als Integrationslotsinnen für die Flüchtlingshilfe aktiv. Die Ausbildung zur Integrationslotsin erfolgt über das Integrationsbüro des Main-Kinzig-Kreises. Als die Zuweisung von Flüchtlingen durch den Kreis in den Jahren 2015 und 2016 erheblich gestiegen war, leisteten und leisten diese Frauen einen in Erlensee nicht weg zu denken Dienst, indem sie bei der Aufnahme der Geflüchteten und der folgenden anstehenden Aufgaben zur Integration der Menschen Sprachbarrieren überwanden.

2. Römerspielplatz

Im Quartier wurde gemeinsam mit den Bewohnern ein Spielplatz geplant und gebaut, der aufgrund seiner Attraktivität über die Grenzen Erlensees bekannt ist. Nach wie vor kommt es hier immer wieder zu Differenzen zwischen den Bewohnern und den Spielplatzbesuchern, was der besonderen Situation geschuldet ist, dass in den mehrgeschossigen Wohnblocks, die rund um den Spielplatz existieren, verschiedene Bevölkerungsgruppen aufeinander treffen: „ “, Sinti und Roma, sozial schwache Familien und seit dem Jahr 2015 vermehrt Flüchtlinge. Im Zusammenspiel mit vielen Akteuren begegnet die Stadt Erlensee weiterhin aktiv den Problemen vor Ort. Dies wird ebenfalls im Punkt D dieser Bewerbung näher dargestellt.

Arbeitsgebiete des Fachbereichs Familie und Soziales der Stadt Erlensee

Der FB 4 ist mit seinen Außenstellen der größte Fachbereich der Stadt Erlensee. Bevor die Verzahnung der Arbeit mit den zahlreichen Initiativen, Vereinen und ehrenamtlich Tätigen vor Ort, die maßgeblich zu einer guten Integrationsarbeit im Zusammenhang mit den aufzunehmenden Flüchtlingen beigetragen haben, vorgestellt werden kann, ist es notwendig, die Arbeitsbereiche des FB 4 zu nennen.

Zum Fachbereich zählt der gesamte Bereich der Kinderbetreuung, aktuell fünf Kindertagesstätten, ein Horthaus, neun Kindertagespflegepersonen, die fachliche Begleitung und finanzielle Unterstützung von drei konfessionellen Kindergärten sowie der Fördervereine an den drei Grundschulen, die eine Nachmittagsbetreuung an den Schulen direkt anbieten.

An die Kindertagesstätte „An der Gende“ in Rückingen ist im Rahmen von Fördermitteln ein Familienzentrum angebunden, dass zahlreiche Beratungs- und sonstige Angebote für Eltern bereithält. Hier finden darüber hinaus immer wieder Kooperationen mit dem Bürgerverein Soziales Erlensee e.V. und der Familienschule International statt. Die Betreuung und Abrechnung von Förderprogrammen allgemein zählt ebenso zu den Aufgaben des Fachbereichs. Hier sind weiterhin die Förderprogramme „PuSch“ in Kooperation mit der Georg-Büchner-Schule und „Demokratie leben!“ in Kooperation mit der Gemeinde Rodenbach zu nennen.

Zum Fachbereich gehört darüber hinaus das Team Kinder-und Jugendarbeit Erlensee, das in gemeinsamer Trägerschaft mit der Evangelischen Kirchengemeinde umgesetzt wird. Hier gibt es jeweils eine Anlaufstelle in Langendiebach und Rückingen mit vielen Angeboten für Kinder und Jugendliche. Auf dem oben genannten Römerspielplatz werden ebenso Aktivitäten geplant und umgesetzt, wie auch eine regelmäßige Zusammenarbeit mit den Schulen zum Beispiel zum Thema Gewaltprävention stattfindet.

Zum Fachbereich gehört ebenso die Seniorenarbeit, die zahlreiche Infoveranstaltungen, Seniorenfahrten, Kulturveranstaltungen und Beratung in allen Lebenslagen anbietet. Die Seniorenarbeit wird unterstützt durch einen sehr aktiven Seniorenbeirat und es gibt zahlreiche Vernetzungen zu lokalen Akteuren vor Ort, wie zum Beispiel Schule, AWO, Kulturvereine und sonstigen ehrenamtlichen Initiativen.

Die Vereinsförderung ist ebenfalls hier angesiedelt. Mit diversen Initiativen und Vereinen vor Ort werden regelmäßig Kulturveranstaltungen geplant und durchgeführt.

Die Stadtbücherei wird ebenfalls im Fachbereich verwaltet. Neben der normalen Ausleihe finden hier regelmäßig Kulturveranstaltungen statt, zum Teil in Kooperation mit dem Team Kinder und Jugendarbeit, dem Seniorenbüro, in Zusammenhang mit dem Förderprogramm „Demokratie leben!“ aber auch mit anderen Vereinen am Ort, z.B. dem Freundeskreis Biggleswade e.V., der die Städtepartnerschaft mit Biggleswade in Großbritannien pflegt.

Weiterhin gibt es als Anlaufstelle das „Sozialamt“, ein Service, der es Bürgerinnen und Bürgern erlaubt, die Anträge auf Arbeitslosengeld 2, Grundsicherung und so weiter abzugeben, ohne zu den Ämtern persönlich fahren zu müssen, denn diese Angelegenheiten sind in Kreis zentral organisiert. Hier erhalten die Bürgerinnen und Bürger zudem Hilfestellungen beim Ausfüllen der erforderlichen Formulare, insbesondere auch bei der Beantragung von Renten.

Im Fachbereich wird auch die sozialpädagogische Beratung und Begleitung von Flüchtlingen durchgeführt, die im Folgenden ausführlich dargestellt wird.

Maßnahmen zur Integration von Flüchtlingen

Zum Gelingen dieser Herausforderung trägt ein weit umspannendes und sehr gut funktionierendes Netzwerk bei, das aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern aufgebaut werden konnte. Von städtischer Verwaltungsseite aus wurde der Arbeitsbereich Flüchtlingshilfe personell sehr gut ausgestattet. So wurden in der sozialpädagogischen Betreuung der Flüchtlinge eine Vollzeit- und eine Teilzeitstelle, zur Verwaltung und Betreuung der angemieteten Wohnungen und der Gemeinschaftsunterkunft zwei weitere Vollzeitstellen im Rathaus geschaffen. Darüber hinaus hat sich ein Flüchtlingshelferkreis aus ehrenamtlich aktiven Bürgerinnen und Bürgern gebildet, der zahlreiche Unterstützungsangebote für den Personenkreis vorhält.

In den letzten drei Jahren wurden in Erlensee ca. 300 Flüchtlinge aufgenommen. Nachdem schon bald eine menschenwürdige Unterbringung und Versorgung gewährleistet war, bildete die Integration den Schwerpunkt der Arbeit in der Flüchtlingshilfe der Stadt Erlensee.

Die derzeit in Erlensee lebenden Flüchtlinge kommen aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Somalia, Irak, Pakistan, Iran, Äthiopien, Türkei und Albanien, so in der Reihenfolge der Personenzahl aus den jeweiligen Ländern. Es handelt sich annähernd zu gleichen Teilen um Familien, Ehepaare, Geschwister und Einzelpersonen.

Ca. 40 Personen leben nach wie vor in der Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Hotel „Römerhof“. Vom ersten Tag an herrschte hier eine familiäre Atmosphäre. Die Flüchtlinge leben in Zweibettzimmern zusammen und auf jedem Stockwerk gibt es eine Küche, in der die Flüchtlinge selbst ihr Essen zubereiten. Im großen Gemeinschaftsraum kommen die Erlenseer Flüchtlinge, die untereinander eine sehr große Hilfsbereitschaft zeigen, regelmäßig und gerne zusammen. Auch Veranstaltungen der Flüchtlingshilfe Erlensee werden hier durchgeführt. Die gute Seele des Hauses ist der „Hotelmanager“, der täglich mit einer vollen Stelle vor Ort ist, die von der Stadt finanziert wird.

Alle anderen Flüchtlinge sind in privaten Wohnungen untergebracht. Hier wurde von der Stadt Erlensee Wohnraum angemietet. Diese Kosten, wie auch die Unterbringung in der Gemeinschaftsunterkunft, erstattet der Main-Kinzig-Kreis, solange sich die Flüchtlinge noch im Asylbewerberverfahren befinden. Liegt die Anerkennung vor, müssen die Flüchtlinge einen eigenständigen Mietvertrag abschließen. Die städtischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen leisten in Wohnraumfragen Vermittlungsarbeit.

Das Ziel der Integrationsarbeit der Stadt Erlensee ist die Verselbständigung der Flüchtlinge, was bedeutet, ihnen zur Unabhängigkeit von staatlichen Leistungen zu verhelfen. Auch noch nicht anerkannte Flüchtlinge können bereits arbeiten oder ein Praktikum machen, zum Teil liegen gute Qualifikationen aus dem Herkunftsland vor. Die Mitarbeiterinnen der sozialpädagogische Betreuung informieren regelmäßig über Möglichkeiten der Integration auf dem Arbeitsmarkt und arbeiten in diesem Zuge sehr eng mit dem Kommunalen Center für Arbeit, das Integrationskurse für Flüchtlinge anbietet, die umfassend auf einen Berufseinstieg vorbereiten, zusammen. Auch mit Betrieben vor Ort besteht eine Kooperation. Aufgrund dieser Unterstützung konnten bereits einige Flüchtlinge in Arbeit oder Ausbildung gebracht werden.

Für die Flüchtlinge, die noch keine Zulassung zum Integrationskurs erhalten haben, besteht nach wie vor die Möglichkeit, einen von der hiesigen Flüchtlingshilfe ehrenamtlich organisierten Deutschkurs in Erlensee direkt zu besuchen. Parallel zu diesen Deutschkursen werden zum Beispiel durch den Bildungspartner MKK GmbH finanzierte Kurse angeboten. Diese Angebote werden rege genutzt und viele sprechen schon sehr gut Deutsch.

Aber auch das Zurechtfinden in unserem System bildet eine wichtige Grundlage der sozialpädagogischen Arbeit. So wurde bereits mehrfach das von Seiten der Justiz ins Leben gerufene Programm „Fit für den Rechtsstaat – Fit für Hessen!“, das Flüchtlingen in sogenannten Rechtsstaatsklassen Starthilfe in die politische und rechtliche Grundordnung Deutschlands geben soll, organisiert und durchgeführt.

Um die hohe Spendenbereitschaft der Bevölkerung koordinieren zu können, werden regelmäßig sehr erfolgreich Spendenbazare abgehalten, an denen Bürgerinnen und Bürger ihre Spenden abgeben können. Auch Fahrradspenden werden immer wieder vermittelt. Denn sie bieten eine erhebliche Erleichterung in Bezug auf die Mobilität. Damit die Integration in den deutschen Straßenverkehr ebenfalls gut gelingt, wird im Rahmen des Projekts „Fahrradwerkstatt“ regelmäßig ein Fahrsicherheitstraining durchgeführt. Dieses Projekt darf dankenswerterweise die Fahrradwerkstatt der Georg-Büchner-Schule nutzen. Hier wird interessierten Flüchtlingen unter fachkundiger Anleitung die Möglichkeit gegeben, die gespendeten Räder selbst zu reparieren.

Das ehrenamtliche Engagement der Flüchtlingshilfe Erlensee, die sich an jedem letzten Dienstag im Monat ab 17 Uhr im Ev. Gemeindehaus Rückingen trifft, bildet einen wesentlichen Pfeiler in der Integrationsarbeit. Der Flüchtlingshelferkreis besteht aus den Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung, Mitgliedern des Bürgervereins Soziales Erlensee e.V. sowie engagierten Privatpersonen. Hier haben sich u.a. sogenannte Patenschaften gebildet, das heißt, die Flüchtlinge werden durch ihre persönlichen Paten unterstützt bei der Arbeitssuche, beim Ausfüllen von Anträgen, bei Arztbesuchen und generell bei der großen Herausforderung, sich im deutschen System gut zurecht zu finden. Die Flüchtlinge sind sehr dankbar für diese Hilfe und die Paten sehen in dem Kontakt zu den Flüchtlingen oft eine Bereicherung für das eigene Leben. Unterstützung erhalten die Paten, wie auch alle anderen in der Flüchtingsarbeit aktiven Personen von den vielen Integrationslotsinnen und -lotsen, die, wenn noch notwendig, bei der Übersetzung helfen.

Die Flüchtlingshilfe Erlensee hat beispielsweise auch ein sogenanntes „Begegnungscafé“ ins Leben gerufen, das jeden 1. Samstag im Monat statt findet und zu dem alle Erlenseer Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen sind. Auch weitere Veranstaltungen werden regelmäßig organisiert, z.B. das Schreiben von Bewerbungen, gemeinsam Sport treiben oder musizieren.

Um auch die zum Teil noch jugendlichen alleinstehenden Männer nicht sich selbst zu überlassen, hat das TKJE (Team Kinder- und Jugendarbeit in Erlensee) im Jahr 2015 ebenfalls auf die neue Situation reagiert und außerplanmäßig einen Flüchtlingstreff initiiert. Hier erhalten die Flüchtlinge ebenfalls Beratung zu allen Problemlagen, wie z.B. Wohnungs- oder Ausbildungsplatzsuche. Jeden Montag treffen sich dort bis zu 20 junge Flüchtlinge, um gemeinsam zu kochen und sich auszutauschen. Auch im regelmäßigen „Offenen Treff“ sind sie gern gesehene Besucher und es haben sich bereits etliche Freundschaften mit Erlenseer Jugendlichen gebildet.

Umgekehrt ist die Hilfsbereitschaft der Flüchtlinge sehr groß und sie freuen sich, wenn sie der Gemeinschaft, die sie aufgenommen hat, etwas zurückgeben können. So haben die jungen Männer des Flüchtlingstreffs am Hof- und Gassenfest in Langendiebach im Jahr 2016 für das TKJE ein Buffet aus afrikanischen und syrischen Köstlichkeiten präsentiert. Der Stand der Flüchtlingshilfe der Stadt Erlensee, an dem ebenfalls immer Köstlichkeiten aus Afghanistan, Irak und Syrien angeboten werden, ist bei größeren Festen und Veranstaltungen der Stadt Erlensee fast nicht mehr weg zu denken, so zum Beispiel bei der Festivität zum 5-jährigen Jubiläum der Stadtwerdung Erlensees.

Auch das Seniorenbüro der Stadt Erlensee kann sich mittlerweile bei den über das Jahr statt findenden Feiern und Veranstaltungen für Senioren fest auf die Flüchtlinge verlassen, die regelmäßig ehrenamtlich große Hilfe leisten. In Kooperation mit dem Kulturverein Allerlei e.V. und Flüchtlingen wurde in diesem Jahr darüber hinaus eine Veranstaltung gemeinsam mit Flüchtlingen durchgeführt: „Erlensee begegnet Syrien“. Syrische Flüchtlinge bereiteten diverse landestypische Speisen zu. Darüber hinaus konzeptionierten zwei Syrer, die in Erlensee leben, ein kulturelles Programm, das aus Musik und Geschichten aus der Heimat bestand. Diese Veranstaltung war mit 100 Senioren ausgebucht und fand einen sehr großen Anklang. Auch kleinere kulturelle Veranstaltungen wurden von diesen beiden Syrern bereits ehrenamtlich durchgeführt, zum Beispiel für die Bewohner eines Erlenseer Altenpflegeheims.

Auch in den Erlenseer Vereinen haben sich Flüchtlinge mittlerweile integrieren können, so zum Beispiel in der Chorgemeinschaft Erlensee e.V. und im Fußballverein.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es in Ihrer Kommune ein Integrationskonzept?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in dieses Integrationskonzept eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Unterstützt der/die (Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin Ihren Wettbewerbsbeitrag öffentlich?: 
ja
nein

C2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Ziele des Wettbewerbsbeitrags im Hinblick auf Integration und Zusammenleben detailliert beschrieben & festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Festlegung der Ziele eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Kinder (Einrichtungen der Kindertagesbetreuung)
Kinder (Schule)
Jugendliche
junge Erwachsene
Erwachsene
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
aktuelle Zuwanderer (2015-2017)
jeweils differenziert nach Herkunftsgebieten
bereits seit mehreren Jahren in Deutschland lebende Zuwanderer
Bevölkerung vor Ort
Multiplikatoren
Weitere
C 24 Bezieht sich Ihr Wettbewerbsbeitrag auf: 
die Gesamtstadt?
einen Teilraum/Quartier?
ein Projekt?
C 25 An welche Orte und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Quartier als Ganzes
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Jugendeinrichtungen
Sportvereine
Flüchtlingsunterkünfte
Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
Schulen
Ausbildungsstätten
Bildungseinrichtungen (VHS u.a.)
Soziale Treffpunkte für Zuwanderer
Migrantenselbstorganisationen
Weitere
C 25a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Flüchtlingshelferkreis
C 26: 

Welche Handlungsfelder zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort stehen in Ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt? Bitte geben Sie an, ob sich das Handlungsfeld auf die Gesamtstadt oder das Quartier bezieht bzw., ob es sich um ein Projekt handelt.

C 26a Handlungsfeld Wohnen und Wohnumfeld: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26b Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, z.B. Kindergarten, Schulen, Jugendeinrichtungen: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26c Handlungsfeld Bildung/Qualifizierung/Ausbildung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26d Handlungsfeld Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26e Handlungsfeld Kultur: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26f Handlungsfeld Sport: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26g Handlungsfeld Gesundheit: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26h Handlungsfeld Umwelt/Grün: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26i Handlungsfeld Beteiligung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26j Handlungsfeld Engagementförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 27a Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Zuwander" ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27b Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Bevölkerung vor Ort" ausgerichtet?: 
ja
nein

C3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbei: 
Stadt-, Gemeinde-, bzw. Kreisrat
Amt/Bereich Soziales
Amt/Bereich Jugend
Amt/Bereich Wohnen
Amt/Bereich Grün(-planung)
Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin
Amt/Bereich Stadtplanung/ Stadtentwicklung
Integrationsbeauftragte/r
Amt/Bereich Sport
Amt/Bereich Gesundheit
Weitere
C 31 Welche verwaltungsexternen lokal relevanten Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Quartiersmanagement
Stadtteilzentren/ Nachbarschaftshäuser
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenselbstorganisationen
Sponsoren
Lokale Medien
Stiftungen
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftsvereine
Kleingartenvereine
Unternehmen, Betriebe
Weitere
C 31a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Flüchtlingshelferkreis
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie finanzieren Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
C 37 Werden im Rahmen der Umsetzung von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 37a Wenn ja ... Welche? : 
Siehe Beschreibung B3 und D
C 38 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen bereits andernorts übernommen worden?: 
ja
nein

Einzelprojekte

Einzelprojekt 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
Förderprogramm Demokratie leben!
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 14a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 15 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Seit dem Sommer 2016 beteiligt sich die Stadt Erlensee gemeinsam mit der Nachbarkommune Rodenbach am Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Das Programm soll Bürgerinnen und Bürgern beider Kommunen die Möglichkeit geben, sich aktiv an der Gestaltung des Zusammenlebens am Ort zu beteiligen. Darüber hinaus soll das Programm an die Werte der Demokratie erinnern. So ist das Leitziel des Programms die Aktivierung der Bürgerinnen und Bürger sowie die Schaffung einer Teilhabekultur, mit der menschenverachtenden und rechtsextremistischen Gedanken der Nährboden entzogen werden soll.

Zur Durchführung und Ausgestaltung des Programms wurde der vorgenannte Bürgerverein Soziales Erlensee e.V. beauftragt, die hierfür erforderliche Koordinierungs- und Fachstelle einzurichten. Personell ist diese mit zwei Teilzeitstellen besetzt, die gemeinsam für beide Kommunen arbeiten. Ein eigens für die Initiierung von Projekten ins Leben gerufener Begleitausschuss, der sich aus Bürgerinnen und Bürgern aus Rodenbach und Erlensee zusammensetzt, beschließt über die Projekte, die von Vereinen vorgeschlagen werden. In regelmäßigen Pressemeldungen wird über die bunten und vielfältigen Aktivitäten informiert. Siehe hierzu auch www.demokratie-erlensee-rodenbach.de und auf Facebook: „Demokratie leben“. Politische Akteure und Gremien werden ebenfalls regelmäßig einbezogen. So wurden in einer Sondersitzung der Sozialausschüsse beider Kommunen umfassend im Rahmen einer sogenannten Projektmesse über die laufenden Projekte und Aktivitäten informiert.

Besonders hervorheben möchte die Stadt Erlensee an dieser Stelle jedoch den Vorteil der jahrelang gearbeiteten Gemeinwesenorientierung, in dem zwei Projekte benannt werden.

Theaterprojekt

In Zusammenarbeit mit verschiedenen lokalen Akteuren, der Chorgemeinschaft Erlensee e.V., dem Team Kinder- und Jugendarbeit, dem Familienzentrum „Kita An der Gende“ und dem Bürgerverein Soziales Erlensee e.V. (als federführendem Träger) wird durch Fördermittel im Rahmen des Programms „Kultur macht stark“ seit 2015 sehr erfolgreich ein Theaterprojekt durchgeführt, das in Berlin uraufgeführt werden konnte und derzeit mit Mitteln aus dem Förderprogramm Demokratie leben! durch den Main-Kinzig-Kreis tourt und fortgeführt wird. Hier sind auch Flüchtlinge integriert, die gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern Erlensees das politisch motivierte und zum Nachdenken anregende Theaterstück „Verkehrte Welt“ inszeniert haben.

Römerspielplatz

Auf dem im Rahmen des „Soziale Stadt“-Programms gemeinsam mit den Bewohnern des Quartiers gebauten Römerspielplatz existieren diverse Problemlagen, die auch im Förderprogramm „Demokratie leben!“ aufgegriffen wurden. Die „AG Netzwerk“, bestehend aus dem Bürgerverein Soziales Erlensee e.V., den Kitas der Stadt Erlensee, dem Familienzentrum der Kita an der Gende und dem Team Kinder- und Jugendarbeit, lud ein zu einer Begegnung auf dem Spielplatz unter dem Motto: „Alle haben Platz auf dem Römerspielplatz“. Hier kamen ca. 400 Personen zusammen, um in einen Austausch über die Problemlagen zu gehen, an dem sich auch der Bürgermeister Erlensees, Stefan Erb, aktiv beteiligte. Im Ergebnis beschloss man, die Probleme offensiv anzugehen, indem weitere Fördergelder aus dem Landesprogramm „Antrag auf Förderung von Gemeinwesenarbeit “beantragt wurden, um einen Sozialarbeiter beschäftigen zu können, der vor Ort präsent ist und die verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die den Platz nutzen, in friedvollen Einklang zu bringen.

So ist deutlich zu sehen, dass aus den vielen kleinen und großen Initiativen, die unermüdlich vor Ort tätig sind, nachhaltige Vorteile für die Kommune geschaffen wurden, die fortwährend weiter ausgestaltet werden. Dies erleichterte schlussendlich auch die Arbeit mit den zugezogenen Flüchtlingen in erheblichem Maße.

Einzelprojekt 2

D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 24a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu

Anlagen