Landeshauptstadt Schwerin

Name der Stadt/der Gemeinde/des Landkreises: 
Landeshauptstadt Schwerin
Typ: 
kreisfrei
Bundesland: 
Mecklenburg-Vorpommern
Einreichende Dienststelle: 
Dezernat für Jugend, Soziales, Kultur und Integration
Ansprechpartner/in: 
Dezernent Andreas Ruhl
Straße/Postfach: 
Am Packhof 2–6
PLZ: 
19053
Telefon: 
+49 385 545-2100
Ort: 
Schwerin
Fax: 
-

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

JIM und JIMmine – mobile Jugendintegrationsarbeit

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Schwerin bewirbt sich mit 2 (aufeinander bezogene) Einzelprojekte. Sie sind Teil des städtischen Integrationskonzeptes und basieren auf der Erkenntnis, dass den zu integrierenden Menschen fachlich und räumlich dort zu begegnen ist, wo sie stehen. Dafür schaffen JIM und JIMmine niederschwellige Zugänge durch aufsuchende (mobile) Integrationsarbeit. So wird Jugendlichen und jungen Erwachsenen geholfen, sich in der für sie völlig neuen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Ordnung zurechtzufinden und die vorhandenen Probleme mit hiesigen Werten, Normen und Gesetzen adäquat zu bearbeiten.

JIM erreicht besonders die Männer. Frauen, z.B. aus islamischen Ländern, wollen/dürfen nicht mit Männern außerhalb des Familiensystems sprechen. JIMmine ist ein reines Frauenprojekt, um mit jungen Frauen und Müttern in Kotaktaufnahme zu kommen. JIMmine will ihnen Chancen für nötige Hilfe zur Integration anbieten.
In einer geplanten dritten Ausbaustufe sollen auch Kinder einbezogen werden.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

1. Ausgangssituation

Die Landeshauptstadt Schwerin befindet sich in Bezug auf die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in einer Sondersituation:

Nach Zahlen des Ministeriums für Inneres und Europa MV hat Schwerin seit 2015 die meisten Flüchtlinge in MV aufgenommen. Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit / Jobcenter Schwerin dürften mittlerweile mehr als 2.600 Flüchtlinge in Schwerin leben (ohne die Erstaufnahmeeinrichtung Stern-Buchholz). Mehr als ein Drittel davon sind Kinder und Jugendliche.

Die Gesamtzahlen dürften weiter steigen, da nach wie vor Zuzug insbesondere aus den umliegenden Landkreisen zu verzeichnen ist. Darüber hinaus dürfte sich der Familiennachzug dementsprechend auswirken.

Alle Menschen, die im Rahmen der Flüchtlingswelle seit 2015 nach Schwerin gekommen sind, konnten bisher mit Wohnungen versorgt werden. Allerdings befindet sich der zur Verfügung stehende Wohnungsbestand maßgeblich in ohnehin prekären Ortsteilen

(höchste Kinderarmut, höchste SGB-II-Quote etc.). Das verstärkt die durch Migration induzierten Spannungen noch. Hier drohen innergesellschaftliche Konflikte.

Gleichzeitig registriert Schwerin weit überbordende Belastungen bei Hilfen zur Erziehung und überdurchschnittlich viele Hinweise auf Kindeswohlgefährdungen. In der Jugend-, Straßen- und Jugendsozialarbeit zeichnen sich Angebotslücken ab, was auch mit der in den vergangenen Jahren insgesamt steigenden Zahl von Kindern und Jugendlichen zu tun hat. Dieser Umstand wird durch die Vielzahl von Menschen mit Migrationshintergrund, die in den vergangenen Jahren nach Schwerin gezogen sind, verstärkt.

Ebenfalls Schwerin-spezifisch ist der Umstand, dass sich auf Schweriner Stadtgebiet die größte Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Asylsuchende befindet (Stern-Buchholz). Das ist insofern von besonderer Relevanz, da viele der dort untergebrachten Menschen Schwerin als „Heimatstadt“ betrachten. Viele der hier lebenden Menschen nutzen also Schweriner Infrastruktureinrichtungen, nehmen kulturelle Angebote war, haben Beziehungen zu niedergelassenen Menschen mit Migrationshintergrund geknüpft. In vielen Bereichen bestehen bereits heute Kooperationsprojekte, z. B. mit dem städtischen Jugendamt in Bezug auf die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Ausländer.

Weitere Integrations-Projekte sind geplant.

Dabei wird Integration als ein (langfristig angelegter) Prozess verstanden, um alle Menschen, die dauerhaft in Schwerin leben, in die Gesellschaft einzubeziehen (siehe unten). Das wird ermöglicht durch die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen unterschiedlicher Herkunft am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben; bei gegenseitiger Respektierung der jeweiligen Identitäten; Integration wird nur gelingen, wenn alle Beteiligten bereit zur Veränderung sind. Ein einseitiges “sich Anpassen” ist nicht zielführend.

Damit steht die Landeshauptstadt vor einer immensen Herausforderung.

Dazu hat die Stadt umfangreiche Maßnahmen zur Betreuung von Flüchtlingen initiiert.

Das betrifft insbesondere - im weiteren rechtlichen Sinne – pflichtige Aufgaben im Rahmen der Betreuung zugewiesener Menschen etc. Die originären Verwaltungsleistungen reichen allerdings nicht aus, um die Potenziale im Sinne einer erfolgreichen Integration zu realisieren.

Auch deshalb wurden neue Wege gesucht, mit Kooperationspartnern neue Impulse zu setzen. Dazu zählen die Einzelprojekte JIM und JIMmine sowie eine dritte geplante Ausbaustufe.

2. Erfüllung von Bewertungskriterien

a) Einbindung in eine Gesamtkonzeption

Vor dem Hintergrund der aktuellen Zuwanderungssituation in Schwerin konnte das 2011 erstellte Integrationskonzept der Stadt die damit verbundenen Ansprüche nicht mehr abdecken. Auch deshalb wurde ein neues Integrationskonzept erarbeitet (siehe Anhang).

In diesem Konzept spielt nicht nur das Zusammenleben, sondern auch die Beratung und die Betreuung von Zuwanderern eine zentrale Rolle. Die Einzelprojekte JIM und JIMmine (perspektivisch auch die dritte Ausbaustufe) stehen dabei exemplarisch für den hiesigen Ansatz, den zu integrierenden Menschen fachlich und räumlich dort zu begegnen, wo sie stehen (siehe S. 34 ff.).

Die erste Fortschreibung des Gesamtkonzeptes soll 2018 im Rahmen eines breiten Beteiligungsprozesses erfolgen.

b) Integrationsziele

Integration wird in dem zugrundeliegenden Konzept als ein auf Dauer angelegter wechselseitiger Prozess verstanden (siehe Seite 6).

Den hier lebenden Zuwanderern und Menschen mit Migrationshintergrund soll eine umfassende und gleichberechtigte Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen sowie eine Aufnahme in das soziale und kulturelle Spektrum unserer Stadt ermöglicht werden.

Das schließt das friedliche Zusammenleben verschiedener Kulturen auf einer gemeinsamen, verfassungsgemäßen Wertebasis ein und ermöglicht die Angleichung von Lebenslagen ohne Aufgabe der jeweils eigenen kulturellen Identität. Ziel der Landeshauptstadt Schwerin ist es, alle Menschen, die dauerhaft und rechtmäßig in unserer Stadt leben, im vorgenannten Sinne zu integrieren. Dies betrifft die Ermöglichung einer umfassenden Teilhabe als auch die Gewährung von Rechten genauso wie die Beachtung von Pflichten.

Die Ziele der beiden verbundenen Einzelprojekte orientieren sich daran:

  • Zuwanderer, aber auch alle anderen Bevölkerungsgruppen im Gemeinwesen, sollen durch die Arbeit des Projekts JIM Gelegenheit zur Auseinandersetzung, zum Dialog und zur konfliktfreien Gemeinschaft und Akzeptanz finden können.
  • Vorrangiges Ziel des (Teil-)Projektes JIMmine ist es, den Kontakt zu Mädchen, Frauen und Müttern insbesondere aus islamischen Ländern herzustellen und sie beim Ankommen und Leben in der neuen Gesellschaft zu unterstützen.

Insofern sind auch beide (Teil-)Projekte auf Nachhaltigkeit angelegt. Abhängig von der weiteren Entwicklung und Evaluierung sollen die Angebote dauerhaft bestehen. Das steht allerdings immer unter dem Finanzierungsvorbehalt durch die hiesige Vertretungskörperschaft, die das Budgetrecht innehat.

c) Anlass, Analyse und Evaluation

Konkreter Anlass für die Installierung des Projekts JIM waren im öffentlichen Raum ausgetragene Konflikte und teilweise auch Übergriffe im Zusammenhang mit jungen Zuwanderern in 2016 (wobei Gruppen junger Zuwanderer sowohl Täter als auch Opfer waren).

Auch deshalb haben die Stadt und die Sozial-Diakonische Arbeit – Evangelische Jugend einen überregional beachteten Fachtag unter dem Titel: „Gewalt – Provokation – Missverständnis. Wie weiter mit auffälligen Zuwanderern?“ organisiert. Dabei sind mit Experten aus verschiedenen Bundesländern (teilweise im Rahmen von Videokonferenzen), Verwaltungsvertretern und Sozialarbeitern sowie Pädagogen Ursachen und Lösungsansätze erörtert worden. Parallel dazu wurde das Projekt JIM entwickelt; wobei die Ausgangssituation bzw. die Bedarfslage intensiv analysiert wurde.

Das Projekt JIM wird fortlaufend beobachtet und bewertet. Dabei werden gezielt auch Fachkräfte für Qualitätsmanagement des städtischen Jugendamtes und des Kooperationspartners eingesetzt.

Sehr schnell stellte sich heraus, dass Mädchen Frauen und Mütter insbesondere islamischen Glaubens, auf diesem Wege nicht erreicht werden und dass das Umsetzen von Gender Mainstreaming in der interkulturellen Arbeit neue Maßstäbe braucht. Das gab den Impuls für JIMmine.

d) Kommunalpolitische Einbettung und Know-how-Transfer

Die beiden verbundenen (Teil-)Projekte sind stark auf der kommunalpolitischen Ebene verankert und werden auch finanziell unterstützt. Die Unterstützung wird auch dadurch gewährleistet, dass der zuständige Beigeordnete und stellvertretende Oberbürgermeister persönlich die Konzepte mitgestaltet hat und als direkter Ansprechpartner für den Kooperationspartner fungiert.

Die fundierte Dokumentation der Aktivitäten und deren fortlaufende Evaluation durch Fachkräfte ermöglicht eine problemlose Übertragbarkeit auf andere Kommunen.

e) Kooperation

Beide (Teil-)Projekte sind so angelegt, dass sie Bausteine des Gesamtintegrationskonzeptes darstellen. Damit ist nicht nur die Verknüpfung mit allen städtischen Aktivitäten gewährleistet. Sie sind auch in die Netzwerke anerkannter Träger der freien Jugendhilfe eingebunden. Das gilt insbesondere für den größten der drei in Schwerin gebildeten Trägerverbünde.

Zu Einzelheiten siehe die Darstellungen in Abschnitt D des Bewerbungsbogens.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es in Ihrer Kommune ein Integrationskonzept?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in dieses Integrationskonzept eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Unterstützt der/die (Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin Ihren Wettbewerbsbeitrag öffentlich?: 
ja
nein

C2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Ziele des Wettbewerbsbeitrags im Hinblick auf Integration und Zusammenleben detailliert beschrieben & festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Festlegung der Ziele eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Kinder (Einrichtungen der Kindertagesbetreuung)
Kinder (Schule)
Jugendliche
junge Erwachsene
Erwachsene
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
aktuelle Zuwanderer (2015-2017)
jeweils differenziert nach Herkunftsgebieten
bereits seit mehreren Jahren in Deutschland lebende Zuwanderer
Bevölkerung vor Ort
Multiplikatoren
Weitere
C 24 Bezieht sich Ihr Wettbewerbsbeitrag auf: 
die Gesamtstadt?
einen Teilraum/Quartier?
ein Projekt?
C 25 An welche Orte und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Quartier als Ganzes
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Jugendeinrichtungen
Sportvereine
Flüchtlingsunterkünfte
Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
Schulen
Ausbildungsstätten
Bildungseinrichtungen (VHS u.a.)
Soziale Treffpunkte für Zuwanderer
Migrantenselbstorganisationen
Weitere
C 26: 

Welche Handlungsfelder zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort stehen in Ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt? Bitte geben Sie an, ob sich das Handlungsfeld auf die Gesamtstadt oder das Quartier bezieht bzw., ob es sich um ein Projekt handelt.

C 26a Handlungsfeld Wohnen und Wohnumfeld: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26b Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, z.B. Kindergarten, Schulen, Jugendeinrichtungen: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26c Handlungsfeld Bildung/Qualifizierung/Ausbildung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26d Handlungsfeld Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26e Handlungsfeld Kultur: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26f Handlungsfeld Sport: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26g Handlungsfeld Gesundheit: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26h Handlungsfeld Umwelt/Grün: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26i Handlungsfeld Beteiligung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26j Handlungsfeld Engagementförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26k Weitere Handlungsfelder: 
allgemeine Integration
C 27a Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Zuwander" ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27b Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Bevölkerung vor Ort" ausgerichtet?: 
ja
nein

C3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbei: 
Stadt-, Gemeinde-, bzw. Kreisrat
Amt/Bereich Soziales
Amt/Bereich Jugend
Amt/Bereich Wohnen
Amt/Bereich Grün(-planung)
Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin
Amt/Bereich Stadtplanung/ Stadtentwicklung
Integrationsbeauftragte/r
Amt/Bereich Sport
Amt/Bereich Gesundheit
Weitere
C 30a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Dezernat Jugend und Soziales
C 31 Welche verwaltungsexternen lokal relevanten Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Quartiersmanagement
Stadtteilzentren/ Nachbarschaftshäuser
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenselbstorganisationen
Sponsoren
Lokale Medien
Stiftungen
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftsvereine
Kleingartenvereine
Unternehmen, Betriebe
Weitere
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie finanzieren Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
C 34a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Eigenteil Träger
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
C 37 Werden im Rahmen der Umsetzung von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 38 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen bereits andernorts übernommen worden?: 
ja
nein

Einzelprojekte

Einzelprojekt 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
Jugendintegrationsmobil - JIM
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 13a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Eigentanteil Träger
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 14a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 15 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Konkreter Anlass für die Installierung des Projekts sind deutliche Verunsicherungen der Schweriner Bevölkerung im öffentlichen Raum durch zunehmend ausgetragene Konflikte und teilweise auch Übergriffe im Zusammenhang mit jungen Zuwanderern im Sommer 2016. Die Integration derer, die seit dem Herbst 2015 das Schweriner Stadtbild verändern, erwies sich als eine besonders schwierige Herausforderung.Das Projekt JIM richtet sich primär an jugendliche und junge erwachsene Zuwanderer (Flüchtlinge und Asylbewerber) mit Orientierungs-, Beratungs- und Hilfebedarf. Sekundäre Zielgruppe des Angebots sind im Gemeinwesen vor allem einheimische junge Menschen, deren Potential, die gleichaltrigen Zuwanderer in ihre Peers aufzunehmen, erschlossen und genutzt werden kann. Aber auch alle anderen Bevölkerungsgruppen im Gemeinwesen sollen durch die Arbeit des Projekts JIM Gelegenheit zur Auseinandersetzung, zum Dialog und zur konfliktfreien Gemeinschaft und Akzeptanz finden können.

Mit einem auffallenden orangenen Wohnmobil fährt JIM in Schwerin dorthin, wo junge Zuwanderer sich aufhalten.  Durch das Mobil ist es möglich, für die jungen Menschen Gastgeber zu sein und eine Atmosphäre zu schaffen, in der sie sich mit ihrer Kultur angenommen fühlen. Zudem wird mit dem fahrbaren Zimmer ein geschützter Raum für die teilweise sehr sensible Arbeit überall nutzbar. JIM ist kein klassisches Jugendhilfeangebot und ist entsprechend abzugrenzen. Vielmehr ist es ein vorgelagertes und ergänzendes Angebot, das die jungen Menschen in ihrem Sozialraum (derzeit insbesondere in der Innenstadt und auf dem Großen Dreesch) aufsucht, sie schnell und unbürokratisch  bei der Bewältigung ihrer aktuellen, vor allem migrationsbedingten Herausforderungen unterstützt und Brücken zwischen den einheimischen jungen Menschen und den jungen Zuwanderern baut.

Regelmäßige Sprechzeiten in den Sozialräumen: JIM sucht als mobiles Beratungsbüro die jungen Zuwanderer an den von ihnen hoch frequentierten Plätzen und institutionalisierten jugendspezifischen Treffpunkten (z. B. Jugendtreffs, Vereine) auf und bietet Sprechzeiten für sie und ihre Belange an. Neben diesen regelmäßigen Zeiten ist JIM zusätzlich im Sozialraum präsent, wenn es aufgrund besonderer Stimmungen, Vorkommnisse, Veranstaltungen etc. angemessen und sinnvoll scheint.

Projekte und Aktionen im Gemeinwesen: Der friedvolle und konstruktive Umgang mit Zeit steht im Vordergrund. Es gilt, vor allem auch Schnittmengen zwischen zugewanderten und einheimischen jungen Menschen zu gestalten. Themen, die die jungen Menschen besonders interessieren, werden in Gruppenaktivitäten, -veranstaltungen und Projekten aufgegriffen. (z. B., Sportturniere, Film- oder Musikprojekte, Informationsveranstaltungen...).

Workshops mit Gruppen/Klassen: In Workshops wird mit den Jugendlichen die Unterschiedlichkeit der Kulturen thematisiert (z. B. Deutschland und Syrien). Werte, Normen und Regeln unserer demokratischen Gesellschaft werden transportiert und in praktischen Übungen erfahr- und erlebbar gemacht. Wahrnehmung und Gefühle, Kommunikation, Konflikt- und Problemlösung sind weitere Themen des Trainings (z. B. Anti-Gewalt-Training keep cool).

Mobile, begleitende und aufsuchende Einzelfallarbeit: Im Rahmen von Einzelfallarbeit sucht JIM die jungen Menschen bei Bedarf auf, begleitet sie in ihrem sozialräumlichen Umfeld, zu Ämtergängen und sonstigen Terminen.

Wegweiser in Fachdienste: Da, wo die niedrigschwellige Hilfe der JIM dem vorhandenen Bedarf nicht gerecht wird, wird der Kontakt zu der jeweils relevanten einschlägigen Fachstelle / Dienst / Behörde vermittelt und bei Bedarf begleitet.

Netzwerkarbeit in den Sozialräumen: JIM tritt in Kommunikationsgemeinschaft mit und hat das Ohr bei den jungen Zuwanderern und kann so die vorhandenen Hilfesysteme über Themen und Nöte informieren, sensibilisieren und gemeinsam über die Installation und Optimierung von Angeboten beraten.

Anhang: Flyer, Fotos

Einzelprojekt 2

D 20 Titel des Einzelprojekts Nr. 2: 
JIMmine
D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 23a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Eigenanteil Träger
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 24a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 25 Kurzbeschreibung des Projekts: 

So erfolgreich die Arbeit des Projekts JIM auch ist – es werden viele zugewanderte und einheimische junge Menschen erreicht, es bringt sie miteinander in einen wertvollen Dialog, stiftet Gemeinschaft und sucht auch mit Einzelnen nach Zukunftsperspektiven: In den vergangenen ca. 1,5 Jahren haben die Landeshauptstadt und der Kooperationspartner Sozial-Diakonische Arbeit – Evangelische Jugend festgestellt, dass das Umsetzen von Gender Mainstreaming in der interkulturellen Arbeit neue Maßstäbe braucht. Mit offenen Angeboten sind Mädchen und Frauen vor allem islamischen Glaubens kaum zu erreichen. Das Risiko des Kontakts mit Männern außerhalb des familiären Systems ist für viele schlicht zu groß. Es braucht also eine „Teiloffenheit“. Es braucht Frauen für Frauen.

Ziel dieses Vorhabens ist es, den Kontakt zur Zielgruppe herzustellen. Dieser wird dadurch erschwert, dass Frauen aus islamischen Ländern nicht mit Männern außerhalb des Familiensystems sprechen wollen/dürfen. Insofern ist es für die beiden männlichen Mitarbeiter von JIM vielfach nicht möglich, entsprechende Hilfe zur Integration überhaupt anzubieten. Zudem genügten die Kapazitäten dafür nicht aus, denn allein die Männer haben einen enormen Betreuungs- und Beratungsbedarf – auch zu ihrer Rolle. Aber auch die geflüchteten Frauen müssen bei ihren Integrationsbemühungen und im Integrationsprozess unterstützt werden. Der dafür nötige Prozess muss vielfach erst initiiert werden.

Die Frauen können sich nach Besuchen der Deutschkurse, die auf unzureichende Kenntnisse (B2) hinauslaufen, in sehr vielen Fällen nicht auf ein partizipierendes Leben in Deutschland vorbereiten. Dies wäre aber zwingend geboten, um eine Klärung der eigenen Rollenidentität herbeizuführen, die sich nicht nur auf die angestammte Rolle des jeweiligen Herkunftslandes bezieht. So verbleiben sie im Abhängigkeitsverhältnis zum Mann, zur Familie und haben wenig Chancen, ihre eigene Auseinandersetzung für ein selbstbestimmtes und integriertes Leben zu führen.

Um die Mädchen und Frauen beim Ankommen und Leben in der neuen Gesellschaft zu unterstützen, braucht es zunächst geschützte Räume für Begegnung und Austausch. Mithilfe weiblicher Pädagoginnen sollen ihnen Wege aus der räumlichen, seelischen und sozialen Isolation bereitet und gezeigt werden. Viele der Frauen brauchen Unterstützung bei der Rollenklärung. Die Frau in der Gesellschaft – die Frau in der Ehe - die Frau in der Familie. Ziel ist es, Wissen, Orientierung und Hilfe beim sich Bewegen in der neuen Gesellschaft zu bieten.

Die Mitarbeiterinnen suchen die Familien mit einem MOBIL im Sozialraum auf. Teils kann unmittelbar Kontakt über den Jugendmigrationsdienst, JIM, Stadtverwaltungsämter oder andere soziale Träger hergestellt werden. Teils ist es da zu finden, wo die Frauen auch angetroffen werden, z. B. vor dem Supermarkt/Einkaufszentrum, Spielplätzen und ggf. auch vor Kindergärten/Schulen. Hierbei bieten die Mitarbeiterinnen des Mobils für die Frauen folgende Leistungen an: regelmäßige Sprechzeiten im Sozialraum; mobile, begleitende und aufsuchende Einzelfallarbeit; Wegweiser/Vermittlung in die Ämter und Fachdienste; themenzentrierte, kultursensible und wertevermittelnde Workshops mit Gruppen; Mutter-Kind-Angebote; Beratung, Hilfe zur Integration; Netzwerkarbeit in den Sozialräumen.

JIMmine soll 2018 in Betrieb gehen.

In einer geplanten (dritten) Ausbaustufe sollen auch Kinder unmittelbar einbezogen werden.

Anhang: Flyer

Anlagen