Städteregion Aachen

Name der Stadt/der Gemeinde/des Landkreises: 
Städteregion Aachen
Typ: 
Landkreis
Bundesland: 
Nordrhein-Westfalen
Einreichende Dienststelle: 
A 46 – Kommunales Integrationszentrum
Ansprechpartner/in: 
Silke Peters
Straße/Postfach: 
Zollernstr. 10
PLZ: 
52070
Telefon: 
+49 241 5198-4603
Ort: 
Aachen
Fax: 
+49 241 5198-84603

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Fortschreibung des städteregionalen Integrationskonzeptes

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Menschen braucht, die das Miteinander leben und aktiv gestalten. Daher wurde bei der Fortschreibung des Integrationskonzeptes auf eine breite Beteiligung gesetzt. Dieser Prozess war ein intensiver, spannender und gewinnbringender Austausch an dem Einwohnerinnen und Einwohner mit und ohne Migrationshintergrund, Verwaltung, Politik und verschiedenste zivilgesellschaftliche Organisationen beteiligt waren.

Als Fortschreibung des Integrationskonzeptes des Kreises Aachen aus dem Jahr 2009 versucht das so entstandene neue Integrationskonzept, aktuelle Entwicklungen aufzuzeigen und auf Grundlage von empirischen Daten und wissenschaftlichen Untersuchungen einen Einblick in die Situation in Deutschland und in der Region zu geben. Im Vordergrund stehen dabei neben dem Begriff der „Integration“ selbst, die folgenden Handlungsfelder:

  • Sprache/ Bildung
  • Arbeit/ Weiterbildung
  • Wohnen/ Soziales
  • Gesundheit/ Sport
  • Ehrenamt
  • Sicherheit
  • Kultur/ Religion

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Ausgangssituation:

Die StädteRegion Aachen ist ein innovativer Gemeindeverband und besteht aus den Städten Aachen, Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath, Monschau, Stolberg und Würselen sowie den Gemeinden Simmerath und Roetgen. Sie ist Rechtsnachfolgerin des Kreises Aachen. Die regionsangehörige Stadt Aachen hat die Rechtsstellung einer kreisfreien Stadt mit einem Oberbürgermeister und Bezirksvertretungen.

In der StädteRegion Aachen leben rund 555.000 Menschen auf ca. 700 km². Die Stadt Aachen ist mit etwa 245.000 Einwohnern weitaus größte Kommune.

Das Kommunale Integrationszentrum der StädteRegion Aachen hat zum 01.Juli 2013 seine Arbeit aufgenommen. Es löste die bisherige Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) und das Integrationsbüro ab. Hintergrund der Umstrukturierung ist das „Gesetz zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration in Nordrhein-Westfalen“, das im Februar 2012 vom Landtag mit  großer Mehrheit beschlossen wurde.

Anlass:

Bereits seit dem Jahr 2009 besteht ein Integrationskonzept für den früheren Kreis Aachen. Zwischenzeitlich ist das Thema „Integration“ deutlich stärker im Blick der Gesellschaft. Dies gilt besonders seit der Aufnahme zahlreicher geflüchteter Menschen ab September 2015. Die vielfache Veränderung der Situation erforderte neben der kontinuierlichen Arbeit des Kommunalen Integrationszentrums der StädteRegion Aachen auch eine grundsätzliche konzeptionelle Auseinandersetzung mit dem Thema Integration. Ähnliche Bedarfe formuliert auch das Positionspapier „Landkreise als Anlaufstelle für Flüchtlinge weiter stärken“, das das Präsidium des Landkreistages in seiner Sitzung am 25./26.04.2016 verabschiedet hat. Im Oktober 2016 hat daher der Städteregionstag die Verwaltung mit der Fortschreibung des Integrationskonzeptes unter einem breiten Beteiligungsprozess beauftragt.

Konzeption, Ziele, Zielgruppen:

Zur Erarbeitung des Integrationskonzeptes wurden die folgenden sieben Handlungsfelder festgelegt: Wohnen/Soziales, Sprache/Bildung, Weiterbildung/Arbeit, Sport/Gesundheit, Kultur/Religion, Sicherheit, Ehrenamt. Während die Handlungsfelder „Wohnen/Soziales“ bis „Kultur/Religion“ bereits im bestehenden Integrationskonzept, behandelt worden waren, wurde das Handlungsfeld „Sicherheit“ im bestehenden Integrationskonzept nur angesprochen, aber nicht vertieft bearbeitet. Das Handlungsfeld „Ehrenamt“ ist für die Fortschreibung neu hinzugekommen.

Die Aufnahme des Themas „Ehrenamt“ als eigenes Handlungsfeld im Rahmen der Fortschreibung des städteregionalen Integrationskonzeptes zeigt die große Bedeutung, welche die StädteRegion Aachen dem Thema beimisst. Im Jahr 2010 wurde ein Ehrenamtsbeauftragter für die Region ernannt.  Darüber hinaus besteht eine kommunale „Stiftung Ehrenamt“, die jedes Jahr ehrenamtlich Engagierte zu einem bestimmten Thema auszeichnet. Im Rahmen des angestrebten Beteiligungsprozess zur Fortschreibung des Integrationskonzeptes war es daher Ziel des Kommunalen Integrationszentrums, Ehrenamtliche und ihre Perspektive angemessen zu berücksichtigen.  

Für das Kommunale Integrationszentrum war es von besonderer Bedeutung, möglichst viele Menschen in die Fortschreibung des Integrationskonzeptes einzubeziehen. In diesem Sinne wurde versucht, sowohl Neuzugewanderte, Geflüchtete, als auch Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, die lange in unserer Region leben, ebenso zu berücksichtigen, wie Menschen aus Politik, Verwaltung und Institutionen.

Vorgehen und Umsetzung:

Zu allen sieben Handlungsfeldern hat im Zeitraum zwischen Januar und März 2017 jeweils eine Arbeitsplattform stattgefunden, in der gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Ziele diskutiert und Impulse gesetzt wurden. Neben dem Ziel der Beteiligung möglichst vieler Bevölkerungsgruppen dienten die Ergebnisse der Arbeitsplattformen als Grundlage für die Ausgangs- und Bedarfsanalyse (siehe Fragen 1 bis 4).    

Dabei wurde bei den Rahmenbedingungen großer Wert darauf gelegt, möglichst vielen Menschen eine Teilnahme zu ermöglichen. Dies gilt insbesondere für Bevölkerungsgruppen und Akteure, die bisher wenig erreicht wurden, wie beispielsweise Ehrenamtliche, Migrantenselbstorganisationen und Menschen mit Migrationshintergrund. Daher fanden alle  Veranstaltungen am frühen Abend statt. Bei der Vorbereitung wurde Wert darauf gelegt, dass die Veranstaltungen auf dem Gebiet der StädteRegion verteilt wurden (Aachen, Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Stolberg, Herzogenrath, Monschau). Damit sich möglichst viele Menschen eingeladen fühlten, wurden unterschiedliche Veranstaltungsräume - wie evangelische, katholische und muslimische Gemeindezentren, Verwaltungsgebäude und Bürgerzentren („Komm und Geh-Strukturen“) – gewählt. Dabei wurden – wo dies möglich – lokale Akteure der Zivilgesellschaft als Akteure in dem jeweiligen Handlungsfeld (z.B. Sportvereine im Handlungsfeld „Sport/Gesundheit“) in die Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltungen vor Ort eingebunden.

Flankierend war der Arbeitskreis der Kommunalen Integrationsräte, dem Delegierte aller Integrationsräte in der StädteRegion Aachen angehören, von den ersten Überlegungen bis zum Abschluss der Fortschreibung intensiv eingebunden. Bei allen Arbeitsplattformen war der Arbeitskreis vertreten. Als besonderen Erfolg sieht das Kommunale Integrationszentrum die hohe Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund an. Es ist gelungen, dass bei nahezu allen Arbeitsplattformen Migrantinnen und Migranten ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung entsprechend teilgenommen haben.

Zu jeder Arbeitsplattform wurden Fachpersonen für einen Impulsvortrag eingeladen. Bei der Auswahl der referierenden Personen wurde den Grundlagen des Diversity Mainstreaming Rechnung getragen (Geschlecht, Alter, Migrationshintergrund). Als Referentinnen und Referenten konnten die folgenden Personen gewonnen werden:

 

Handlungsfeld

Referentinnen und Referenten

Wohnen/Soziales

Prof. Dr. Edeltraud Vomberg (StädteRegion Aachen)

Prof. Dr. Wolf-Dietrich Bukow (Universität Köln)

Sprache/Bildung

 

Livia Daveri (Bezirksregierung Arnsberg)

Dr. Rolf L. Willaredt (Bezirksregierung Arnsberg)

Arbeit/ Weiterbildung

Dipl.- Ing. Cemalettin Özer (MOZAIK e.V.)

Sport/Gesundheit

Alexandra Janetzko, M.A. (Carl von Ossietzky Universität, Oldenburg)

Anne Eich (RegioSportBund Aachen)

Kultur/Religion

Mimoun Berrissoun (180GradWende)

Sicherheit

Dirk Weinspach (Polizeipräsident Aachen)

Ehrenamt

Prof. Dr. Marianne Genenger-Stricker (Katholische Hochschule NRW)

 

Ziel der Arbeitsplattformen war es, in einem breiten Beteiligungsprozess möglichst viele Impulse aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zu erhalten. Teilgenommen haben unter anderem:

  • Vertreterinnen und Vertreter der regionsangehörigen Kommunen
  • Vertreterinnen und Vertreter der im Städteregionstag vertretenen Fraktionen
  • Vertreterinnen und Vertreter der in den regionsangehörigen Kommunalparlamenten vertretenden Fraktionen
  • Vertreterinnen und Vertreter der städteregionalen Verwaltung
  • Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Integrationsräte
  • Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Verbände der freien Wohlfahrtpflege
  • Vertreterinnen und Vertreter von Migrantenselbstorganisationen
  • Vertreterinnen und Vertreter der Bezirkschülerinnenvertretung
  • Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler

Je nach Handlungsfeld haben darüber hinaus sach- und handlungskompetente Menschen für das jeweilige Sachgebiet teilgenommen. Dazu gehörten u.a.:

  • Vertreterinnen und Vertreter von Sportvereinen, Stadt- und Gemeindesportverbänden sowie des Regiosportbundes
  • Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulen
  • Vertreterinnen und Vertreter der Kammern
  • Vertreterinnen und Vertreter der Gewerkschaften
  • Vertreterinnen und Vertreter der Moschee- und Kulturvereine
  • Vertreterinnen und Vertreter der Polizei
  • Vertreterinnen und Vertreter von Schulen und Bildungseinrichtungen

An den einzelnen Veranstaltungen haben zwischen 30 und 45 Personen teilgenommen. Im Laufe dieser Veranstaltungen (nach dem Impulsvortrag) wurden die Teilnehmenden gebeten, die folgenden Fragen in vier Runden zu beantworten:

1. Was bedeutet für uns als Region „gelungene Integrationsarbeit“ in Bezug auf das jeweilige Handlungsfeld?

Der Begriff „Integration“ ist keinesfalls eindeutig. Dahinter steht häufig ein komplexes Konstrukt von impliziten Vorstellungen, Erwartungen und eigenen Einstellungen. Viele Herausforderungen entstehen, weil diese unausgesprochen gesetzt werden. Dadurch verstärkt sich eine in vielen Bevölkerungsteilen noch immer vorherrschende defizitorientierte und auf Anpassung an eine vermeintliche „Gesamtnorm“ gerichtete Vorstellung von Integration. Diese Vorstellung von Integration als Angleichungsprozess an eine scheinbar homogene Aufnahmegesellschaft wird den kommunalen Gesellschaften, in denen wir heute leben, aber kaum noch gerecht. Unsere Gesellschaft ist differenzierter und die Lebensentwürfe der Menschen sind sehr unterschiedlich. Das gilt für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Vielfalt ist nicht die Ausnahme, sondern der Normalfall. Jede Person vereint in sich eine Vielzahl von verschiedenen Aspekten, die ihre Persönlichkeit und ihre Vorstellung von Lebensgestaltung prägen.

Aus Sicht des Kommunalen Integrationszentrums war es daher notwendig, einen Diskurs darüber anzustoßen, wie die Vorstellung von „gelungener Integrationsarbeit“ aussieht – bei Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Durch die Frage nach „gelungener Integrationsarbeit“ sollte den Teilnehmenden die Möglichkeit gegeben werden, in den Austausch über ihre eigene Haltung zu kommen und so ihre eigene Vorstellung zu reflektieren. Die Frage „Was soll Integration für wen bedeuten?“ wurde im Rahmen der Fortschreibung des städteregionalen Integrationskonzeptes also sehr explizit bearbeitet.

Der Auseinandersetzung mit dem Begriff der Integration und den damit verbundenen Implikationen sowie dem Begriff „Mensch mit Migrationshintergrund“ sind im neu erarbeiteten Konzept ausführliche Kapitel gewidmet. Als Ergebnis liegt dem entstandenen Konzept ein sehr breiter inklusiver Integrationsbegriff zu Grunde.

2. Welche Ziele haben wir in unserer Region in Bezug auf das jeweilige Handlungsfeld?

Anschließend an die Frage bezüglich der Vorstellung von „gelungener Integrationsarbeit“ zielte diese Frage auf die konkrete Zielentwicklung im jeweiligen Handlungsfeld.

Grundsätzlich hat die StädteRegion Aachen im Bereich Integration keine Aufsichtsfunktion oder Weisungsbefugnis über die städteregionsangehörigen Kommunen. Einige Kommunen (Aachen, Baesweiler, Eschweiler) verfügen über ein eigenes kommunales Integrationskonzept. Die Fortschreibung des städteregionalen Integrationskonzeptes soll eine Klammerfunktion der Integrationsarbeit für alle Kommunen wahrnehmen. Vorgestellt werden daher strategische Leitlinien zur Fortentwicklung der Integrationsarbeit in der gesamten Region. So soll ein Gesamtziel- und Handlungsrahmen für die Region gesetzt werden. Gleichzeitig soll das Konzept aktiv Impulse in die Region tragen. Dazu erhalten alle Kommunen sowie freie Träger und Ehrenamtliche Exemplare des Integrationskonzeptes. Darüber hinaus wird das Konzept auf der Internetseite der StädteRegion Aachen abrufbar sein. Das Kommunale Integrationszentrum der StädteRegion berät, begleitet und unterstützt bei Bedarf die Kommunen bei der (Weiter-) Entwicklung eigener operativer Handlungskonzepte und konkreter Maßnahmen in den Kommunen und einzelnen Sozialräumen.

3. Auf welche Stärken und Ressourcen können wir in unserer Region in Bezug auf das jeweilige Handlungsfeld setzen?

Mit der Fortschreibung des städteregionalen Integrationskonzepts unternimmt die StädteRegion Aachen den Versuch eines Paradigmenwechsels in der Integrationsarbeit – weg von Integration als defizitorientierter Minderheitenpolitik mit Aufforderungen zur Anpassung hin zu einem kompetenz- und potentialorientierten Verständnis von Vielfalt als Chance. Deshalb wurde im Rahmen der Arbeitsplattformen explizit nach Stärken und Ressourcen gefragt. Die Frage diente darüber hinaus auch dazu, konkrete Projekte und Maßnahmen in den Kommunen vor Ort kennenzulernen und bekannter zu machen. Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass die Region über große Stärken verfügt. Die zukünftige Integrationsarbeit soll diese noch intensiver berücksichtigen und bündeln.   

4. Welche Herausforderungen und Probleme stellen sich in unserer Region in Bezug auf das jeweilige Handlungsfeld?

Neben dem grundsätzlichen ressourcenorientierten Ansatz ging es dem Kommunalen Integrationszentrum auch darum, eine realistische Ausgangs- und Bedarfsanalyse zu erarbeiten. Es hat sich bestätigt, dass Integration eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und nur gemeinsam gelingen kann. Bei vielen Herausforderungen und Problemen, die in Bezug auf Migration sichtbar werden, wurde deutlich, dass diese nicht genuin migrationsbedingt sind.  

Einbindung der Fachämter innerhalb der Verwaltung

Ziel der Fortschreibung des städteregionalen Konzeptes war es auch, Integration als Querschnittsaufgabe in der Verwaltung zu etablieren und ein Konzept für die Gesamtverwaltung der StädteRegion zu erarbeiten. Neben dem beschriebenen vor allem nach außen wirkendem Beteiligungsprozess fand daher auch innerhalb der Verwaltung der StädteRegion ein intensiver Austausch zum Thema Integration statt.

Nachdem bereits Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der zuständigen Fachämter an den Arbeitsplattformen teilgenommen hatten, wurden darüber hinaus sämtliche Fachämter mit Bezug zu einem der Handlungsfelder gesondert angesprochen. Sie wurden gebeten, die Darstellung des jeweiligen Handlungsfeldes zu prüfen, zu kommentieren und zu ergänzen. Im Einzelnen waren dies folgende Ämter/Organisationseinheiten:

Wohnen/Soziales:
Amt für Soziale Angelegenheiten, Amt für Inklusion und Sozialplanung, Schwerbehindertenbeauftragter, Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung

Sprache/Bildung:
Schulamt, Schulverwaltung, Bildungsbüro, Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung

Arbeit/ Weiterbildung:
Amt für Soziale Angelegenheiten, Jobcenter

Sport/Gesundheit:
Gesundheitsamt

Kultur/Religion:
Stabsstelle Kultur

Sicherheit:
Ausländeramt, Amt für Ordnungsangelegenheiten, Polizei

Ehrenamt:
Ehrenamtsbeauftragter

Darüber hinaus wurden die Organisationseinheiten ersucht, Maßnahmen ihres Amtes zu benennen und beschreiben, die dem oben beschriebenen inklusiven Gedanken Rechnung tragen. Der für das Handlungsfeld „Arbeit/Weiterbildung“ erstellte Erfassungsbogen sowie das entsprechende Anschreiben an das Ausländeramt liegen der Bewerbung exemplarisch als Anlage bei. Aus den beschriebenen Anfragen an die Ämter hat sich in vielen Fällen eine intensive Zusammenarbeit entwickelt, die auch die Stellung des Kommunalen Integrationszentrums in der Gesamtverwaltung verbessert hat. Dies ist eine elementare Grundlage für den wichtigen Prozess der interkulturellen Öffnung der Verwaltung.

Ergebnisse und (bislang) Erreichtes:

Ergebnis des oben beschriebenen Fortschreibungsprozesses ist eine rund 150 Seiten umfassende Broschüre, die mit minimalen Änderungen im Dezember 2017 vom Städteregionstag verabschiedet wurde und dieser Bewerbung beiliegt. Neben den Impulsen aus den sieben Arbeitsplattformen wurden wissenschaftliche Studien und statische Daten zur Integration in der Region verarbeitet.

Auch bei der Darstellung wurde versucht, möglich vielen Menschen Zugang zu ermöglichen. So dienen Mindmaps und Piktogramme der schnellen Übersicht.

Bei dem vorderen und hinteren Deckblatt handelt es sich um ein sogenanntes grafic recording. Diese Methode wurde statt eines klassischen Protokolls zur Dokumentation der Auftaktveranstaltung zur Fortschreibung des Integrationskonzeptes gewählt. Ziel war auch hier, einen anderen – weniger auf Schriftsprache basierenden Zugang – zu schaffen, um möglichst alle Beteiligten anzusprechen. 

Nach der offiziellen Beschlussfassung sollen Darstellungen des Integrationskonzeptes in leichter und einfacher Sprache sowie Übersetzungen erfolgen.

Die Kapitel zu den einzelnen Handlungsfeldern sind wie folgt aufgebaut:

1. Allgemeines:

Hier werden Fachinformationen zum Handlungsfeld auf übergeordneter Ebene anhand von Studien dargestellt.

2. Situation in der StädteRegion Aachen:

Hier werden sowohl die wesentlichen Ergebnisse und Impulse aus den Arbeitsplattformen zu den Handlungsfeldern, als auch - zu zentralen Aspekten des Handlungsfeldes – regionsbezogene Daten zur Verfügung gestellt und die aktuelle Situation auf dem Gebiet der StädteRegion Aachen betrachtet. Die im Fließtext hervorgehobenen Wörter und Begriffe sind Zitate von Teilnehmenden der Arbeitsplattformen.

3. Leitlinien:

Hier werden globale Ziele für die Region formuliert, die die Haltung darlegen und an denen sich konkrete Handlungen und Programme orientieren sollten.

4. Wie geht es jetzt weiter?:

Die erarbeiteten Leitlinien sollen vor Ort in konkreten Maßnahmen und Angeboten gelebt werden. Dazu hat das Kommunale Integrationszentrum Maßnahmen der Städteregionsverwaltung zusammengestellt, die durch sie bereits angeboten werden oder lang- bzw. kurzfristig geplant sind. Soweit es möglich ist, werden hier auch Handlungsoptionen für die Kommunen aufgezeigt - ohne damit Vorfestlegungen für Kommunen machen zu wollen. Eine Mindmap verdeutlicht die Verbindung zwischen den Leitlinien und den konkreten Aktivitäten. Gleichzeitig wird deutlich, zu welcher Leitlinie dem Kommunalen Integrationszentrum bisher keine Maßnahme bekannt ist. Hier könnte also Bedarf bestehen, ein entsprechendes Angebot zu entwickeln und so die Infrastruktur in diesem Bereich zu stärken.

Die einzelnen Aktivitäten werden im anschließenden Maßnahmenkatalog näher vorgestellt. Die Präsentation dort gibt Informationen über die Anbieterin oder die möglichen Anbieter der Maßnahme (StädteRegion oder einzelne Kommune), Ziele und Zielgruppe. Die zu einer Maßnahme denkbaren Akteure werden durch Piktogramme symbolisiert, die in der Legende erklärt werden. Langfristig ist geplant, diese Informationen als online-basierte Datenbank zur Verfügung zu stellen.   

Ausblick:

Der beschriebene Beteiligungsprozess ist von allen Beteiligten sehr gut angenommen worden. Der Zuspruch zu den Veranstaltungen zeigt, dass sich die Menschen in der StädteRegion Aachen gerne in den Prozess einbringen, und dass das Thema Integration die Menschen bewegt. Die positiven Rückmeldungen aus den regionsangehörigen Kommunen sowie von sonstigen freien Trägern und Einrichtungen bestätigen dies.

Die StädteRegion plant diese Art der Beteiligung in Form einer regelmäßig tagenden Integrationskonferenz – auch in Zusammenarbeit mit den regionsangehörigen Kommunen - zu verstetigen. Diese Integrationskonferenzen sollen auch zur Evaluation zukünftiger Maßnahmen dienen, um kontinuierlich eigene Integrationsaktivitäten zu intensivieren oder auch kritisch zu hinterfragen. Darüber hinaus ist der fortdauernde Einbezug der Menschen auch ein erster wichtiger Schritt dahin, dass die Leitlinien des Konzeptes gelebt werden und die Nachhaltigkeit des Konzeptes gesichert ist.

Zur Umsetzung der im Integrationskonzept genannten Ziele werden sowohl kommunale Ressourcen als auch Landesmittel, wie die Regelfinanzierung der Kommunalen Integrationszentren NRW nach dem „Gesetz zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration in Nordrhein-Westfalen (Teilhabe- und Integrationsgesetz)“ und dem Landesprogramm „KOMM-AN-NRW“ genutzt. Darüber hinaus wurde das Kommunale Integrationszentrum für spezielle Landes-Förderprogramme wie „NRWeltoffen – Kommunale Handlungskonzepte gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ ausgewählt.

Zusammenfassend kann das Integrationskonzept „Miteinander leben – gemeinsam Zukunft gestalten“ (Fortschreibung 2017) als wesentlicher Meilenstein für eine nachhaltige Integrationsarbeit in der StädteRegion Aachen angesehen werden. Es setzt maßgebend Impulse für alle Einwohnerinnen und Einwohner, Akteure und Institutionen und stellt eine gute Grundlage für die Integrationsarbeit in der Region dar.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es in Ihrer Kommune ein Integrationskonzept?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in dieses Integrationskonzept eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Unterstützt der/die (Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin Ihren Wettbewerbsbeitrag öffentlich?: 
ja
nein

C2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Ziele des Wettbewerbsbeitrags im Hinblick auf Integration und Zusammenleben detailliert beschrieben & festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Festlegung der Ziele eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Kinder (Einrichtungen der Kindertagesbetreuung)
Kinder (Schule)
Jugendliche
junge Erwachsene
Erwachsene
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
aktuelle Zuwanderer (2015-2017)
jeweils differenziert nach Herkunftsgebieten
bereits seit mehreren Jahren in Deutschland lebende Zuwanderer
Bevölkerung vor Ort
Multiplikatoren
Weitere
C 24 Bezieht sich Ihr Wettbewerbsbeitrag auf: 
die Gesamtstadt?
einen Teilraum/Quartier?
ein Projekt?
C 25 An welche Orte und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Quartier als Ganzes
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Jugendeinrichtungen
Sportvereine
Flüchtlingsunterkünfte
Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
Schulen
Ausbildungsstätten
Bildungseinrichtungen (VHS u.a.)
Soziale Treffpunkte für Zuwanderer
Migrantenselbstorganisationen
Weitere
C 26: 

Welche Handlungsfelder zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort stehen in Ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt? Bitte geben Sie an, ob sich das Handlungsfeld auf die Gesamtstadt oder das Quartier bezieht bzw., ob es sich um ein Projekt handelt.

C 26a Handlungsfeld Wohnen und Wohnumfeld: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26b Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, z.B. Kindergarten, Schulen, Jugendeinrichtungen: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26c Handlungsfeld Bildung/Qualifizierung/Ausbildung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26d Handlungsfeld Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26e Handlungsfeld Kultur: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26f Handlungsfeld Sport: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26g Handlungsfeld Gesundheit: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26h Handlungsfeld Umwelt/Grün: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26i Handlungsfeld Beteiligung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26j Handlungsfeld Engagementförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 27a Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Zuwander" ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27b Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Bevölkerung vor Ort" ausgerichtet?: 
ja
nein

C3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbei: 
Stadt-, Gemeinde-, bzw. Kreisrat
Amt/Bereich Soziales
Amt/Bereich Jugend
Amt/Bereich Wohnen
Amt/Bereich Grün(-planung)
Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin
Amt/Bereich Stadtplanung/ Stadtentwicklung
Integrationsbeauftragte/r
Amt/Bereich Sport
Amt/Bereich Gesundheit
Weitere
C 31 Welche verwaltungsexternen lokal relevanten Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Quartiersmanagement
Stadtteilzentren/ Nachbarschaftshäuser
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenselbstorganisationen
Sponsoren
Lokale Medien
Stiftungen
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftsvereine
Kleingartenvereine
Unternehmen, Betriebe
Weitere
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie finanzieren Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
C 37 Werden im Rahmen der Umsetzung von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 38 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen bereits andernorts übernommen worden?: 
ja
nein
C 38a Wenn ja ... Welche?: 
Die kreisfreie Stadt Aachen orientiert sich im Prozess der Fortschreibung des kommunalen Integrationskonzeptes am Prozess der StädteRegion.

Einzelprojekte

Einzelprojekt 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
Themenschwerpunkt „Integration im Quartier“
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 14a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 15 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Aufgrund der Förderrichtlinien des Landes Nordrhein-Westfalen sind die Kommunalen Integrationszentren verpflichtet, alle zwei Jahre zu den Bereichen „Integration durch Bildung“ und „Integration als Querschnittsaufgabe“ jeweils einen neuen Themenschwerpunkt benennen.

Der intensive Beteiligungsprozess im Rahmen der Fortschreibung des städteregionalen Integrationskonzeptes hat deutliche Bedarfe offenbart, die in den nächsten Jahren die Arbeit des Kommunalen Integrationszentrums prägen werden.

Eine wichtige Erkenntnis aus den Arbeitsplattformen ist die große Bedeutung der spezifischen Bedingungen im Quartier für gelingende Integrationsarbeit vor Ort. So können Projekte, die in einem Quartier erfolgreich umgesetzt werden, in einem anderen Quartier an lokalen Rahmenbedingungen und Beteiligten scheitern. Um den unmittelbaren „vor Ort-Bezug“ in der Integrationsarbeit weiter zu vertiefen und zu verstetigen, hat das Kommunale Integrationszentrum „Integration im Quartier“ zum Themenschwerpunkt für die Jahre 2018/2019 im Bereich „Querschnitt“ gewählt. Das Kommunale Integrationszentrum möchte so einen Beitrag dazu leisten

  • Integration und sozialen Zusammenhalt im Sinne eines vorurteilsfreien Miteinanders vor Ort zu för­dern,
  • die gleichberechtigte Teilhabe und Chancengleichheit der dort lebenden Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen zu stärken,
  • das nachbar­schaftliche Zusammenleben positiv zu beeinflussen und
  • die Quartiere für alle Menschen le­benswert zu gestalten.

Die Förderung einer zielgerichteten und nachhaltigen Integration im Quartier muss sich zunächst an den spezifischen Vorgaben und Vorzeichen des Quar­tiers orientieren. Insofern ist zunächst eine Überprüfung der Ausgangslage (u.a. anhand sozialstatistischer Indikatoren), ggfs. unter Beteiligung der städteregionalen Sozialplanung bzw. der Sozialplanung der einzelnen städ­teregionalen Kommunen in den ausgewählten Quartieren notwendig, um daraus Bedarfe und Handlungsoptionen abzuleiten. In etli­chen Quartieren städteregionaler Kommunen ist aufgrund intensiver Bemühungen in den vergangenen Jahren bereits die Grund­lage einer nachhaltigen Quartiersarbeit im Kontext von Migration vorhanden.

In diesen Zusammen­hängen geht es, in enger Kooperation mit dem zuständigen Quartiersmana­ger bzw. der zuständigen Quartiersmanagerin, um eine gezielte Unterstüt­zung und Verstetigung der vorhandenen Strukturen und Projekte.

Noch wichtiger und vorrangig für die Arbeit wird es allerdings sein, Quartiersarbeit in denjenigen Kommunen zu initiieren, die bislang noch über keinerlei Quartiersarbeit verfügen und dort auch (Netzwerk-)Strukturen zu schaffen, die für die Quartiersarbeit elementar wichtig sind. Innerhalb des Themenschwerpunktes wird daher auf bestehende Kooperationen innerhalb der Verwaltung der StädteRegion und der regionsangehörigen Kommunen (Sozial-. Jugendämter etc.) sowie außerhalb der kommunalen Verwaltungen (Integrationsagenturen etc.) aufgebaut und diese intensiviert. In diesen Zusammenhängen ist eine koor­dinierende, beratende und begleitende Unterstützung zweckmäßig, um die Basis einer erfolgreichen Quartiers- und Integrationsarbeit in den städteregi­onalen Kommunen in den zukünftigen Jahren zu begründen, zu implemen­tieren und zu verstetigen.

Mit dem Beteiligungsprozess zur Fortschreibung des städteregionalen Integrationskonzeptes hat das Kommunale Integrationszentrum hier wichtige Grundlagen geschaffen, die nun im Rahmen der Schwerpunktsetzung „Integration im Quartier“ konkrete Umsetzung erfahren. Das neu entstandene  Integrationskonzept dient als Ausgangs- und Orientierungspunkt für die Ausgestaltung der Arbeit Im Themenschwerpunkt.  

Einzelprojekt 2

D 20 Titel des Einzelprojekts Nr. 2: 
Einrichtung einer Servicestelle für Migrantenselbstorganisationen
D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 24a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 25 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Aufgrund der Förderrichtlinien des Landes Nordrhein-Westfalen wurden die Kommunalen Integrationszentren im Jahr 2017 personell erweitert. Neben den bestehenden Aufgaben erhielt das Kommunale Integrationszentrum StädteRegion Aachen so die Möglichkeit, sich aktiv in einem weiteren Themenfeld der Integration einzubringen. Mit Blick auf die Erkenntnisse aus dem Fortschreibungsprozess des Integrationskonzeptes hat sich das Kommunale Integrationszentrum entschlossen, eine der neuen Stelle zur Förderung der Zusammenarbeit mit Migrantenselbstorganisationen zu nutzen. Die StädteRegion Aachen ist damit eine der ersten Kreisverwaltungen, die eine solche Stelle eingerichtet hat.  

Im Rahmen der Fortschreibung des Integrationskonzeptes haben sich viele Migrantenselbstorganisationen gewinnbringend eingebracht und beteiligt. Es wurde deutlich, dass auf Seiten der Migrantenselbstorganisationen großes Interesse besteht, die Prozesse der Integration mitzugestalten und  Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig bestätigte sich die Erwartung des Kommunalen Integrationszentrums, dass Rahmenbedingungen bei Veranstaltungen (Uhrzeit, Veranstaltungsort, Ansprache, Einladungsmodalitäten usw.) gezielt so gestaltet werden müssen, dass eine Teilnahme von Migrantenselbstorganisationen grundsätzlich möglich und auch ausdrücklich erwünscht ist. Zu beachten ist dabei, dass eine Berücksichtigung der genannten Aspekte nicht nur die Beteiligung von Migrantenselbstorganisationen bzw. Menschen mit Migrationshintergrund fördert, sondern auch grundsätzlich mehr Menschen die Teilnahme ermöglicht.

Bereits im Jahr 2015 hatte das Kommunale Integrationszentrum den thematischen Schwerpunkt im Bereich „Integration als Querschnittsaufgabe“ auf die Arbeit mit Migrantenselbstorganisationen gelegt. Unter dem Titel „Migrantenselbstorganisationen – Starke Partner“ wurde unter anderem eine Fortbildungsreihe für Migrantenselbstorganisationen angeboten worden. Aus Sicht des Kommunalen Integrationszentrums ist die Einbindung und Professionalisierung der Migrantenselbstorganisationen von elementarer Bedeutung für eine gelingende und erfolgreiche Integrationsarbeit.

Dies gilt auch, da die Arbeit in Migrantenselbstorganisationen einen wichtigen Teil des ehrenamtlichen Engagements von Menschen mit Migrationshintergrund ausmacht. Zivilgesellschaftliches Engagement spielt eine wichtige Rolle für das gute Zusammenleben aller Menschen in einer Gesellschaft. Daher gilt es auch, dass spezifische Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund – beispielsweise in Migrantenselbstorganisationen - angemessen wertzuschätzen und zu bestärken.    

Darüber hinaus stellen Migrantenselbstorganisationen einen Zugang zu Menschen dar, die eventuell nicht durch die Regelangebote des Kommunalen Integrationszentrums sowie anderer Träger im Integrationsbereich angesprochen werden können. So entsteht die Möglichkeit, noch mehr Einwohnerinnen und Einwohner zu erreichen und teilhaben zu lassen.

Durch die personelle Aufstockung der Kommunalen Integrationszentren ist es möglich, hier in den kommenden Jahren weitere Akzente zu setzen. Neben anderen Aktivitäten, die u.a. eine Bestandserhebung, eine Bedarfsanalyse oder eben auch Veranstaltungsangebote zur Professionalisierung der Migrantenselbstorganisationen umfassen, ist beabsichtigt, eine Servicestelle für Migrantenselbstorganisationen einzurichten. Die „Servicestelle Migrantenselbstorganisationen“ soll Anlaufstelle und Beratungsinstanz für Migrantenselbstorganisationen in Fragen der Netzwerkarbeit, der Außendarstellung, der Projektakquise oder auch in ganz allgemeinen Fragen der Vereinsorganisation oder notwendiger Integrationsvorhaben sein. Gleichzeitig und gleichbedeutend wird ein Schwerpunkt der Servicestelle auch darin bestehen, die Migrantenselbstorganisationen interkulturell zu öffnen, um einer möglichen Isolierung dieser Vereine vorzubeugen und Integrationsarbeit zu einem wechselseitigen Prozess auf Augenhöhe und gegenseitiger Wertschätzung nachhaltig zu etablieren.

Dem Integrationskonzept zu Grunde liegt die Überzeugung, dass Integration eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellt. In diesem Sinne dient die Servicestelle für Migrantenselbstorganisationen auch dazu, einen größeren Querschnitt der Gesellschaft miteinzubeziehen.

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