Landkreis Aichach-Friedberg

Name der Stadt/der Gemeinde/des Landkreises: 
Landkreis Aichach-Friedberg
Typ: 
Landkreis
Bundesland: 
Bayern
Einreichende Dienststelle: 
Sachgebiet 25: Ehrenamt, Bildung, Integration
Ansprechpartner/in: 
Goran Ekmescic, Marina Lovric, Eva-Maria Teebken
Straße/Postfach: 
Münchener Str. 9
PLZ: 
86551
Telefon: 
+49 8251 20420-18
Ort: 
Aichach
Fax: 
+49 8251 20420-20

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Integration Mitanand & Füranand – Gemeinsam im Wittelsbacher Land

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Im Wittelsbacher Land gilt: Integration kann nur gemeinsam gelingen. Sie stärkt unser Miteinander vor Ort und fördert das gegenseitige Verständnis füreinander, gleichwohl sie beides immer wieder herausfordert. Mit unserer Struktur, der im Juni 2016 erfolgten Gründung des Sachgebiets Ehrenamt, Bildung und Integration, und dem gleichnamigen Jour-Fixe mit Landrat, Verwaltung und externen Akteuren können wir uns dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe gezielt annehmen und zeitnah reagieren.
Im Landkreis verfügen wir über ein breites Netz aus Kooperationspartner/innen, ehren- und hauptamtlichen Akteuren. Mit Ihnen haben wir Strukturen geschaffen, die Neuzugewanderten Chancen und Zugänge in unsere Gesellschaft ermöglichen. Passgenaue Maßnahmen, die vom Elterndialog in den Bildungsinstitutionen bis zum außerschulischen Angebot Kulturbundt/d für junge Erwachsene aller Kulturen reichen, sind so bereits bedarfsorientiert entstanden.
Im Landkreis wird ein dynamischer Kreislauf aus Vernetzung und Kooperation gelebt, der bedarfsorientiert Räume der persönlichen Begegnung anbietet und fördert.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

1. Von der Unterbringung zur Integration (Ausgangssituation)

Im Frühjahr 2016 erreichte im Landkreis Aichach-Friedberg die Zahl der neuzugewanderten Personen mit Fluchthintergrund mit rund 1600 ihren bisherigen Höchststand. In dieser Zeit konnte lediglich auf diese Situation, die sich zum Teil täglich änderte, reagiert werden. Dabei war es vorrangigstes Ziel, die ankommenden Menschen unterzubringen und mit den lebensnotwendigen Dingen zu versorgen. Ab März 2016 ging die Zahl der neu in den Landkreis kommenden Asylsuchenden deutlich zurück. Die große Herausforderung, auf einem angespannten Immobilienmarkt wöchentlich 60 Personen und mehr unterzubringen, rückte zugunsten neuer Themen in den Hintergrund. Selbstverständlich machten sich Landrat Dr. Klaus Metzger und die Verwaltung aber schon seit Ende 2015 Gedanken, wie die wesentlich größere Aufgabe, die der Integration einer Vielzahl neu zugewanderter Personen mit Fluchthintergrund und das Zusammenleben im Wittelsbacher Land, gelingen könnte.

2. Die Rolle des Landkreises – Koordination (Anlass)

Die Frage, die sich zunächst dabei stellte, war, welche Rolle der Landkreis bei der Bewältigung dieser Aufgabe übernehmen kann und muss. Wichtig für die Beantwortung dieser Frage ist die Feststellung: Integration ist keine Einbahnstraße, sie lässt sich nicht von oben verordnen, sondern lebt von einem wechselseitigen Prozess zwischen Personen(gruppen) und gesellschaftlichen Akteuren. Diesen Prozess kann man durch öffentliche Diskussion, transparente Information, fachliche Vernetzung und Angebotsgestaltung öffentlicher und freier Träger befördern. Wie das konkret geschehen kann oder soll war jedoch ungeklärt und den Landkreisen selbst überlassen. Funktionierende Modelle oder Bei-spiele aus Ballungsräumen lassen sich nur bedingt auf den ländlichen Raum übertragen, da sich ins-besondere die Rahmenbedingungen immens unterscheiden. Insofern war und ist die Integration abseits der großen Städte in erster Linie Pionierarbeit, bei der alle beteiligten Akteure kaum auf bestehende Erfahrungen und Strukturen zurückgreifen können.

Basis war und ist eine kooperative Integrationsarbeit. Zu diesem Zweck evaluieren wir regelmäßig den Bedarf über Kooperationpartner/-innen und Helfer/-innen. Das fortlaufende Bildungsmonitoring ist ein weiteres Hilfsmittel zur Bestimmung des Bedarfs.

Der Landkreis Aichach-Friedberg sah seine zentrale Aufgabe von Beginn an in der Koordination und fachlichen Steuerung von Integrationsmaßnahmen und -prozessen, denn der Landkreis hat die Möglichkeit, alle Akteure an einen Tisch zu versammeln, anstehende Schritte zu besprechen und die Um-setzung zu koordinieren. Ein Integrationskonzept sollte dabei aus der konkreten Integrationsarbeit erwachsen und dynamisch bleiben. (s. Integrationskreislauf)

Im Vordergrund aller Anstrengungen stand zunächst der Aufbau notwendiger Strukturen zur Bewältigung der neuen Herausforderungen. Aus diesem Grund wurde im April 2016 der sogenannte Jour fixe Ehrenamt, Bildung, Integration als Lenkungsgremium eingerichtet. Vertreten sind dort Landrat, Ausländerbehörde, Jugendamt, Schulamt, das Sachgebiet ‚Ehrenamt, Bildung, Integration‘, das aus dem Bildungsbüro und der Freiwilligenagentur besteht, Jobcenter, die Abteilungsleitungen ‚Kommunales und Soziales‘ sowie ‚Sicherheit und Verbraucherschutz‘, Berufsschule, VHS und der Vertreter der Bürgermeister des Landkreises. Die Zusammensetzung des Gremiums zeigt, das Thema Integration wird umfassend betrachtet. Mit der Gründung des Sachgebiets ‚Ehrenamt, Bildung, Integration‘ im Mai 2016 wurde dieser umfassenden Perspektive Rechnung getragen und die klare Botschaft gesandt: Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur mit Unterstützung des Ehrenamts, über Bildung und Arbeit gelingen kann. Aufgabe dieses Sachgebietes ist die Vernetzung und Koordination aller beteiligten Akteure – innerhalb wie außerhalb der Verwaltung. Durch die neu geschaffenen Strukturen und die dadurch ermöglichte Abstimmung konnten verschiedenste Kooperationen genutzt und dabei passgenaue Maßnahmen entwickelt werden.

Hauptaufgabe des Schachgebiets 25 und seiner Netzwerkpartner/-innen intern und extern ist es die Kooperation zwischen den einzelnen Akteuren zu optimieren und zu fördern. Dies umfasst alle relevanten Gruppen von den Helfer/-innen über die Behörden bis zu den freien Wohlfahrtsverbänden und Vereinen.

Außerdem erreichen wir mit kooperativer Integrationsarbeit gleichzeitig Neuzugewanderte und die Aufnahmegesellschaft. Für beide Seiten gilt es Begegnungsräume zu schaffen, die Verständigung fördern und Zugänge erleichtern. Denn da wo das menschliche Miteinander im Vordergrund steht und das gegenseitige Interesse füreinander, kann Integration gelingen. Deshalb reichen unsere Maß-nahmen für die Verständigung von der Sprachförderung bis zum Aufbau interkultureller Kompetenzen. Zugänge unterstützen wir beispielsweise durch zentrale Beratungsangebote an Bildungsüber-gängen oder über neue Veranstaltungsformate wie den Elterndialog. Dass immer mehr Neuzugewanderte selbst einen Weg ins Ehrenamt einschlagen, gilt dem Landkreis als Bestätigung der bisherigen Maßnahmen und Projekte.

3. Maßnahmen und Projekte (Konzeption und bisherige Ergebnisse)

Für das Bildungsbüro stand der Erwerb der Sprache als drängendstes Thema im Vordergrund. Anfang September 2016 wurde deshalb das erste Vernetzungstreffen von Sprachkursträgern und Behörden organisiert, um eine enge Kooperation und einen Austausch zwischen Jobcenter, Ausländerbehörde, Arbeitsagentur, den Berufs-schulen Wittelsbacher Land sowie den fünf Sprachkursträgern im Landkreis zu ermöglichen. Bei den Treffen wird der Bedarf an Sprachkursen abgestimmt, rechtliche Neurege-lungen erläutert und Qualitätsstandards besprochen. Auch ein allgemeiner Aus-tausch zum Thema Integration wird auf diesem Weg behördenübergreifend gefördert und Anschlussmöglichkeiten für betroffene Migranten über den Sprachkurs hinaus diskutiert. Beim Spracherwerb von Kindern und Jugendlichen kommt den Schulen die Schlüsselrolle zu. Sie stehen der enormen Herausforderung gegenüber, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus verschiedenen Kulturkreisen und mit unterschiedlichen Sprachniveaus zu unterrichten. Um die Schulen bei dieser großen Aufgabe zu unterstützen, bewarb das Bildungsbüro in Kooperation mit dem Schulamt nachhaltig das Programm‚ Drittkräfte an Schulen‘, für das das Bayrische Kultusministerium Personalmittel bereitgestellt hatte. Seit Herbst 2016 profitieren rund 450 Schülerinnen und Schüler an Grund- und Mittelschulen vom zusätzlichen Sprachförderunterricht in Kleingruppen.

Das Bildungsbüro im Sachgebiet „Ehrenamt, Bildung, Integration“ ist mit dem Ziel entstanden, die Bildungsregion Wittelsbacher Land weiter zu entwickeln. Das Bildungsbüro arbeitet eng mit allen Bildungsakteuren zusammen, um dazu beizutragen, die vorhandenen Bildungsaktivitäten und Beratungsangebote nachhaltig und bedarfsorientiert aufeinander abgestimmt und diese ggf. ergänzen. Für diese Aufgaben stehen die Instrumente des Bildungsmanagements und -monitorings sowie der Koordination von Bildungsangeboten für Neuzugewanderte zur Verfügung. Das Angebot des Bildungsbüros wird seit Oktober 2017 durch die Bildungsberatung ergänzt.

Um einen möglichst breiten bildungs- und integrationspolitischen Diskurs zwischen den betroffenen Akteuren sicherzustellen und zu institutionalisieren, wurde im Juli 2016 der Bildungsbeirat Wittelsbacher Land gegründet, um Kreistag und die Kreisverwaltung in wichtigen bildungs- und integrationspolitischen Angelegenheiten zu beraten und die Zusammenarbeit der Verwaltung mit den Organisationen und Einrichtungen der Bildung zu fördern. Der Beirat besteht aus 28 erfahrenen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und den Bildungsinstitutionen des Landkreises. Bereits in der zweiten Sitzung des Bildungsbeirats wurde als Schwerpunkt das Thema Integration von Neuzugewanderten in Arbeit und Ausbildung behandelt und als Ergebnis der Diskussion konkrete Aufgaben und Maßnahmen formuliert, die dem Bildungsbüro als Richtschnur für seine Arbeit dienen.

Ergebnis dieser Arbeit im Rahmen eines umfassenden Monitorings war Anfang des Jahrs 2017 die Veröffentlichung eines Faktenchecks ‚Flucht und Asyl im Wittelsbacher Land: Integration in das Bildungssystem sowie den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt‘ im Januar 2017. Der „Faktencheck“ ist eine detaillierte, datenbasierte Darstellung der Ist-Situation des Landkreises sowie gleichzeitig eine Skizzierung der daraus abzuleitenden Maßnahmen und Projekte.

Die berufliche Integration junger Menschen stellt die zuständigen Akteure vor multiple Herausforderungen. Die Bundesagentur für Arbeit hat eine Initiative zur flächendeckenden Einrichtung von Jugendberufsagenturen angestoßen. Das hat der Landkreis aufgegriffen und gemeinsam mit Kreisjugendamt, Agentur für Arbeit, Jobcenter sowie der Berufsschule Wittelsbacher Land im Juli 2017 die Jugendberufsagentur Wittelsbacher Land gegründet. Auch wenn die Situation für junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Aichach-Friedberg vergleichsweise gut ist, darf die relativ niedrige Zahl an unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern kein Argument gegen eine strukturelle Verbesserung sein. Zu berücksichtigen ist dabei vor allem auch die Gruppe der neuzugewanderten Personen mit Fluchthintergrund, die in den nächsten Jahren verstärkt auf den Ausbildungsmarkt drängen wird. Wie aktuelle Zahlen zeigen, schafft nur ein Teil den nahtlosen Übergang von der Schule in Aus-bildung bzw. ein Arbeitsverhältnis. Ziel der Jugendberufsagentur ist es, eine koordinierte Maßnahmengestaltung und Förderung der genannten Zielgruppe zu erreichen. Speziell für neu zugewanderte Berufsschüler/innen wurde im Juli 2017 auf Initiative des Bildungsbüros das Gremium Klassentreffen einberufen, das alle Akteure der Berufsintegrationsklassen zusammenbringt. Auf Grundlage aktueller Herausforderungen werden weitere Maßnahmen zur Förderung der Schüler/innen gezielt angegangen. Umgesetzt werden konnten bereits weitere außerschulische Bildungs- und Begegnungsangebote, wie z.B. ein Schwimmkurs.

Die Bedeutung frühkindlicher Bildung in Krippen und Kindergärten wie auch die Qualität der Umsetzung des Erziehungs- und Bildungsauftrags ist Thema der Projektgruppe ‚Sprachförderung und Bildungsauftrag in den Kindertagesstätten‘ unter Beteiligung der Fachaufsicht des Jugendamtes, der Kindertageseinrichtungen und des Bildungsbüros. Thema ist hierbei auch die Qualität der Integration neuzugewanderter Kinder mit Fluchthintergrund in Kindertagesstätten und die Frage, wie z. B. die wichtige Elternzusammenarbeit verbessert und erforderliche Aufmerksamkeit für die Kinder gerade zu Beginn ihres Aufenthalts in der Kindertagesstätte gewährleistet werden kann. Die Verbesserung der Elternzusammenarbeit ist auch Thema an den Schulen. Aus diesem Grund wurden in einer Ko-operation zwischen Schulamt, Amtsgericht Aichach und Bildungsbüro Elterninformationsvormittage für Neuzugewanderte initiiert, bei denen allgemeine Informationen zum deutschen Schulsystem, Verhaltensregeln in der Schule, wichtige Werte im schulischen Alltag, Rechte und Pflichten von Eltern schulpflichtiger Kinder wie auch Regeln des gesellschaftlichen Miteinanders vermittelt werden. Um den Elterndialog zwischen Schulen und Eltern im Sinne einer integrativen Bildungspartnerschaft zu vertiefen, gibt es zudem die gemeinsame Projektgruppe Elternzusammenarbeit, zwischen Schulamt und Bildungsbüro. Weitere Maßnahmen der Beteiligung neu zugewanderter Eltern im Schulbetrieb werden in diesem Gremium erörtert und im Bedarfsfall mit entsprechenden Schulen umgesetzt.

Bereits Anfang 2014 entwickelte die Freiwilligenagentur ‚mitanand & füranand im Wittelsbacher Land‘ in Kooperation mit dem Sachgebiet Ausländer- und Personenstandwesen das Konzept‚ Efa - Engagiert für Asylbewerber‘ zur Unterstützung und Begleitung von Ehrenamtlichen im Bereich Asyl. Ziel des Konzepts ist es, Freiwillige in ihrem Engagement zu stärken und zu unterstützen und damit ihren wichtigen Beitrag zur Integration zu fördern und zu honorieren. Durch eine jährliche Erhebung bei Helfern und freien Trägern ermittelt die Freiwilligenagentur laufend die erforderlichen Maßnahmen. Wichtig ist die Beratung und Weitergabe von Informationen - persönlich, in einem laufend aktualisierten Leitfaden für Ehrenamtliche im Asylbereich oder bei regelmäßigen Vernetzungs-treffen für die Helferkreise. Diese sollen Erfahrungsaustausch, Unterstützung und Information zwischen den einzelnen Helferkreisen, aber auch mit der Freiwilligenagentur und weiteren Behörden und Organisationen im Asylbereich ermöglichen. Zu jeder dieser Netzwerktreffen sind mindestens Ausländerbehörde und Jobcenter vertreten. Weitere Institutionen und Ansprechpartner werden regelmäßig eingeladen.

Schulungen und Fortbildungen in der Freiwilligen-koordination dienen der fachlichen und emotionalen Festigung der Ehren-amtlichen, denn gerade wer sich im Asylbereich engagiert, muss nicht selten einer hohen Belastung Stand halten.

Um effizient und zielgerichtet Integrationsprojekte planen und umsetzen zu können, ist ein Blick über den Tellerrand hinaus unabdingbar. Zu diesem Zweck hat sich die Freiwilligenagentur dem netzwerk4A im Bereich Asylkoordination angeschlossen. Der Begriff ‚4A‘ steht für Stadt Augsburg-Landkreis Augsburg, Landkreis Aichach-Friedberg und Asylsuchende. Gerade durch die sehr enge Vernetzung entstanden Synergieeffekte in Gestalt von gemeinsamen Schulungen, Fachtagen und Wissenstransfer auf hohem Niveau.

Gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnern konnte die Freiwilligenagentur Projekte für das Engagement von Ehrenamtlichen im Bereich Integration ins Leben rufen. Das Konzept für das Projekt ‚Sprachpaten – miteinander sprechen, einander verstehen‘ entwickelte die Freiwilligenagentur zusammen mit dem Kreisjugendring und dem Schulamt. Die bislang 40 ehrenamtlichen Sprachpaten – teilweise selbst mit Migrationshintergrund - kommen in eine Grund- oder Mittelschule und unter-stützen dort einen Schüler mit migrationsbedingten Sprachdefiziten. Durch persönlichen Kontakt und Zuwendung sollen Selbstbewusstsein und Freude an der deutschen Sprache vermittelt werden. Beim Projekt ‚Sprach- und Kulturmittler‘, das im Oktober 2017 gestartet ist, sollen Ehrenamtliche mit Migrationshintergrund in konkreten Alltagssituationen zwischen hilfebedürftigen Landsleuten und deutschsprachigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Behörden und Institutionen durch kultur-sensible Übersetzertätigkeiten vermitteln, bei Bedarf auch durch Information und Reflexion über kulturell unterschiedliche Sichtweisen. Ziel des Projekts ist die Unterstützung der Migrantinnen und Migranten im institutionellen und behördlichen Umgang, um so zu einer besseren gegenseitigen Verständigung beizutragen. Die 17 ehrenamtliche Sprach- und Kulturmittler, die für das Projekt gewonnen werden konnten, befinden sich derzeit in speziellen Schulungen, um ab Anfang nächsten Jahres zum Einsatz zu kommen. Das Projekt ‚Kulturbunt/d‘, das in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring im Juli 2017 starten konnte, richtet sich an junge Erwachsene und soll Freizeitaktionen gemeinsam mit gleichaltrigen Migrantinnen und Migranten fördern. Diese benötigen aufgrund der sehr ländlichen Struktur im Landkreis Aichach-Friedberg auch im Alltag kultursensible Unterstützung, um mit gleichaltrigen Jugendlichen in Kontakt zu kommen und Freundschaften zu knüpfen. Mittelfristig zielt das Projekt darauf ab, junge Migranten für ein ehrenamtliches Engagement zu gewinnen.

4. Erfüllung der Kriterien des Wettbewerbs

Der vorliegende Wettbewerbsbeitrag mit dem Schwerpunkt Integration und Zusammenleben ist ein kommunales Gesamtkonzept des Landkreises Aichach-Friedberg (Wittelsbacher Land) unter Einbeziehung der kreisangehörigen Städte und Gemeinden. Neben dem kommunalen Gesamtkonzept, das auf Ganzheitlichkeit ausgelegt ist, werden ausgewählte Einzelprojekte bzw. Maßnahmen vorgestellt, Freiwilligenagentur ‚mitanand & füranand im Wittelsbacher Land‘, um die strukturelle und modellhafte Arbeit zu den beiden Themen Integration und Zusammenleben zu illustrieren.

Die Arbeit des Landkreises, seiner Ämter und Behörden in Kooperation mit Trägern und Organisationen sowie den Städten und Gemeinden basiert auf einer detaillierten Ausgangs- und Bedarfsanalyse. Daher werden auch alle Maßnahmen anlassbezogen mit den betreffenden Akteuren abgestimmt und verbindlich umgesetzt. Gemeinsame Auswertungs- und Nachbesprechungsrunden sind obligatorisch.

Die Umsetzung aller Maßnahmen wird mit allen Akteuren im Vorfeld abgestimmt und stellt in der Folge eine verbindlich vereinbarte Vernetzung und Kooperation dar. Dabei werden drei Kernziele verfolgt: Die Integration durch Sprache bzw. in Bildungseinrichtungen, die Integration in Ausbildung und Arbeit sowie die gesellschaftlich-kulturelle Integration zur Gestaltung des Zusammenlebens in der Kommune vor Ort.

Bereits seit 2012 koordiniert, unterstützt und fördert die Freiwilligenagentur „mitanand & füranand im Wittelsbacher Land“ Bürgerschaftliches Engagement im Landkreis. Ehrenamtliches Engagement sowohl von als auch für Menschen mit Migrations-hintergrund bietet Raum für Austausch und interkulturelle Begegnungen und ist deshalb ein wichtiges Integrationsinstrument.

5. Fazit

In einer ländlichen Struktur wie dem Landkreis Aichach-Friedberg mit guter wirtschaftlicher Ausgangssituation ist die wichtigste Aufgabe, vorhandene Strukturen zu festigen, Akteure aus allen betroffenen Bereichen zusammenzubringen und Synergien zu nutzen. Erforderlich ist dabei, immer wieder zu überprüfen, welcher Bedarf aktuell besteht und ob die vorhandenen Maßnahmen noch zielführend und ausreichend sind. Diese Überprüfung sowie die Umsetzung der konkreten Maßnahmen müssen immer in Zusammenarbeit mit den zuständigen Organisationen und Behörden sowie zivilgesellschaftlichen Akteuren stattfinden. Dazu wird ein verbindendes Element benötigt, eine Schnittstelle, die Prozesse koordiniert sowie Angebot und Nachfrage zusammenbringt. Gerade in einer ländlichen Region kann eine derartige Struktur nur in Kooperation aller Akteure mit zentraler Steuerung, beispielsweise durch den Landkreis, erfolgreich sein.

In diesem Zusammenhang gilt es zukünftig die Teilhabe aller, insbesondere der Neuzugewanderten am gesellschaftlichen Zusammenleben und in Gremien weiter zu fördern. Das strukturelle Fundament, welches der Landkreis zur gelingenden Integration aufgebaut hat, kann nun für bedarfsorientierte Projekte genutzt werden. 2017 wurden bereits einige Maßnahmen und Projekte wie der Elterndialog oder Kulturbunt/d auf den Weg gebracht. Weitere Projekte, die sowohl Neuzugewanderte, als auch die Aufnahmegesellschaft ansprechen, sind für 2018 geplant. In den Themenbereichen interkulturelle Kompetenz, Wohnen, Zusammenleben von Mann und Frau sowie Religion wird der Landkreis gemeinsam im Verbund weitere Begegnungsräume „mitanand und füranand“ schaffen.

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es in Ihrer Kommune ein Integrationskonzept?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in dieses Integrationskonzept eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Unterstützt der/die (Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin Ihren Wettbewerbsbeitrag öffentlich?: 
ja
nein

C2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Ziele des Wettbewerbsbeitrags im Hinblick auf Integration und Zusammenleben detailliert beschrieben & festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Festlegung der Ziele eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Kinder (Einrichtungen der Kindertagesbetreuung)
Kinder (Schule)
Jugendliche
junge Erwachsene
Erwachsene
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
aktuelle Zuwanderer (2015-2017)
jeweils differenziert nach Herkunftsgebieten
bereits seit mehreren Jahren in Deutschland lebende Zuwanderer
Bevölkerung vor Ort
Multiplikatoren
Weitere
C 23a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Haupt –und ehrenamtliche Akteure im Integrationsbereich Jungen/Männer Seit 2012 Asylbewerber/innen
C 24 Bezieht sich Ihr Wettbewerbsbeitrag auf: 
die Gesamtstadt?
einen Teilraum/Quartier?
ein Projekt?
C 25 An welche Orte und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Quartier als Ganzes
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Jugendeinrichtungen
Sportvereine
Flüchtlingsunterkünfte
Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
Schulen
Ausbildungsstätten
Bildungseinrichtungen (VHS u.a.)
Soziale Treffpunkte für Zuwanderer
Migrantenselbstorganisationen
Weitere
C 25a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Überregionale Netzwerke
C 26: 

Welche Handlungsfelder zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort stehen in Ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt? Bitte geben Sie an, ob sich das Handlungsfeld auf die Gesamtstadt oder das Quartier bezieht bzw., ob es sich um ein Projekt handelt.

C 26a Handlungsfeld Wohnen und Wohnumfeld: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26b Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, z.B. Kindergarten, Schulen, Jugendeinrichtungen: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26c Handlungsfeld Bildung/Qualifizierung/Ausbildung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26d Handlungsfeld Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26e Handlungsfeld Kultur: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26f Handlungsfeld Sport: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26g Handlungsfeld Gesundheit: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26h Handlungsfeld Umwelt/Grün: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26i Handlungsfeld Beteiligung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26j Handlungsfeld Engagementförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26k Weitere Handlungsfelder: 
Netzwerkarbeit Elterndialog
C 27a Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Zuwander" ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27b Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Bevölkerung vor Ort" ausgerichtet?: 
ja
nein

C3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbei: 
Stadt-, Gemeinde-, bzw. Kreisrat
Amt/Bereich Soziales
Amt/Bereich Jugend
Amt/Bereich Wohnen
Amt/Bereich Grün(-planung)
Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin
Amt/Bereich Stadtplanung/ Stadtentwicklung
Integrationsbeauftragte/r
Amt/Bereich Sport
Amt/Bereich Gesundheit
Weitere
C 30a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Ausländerbehörde Hauptamtliche Integrationsbeauftragte der Gemeinden
C 31 Welche verwaltungsexternen lokal relevanten Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Quartiersmanagement
Stadtteilzentren/ Nachbarschaftshäuser
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenselbstorganisationen
Sponsoren
Lokale Medien
Stiftungen
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftsvereine
Kleingartenvereine
Unternehmen, Betriebe
Weitere
C 31a Wenn "Weitere"... Welche?: 
KAUSA Servicestelle Region Augsburg A.A.U. e.V., Netzwerk Tür an Tür – Integrationsprojekte Augsburg
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie finanzieren Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
C 37 Werden im Rahmen der Umsetzung von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 37a Wenn ja ... Welche? : 
- Sprach- und Kulturmittler - Rechts- und Gesellschaftsordnung für Neuzugewanderte - Gewaltschutzkonzept in den Unterkünften - BLSV Schwimmkurs für Neuzugewanderte an der Berufsschule Aichach
C 38 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen bereits andernorts übernommen worden?: 
ja
nein
C 38a Wenn ja ... Welche?: 
- Elterndialog - Zentrale Koordinierung der Sprachförderung - SG 25 Ehrenamt, Bildung und Integration - Jour Fixe Integration - Argumentationstraining gegen Stammtischparolen - Netzwerktreffen der Helferkreise und Behörden

Einzelprojekte

Einzelprojekt 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
Kulturbunt/d
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 14a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 15 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Konzept Kulturbunt/d

Pilotprojekt in Friedberg in Kooperation mit dem Kreisjugendring

Fragt man junge Migrantinnen und Migranten, was ihnen beim Ankommen in der deutschen Gesellschaft fehlt, werden oft der Wunsch nach interkulturellem Austausch und das Kennenlernen von Gleichaltrigen genannt. Und in der Tat ist eine Integration in eine Gesellschaft am leichtesten wenn man Freunde hat, die aus eben dieser neuen Gesellschaft kommen. Das Projekt dient darüber hinaus der Präventionsarbeit für ein demokratisches Miteinander, der Förderung des interkulturellen Zusammenlebens, Toleranz und Akzeptanz. Die gesellschaftliche Teilhabe und Gleichberechtigung von Migrantinnen, Migranten und Geflohenen soll bereits im jungen Erwachsenenalter initiiert werden.

Ziel ist es außerdem langfristig bürgerschaftliches Engagement für junge Erwachsene Migrantinnen und Migranten und Geflohene bekannt und attraktiv zu machen, was zu einer langfristigen Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, auf Grundlage eines respektvollen Miteinanders aller Menschen in unserem Landkreis führen soll.

Junge Migrantinnen und Migranten benötigen aufgrund unserer sehr ländlichen Struktur auch im Alltag kultursensible Unterstützung und Anleitung, um verstärkt mit ortsansässigen Jugendlichen in Kontakt zu treten, Freundschaften zu knüpfen und so das gesamtgesellschaftliche Zusammenwachsen über kulturelle und sprachliche Schranken hinweg aktiv zu fördern. Um einen niedrigschwelligen Zugang zu finden, sollen gemeinsame Freizeitaktivitäten als Grundlage dienen. Junge Erwachsene können bei gemeinsamen Aktivitäten die hiesige Kinder- und Jugendkultur kennenlernen. Im geschützten Rahmen lernen sich Deutsche und Migranten kennen und können über die Kulturen hinweg in den Austausch treten und Ängste abbauen.

Deutsche Jugendliche können als Multiplikatoren ihre positiven Erfahrungen weitergeben, z.B. in ihren Jugendverbänden. Hier könnte ein Umdenken stattfinden und zu einer Erschließung der neuen Zielgruppe führen. Hiesige Jugendverbände und ortsansässige Vereine benötigen bei der Integration von jungen Migrantinnen und Migranten spezielle Unterstützung. Ein Aufeinandertreffen von verschiedenen Kulturen muss vorbereitet, gefördert und begleitet werden. Ehrenamtliches Engagement, sowohl von, als auch für Menschen mit Migrationshintergrund bietet Raum für Austausch und interkulturelle Begegnungen. Bürgerschaftliches Engagement ist deshalb ein wichtiges Integrationsinstrument.

Auch bei Projekten wird die Praxis der Vernetzung und des Integrationskreislaufes konsequent verfolgt. Die Projektleitung hat daher in ihrem ersten Schritt ein Netzwerk zur Kooperation aufgebaut. Kontakt wurde beispielsweise zum Jugendrat, dem Jugendclub, der Stadtjugendpflegerin und dem Jugendzentrum aufgebaut und soll im Weiteren mit Jugendvereinen/-verbänden in der Stadt Friedberg, wie z.B. Sportverein, Schützenverein, Pfadfinder, BRK, Fischereiverein ausgebaut werden. Das Projekt selbst wird vom Kreisjungendring, einem wichtigen Netzwerkpartner umgesetzt.

Im Rahmen des Projektes fanden bereits drei Veranstaltungen statt:

  • Eine Auftaktveranstaltung mit internationalem Brunch
  • Ein Cajon-Workshop
  • Ein Strick-Workshop nur für Frauen/Mädchen, um diese Zielgruppen noch einmal gesondert anzusprechen

Einzelprojekt 2

D 20 Titel des Einzelprojekts Nr. 2: 
Elterndialog
D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 24a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu
D 25 Kurzbeschreibung des Projekts: 

Eltern sind die wichtigsten Bildungspartner/innen ihrer Kinder. Entscheidend für den Bildungserfolg ist eine positive Einstellung der Eltern zur Bildungsinstitution. Deswegen müssen beide Seiten auf einander zugehen und sich um einen konstruktiven Austausch und eine gute Elternzusammenarbeit bemühen.

Damit auch neuzugewanderte Eltern Ihre Kinder während der Schullaufbahn bestmöglich unterstützen können, ist das Ziel ihnen das bayerische Schulsystem näher zu bringen und ihre eigene Rolle darin verständlich zu machen. Schule kann auch für Eltern erfahrbar werden, die nicht im bayerischen Bildungssystem sozialisiert wurden. Auch wenn sie die Sprache noch nicht sprechen, die ihre Kinder in der Schule lernen und anwenden, ist ein Zugang über Dolmetscher/innen und spezielle Gesprächsformate möglich.

250 Schüler/innen werden etwa an den Grund- und Mittelschulen im Landkreis unterrichtet. Für die Eltern dieser Schüler/innen hat das Schulamt im gemeinsamen Jour Fixe Integration einen Bedarf für die Elternzusammenarbeit kommuniziert und das SG 25 um Unterstützung gebeten. In Absprache wurden daraufhin die Bedarfe vom Landkreis moderiert und sogenannte Elterninformationsvormittage für Neuzugewanderte in Kooperation von Schulamt, Amtsgericht Aichach und Bildungsbüro im Frühjahr 2017 durchgeführt.

Mit sprach- und kultursensiblen Dolmetscherinnen wurden vier Informationsveranstaltungen im Landkreissüden und –norden mit allgemeine Informationen zum bayerischen Schul- und dualen Ausbildungssystem, Verhaltensregeln in der Schule, wichtige Werte im schulischen Alltag, Rechte und Pflichten von Eltern schulpflichtiger Kinder wie auch Regeln des gesellschaftlichen Miteinanders durchgeführt.

Diverse Fragestellungen, von der Krankmeldung des Kindes, über die Teilnahme am schulischen Schwimmunterricht bis hin zur häuslichen Hausaufgabenbetreuung konnten auf diese Weise angesprochen und geklärt werden. Auch Fragen zur schulischen Laufbahn wurden thematisiert sowie Wege und Möglichkeit im dreigliedrigen Schulsystem aufgezeigt.

Eine Kinderbetreuung wurde während der Vormittagsveranstaltung ermöglicht, damit beide Eltern erscheinen können sowie Teilnahmebestätigungen für das Fernbleiben im Sprachkurs ausgeteilt. Eingeladen wurden die Eltern durch übersetzte Einladungsschreiben, die in den Schulklassen ausgeteilt wurden. Erreicht und erinnert werden konnten die Eltern zudem über das breite Netzwerk der ehrenamtlichen Asylhelferkreise, Integrationsbeauftragte und Asylsozialarbeiter/innen im Landkreis. Die Veranstaltungen setzten auf freiwillige Teilnahme und waren gut besucht.

Langfristiges Ziel ist es neuzugewanderten Eltern noch stärker eine Teilhabe am Schulalltag Ihrer Kinder zu ermöglichen, sie in die Lage zu versetzen sich im Schulleben aktiv einzubringen und den wichtigen Kontakt zur Elternschaft zu stärken. Um den Dialog zwischen Eltern und Schule weiter zu unterstützen und zu festigen werden deshalb in Modelschulen 2018 neue Beteiligungsformate für Eltern ausprobiert, in die auch die Elternbefragung mit eingebaut werden wird.

Neben den Schulen haben außerdem Kindertagesstätten einen Bedarf beim Elterndialog angemeldet. Voraussichtlich im Frühjahr/Sommer 2018 wird es ähnliche Veranstaltungen für neuzugewanderte Eltern auch an Kindertagesstätten geben.

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