Landkreis Nienburg/Weser

Name der Stadt/der Gemeinde/des Landkreises: 
Landkreis Nienburg/Weser
Typ: 
Landkreis
Bundesland: 
Niedersachsen
Einreichende Dienststelle: 
Landkreis Nienburg/Weser, Fachdienst Migration und Teilhabe
Ansprechpartner/in: 
Carmen Prummer
Straße/Postfach: 
Kreishaus am Schloßplatz
PLZ: 
31582
Telefon: 
+49 5021 967-686
Ort: 
Nienburg
Fax: 
+49 5021 967-623

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Vernetzung im Landkreis Nienburg/Weser

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Integration wird im Landkreis Nienburg/Weser als gesamtgesellschaftliche Aufgabe angesehen und
als wechselseitiger Prozess verstanden. Das Einbeziehen von und die Zusammenarbeit mit
MigrantInnen ist ein wesentlicher Bestandteil des Aufgabenbereichs des Fachdienstes Migration und
Teilhabe. Die Netzwerkarbeit mit öffentlichen und privaten Institutionen bildet das Fundament der
Arbeit des Fachdienstes. Die Tätigkeiten umfassen die Unterstützung der Ehrenamtlichen und der
Kommunen, die Vernetzung von und die Zusammenarbeit mit allen beteiligten Institutionen der
Integrationsarbeit. Die Organisation von Schulungs- und Seminarangeboten für Ehrenamtliche,
MultiplikatorInnen und Hauptamtliche ist weiterer Bestandteil der Arbeit. Der Ausbau der
interkulturellen Zusammenarbeit ist ein wichtiges Anliegen, die langfristige Integration von
Zugewanderten dabei das Ziel. Innerhalb des Landkreises existieren mehrere Netzwerktreffen und
Gremien auf allen Ebenen. Regelmäßige Treffen, die Informationsweitergabe und der Austausch
untereinander sind wichtige Bausteine für eine koordinierte und zielführende Integrationsarbeit.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

1. Ausgangssituation in unserer Kommune

Der Landkreis Nienburg/Weser liegt im Zentrum Niedersachsens zwischen den Großstädten Hannover und Bremen. Mit knapp 122.000 EinwohnerInnen (ca. ein Viertel davon in der Kreisstadt
Nienburg), auf einer Fläche von ca. 1.400 Quadratkilometern, zählt er zu Niedersachsens dünn besiedelten Regionen (LSN, Stand 30.09.2016). Neben der Stadt Nienburg/Weser gibt es neun
weitere kreisangehörige Städte, Samtgemeinden und Flecken.

Von den im Landkreis Nienburg/Weser lebenden BürgerInnen besitzen knapp 9 Prozent keine deutsche Staatsbürgerschaft. Betrachtet man ausschließlich die Menschen mit ausländischer
Staatsangehörigkeit, so überwiegt der Anteil der Menschen aus Drittstaaten mit gut 54 Prozent (ca. 6.000 Personen) gegenüber den EU-BürgerInnen mit knapp 46 Prozent (ca. 5.000 Personen). Das
Geschlechterverhältnis unter den Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit liegt bei 55 Prozent Männern gegenüber 45 Prozent Frauen (FD Ausländerwesen und Staatsangehörigkeit, Stand 29.09.2017, eigene Berechnung).

Hinsichtlich der Altersstruktur der im Landkreis lebenden AusländerInnen befindet sich etwas mehr als ein Drittel im jungen erwerbsfähigen Alter zwischen 16 und 35 Jahren. Knapp 18 Prozent der
Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit ist jünger als 16 Jahren, wohingegen auf die Altersgruppe der über 65 Jährigen ein Anteil von etwas weniger als 5 Prozent entfällt (FD Ausländerwesen und Staatsangehörigkeit, Stand 29.09.2017, eigene Berechnung).
Die Arbeitslosenquote von Menschen mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit lag laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit im April 2017 bei etwa 17 Prozent. Im Vergleich dazu befand sich die
Arbeitslosenquote unter den Deutschen im selben Monat bei gut 5 Prozent1. Differenziert nach Männern und Frauen ohne deutsche Staatsangehörigkeit liegt das Verhältnis bei gut 14 Prozent
Männer zu 21 Prozent Frauen. Bei den deutschen Erwerbsfähigen liegt die Arbeitslosenquote bei knapp 6 Prozent unter den Männern gegenüber 5 Prozent der Frauen. Insgesamt waren im April
dieses Jahres 3.548 Personen im Landkreis Nienburg/Weser bei der Agentur für Arbeit und beim Jobcenter arbeitslos gemeldet. Der Anteil der AusländerInnen lag bei 23 Prozent. Davon befanden
sich 460 Männer und 357 Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in keinem oder einem Beschäftigungsverhältnis von weniger als 15 Stunden in der Woche (Arbeitsmarktreport Oktober
2017, Bundesagentur für Arbeit).

Die Beschäftigungsquote lag für den gesamten Landkreis im Juni 2016 bei 58 Prozent. Im Vergleich zwischen deutschen und nicht-deutschen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, ist die
Beschäftigungsquote unter den Deutschen mit 59 Prozent höher als diejenige unter den AusänderInnen mit 46 Prozent. Betrachtet man diese geschlechtlich differenziert, so überwiegt die
Beschäftigungsquote der Männer gegenüber derjenigen der Frauen sowohl unter den deutschen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit jeweils 63 Prozent der Männer zu 55 Prozent der
Frauen als auch unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten AusländerInnen mit 59 Prozent der Männer zu 31 Prozent der Frauen. Allerdings fällt damit die geschlechtliche Diskrepanz zwischen
den deutschen Männern und Frauen mit 8 Prozentpunkten Differenz geringer aus als zwischen den Männern und Frauen ohne deutsche Staatsbürgerschaft mit einer Differenz von 28 Prozentpunkten.
Für den ländlich geprägten Landkreis und seine 10 Kommunen ist die aktuelle Situation mit der vermehrten Aufnahme von Flüchtlingen ein besonderes Thema. Unterschiedlichste AkteurInnen planen und schaffen unterschiedliche Unterstützungsmaßnahmen und Willkommensstrukturen in den Kommunen, fast ausschließlich geprägt durch ehrenamtlich Engagierte. Hier besteht besonders für den Landkreis mit seinem FD die Herausforderung, Maßnahmen, Bedarfe und unterschiedliche Interessen zu bündeln und zu koordinieren.

Der Fachdienst Migration und Teilhabe fungiert als Schnittstelle zwischen Haupt- und Ehrenamt für den gesamten Landkreis, schafft neue und unterstützt beim Ausbau vorhandener Vernetzungsstrukturen. Grundvoraussetzungen der Arbeit sind dabei Transparenz und die Partizipation aller aktiven Haupt- und Ehrenamtlichen, um eine auf Dauer angelegte konstruktive Zusammenarbeit zu gestalten und zu erhalten.

2. Anlass

Der Landkreis Nienburg/Weser blickt auf ein eine jahrelange Erfahrung im Bereich der Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern zurück. Integration wird im Landkreis nicht nur als Aufgabe weniger gesellschaftlicher Gruppen, sondern ebenfalls als gesamtgesellschaftliche Aufgabe angesehen. Die Integrationsarbeit der Kreisverwaltung umfasst die allgemeine Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern im gesamten Kreisgebiet. Landkreiseigene Fachbereiche arbeiten,
ebenso wie die 10 Kommunen, unterschiedliche Organisationen, Vereine und Verbände, an integrativen Themenbereichen, um die Teilhabe der MigrantInnen am gesellschaftlichen Leben zu fördern und die in der Migration liegenden Potentiale zu erschließen und zu nutzen. Dem Fachdienst obliegt die Gesamtkoordination.

3. Konzeption, Ziele und Zielgruppen

Integration wird im Landkreis Nienburg als wechselseitiger Prozess verstanden. Deshalb ist das Einbeziehen von und die Zusammenarbeit mit MigrantInnen ein wesentlicher Bestandteil des Aufgabenbereichs des Fachdienstes Migration und Teilhabe. Die Netzwerkarbeit mit öffentlichen und privaten Institutionen bildet das Fundament der Arbeit des Fachdienstes. Die Tätigkeiten umfassen die Unterstützung der Ehrenamtlichen und der Kommunen, die Vernetzung von und die Zusammenarbeit mit allen beteiligten Institutionen der Integrationsarbeit. Die Organisation von Schulungs- und Seminarangeboten für Ehrenamtliche,  (muttersprachliche) MultiplikatorInnen und Hauptamtliche ist weiterer Bestandteil der Arbeit. Der Ausbau der interkulturellen Zusammenarbeit ist ein wichtiges Anliegen, die langfristige Integration von Zugewanderten im Landkreis Nienburg/Weser dabei das Ziel.

4. (geplantes) Vorgehen und Umsetzung

Mindestens viermal im Jahr, teilweise auch monatlich, treffen sich die unterschiedlichen Netzwerke zum Austausch, zur Abstimmung und zur Planung gemeinsamer Aktivitäten. Schulungs- und Seminarangebote werden ebenso flächendeckend im Landkreis angeboten und durchgeführt, wie der Einsatz von SprachmittlerInnen und muttersprachlichen MultiplikatorInnen.

5. Ergebnisse und bislang Erreichtes

Innerhalb des Landkreises existieren mehrere Netzwerktreffen und Gremien auf allen Ebenen. Deren Auf-und Ausbau, Koordinierung, Leitung und Pflege liegt beim Fachdienst Migration und Teilhabe des Landkreises Nienburg. Regelmäßige Treffen, die Informationsweitergabe und der Austausch untereinander sind wichtige Bausteine für eine koordinierte und zielführende Integrationsarbeit.

5.1. Arbeitsgruppe Flüchtlinge des Landkreises Nienburg/Weser

Die verschiedenen Fachbereiche und Fachdienste des Landkreises (Fachbereiche Soziales, Jugend, Bildung und Gesundheitsdienste, Fachdienst Migration und Teilhabe (koordinierende Rolle), Volkshochschule, Fachdienst Ausländerwesen und Staatsangehörigkeit) und Jobcenter, Arbeitsagentur und Wirtschaftsförderung, mit ihren unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern im Bereich Integration stehen im permanenten Austausch. Gemeinsame Treffen finden monatlich statt. Bei diesen Treffen werden Problemlagen erörtert, Aktivitäten koordiniert und gemeinsame Strategien entwickelt, die langfristig die Integrationsarbeit koordinieren und  fördern.

5.2. Netzwerk für Zuwanderinnen und Zuwanderer (NIZ)

Seit 2004 existiert das Netzwerk für ZuwanderInnen mit 79 Mitgliedern, Tendenz steigend. Das NIZ besteht aus verschiedenen Institutionen und Einzelpersonen aus dem gesamten Landkreis, die sich auf Einladung des Fachdienstes des Landkreises Nienburg viermal jährlich treffen, um sich über ihre Aktivitäten zu informieren, auszutauschen und Projektideen zu erörtern. Zusätzlich wird das Netzwerktreffen durch Vorträge externer Fachleute zu bestimmten Themen begleitet.

5.3. Austauschrunde der Integrationskursträger im Landkreis Nienburg/Weser

Koordiniert durch den im Fachdienst Migration und Teilhabe angesiedelten Bildungskoordinator für Neuzugewanderte findet monatlich ein Austauschtreffen aller im Landkreis aktiven Träger der BAMFIntegrationskurse sowie der berufsbezogenen Sprachkurse nach der Verordnung über die berufsbezogene Deutschsprachförderung statt. Das Ziel ist es, die Sprachfördermaßnahmen nach Bedarfslage passgenau aufeinander abzustimmen und zu koordinieren.

5.4. Kommunales Netzwerk

Das Netzwerk Kommunen ist ein Zusammenschluss aller 10 Mitgliedskommunen, die sich auf Einladung des Fachdienstes, unter Einbindung weiterer Fachstellen (Fachbereiche Soziales, Jugend, Bildung und Gesundheitsdienste, Volkshochschule, Fachdienst Ausländerwesen und Staatsangehörigkeit, Jobcenter, Arbeitsagentur) viermal jährlich treffen. Dabei werden die Bedarfe der Zugewanderten vor Ort und die damit zusammenhängende ehrenamtliche Arbeit thematisiert sowie Problemlagen erörtert. Dort erfolgt ein regelmäßiger Austausch über die Arbeit in den Kommunen und über Projektideen vor Ort.

5.5. Ehrenamtliche Netzwerke

In allen Kommunen sind Netzwerke aufgebaut worden, die gemeinsam die Integrationslandschaft vor Ort gestalten. Dieser Prozess wurde vom Fachdienst Migration und Teilhabe angeschoben und begleitet. Die einzelnen Netzwerke sind an die Rathäuser der 10 Kommunen angebunden und organisieren sich je nach Kommune unterschiedlich. Jedes einzelne Netzwerk hat ehrenamtliche SprecherInnen. Die Ehrenamtlichen wenden sich bei unterschiedlichen Fragestellungen an den Fachdienst und werden regelmäßig vor Ort besucht. Dadurch ist es möglich, auf aktuelle Bedarfe vor Ort einzugehen und neue Projekte zu initiieren. Seit 2016 gibt es einen zentralen Stammtisch des Fachdienstes Migration und Teilhabe für Ehrenamtliche aller Kommunen, sodass diese sich landkreisweit austauschen und vernetzen. Darüber hinaus referieren teilweise Externe bei diesem alle sechs Wochen stattfindenden Stammtisch zu unterschiedlichen rechtlichen und kulturellen Themen.

5.6. AK Integrationsangebote

Der Kreisjugendring Nienburg e.V., der Kreissportbund Nienburg e.V. der Jugendmigrationsdienst Nienburg, der Fachdienst Jugendarbeit und Sport und der Fachdienst Migration und Teilhabe treffen sich vierteljährlich um Integrationsangebote für Vereine, Initiativen, Engagierte und junge Menschen im Landkreis Nienburg abzustimmen und voran zu treiben.

5.7. Netzwerk der Beratungsstellen im Landkreis

Alle im Landkreis Nienburg tätigen Migrationsberatungsstellen sowie der Fachdienst Migration und Teilhabe treffen sich vierteljährlich, um Beratungsangebote für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und Geflüchtete landkreisweit zu gewährleisten. Dabei geht es um die Beratung, Orientierung und Hilfestellung im neuen Lebensumfeld, die Begleitung des Prozesses der Integration und Teilhabe und die Hilfe zur Selbsthilfe. Durch den Austausch über
Fördermöglichkeiten und die kollegiale Beratung zu aktuellen Bedarfen erfolgt das Erkennen von Bedarfen und Ressourcen. Dadurch werden Parallelstrukturen vermieden und auch hier Synergieeffekte genutzt.

5.8. Netzwerk MultiplikatorInnen

Projekte von MigrantInnen für MigrantInnen werden seit 2008 durch den Fachdienst Migration und Teilhabe und mittlerweile auch durch öffentliche Einrichtungen oder engagierte Privatpersonen organisiert. Der Fachdienst führt Schulungen für Ehrenamtliche durch, die nach Abschluss der Ausbildungsreihe muttersprachliche Informationsveranstaltungen von und für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte anbieten. Diese umfassen die Themen Gesundheit, Sprache, Bildung und Erziehung und werden mit Informationsmaterial durch den Fachdienst bestückt. Zum Einen geht es darum, Zugang zu Zugewanderten zu finden und Informationen kultursensibel zu vermitteln, zum Anderen darum, die Zugewanderten als aktiven Teil der Gesellschaft zu gewinnen, weiter zu schulen und langfristig als muttersprachliche Verbindung zu Neuzugewanderten zu gewinnen. Regelmäßige Austauschtreffen und Fortbildungen dienen der Qualitätssicherung und –entwicklung, koordiniert und organisiert durch den Fachdienst Migration und Teilhabe.

5.9. Netzwerk SprachmittlerInnen

Ehrenamtliche SprachmittlerInnen werden mit einem standardisierten Verfahren in Institutionen (Sozialamt, Ausländerbehörde, Gesundheitsamt, Schulen, Kitas, etc.) durch den Fachdienst Migration und Teilhabe vermittelt und eingesetzt. Mit ihren Erfahrungen und ihren muttersprachlichen Kenntnissen helfen sie bei Gesprächen in sozialen und gesundheitlichen Einrichtungen oder bei Behörden, u. a. um erste Zugänge zu schaffen und um Missverständnisse zu vermeiden. Bei den SprachmittlerInnen handelt es sich nicht um vereidigte DolmetscherInnen, sondern um Ehrenamtliche, die neben ihrer Muttersprache nachgewiesene gute Deutschkenntnisse besitzen. Es gibt einen regelmäßigen Austausch des Fachdienstes mit den Institutionen, die die SprachmittlerInnen anfordern. Diese sind von verschiedenen Behörden überprüft worden, um eine Fehleinsetzung dieser Ehrenamtlichen zu vermeiden. AsylbewerberInnen erhalten in den ersten Monaten nach der Einreise in Deutschland bei Arztbesuchen eine Begleitung durch eine/n SprachmittlerIn. Die Kosten werden vom Landkreis übernommen. Dadurch wird eine gesundheitliche Versorgung, die Kommunikation und das Mitwirken des Patienten und der Patientin gewährleistet und trägt maßgeblich zur Gesundheit der Asylsuchenden bei. Zugewanderte, die Kinder in den Betreuungseinrichtungen oder Schulen haben, können durch den Einsatz der SprachmittlerInnen mit den Fachkräften der Bildungs- und Erziehungsinstitution in Kontakt treten, Elternberatungsgespräche führen und damit zur Integration der Kinder und Jugendlichen beitragen. Die SprachmittlerInnen werden durch den Fachdienst Migration und Teilhabe begleitet, über 80 Personen stehen im Landkreis Nienburg/Weser mittlerweile zur Verfügung. Dieses Netz wird fortlaufend ausgebaut, überprüft und engmaschig betreut. Der Fachdienst bietet regelmäßig Fortbildungen für diese Ehrenamtlichen an. Von ihm initiierte und begleitete Stammtische sowie fortlaufende Einzelgespräche sichern das Engagement der SprachmittlerInnen und unterstützen diese.

5.10. Netzwerk mit Migrantenselbstorganisationen

Im Landkreis Nienburg sind drei Moscheegemeinden und eine ezidische Gemeinde als strukturelle Organisationen vorzufinden. Während sich eine Moscheegemeinde und die ezidische Gemeinde in der Kreisstadt befinden, sind zwei weitere Moscheegemeinden im Süden des Landkreises (Stadt Rehburg-Loccum und Samtgemeinde Uchte) angesiedelt. Die vier Migrantenselbstorganisationen (MSO´en) treffen sich mit dem Fachdienst Migration und Teilhabe regelmäßig im Jahr, um sich über die folgenden Themen auszutauschen: Berufliche Integration, ausländische Bildungsabschlüsse,
Sprachförderung, insbesondere von Frauen, die schon länger im Landkreis Nienburg leben, Förderung der Erziehungskompetenz und die Unterstützung im Bereich der Flüchtlingsarbeit.

Gemeinsam wird an der Öffentlichkeitsarbeit der MSO’en gearbeitet und der Fachdienst unterstützt bei der Umsetzung von Projekten, z.B. in der Jugendarbeit. Die Migrantenselbstorganisationen im Landkreis Nienburg/Weser bieten auf Anfrage des Fachdienstes Moscheeführungen oder interkulturelle Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen an. Die Integration der Zugewanderten in den MSO‘en ist von diesen erwünscht, der Fachdienst vermittelt den Kontakt zu den konkreten Ansprechpersonen für die erste Kontaktaufnahme. Ziele der Zusammenarbeit mit MSO’en sind u. a. die Stärkung und Beteiligung der MSO‘en und deren Mitglieder, ein regelmäßiger (interreligiöser) Austausch, die Verbesserung der Teilhabechancen der Mitglieder und das Wahrnehmen und Aufdecken von Ressourcen. Durch Unterstützungsmaßnahmen, Kooperationen und gemeinsame MultiplikatorInnenprojekte sowie den stetigen Austausch erweist sich die Zusammenarbeit als bedarfsorientiert und nachhaltig.

5.11. Landes- und bundesweite Vernetzung

Der Fachdienst Migration und Teilhabe ist auf der Landes- und Bundesebene vernetzt, sodass der Informationsfluss gewährleitet ist. Es findet eine Zusammenarbeit des Fachdienstes mit der Kooperativen Migrationsarbeit Niedersachsen (KMN) und ein regelmäßiger Austausch mit den Koordinierungsstellen Migration und Teilhabe der umliegenden Landkreise statt. Durch den Austausch aktueller Informationen, den Rückgriff auf das Fachwissen der KMN und der benachbarten Koordinierungsstellen profitieren alle Netzwerke des Landkreises Nienburg/ Weser. Alle relevanten Informationen werden durch den Fachdienst Migration und Teilhabe an die unterschiedlichen Institutionen und Ehrenamtskreise im Landkreis Nienburg/Weser weitergeleitet.

6. Erfüllung der Bewertungskriterien

Die Vernetzungsarbeit des Landkreises Nienburg/Weser, koordiniert durch den Fachdienst Migration und Teilhabe, ist eingebunden in eine kommunale Gesamtkonzeption mit den Schwerpunkten Integration und Zusammenleben und wird stetig überprüft und ausgebaut bzw. verändert. Die Ausgangs- und Bedarfsanalyse ist die Grundlage der Arbeit aller Integrationsakteure im Landkreis. Das Ziel ist der Aufbau und die Verstetigung entsprechender Strukturen, die eine einfache und nachhaltige gesamtgesellschaftliche Integration ermöglichen. Als Instrument der Qualitätssicherung und der Evaluation dienen Fragebögen zur Überprüfung der Qualitätsstandards der Einsätze von MultiplikatorInnen und SprachmittlerInnen sowie weiterer Bedarfe zur Fortentwicklung des entsprechenden Schulungsprogramms. Darüber hinaus erfolgt eine permanente Qualitätssicherung durch eine behördliche Überprüfung und fortwährender Schulung der eingesetzten Personen. Mit den im Wettbewerbsbeitrag genannten Akteuren bestehen verbindliche Kooperationsvereinbarungen bzw. werden diese angestrebt. Dies umfasst auch eine verbindlich vereinbarte Vernetzung und Kooperation. Alle Aktivitäten sind darauf ausgerichtet, eine langfristige Integration und das Zusammenleben zu ermöglichen. Die Integrationsarbeit im Landkreis findet sich im Integrationskonzept, welches durch den Ausschuss für Integration, Sport und Kultur und dem Kreistag verabschiedet wurde und laufend fortgeführt wird, wieder. Zwischen den Kommunen und dem Landkreis findet durch das vierteljährliche „Vernetzungstreffen Kommunen“ ein Synergieeffekt statt. Gender- und Diversity-Aspekte sind in allen  Bereichen berücksichtigt.

1 ) Die angegebenen Arbeitslosenquoten basieren auf einer eingeschränkten Bezugsgröße. Die eingeschränkte Bezugsgröße umfasst
lediglich Erwerbspersonen mit einer sozialversicherungspflichtigen und/oder geringfügigen Beschäftigung sowie Arbeitslose (Migrations-
Monitor Arbeitsmarkt – Ausländerarbeitslosenquoten, Oktober 2017, Bundesagentur für Arbeit). Näheres dazu im Glossar der
Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit, September 2017:
https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Grundlagen/Glossa...

Anlagen:

  • Integrationskonzept
  • Kooperationsvereinbarung Migrationsberatungsstellen
  • Kooperationsvereinbarung Bildungsträger
  • Geschäftsordnung NIZ
  • Verwaltungsleitlinien für die Integrationsarbeit im Landkreis Nienburg/Weser
  • 6 Fotos

Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es in Ihrer Kommune ein Integrationskonzept?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in dieses Integrationskonzept eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Unterstützt der/die (Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin Ihren Wettbewerbsbeitrag öffentlich?: 
ja
nein

C2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Ziele des Wettbewerbsbeitrags im Hinblick auf Integration und Zusammenleben detailliert beschrieben & festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Festlegung der Ziele eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Kinder (Einrichtungen der Kindertagesbetreuung)
Kinder (Schule)
Jugendliche
junge Erwachsene
Erwachsene
Mädchen/Frauen
Jungen/Männer
aktuelle Zuwanderer (2015-2017)
jeweils differenziert nach Herkunftsgebieten
bereits seit mehreren Jahren in Deutschland lebende Zuwanderer
Bevölkerung vor Ort
Multiplikatoren
Weitere
C 23a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Hauptamtliche, Ehrenamtliche
C 24 Bezieht sich Ihr Wettbewerbsbeitrag auf: 
die Gesamtstadt?
einen Teilraum/Quartier?
ein Projekt?
C 25 An welche Orte und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Quartier als Ganzes
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Jugendeinrichtungen
Sportvereine
Flüchtlingsunterkünfte
Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
Schulen
Ausbildungsstätten
Bildungseinrichtungen (VHS u.a.)
Soziale Treffpunkte für Zuwanderer
Migrantenselbstorganisationen
Weitere
C 25a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Migrationsberatungsstellen - Netzwerke
C 26: 

Welche Handlungsfelder zur Integration von Zuwanderern und zur Förderung des Zusammenlebens mit der Bevölkerung vor Ort stehen in Ihrem Wettbewerbsbeitrag im Mittelpunkt? Bitte geben Sie an, ob sich das Handlungsfeld auf die Gesamtstadt oder das Quartier bezieht bzw., ob es sich um ein Projekt handelt.

C 26a Handlungsfeld Wohnen und Wohnumfeld: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26b Handlungsfeld Soziale Infrastrukturen, z.B. Kindergarten, Schulen, Jugendeinrichtungen: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26c Handlungsfeld Bildung/Qualifizierung/Ausbildung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26d Handlungsfeld Beschäftigung/lokale Wirtschaftsförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26e Handlungsfeld Kultur: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26f Handlungsfeld Sport: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26g Handlungsfeld Gesundheit: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26h Handlungsfeld Umwelt/Grün: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26i Handlungsfeld Beteiligung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26j Handlungsfeld Engagementförderung: 
Thema wird in einem gesamtstädtischen Konzept bearbeitet
Thema wird in einem teilräumlichen Konzept/auf der Quartiersebene bearbeitet
Thema wird im Rahmen eines/mehrerer Projekte bearbeitet
C 26k Weitere Handlungsfelder: 
Multiplikatorenprojekte zu den Themen Bildung, Sprache, Gesundheit und Erziehung; Netzwerkarbeit
C 27a Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Zuwander" ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27b Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe der Zielgruppe "Bevölkerung vor Ort" ausgerichtet?: 
ja
nein

C3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbei: 
Stadt-, Gemeinde-, bzw. Kreisrat
Amt/Bereich Soziales
Amt/Bereich Jugend
Amt/Bereich Wohnen
Amt/Bereich Grün(-planung)
Bürgermeister/in bzw. Landrat/-rätin
Amt/Bereich Stadtplanung/ Stadtentwicklung
Integrationsbeauftragte/r
Amt/Bereich Sport
Amt/Bereich Gesundheit
Weitere
C 30a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Jobcenter, Volkshochschule
C 31 Welche verwaltungsexternen lokal relevanten Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Quartiersmanagement
Stadtteilzentren/ Nachbarschaftshäuser
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenselbstorganisationen
Sponsoren
Lokale Medien
Stiftungen
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftsvereine
Kleingartenvereine
Unternehmen, Betriebe
Weitere
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie finanzieren Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
C 35 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 36 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 36a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
C 37 Werden im Rahmen der Umsetzung von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 37a Wenn ja ... Welche? : 
MiMi-Projekt vom Ethno-Medizinisches-Zentrum Hannover e.V.
C 38 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Wettbewerbsbeitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen bereits andernorts übernommen worden?: 
ja
nein
C 38a Wenn ja ... Welche?: 
- Multiplikatorenprojekte landkreisweit in den Kommunen - Sprachmittlerprojekt landkreisweit in den Kommunen Newsletter des Fachdiestes Migration und Teilhabe von anderen Landkreisen kopiert / übernommen

Einzelprojekte

Einzelprojekt 1

D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 14a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu

Einzelprojekt 2

D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
trifft nicht zu
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projekts gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
trifft nicht zu
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
trifft nicht zu
D 24a wenn ja oder geplant: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
trifft nicht zu

Anlagen